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15- Anatomie & Zahnheilkunde in der Zahnmedizin - So lernst du Anatomie für die Fachsprachprüfung!

Dental Learning is Fun · 2,238 words · 11 min read

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0:00Herzlich willkommen zu unserer heutigen

0:02Analyse. Das Thema heute: Ein System,

0:05das Sie jeden Tag benutzen, über das Sie

0:07aber äh wahrscheinlich noch nie so

0:09richtig nachgedacht haben. Ihr

0:11Kausystem.

0:12Absolut. Man nimmt es als

0:13selbstverständlich hin, bis es eben

0:15nicht mehr funktioniert.

0:17Genau. Und um da mal tiefer

0:18reinzuschauen, stützen wir uns heute auf

0:20Kapitel 10 eines zahnmedizinischen

0:22Fachskripts. Wir gehen also wirklich

0:24wirklich ins Detail.

0:26Unsere Mission für heute ist eigentlich

0:28ganz einfach. Wir wollen dieses

0:29unglaublich komplexe Zusammenspiel aus

0:31Nerven, Muskeln, Gelenken in ihrem

0:34Kiefermal entschlüsseln

0:35und wir schauen uns an, was passiert,

0:38wenn dieses System ja aus dem Taktgerät,

0:41das ist ja dann das, was wir als cm CMD

0:43kennen, die kraniumandibuläre

0:45Dysfunktion,

0:46richtig? Und das ist für sie relevant,

0:48weil sie danach Symptome wie

0:49Kieferschmerzen, dieses Knacken oder

0:51sogar bestimmte Kopfschmerzen vielleicht

0:53ganz anders einordnen können. Also

0:56packen wir es an. Fangen wir mal bei der

0:58Steuerung an.

0:59Bei der Schallzentrale.

1:01Genau. Das Skript listet da ja gleich

1:03zwölf Hirnnerven auf, aber mal ehrlich,

1:05das ist zu viel. Welcher ist denn für

1:08uns der absolute Hauptdarsteller beim

1:09Kauen?

1:10Da gibt es einen unangefochtenen Star

1:12und das ist der fünfte Hirnnerv, der

1:14Nervus

1:15Trigeminus. Trigeminus, das heißt so

1:17viel wie Drilling oder?

1:18Exakt und der Name ist Programm. Er

1:21teilt sich in drei große Äste auf, die

1:23quasi das gesamte Gesicht versorgen. Der

1:25erste ist für die Stirn, der zweite für

1:27den Oberkieferbereich, also die oberen

1:30Zähne, Nase, Wange.

1:31Okay. Und wenn die beiden Reihen für das

1:33Gefühl zuständig sind, was macht dann

1:35den dritten Ast so speziell? Das ist ja

1:37der, um den es hier geht.

1:38Das ist der springende Punkt. Der

1:40springende Punkt, der dritte Ast, der

1:42WV, der Unterkieferast, der hat eine

1:44Doppelfunktion. Das macht ihn so

1:46einzigartig. Er ist nicht nur für das

1:48Gefühl unten zuständig, also untere

1:50Zähne, Kinn, Zunge,

1:52sondern

1:53sondern er ist der einzige der drei, der

1:55auch motorische Fasern hat. Das heißt,

1:58er gibt die Befehle an die gesamte

1:59Kaummuskulatur. Er ist also Gefühl und

2:02Bewegung in einem. Ohne ihn geht gar

2:05nichts.

2:05Wenn der Nerv also der Befehlshaber ist,

2:08wo kommt dann die Kraft her? Schauen wir

2:10uns mal die Muskeln an. Das liest sich

2:13im Skript wie ein echtes Powerteam.

2:15Das ist es auch. Im Grunde sind es vier

2:17kräftige Muskelpaare, die die ganze

2:19Arbeit machen. Man kann die grob in zwei

2:21Gruppen einteilen. Da haben wir zuerst

2:23die Schließer, das sind die

2:25Reihenkraftpakete

2:26und der bekannteste ist wahrscheinlich

2:28der Klin,

2:29der Musculus Masseta, der große

2:32Wangenmuskel. Den können Sie sofort

2:34selbst spüren. Legen Sie mal die Finger

2:36seitlich auf die Wange und beißen Sie

2:38die Zähne fest zusammen.

2:40Ich mach das gerade mal. Oh ja, da

2:44springt ja ein richtiger kleiner

2:45Felsbrocken raus. Der ist erstlich

2:48kräftig.

2:49Er ist einer der stärksten Muskeln des

2:51Körpers gemessen an seiner Größe. Er

2:53erzeugt den reinen Beißdruck.

2:56Sein Partner ist der Musculus

2:58Temporalis, der Schläfenmuskel,

3:01der fächerförmig an der Schläfe sitzt.

3:03Genau, der zieht von der Schläfe runter

3:05zum Unterkiefer und hilft nicht nur beim

3:08Schließen, er kann den Kiefer auch

3:10zurückziehen. Und ganz wichtig, genau

3:13dieser Muskel ist auf der

3:14Hauptverdächtige bei

3:15Spannungskopfschmerzen.

3:17Ah, das ist ein super interessanter

3:19Punkt. Das erklärt, warum eine

3:21Kieferverspannung sich so anfühlt, als

3:23hätte man einen zu engen Helm auf.

3:25Richtig. Das ständige unbewusste

3:28Anspannen bei Stress strahlt von diesem

3:31Muskel direkt in den Schäl aus und zum

3:34Schließertrio gehört dann noch der

3:36Musculus Terriguideus Medialis, quasi

3:39das Gebendstück zu Masseta auf der

3:41Innenseite.

3:42Okay, ein Trio zum Schließen verstanden.

3:45Aber was ist mit dem Öffnen? Das macht

3:48ja nicht die Schwerkraft allein, sonst

3:49würde uns ja dauernd der Mund offen

3:51stehen.

3:52Sehr gute Frage. Und die führt uns zum

3:55vierten und vielleicht raffiniertesten

3:57Muskel, dem Musculus Terrigoidius

4:00laterales, dem äußeren Flügelmuskel.

4:04Der hat eine Sonderrolle, habe ich

4:05gelesen.

4:06Eine absolute Sonderrolle. Er ist

4:08tatsächlich der einzige Kaummuskel, der

4:11den Mund aktiv öffnet, aber er ist viel

4:14mehr. Er ist sozusagen der

4:16Feinmechaniker im Team.

4:17Was heißt das?

4:18Er schiebt den Untertiefer vorne und ist

4:21entscheidend für die seitlichen

4:22Malbewegungen. Ohne ihn könnten wir nur

4:25hoch und runter beißen wie ein Krokodil,

4:27aber nicht richtig malen.

4:29Okay, wir haben also einen präzisen

4:31Nerv, ein Team aus Kraftpaketen und

4:34Feinmechanikern und die hängen alle an

4:36einem Gelenk. Das ist ja jetzt nicht

4:38einfach nur ein Scharnier wie am Knie,

4:39oder?

4:40Nein, bei weitem nicht. Es ist eines der

4:42komplexesten Gelenke im ganzen Körper.

4:45Stellen Sie sich den Gelenkopf des

4:46Unterkiefers vor, der in einer

4:48Gelenkgrube am Schädel sitzt.

4:50Mhm.

4:51Für die erste kleine Öffnungsbewegung

4:53funktioniert es tatsächlich wie ein

4:54Scharnier. Es dreht sich einfach.

4:56Aber um den Mund richtig weit

4:57aufzumachen, beim Gäen z.B. reicht das

4:59nicht.

5:00Genau. Da muss eine zweite Bewegung

5:02passieren. Der Gelenkopf muss aus der

5:05Grube nach vorne gleiten. Er rotiert

5:07also und er gleitet. Und wie

5:09funktioniert das, ohne dass die Knochen

5:11da aufeinander reiben und kaputt gehen?

5:14Hier kommt der eigentliche Geniestreich

5:16der Konstruktion ins Spiel. Eine kleine

5:18flexible Knorpelscheibe, die dazwischen

5:21liegt, der Diskus Artikularis,

5:23also eine Art Stoßdämpfer.

5:25Man kann ihn sich wirklich wie ein

5:26bewegliches Kissen vorstellen. Wenn der

5:28Kiefer nach vorne gleitet, gleitet

5:30dieses Kissen mit und sorgt dafür, dass

5:33die Bewegung immer schön geschmeidig und

5:34gedämpft abläuft.

5:36Und was hält dieses Kissen an Ort und

5:37Stelle? Es rutscht ja nicht einfach weg.

5:40Dafür gibt es eine Struktur, die nennt

5:41sich bilaminäre Zone. Das ist im Grunde

5:44ein hochelastisches Band am hinteren

5:46Ende. Wenn der Diskus nach vorne

5:48gleitet, wird dieses Band gespannt wie

5:50ein Gummiband.

5:51Ah, und wenn man den Mul wieder

5:53schließt,

5:53lässt die Spannung nach und dieses Band

5:56zieht den Diskus sanft wieder zurück in

5:58seine Ausgangsposition.

6:00Ein perfekt ausbalanciertes System,

6:03zumindest solange alles nach Plan läuft.

6:05Das ist die perfekte Überleitung. Bisher

6:08war das der Bauplan für ein perfekt

6:10funktionierendes System, aber wir wissen

6:12ja, komplexe Maschinen sind anfällig.

6:15Was passiert, wenn dieses geniale

6:17Zusammenspiel aus dem Taktgerät?

6:19Genau, da sind wir bei der Kranium

6:20manipulieren Dysfunktion, der cmd.

6:24Wichtig ist, cmd ist eigentlich ein

6:26Sammelbegriff, keine einzelne Krankheit.

6:29Okay. Ein Oberbegriff für was genau? für

6:31eine ganze Reihe von Störungen, die aber

6:33im Kern immer auf zwei Hauptprobleme

6:36hinauslaufen, Schmerz und Dysfunktion.

6:40Entweder einzeln oder zusammen.

6:42Schmerz, klar, entweder in den Muskeln,

6:44wie ein fieser Muskelkater, nehme ich

6:46an, oder direkt im Gelenk. Aber was

6:49bedeutet Dysfunktion hier? Dysfunktion

6:51heißt die Bewegung selbst ist gestört.

6:55Das klassische Symptom sind

6:56Gelenkgeräusche, also knacken oder

6:59reiben. Es kann aber auch heißen, die

7:01Mundöffnung ist schmerzhaft

7:03eingeschränkt

7:04oder der Kiefer bewegt sich schief.

7:06Richtig, er weicht zur Seite aus, weil

7:08eine Seite blockiert ist. Das ist eine

7:11Dysfunktion.

7:12Bei dieser Komplexität stelle ich mir

7:14die Ursachensuche schwierig vor. Im

7:16Skript steht multifaktorielle

7:18Ethyologie. Das klingt kompliziert.

7:21Heißt das einfach, es gibt nicht den

7:22einen schuldigen?

7:23Genau das heißt es. Es ist selten nur

7:25ein Grund. Meistens ist es ein ganzes

7:28Bündel an Faktoren. Ein großer Bereich

7:31sind oklosale Störungen.

7:33Das heißt, die Zähne passen nicht

7:34richtig aufeinander.

7:35Ja, manchmal reicht eine neue Füllung,

7:37die einen winzigen Bruchteil eines

7:39Millimeters zu hoch ist. Das

7:41Nervensystem merkt das und versucht

7:43unbewusst diesen Störkontakt

7:45wegzuschleifen.

7:47Das versetzt die Muskeln in Daueralarm

7:49und da kommt dann wahrscheinlich der

7:51Stress ins Spiel oder die Redewendung

7:53beißt die Zähne zusammen und durchkommt

7:55ja nicht von ungefähr.

7:58Das ist der zweite riesige Faktor

8:00Parafunktionen.

8:01Damit meinen wir unbewusstes Zähne

8:03knirschen oder pressen. Also Bruxismus.

8:07Sehr viele Menschen machen das nachts,

8:09um Stress abzubauen

8:10und entwickeln dabei Kräfte, die viel

8:12höher sind als beim normalen Con.

8:14Weit darüber hinaus. Stellen Sie sich

8:17vor, Sie würden jede Nacht stundenlang

8:19im Fitnessstudio mit Maximalgewicht

8:21trainieren. Irgendwann würden ihre

8:22Muskeln und Gelenke auch rebellieren.

8:25Nichts anderes ist das.

8:26Das ist ein starkes Bild. Es ist also

8:29eine chronische Überlastung.

8:30Exakt. Und dazu können dann noch andere

8:33Dinge kommen. Ein Schlag auf den Kiefer,

8:35ein Trauma oder sogar etwas so banales

8:38wie eine schlechte Körperhaltung.

8:39Wie hängt das denn zusammen?

8:40Wer den ganzen Tag mit nach vorne

8:43gezogenem Kopf am Schreibtisch sitzt,

8:45verändert die Zugverhältnisse der

8:47gesamten Hals und Nackenmuskulatur

8:49und diese Kette setzt sich bis in die

8:51Kaumuskulatur fort.

8:53Lass uns mal über die Geräusche

8:54sprechen. Ich glaube, fast jeder kennt

8:56dieses Knacken im Kiefer. Was genau

8:58passiert da physikalisch in dem Moment?

9:00Da müssen wir wieder zu unserem

9:02Gelenkissen, dem Diskus, zurück. Das

9:05häufigste Knacken, das beim Öffnen,

9:07entsteht durch eine Diskusverlagerung

9:08mit Reposition. Klingt kompliziert, ist

9:11es aber nicht.

9:12Okay, versuchen wir es.

9:13Stellen Sie sich vor, bei geschlossenem

9:15Mund ist dieses Kissen von seiner

9:17Idealposition ein kleines Stück nach

9:19vorne gerutscht. Es liegt also nicht

9:20mehr sauber zwischen den beiden Knochen.

9:22Verstehe. Es ist deplatziert.

9:25Genau. Wenn Sie jetzt den Mund öffnen,

9:28bewegt sich der Gelenkopf nach vorne und

9:30stößt irgendwann gegen den hinteren Rand

9:33dieses verrutschten Kissens. Um

9:35weiterzukommen, muss er mit einem Ruck

9:37darauf aufspringen.

9:39Ah. Und dieses Aufspringen ist das

9:42Knacken.

9:43Das ist das Knackgeräusch. Es ist das

9:45Geräusch der Selbstkorrektur in diesem

9:47Moment.

9:47Okay. [schnauben] Und was passiert dann

9:49beim Schließen?

9:51Dann kann es sein, dass der Diskus beim

9:53Zurückgleiten wieder nach vorne

9:55abrutscht. Das kann ein zweites meist

9:58leiseres Knacken verursachen. Wenn man

10:00beides hat, nennt man das reiprokes

10:03Knacken.

10:03Und was ist, wenn es plötzlich nicht

10:04mehr knackt, aber der Mund nicht mehr

10:06richtig aufgeht? Das wäre ja noch

10:08schlimmer.

10:08Das ist leider oft die nächste Stufe.

10:11Eine Diskussverlagerung ohne Reposition.

10:14Das Kissen ist so weit nach vorne

10:16gerutscht, dass der Gelenkopf es nicht

10:18mehr schafft, darauf aufzuspringen. Es

10:21liegt wie ein Keil davor und blockiert

10:24die Bewegung.

10:25Das Knacken ist weg, aber die Funktion

10:27auch.

10:28Genau. Und dann gibt es noch ein drittes

10:30Geräusch, ein echtes Warnsignal. Ein

10:33Reiben oder Knirschen, die Krepitation.

10:36Das klingt als wäre Sand im Getriebe und

10:39deutet oft auf fortgeschrittene Schäden

10:41an den Knorpeflächen hin.

10:43Okay, das ist eine ziemlich klare

10:45Beschreibung der Probleme. Wenn ich

10:47jetzt solche Symptome bei mir bemerke,

10:49Schmerz, Knacken, Blockade und zum

10:52Spezialisten gehe, wie findet der die

10:55Ursache?

10:56Der Goldstandard ist die sogenannte

10:58klinische Funktionsanalyse.

11:00Das ist im Grunde systematische

11:02Detektivarbeit nur mit den Händen und

11:04dem geschulten Auge,

11:06also ohne große Apparake.

11:08Zunächst ja, der Behandler tastet die

11:10gesamte Kau und Kopfmuskulatur ab. Er

11:13sucht nach schmerzhaften Triggerpunkten,

11:15nach Verhärtungen. Das gibt schon erste

11:18Hinweise, welche Muskeln überlastet

11:20sind.

11:20Und dann schaut man sich die Bewegung

11:22selbst an.

11:23Genau.

11:23Mhm. Man misst die maximale Mundöffnung.

11:26Man beobachtet, öffnet der Kiefer gerade

11:28oder weicht er ab. Und natürlich hört

11:31man auf die Gelenkgeräusche, oft mit den

11:33Fingern direkt auf den Gelenken, um

11:35genau zu spüren, was da passiert.

11:36Und das Ziel ist einzugrenzen. Ist das

11:39Problem eher muskulär, also Mühege? Oder

11:42liegt es im Gelenk selbst? Ist es also

11:45atrogen?

11:46Exakt. Danach richtet sich dann die

11:48Therapie.

11:48Und wie sieht die aus? Gibt es da eine

11:51Standardlösung? Eine One Size Fits All

11:53Lösung gibt es da leider nicht, aber der

11:56häufigste erste Schritt, um aus diesem

11:58akuten Schmerzkreislauf rauszukommen,

12:00ist die Schienentherapie.

12:01Eine Aufbissschiene, die man nachts

12:03trägt. meistens nachts. Ja, und die kann

12:06verschiedene sehr wichtige Aufgaben

12:08haben. Eine einfache

12:10Relaxierungsschiene, also eine

12:12Knirscherschiene, hat eine glatte

12:14Oberfläche. Ihr Ziel ist es, die Zähne

12:16zu schützen und die Beißkontakte

12:19aufzuleben. Das zwingt die Muskulatur,

12:21ihr altes Anspannungsmuster zu

12:24vergessen.

12:25Im Gegensatz zu einer

12:26Positionierungsschiene, die ja, so wie

12:28ich es verstehe, den Kiefer aktiv führt.

12:30Richtig, die versucht den Unterkiefer in

12:33eine neue therapeutisch günstigere

12:35Position zu bringen, um das Gelenk zu

12:37entlasten oder einem verlagerten Diskurs

12:40zu helfen wieder zurückzufinden.

12:42Das heißt, die eine Schiene ist eher ein

12:44Prellbock und die andere eine Art GPS

12:46für den Kiefer.

12:47Das ist eine ausgezeichnete Analogie,

12:50aber die Schiene ist oft nur der Anfang.

12:52Ein entscheidender Baustein ist fast

12:54immer die Physiotherapie. CMD Probleme

12:57enden selten am Kiefer. Die Nacken und

12:59Schultermuskulatur spielt ja auch eine

13:01Rolle,

13:01eine riesige Rolle und der vielleicht

13:04wichtigste Teil, den das Skript auch

13:06betont, die Aufklärung und

13:09Selbstbeobachtung.

13:11Den Patienten beizubringen, auf

13:12unbewusste Gewohnheiten zu achten, ist

13:15der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.

13:17Fassen wir das also noch mal zusammen.

13:19Das Kausystem ist ein unglaublich

13:21ausgeklügeltes Zusammenspiel von Nerven,

13:24Muskeln und Gelenken. Wenn dieses System

13:27aus dem Gleichgewicht gerät, sprechen

13:29wir von CMD

13:30und die Ursachen sind vielfältig, von

13:32der Zahnstellung über Stress bis zur

13:34Körperhaltung.

13:35Was mich an dem Thema immer wieder

13:37fasziniert, ist wie eindrücklich es

13:39zeigt, wie stark alles im Körper

13:41vernetzt ist. Es ist eben kein

13:43isoliertes System. Ein Problem im Kiefer

13:46kann durch Stress ausgelöst werden und

13:48sich dann in Kopf oder Nackenschmerzen

13:50äußern.

13:50Absolut. Das zu verstehen ist schon der

13:53erste Schritt zur Besserung.

13:54Zum Abschluss, was ist so der eine

13:56Gedanke oder die eine kleine Anregung,

13:58die Sie unseren Zuhörern mit auf den Weg

14:00geben möchten?

14:02Das Kausystem wird oft als Stressorgan

14:05bezeichnet. Und deshalb möchte ich Ihnen

14:07eine kleine Übung mitgeben. Halten Sie

14:09im Laufe des Tages einfach mal kurz inne

14:12und fragen Sie sich, was macht mein

14:14Kiefer gerade?

14:15Sind meine Zähne zusammengebissen?

14:17Genau. Sind sie fest zusammengebissen,

14:19obwohl sie gar nicht kauen oder

14:20schlucken. Die meiste Zeit des Tages

14:23sollten sich die Zähne nämlich gar nicht

14:25berühren. Es sollte ein kleiner

14:27Schwebezustand bestehen. Die Lippen sind

14:30geschlossen, aber zwischen den

14:31Zahnreihen ist etwas Luft. Also den

14:33Kiefer bewusst locker lassen.

14:35Ja, allein dieses Bewusstsein zu

14:38schaffen kann schon einen riesigen

14:39Unterschied machen. Und das ist oft der

14:42erste und wichtigste Schritt zur

14:43Entlastung. M.

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