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0:00Herzlich willkommen zu unserer heutigen
0:02Analyse. Das Thema heute: Ein System,
0:05das Sie jeden Tag benutzen, über das Sie
0:07aber äh wahrscheinlich noch nie so
0:09richtig nachgedacht haben. Ihr
0:11Kausystem.
0:12Absolut. Man nimmt es als
0:13selbstverständlich hin, bis es eben
0:15nicht mehr funktioniert.
0:17Genau. Und um da mal tiefer
0:18reinzuschauen, stützen wir uns heute auf
0:20Kapitel 10 eines zahnmedizinischen
0:22Fachskripts. Wir gehen also wirklich
0:24wirklich ins Detail.
0:26Unsere Mission für heute ist eigentlich
0:28ganz einfach. Wir wollen dieses
0:29unglaublich komplexe Zusammenspiel aus
0:31Nerven, Muskeln, Gelenken in ihrem
0:34Kiefermal entschlüsseln
0:35und wir schauen uns an, was passiert,
0:38wenn dieses System ja aus dem Taktgerät,
0:41das ist ja dann das, was wir als cm CMD
0:43kennen, die kraniumandibuläre
0:45Dysfunktion,
0:46richtig? Und das ist für sie relevant,
0:48weil sie danach Symptome wie
0:49Kieferschmerzen, dieses Knacken oder
0:51sogar bestimmte Kopfschmerzen vielleicht
0:53ganz anders einordnen können. Also
0:56packen wir es an. Fangen wir mal bei der
0:58Steuerung an.
0:59Bei der Schallzentrale.
1:01Genau. Das Skript listet da ja gleich
1:03zwölf Hirnnerven auf, aber mal ehrlich,
1:05das ist zu viel. Welcher ist denn für
1:08uns der absolute Hauptdarsteller beim
1:09Kauen?
1:10Da gibt es einen unangefochtenen Star
1:12und das ist der fünfte Hirnnerv, der
1:14Nervus
1:15Trigeminus. Trigeminus, das heißt so
1:17viel wie Drilling oder?
1:18Exakt und der Name ist Programm. Er
1:21teilt sich in drei große Äste auf, die
1:23quasi das gesamte Gesicht versorgen. Der
1:25erste ist für die Stirn, der zweite für
1:27den Oberkieferbereich, also die oberen
1:30Zähne, Nase, Wange.
1:31Okay. Und wenn die beiden Reihen für das
1:33Gefühl zuständig sind, was macht dann
1:35den dritten Ast so speziell? Das ist ja
1:37der, um den es hier geht.
1:38Das ist der springende Punkt. Der
1:40springende Punkt, der dritte Ast, der
1:42WV, der Unterkieferast, der hat eine
1:44Doppelfunktion. Das macht ihn so
1:46einzigartig. Er ist nicht nur für das
1:48Gefühl unten zuständig, also untere
1:50Zähne, Kinn, Zunge,
1:52sondern
1:53sondern er ist der einzige der drei, der
1:55auch motorische Fasern hat. Das heißt,
1:58er gibt die Befehle an die gesamte
1:59Kaummuskulatur. Er ist also Gefühl und
2:02Bewegung in einem. Ohne ihn geht gar
2:05nichts.
2:05Wenn der Nerv also der Befehlshaber ist,
2:08wo kommt dann die Kraft her? Schauen wir
2:10uns mal die Muskeln an. Das liest sich
2:13im Skript wie ein echtes Powerteam.
2:15Das ist es auch. Im Grunde sind es vier
2:17kräftige Muskelpaare, die die ganze
2:19Arbeit machen. Man kann die grob in zwei
2:21Gruppen einteilen. Da haben wir zuerst
2:23die Schließer, das sind die
2:25Reihenkraftpakete
2:26und der bekannteste ist wahrscheinlich
2:28der Klin,
2:29der Musculus Masseta, der große
2:32Wangenmuskel. Den können Sie sofort
2:34selbst spüren. Legen Sie mal die Finger
2:36seitlich auf die Wange und beißen Sie
2:38die Zähne fest zusammen.
2:40Ich mach das gerade mal. Oh ja, da
2:44springt ja ein richtiger kleiner
2:45Felsbrocken raus. Der ist erstlich
2:48kräftig.
2:49Er ist einer der stärksten Muskeln des
2:51Körpers gemessen an seiner Größe. Er
2:53erzeugt den reinen Beißdruck.
2:56Sein Partner ist der Musculus
2:58Temporalis, der Schläfenmuskel,
3:01der fächerförmig an der Schläfe sitzt.
3:03Genau, der zieht von der Schläfe runter
3:05zum Unterkiefer und hilft nicht nur beim
3:08Schließen, er kann den Kiefer auch
3:10zurückziehen. Und ganz wichtig, genau
3:13dieser Muskel ist auf der
3:14Hauptverdächtige bei
3:15Spannungskopfschmerzen.
3:17Ah, das ist ein super interessanter
3:19Punkt. Das erklärt, warum eine
3:21Kieferverspannung sich so anfühlt, als
3:23hätte man einen zu engen Helm auf.
3:25Richtig. Das ständige unbewusste
3:28Anspannen bei Stress strahlt von diesem
3:31Muskel direkt in den Schäl aus und zum
3:34Schließertrio gehört dann noch der
3:36Musculus Terriguideus Medialis, quasi
3:39das Gebendstück zu Masseta auf der
3:41Innenseite.
3:42Okay, ein Trio zum Schließen verstanden.
3:45Aber was ist mit dem Öffnen? Das macht
3:48ja nicht die Schwerkraft allein, sonst
3:49würde uns ja dauernd der Mund offen
3:51stehen.
3:52Sehr gute Frage. Und die führt uns zum
3:55vierten und vielleicht raffiniertesten
3:57Muskel, dem Musculus Terrigoidius
4:00laterales, dem äußeren Flügelmuskel.
4:04Der hat eine Sonderrolle, habe ich
4:05gelesen.
4:06Eine absolute Sonderrolle. Er ist
4:08tatsächlich der einzige Kaummuskel, der
4:11den Mund aktiv öffnet, aber er ist viel
4:14mehr. Er ist sozusagen der
4:16Feinmechaniker im Team.
4:17Was heißt das?
4:18Er schiebt den Untertiefer vorne und ist
4:21entscheidend für die seitlichen
4:22Malbewegungen. Ohne ihn könnten wir nur
4:25hoch und runter beißen wie ein Krokodil,
4:27aber nicht richtig malen.
4:29Okay, wir haben also einen präzisen
4:31Nerv, ein Team aus Kraftpaketen und
4:34Feinmechanikern und die hängen alle an
4:36einem Gelenk. Das ist ja jetzt nicht
4:38einfach nur ein Scharnier wie am Knie,
4:39oder?
4:40Nein, bei weitem nicht. Es ist eines der
4:42komplexesten Gelenke im ganzen Körper.
4:45Stellen Sie sich den Gelenkopf des
4:46Unterkiefers vor, der in einer
4:48Gelenkgrube am Schädel sitzt.
4:50Mhm.
4:51Für die erste kleine Öffnungsbewegung
4:53funktioniert es tatsächlich wie ein
4:54Scharnier. Es dreht sich einfach.
4:56Aber um den Mund richtig weit
4:57aufzumachen, beim Gäen z.B. reicht das
4:59nicht.
5:00Genau. Da muss eine zweite Bewegung
5:02passieren. Der Gelenkopf muss aus der
5:05Grube nach vorne gleiten. Er rotiert
5:07also und er gleitet. Und wie
5:09funktioniert das, ohne dass die Knochen
5:11da aufeinander reiben und kaputt gehen?
5:14Hier kommt der eigentliche Geniestreich
5:16der Konstruktion ins Spiel. Eine kleine
5:18flexible Knorpelscheibe, die dazwischen
5:21liegt, der Diskus Artikularis,
5:23also eine Art Stoßdämpfer.
5:25Man kann ihn sich wirklich wie ein
5:26bewegliches Kissen vorstellen. Wenn der
5:28Kiefer nach vorne gleitet, gleitet
5:30dieses Kissen mit und sorgt dafür, dass
5:33die Bewegung immer schön geschmeidig und
5:34gedämpft abläuft.
5:36Und was hält dieses Kissen an Ort und
5:37Stelle? Es rutscht ja nicht einfach weg.
5:40Dafür gibt es eine Struktur, die nennt
5:41sich bilaminäre Zone. Das ist im Grunde
5:44ein hochelastisches Band am hinteren
5:46Ende. Wenn der Diskus nach vorne
5:48gleitet, wird dieses Band gespannt wie
5:50ein Gummiband.
5:51Ah, und wenn man den Mul wieder
5:53schließt,
5:53lässt die Spannung nach und dieses Band
5:56zieht den Diskus sanft wieder zurück in
5:58seine Ausgangsposition.
6:00Ein perfekt ausbalanciertes System,
6:03zumindest solange alles nach Plan läuft.
6:05Das ist die perfekte Überleitung. Bisher
6:08war das der Bauplan für ein perfekt
6:10funktionierendes System, aber wir wissen
6:12ja, komplexe Maschinen sind anfällig.
6:15Was passiert, wenn dieses geniale
6:17Zusammenspiel aus dem Taktgerät?
6:19Genau, da sind wir bei der Kranium
6:20manipulieren Dysfunktion, der cmd.
6:24Wichtig ist, cmd ist eigentlich ein
6:26Sammelbegriff, keine einzelne Krankheit.
6:29Okay. Ein Oberbegriff für was genau? für
6:31eine ganze Reihe von Störungen, die aber
6:33im Kern immer auf zwei Hauptprobleme
6:36hinauslaufen, Schmerz und Dysfunktion.
6:40Entweder einzeln oder zusammen.
6:42Schmerz, klar, entweder in den Muskeln,
6:44wie ein fieser Muskelkater, nehme ich
6:46an, oder direkt im Gelenk. Aber was
6:49bedeutet Dysfunktion hier? Dysfunktion
6:51heißt die Bewegung selbst ist gestört.
6:55Das klassische Symptom sind
6:56Gelenkgeräusche, also knacken oder
6:59reiben. Es kann aber auch heißen, die
7:01Mundöffnung ist schmerzhaft
7:03eingeschränkt
7:04oder der Kiefer bewegt sich schief.
7:06Richtig, er weicht zur Seite aus, weil
7:08eine Seite blockiert ist. Das ist eine
7:11Dysfunktion.
7:12Bei dieser Komplexität stelle ich mir
7:14die Ursachensuche schwierig vor. Im
7:16Skript steht multifaktorielle
7:18Ethyologie. Das klingt kompliziert.
7:21Heißt das einfach, es gibt nicht den
7:22einen schuldigen?
7:23Genau das heißt es. Es ist selten nur
7:25ein Grund. Meistens ist es ein ganzes
7:28Bündel an Faktoren. Ein großer Bereich
7:31sind oklosale Störungen.
7:33Das heißt, die Zähne passen nicht
7:34richtig aufeinander.
7:35Ja, manchmal reicht eine neue Füllung,
7:37die einen winzigen Bruchteil eines
7:39Millimeters zu hoch ist. Das
7:41Nervensystem merkt das und versucht
7:43unbewusst diesen Störkontakt
7:45wegzuschleifen.
7:47Das versetzt die Muskeln in Daueralarm
7:49und da kommt dann wahrscheinlich der
7:51Stress ins Spiel oder die Redewendung
7:53beißt die Zähne zusammen und durchkommt
7:55ja nicht von ungefähr.
7:58Das ist der zweite riesige Faktor
8:00Parafunktionen.
8:01Damit meinen wir unbewusstes Zähne
8:03knirschen oder pressen. Also Bruxismus.
8:07Sehr viele Menschen machen das nachts,
8:09um Stress abzubauen
8:10und entwickeln dabei Kräfte, die viel
8:12höher sind als beim normalen Con.
8:14Weit darüber hinaus. Stellen Sie sich
8:17vor, Sie würden jede Nacht stundenlang
8:19im Fitnessstudio mit Maximalgewicht
8:21trainieren. Irgendwann würden ihre
8:22Muskeln und Gelenke auch rebellieren.
8:25Nichts anderes ist das.
8:26Das ist ein starkes Bild. Es ist also
8:29eine chronische Überlastung.
8:30Exakt. Und dazu können dann noch andere
8:33Dinge kommen. Ein Schlag auf den Kiefer,
8:35ein Trauma oder sogar etwas so banales
8:38wie eine schlechte Körperhaltung.
8:39Wie hängt das denn zusammen?
8:40Wer den ganzen Tag mit nach vorne
8:43gezogenem Kopf am Schreibtisch sitzt,
8:45verändert die Zugverhältnisse der
8:47gesamten Hals und Nackenmuskulatur
8:49und diese Kette setzt sich bis in die
8:51Kaumuskulatur fort.
8:53Lass uns mal über die Geräusche
8:54sprechen. Ich glaube, fast jeder kennt
8:56dieses Knacken im Kiefer. Was genau
8:58passiert da physikalisch in dem Moment?
9:00Da müssen wir wieder zu unserem
9:02Gelenkissen, dem Diskus, zurück. Das
9:05häufigste Knacken, das beim Öffnen,
9:07entsteht durch eine Diskusverlagerung
9:08mit Reposition. Klingt kompliziert, ist
9:11es aber nicht.
9:12Okay, versuchen wir es.
9:13Stellen Sie sich vor, bei geschlossenem
9:15Mund ist dieses Kissen von seiner
9:17Idealposition ein kleines Stück nach
9:19vorne gerutscht. Es liegt also nicht
9:20mehr sauber zwischen den beiden Knochen.
9:22Verstehe. Es ist deplatziert.
9:25Genau. Wenn Sie jetzt den Mund öffnen,
9:28bewegt sich der Gelenkopf nach vorne und
9:30stößt irgendwann gegen den hinteren Rand
9:33dieses verrutschten Kissens. Um
9:35weiterzukommen, muss er mit einem Ruck
9:37darauf aufspringen.
9:39Ah. Und dieses Aufspringen ist das
9:42Knacken.
9:43Das ist das Knackgeräusch. Es ist das
9:45Geräusch der Selbstkorrektur in diesem
9:47Moment.
9:47Okay. [schnauben] Und was passiert dann
9:49beim Schließen?
9:51Dann kann es sein, dass der Diskus beim
9:53Zurückgleiten wieder nach vorne
9:55abrutscht. Das kann ein zweites meist
9:58leiseres Knacken verursachen. Wenn man
10:00beides hat, nennt man das reiprokes
10:03Knacken.
10:03Und was ist, wenn es plötzlich nicht
10:04mehr knackt, aber der Mund nicht mehr
10:06richtig aufgeht? Das wäre ja noch
10:08schlimmer.
10:08Das ist leider oft die nächste Stufe.
10:11Eine Diskussverlagerung ohne Reposition.
10:14Das Kissen ist so weit nach vorne
10:16gerutscht, dass der Gelenkopf es nicht
10:18mehr schafft, darauf aufzuspringen. Es
10:21liegt wie ein Keil davor und blockiert
10:24die Bewegung.
10:25Das Knacken ist weg, aber die Funktion
10:27auch.
10:28Genau. Und dann gibt es noch ein drittes
10:30Geräusch, ein echtes Warnsignal. Ein
10:33Reiben oder Knirschen, die Krepitation.
10:36Das klingt als wäre Sand im Getriebe und
10:39deutet oft auf fortgeschrittene Schäden
10:41an den Knorpeflächen hin.
10:43Okay, das ist eine ziemlich klare
10:45Beschreibung der Probleme. Wenn ich
10:47jetzt solche Symptome bei mir bemerke,
10:49Schmerz, Knacken, Blockade und zum
10:52Spezialisten gehe, wie findet der die
10:55Ursache?
10:56Der Goldstandard ist die sogenannte
10:58klinische Funktionsanalyse.
11:00Das ist im Grunde systematische
11:02Detektivarbeit nur mit den Händen und
11:04dem geschulten Auge,
11:06also ohne große Apparake.
11:08Zunächst ja, der Behandler tastet die
11:10gesamte Kau und Kopfmuskulatur ab. Er
11:13sucht nach schmerzhaften Triggerpunkten,
11:15nach Verhärtungen. Das gibt schon erste
11:18Hinweise, welche Muskeln überlastet
11:20sind.
11:20Und dann schaut man sich die Bewegung
11:22selbst an.
11:23Genau.
11:23Mhm. Man misst die maximale Mundöffnung.
11:26Man beobachtet, öffnet der Kiefer gerade
11:28oder weicht er ab. Und natürlich hört
11:31man auf die Gelenkgeräusche, oft mit den
11:33Fingern direkt auf den Gelenken, um
11:35genau zu spüren, was da passiert.
11:36Und das Ziel ist einzugrenzen. Ist das
11:39Problem eher muskulär, also Mühege? Oder
11:42liegt es im Gelenk selbst? Ist es also
11:45atrogen?
11:46Exakt. Danach richtet sich dann die
11:48Therapie.
11:48Und wie sieht die aus? Gibt es da eine
11:51Standardlösung? Eine One Size Fits All
11:53Lösung gibt es da leider nicht, aber der
11:56häufigste erste Schritt, um aus diesem
11:58akuten Schmerzkreislauf rauszukommen,
12:00ist die Schienentherapie.
12:01Eine Aufbissschiene, die man nachts
12:03trägt. meistens nachts. Ja, und die kann
12:06verschiedene sehr wichtige Aufgaben
12:08haben. Eine einfache
12:10Relaxierungsschiene, also eine
12:12Knirscherschiene, hat eine glatte
12:14Oberfläche. Ihr Ziel ist es, die Zähne
12:16zu schützen und die Beißkontakte
12:19aufzuleben. Das zwingt die Muskulatur,
12:21ihr altes Anspannungsmuster zu
12:24vergessen.
12:25Im Gegensatz zu einer
12:26Positionierungsschiene, die ja, so wie
12:28ich es verstehe, den Kiefer aktiv führt.
12:30Richtig, die versucht den Unterkiefer in
12:33eine neue therapeutisch günstigere
12:35Position zu bringen, um das Gelenk zu
12:37entlasten oder einem verlagerten Diskurs
12:40zu helfen wieder zurückzufinden.
12:42Das heißt, die eine Schiene ist eher ein
12:44Prellbock und die andere eine Art GPS
12:46für den Kiefer.
12:47Das ist eine ausgezeichnete Analogie,
12:50aber die Schiene ist oft nur der Anfang.
12:52Ein entscheidender Baustein ist fast
12:54immer die Physiotherapie. CMD Probleme
12:57enden selten am Kiefer. Die Nacken und
12:59Schultermuskulatur spielt ja auch eine
13:01Rolle,
13:01eine riesige Rolle und der vielleicht
13:04wichtigste Teil, den das Skript auch
13:06betont, die Aufklärung und
13:09Selbstbeobachtung.
13:11Den Patienten beizubringen, auf
13:12unbewusste Gewohnheiten zu achten, ist
13:15der Schlüssel zum langfristigen Erfolg.
13:17Fassen wir das also noch mal zusammen.
13:19Das Kausystem ist ein unglaublich
13:21ausgeklügeltes Zusammenspiel von Nerven,
13:24Muskeln und Gelenken. Wenn dieses System
13:27aus dem Gleichgewicht gerät, sprechen
13:29wir von CMD
13:30und die Ursachen sind vielfältig, von
13:32der Zahnstellung über Stress bis zur
13:34Körperhaltung.
13:35Was mich an dem Thema immer wieder
13:37fasziniert, ist wie eindrücklich es
13:39zeigt, wie stark alles im Körper
13:41vernetzt ist. Es ist eben kein
13:43isoliertes System. Ein Problem im Kiefer
13:46kann durch Stress ausgelöst werden und
13:48sich dann in Kopf oder Nackenschmerzen
13:50äußern.
13:50Absolut. Das zu verstehen ist schon der
13:53erste Schritt zur Besserung.
13:54Zum Abschluss, was ist so der eine
13:56Gedanke oder die eine kleine Anregung,
13:58die Sie unseren Zuhörern mit auf den Weg
14:00geben möchten?
14:02Das Kausystem wird oft als Stressorgan
14:05bezeichnet. Und deshalb möchte ich Ihnen
14:07eine kleine Übung mitgeben. Halten Sie
14:09im Laufe des Tages einfach mal kurz inne
14:12und fragen Sie sich, was macht mein
14:14Kiefer gerade?
14:15Sind meine Zähne zusammengebissen?
14:17Genau. Sind sie fest zusammengebissen,
14:19obwohl sie gar nicht kauen oder
14:20schlucken. Die meiste Zeit des Tages
14:23sollten sich die Zähne nämlich gar nicht
14:25berühren. Es sollte ein kleiner
14:27Schwebezustand bestehen. Die Lippen sind
14:30geschlossen, aber zwischen den
14:31Zahnreihen ist etwas Luft. Also den
14:33Kiefer bewusst locker lassen.
14:35Ja, allein dieses Bewusstsein zu
14:38schaffen kann schon einen riesigen
14:39Unterschied machen. Und das ist oft der
14:42erste und wichtigste Schritt zur
14:43Entlastung. M.