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09- Parodontitis einfach erklärt! für FSP & Kenntnisprüfung | Zahnmedizin Deutsch Lernen

Dental Learning is Fun · 2,268 words · 11 min read

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0:00Hallo und herzlich willkommen. Heute

0:01nehmen wir Sie mit auf eine Reise ähm in

0:04eine Welt, die direkt unter unserem

0:05Lächeln verborgen liegt,

0:07die Welt der Parodontologie.

0:09Genau. Und unsere Karte für diese

0:11Erkundung ist ein Auszug aus einem

0:13Fachskript für Zahnmediziner. Aber keine

0:16Sorge, das wird hier keine Vorlesung.

0:18Nein, auf keinen Fall.

0:20Stellen Sie sich lieber vor, Sie sitzen

0:21heute selbst im Behandlungsstuhl,

0:23bekommen eine ja überraschende Diagnose

0:26und wir gehen jeden Schritt gemeinsam

0:28mit Ihnen durch. vom ersten Verdacht bis

0:31zu dem Plan, wie sie ihre Zähne wirklich

0:33ein Leben lang behalten können.

0:35Und jede gute Reise beginnt ja mit der

0:37Landschaft. In unserem Fall ähm der

0:39Zahnhalteapparat,

0:41das Parodont. Genau. Und das ist so viel

0:43mehr als nur das Zahnfleisch, das wir

0:45sehen.

0:46Ein ganzes System,

0:47ein hochkomplexes System, das unsere

0:49Zähne fest im Kiefer verankert. Die

0:52beste Analogie ist eigentlich das

0:54Fundament eines Hauses.

0:55Okay, das ist ein gutes Bild. Da haben

0:57wir den Alviolaknochen, also das

0:59knöcherne Zahnfach, das ist quasi die

1:02Baugrube.

1:03Dann das Wurzelzement, das die

1:05Zahnwurzel umgibt wie eine

1:07Schutzschicht.

1:08Und dann kommt, so wie ich das gelesen

1:09habe, das coolste Teil,

1:11ja, das Desmodont. Das sind tausende

1:14winzige Faserbündel, die den Zahn fednd

1:17im Knochen aufhängen, eher wie die

1:19Stoßdämpfer eines Autos.

1:21Ah, okay.

1:22Und abgedichtet wird das Ganze dann

1:24durch die Gingiva, also das Zahnfleisch.

1:26wirklich geniales System, aber wie jedes

1:29Fundament kann es natürlich auch

1:30angegriffen werden,

1:32leider. Ja.

1:32Und da wollen wir mal ansetzen, noch

1:34bevor wir über die Behandlung sprechen.

1:36Wie fängt der Ärger denn überhaupt an?

1:38Was ist der wahre Ursprung einer

1:40Parodontitis?

1:41Das ist die entscheidende Frage, denn

1:43der Anfang, der ist schleichend und äh

1:46unsichtbar. Alles beginnt damit, dass

1:49ich nach jedem Zähne putzen sofort ein

1:51hauchdünner Schutzfilm auf die Zähne

1:53legt.

1:54Das Pellicle. Genau. Aus

1:55Speichelproteginen an sich ist das noch

1:58harmlos, aber es ist auch die perfekte

2:01Anlegestelle für Bakterien, die wir ja

2:03alle im Mund haben.

2:05Milliarden davon, die heften sich da an

2:07und fangen an sich zu vermehren. Und das

2:10ist kein zufälliger Haufen, sondern eine

2:12hochorganisierte Gemeinschaft, ein

2:15Biofilm.

2:15Man muss sich das also wie eine Stadt

2:17vorstellen.

2:18Eine Stadt, ja, mit Versorgungs und

2:20Entsorgungskanellen,

2:22geschützt durch eine Schleimmatrix.

2:24Das ist das, was wir Plag nennen.

2:26Und diese Bakterienstadt wird dann zum

2:28Problem, wenn sie nicht regelmäßig

2:30abgerissen wird. Genau. Also durchs

2:32Zähne putzen.

2:33Exakt.

2:34Wenn die Plage nämlich länger bleibt,

2:36lagern sich Mineralien aus dem Speichel

2:39ein. Sie verhärtet sich

2:41zu Zahnstein.

2:42Richtig. Und jetzt kommt der Wendepunkt.

2:45Diese Bakterienmasse reizt das

2:47Zahnfleisch. Das Immunsystem reagiert,

2:50schickt Abwehrtruppen und die Folge ist

2:52eine Entzündung. Das Zahnfleisch wird

2:55rot, schwillt an, blutet vielleicht.

2:57Das ist dann die Gingivitis.

2:59Genau.

3:00Was ich hier ganz wichtig finde und so

3:01steht es auch in unseren Unterlagen. In

3:03diesem Stadium ist der Schaden noch

3:05vollkommen reversibel.

3:07Absolut.

3:08Man könnte sagen, es brennt nur auf der

3:10Wiese vor dem Haus. Wenn man das Feuer

3:12löscht, wächst das Gras nach.

3:13Perfektes Bild.

3:15Bei manchen Menschen aber da springt der

3:17Funke über wegen genetischer

3:20Veranlagung, Rauchen, Stress,

3:22also Risikofaktoren.

3:23Genau. Dann greift die Entzündung von

3:26der Wiese auf das Hausfundament über.

3:28Sie frisst sich in die Tiefe, zerstört

3:31die Stoßdämpferasern und den

3:32Kieferknochen.

3:33Und das ist der Moment, in dem aus der

3:36reversiblen Gingivitis die irreversible

3:39Parodentitis wird. Ja, das Fundament

3:42bröckelt und dieser Schaden, der kommt

3:44von alleine nicht wieder zurück.

3:46Okay, das ist eine ernüchternde, aber

3:48sehr klare Ausgangslage. Das Problem ist

3:50ja, man bemerkt diesen Übergang von

3:52Wiesebrenn zu Fundament bröckelt selbst

3:55kaum.

3:55Genau.

3:56Wie findet ein Zahnarzt das also heraus,

3:58bevor es, sagen wir zu spät ist?

4:00Dafür gibt es ein geniales

4:01Frühwahnsystem, das alle zwei Jahre zum

4:04Einsatz kommen sollte.

4:05Der PSI,

4:06der parodontale Screening Index kurz

4:09PSI. Dabei wird das Gebiss in sechs

4:11Bereiche aufgeteilt und mit einer

4:13speziellen Sonde die Tiefe der

4:15Zahnfleischtaschen gemessen.

4:17Aber es wird nur der jeweils

4:18schlechteste Wert pro Bereich notiert.

4:20Richtig, das geht also recht schnell.

4:22Dauert nur wenige Minuten. Ja.

4:25Lassen Sie uns diese PSI Werte mal

4:27übersetzen. Das sind ja nicht nur

4:29Zahlen, das ist quasi ein Ampelsystem

4:32für die Gesundheit ihres Zahnfleischs.

4:33Ein sehr gutes Bild. Ja.

4:35Code null wäre tiefgrün. Alles super.

4:38Richtig. Keine Blutung, nichts.

4:41Code 1 bedeutet, es blutet bei der

4:43Sondierung. Das ist dann die gelbe

4:45Ampel, ein klares Zeichen für eine

4:47aktive Gingebeietes.

4:49Die Wiese brennt, um bei ihrem Bild zu

4:50bleiben, aber hier können Sie das Ruder

4:52noch selbst herumreißen

4:53mit besserer Montigine.

4:55Genau.

4:56Bei Code 2 kommt zur Blutung dann noch

4:59ein Störfaktor dazu. Meist Zahnstein

5:01oder vielleicht überstehende

5:02Füllungsränder.

5:03Die Ampel ist immer noch gelb, aber äh

5:06schon eher orange. Ja. Hier braucht es

5:09zusätzlich eine professionelle

5:11Zahnreinigung. Und jetzt kommt der

5:13entscheidende Punkt.

5:15Der Moment, an dem die Ampel auf rot

5:16springt.

5:17Genau, das ist Code 3. Hier sind die

5:20Taschen schon über 3in mm tief

5:23und bei Code 4

5:24sogar über 6 mm. Das ist der

5:27unmissverständliche Alarm.

5:29Das heißt, der Zerstörungsprozess hat

5:31wahrscheinlich schon den Knochen

5:32erreicht.

5:33Sehr wahrscheinlich. Das ist der

5:35Wendepunkt, an dem Sie es nicht mehr

5:37alleine schaffen. Ab hier ist eine

5:39systematische Therapie unausweichlich.

5:42Okay, die rote Ampel leuchtet, der Alarm

5:45schrillt. Nehmen wir an, bei Ihnen wurde

5:47Code 3 oder 4 festgestellt. Jetzt

5:50beginnt die eigentliche Detektivarbeit,

5:52oder?

5:52Absolut. Das beginnt mit einem

5:55intensiven Gespräch, der Anamnese.

5:57Und die ist zwei geteilt, habe ich

5:58gelesen.

5:59Wichtig. zuerst die Allgemeinde

6:01Anamnese. Und hier wird es für viele

6:04überraschend. Wir fragen sie nach

6:06Krankheiten, die scheinbar gar nichts

6:08mit dem Mund zu tun haben.

6:09Z.B.

6:11Diabetes Melitus ist ein enormer

6:14Risikofaktor, weil er die

6:16Entzündungsreaktion im Körper massiv

6:18verstärkt. Auch

6:19Herzkreislauferkrankungen,

6:21Rauchen, sogar chronischer Stress

6:24spielen eine riesige Rolle. Moment, da

6:26muss ich kurz einhaken. Viele denken

6:28doch, der Mund seh irgendwie ein

6:30abgetrennter Bereich. Sie sagen jetzt:

6:32"Stress im Job kann meine Zähne

6:34lockern."

6:36Ja, der Zusammenhang ist immens. Stress

6:39schwächt das Immunsystem und das kann

6:41dazu führen, dass die Abwehrreaktion im

6:44Zahnfleisch aus dem Ruder läuft.

6:47Wahnsinn.

6:48Das gleiche gilt für bestimmte

6:49Medikamente. Es gibt Blutdrucksenker

6:52oder Medikamente gegen Epilepsie, die

6:55als Nebenwirkung zu

6:56Zahnfleischwucherungen führen können.

6:58Und wenn der Behandler das nicht weiß,

7:00interpretiert er den Befund.

7:03Der Mund ist das Fenster zum Körper und

7:06umgekehrt.

7:07Das ist ein starkes Bild und nach dem

7:09Blick auf den ganzen Körper kommt dann

7:11der Zoom in den Mund.

7:13Richtig. mit der speziellen Anamnese,

7:16wie putzen Sie, benutzen Sie Zahnseide,

7:18haben Sie selbst schon Zahnfleisch

7:20bluten oder Mundgeruch bemerkt?

7:22Und die Familie ist auch wichtig,

7:24ganz wichtig, die Familienanamnese

7:27haben ihre Eltern oder Geschwister

7:29frühzähne durch Lockerung verloren? Das

7:32ist ein starker Hinweis auf eine

7:33genetische Komponente.

7:35Okay. Nach all den Fragen kommt dann die

7:37eigentliche Untersuchung, die

7:39Beweismittelsammlung sozusagen.

7:41Genau.

7:42Da gibt es einen Fachbegriff, der immer

7:44wieder auftaucht. Äh, der klinische

7:46Attachment Verlust. Das klingt furchtbar

7:49kompliziert,

7:49kann man aber ganz einfach erklären. Das

7:51ist nämlich die wichtigste Messgröße

7:52überhaupt. Stellen Sie sich eine

7:54Schildkröte vor, die ihren Kopf

7:56einzieht. Okay. Die Schildkröte,

7:59der sichtbare Tarnfleischrückgang, die

8:01Rezession ist der Teil des Halses, den

8:04man schon sehen kann.

8:06Mhm.

8:06Die Sondierungstiefe ist, wie tief man

8:09mit einer Sonde neben dem Hals in den

8:12Panzer hineinmessen kann.

8:13Ah, und der Attachment Verlust

8:16ist beides zusammen. Die gesamte Strecke

8:19vom Panzerrand bis zu der Stelle, wo der

8:22Kopf wirklich am Körper angewachsen ist.

8:24Das ist der wahre unwiderbringliche

8:27Verlustanhalt.

8:28Das ist eine super Eselsbrücke. Und was

8:30ist mit der Fokationsbeteiligung?

8:32Das klingt ja fast noch dramatischer.

8:34Das ist es auch. Das betrifft nur die

8:36Backenzähne mit mehreren Wurzeln.

8:38Die Fokation ist also die Gabelung, wo

8:40sich die Wurzeln teilen.

8:41Genau. Und wenn der Knochen so weit

8:44abgebaut ist, dass diese Gabelung frei

8:47liegt, wird es kritisch. Bei Grad 1 kann

8:50man mit der Sonde gerade so

8:52hineintasten.

8:53Und bei Grad 3,

8:54das ist der schlimmste Fall, da ist die

8:57Fokation komplett durchgängig. Man kann

8:59die Sonde von einer Seite des Zahnes zur

9:01anderen durchschieben.

9:03Wow. Man kann also quasi einen Tunnel

9:05durch den Zahn bohren, wo eigentlich

9:07Knochen sein sollte. So kann man es sich

9:09vorstellen. Ja,

9:10das macht das Ausmaß der Zerstörung sehr

9:12bildlich und all das wird dann noch mit

9:14einem Rönkenbild abgeglichen.

9:16Unbedingt. Das Rönkenbild ist der Blick

9:18aufs nackte Fundament. Hier sehen wir

9:21den Knochenverlauf und können genau

9:22unterscheiden, baut sich der Knochen

9:24überall gleichmäßig horizontal ab oder

9:27haben wir an einzelnen Stellen tiefe

9:30vertikale Krater

9:31und all das zusammen, Gespräch,

9:33Messungen, Rönkenbild ergibt am Ende die

9:36präzise Diagnose

9:37und den Schlachtplan.

9:38Okay, der Schleichtplan steht: "Die

9:40Diagnose ist klar, der Schaden erfasst.

9:43Wie sieht der Gegenangriff aus? Wie

9:45stoppt man diesen Prozess?"

9:47Der Gegenangriff heißt antiinfektiöve

9:50Therapie. Das Ziel ist die Infektion zu

9:53stoppen und die Ursache, also den

9:55Biofilm so gründlich wie möglich zu

9:57entfernen.

9:59Das beginnt aber nicht mit Instrumenten,

10:00oder?

10:01Nein, es beginnt mit einem Gespräch. Die

10:04absolute Grundlage ist die Aufklärung.

10:06Ihnen als Patient muss klar sein,

10:09Parodontitis ist eine chronische

10:10Erkrankung,

10:11also nicht heilbar im Sinne von einmal

10:14behandelt und für immer weg. Genau. Sie

10:16ist manag Diabetes und der Erfolg hängt

10:19zu 90% von ihrer Mitarbeit.

10:22Das klingt als würde der Zahnarzt einen

10:24großen Teil der Verantwortung direkt an

10:26den Patienten zurückgeben.

10:28Das ist die einzige Chance auf

10:29langfristigen Erfolg,

10:30weil sie als Patient jeden Tag am Ball

10:32bleiben müssen.

10:33Richtig. Der Zahnarzt kann die Zähne ein

10:35paar mal im Jahr professionell reinigen,

10:38aber Sie sind derjenige, der die

10:39Bakterien an den restlichen 362 Tagen im

10:42Schach halten muss.

10:44Deshalb auch die Motivation und

10:45Instruktion am Anfang.

10:47So ist es. Wir färben die Plack an und

10:49zeigen Ihnen ganz genau. Schauen Sie

10:52hier an dieser Stelle kommen Sie mit

10:53Ihrer Technik nicht hin. Erst wenn das

10:56sitzt, gehen wir in die Tiefe.

10:57Und diese Tiefe ist dann das, was viele

11:00als geschlossene Küretage oder

11:02Tiefenreinigung kennen.

11:03Genau. Zuerst kommt das supraingivale

11:06Depridoman, also die professionelle

11:08Zahnreinigung, alles oberhalb des

11:11Zahnfleisches. Und dann der

11:12entscheidende Schritt,

11:14das Sub ging die Wale Depriom. Mit

11:16feinen Instrumenten werden die

11:18Wurzeloberflächen unterhalb des

11:20Zahnfleischrands in den Taschen von

11:22Zahnstein und dem Biofilm gereinigt und

11:24geglättet, quasi die Grundsanierung des

11:27kontaminierten Fundaments.

11:29Und danach wächst der verlorene Knochen

11:32dann wieder nach?

11:33Leider nein. Das ist ein häufiges

11:36Missverständnis. Der Knochen wächst

11:38nicht nach.

11:39Was passiert dann? Das Ziel ist eine

11:42reparative Heilung. Durch die Reinigung

11:44wird die Entzündung gestoppt und das

11:46Zahnfleisch kann sich wieder eng und

11:48gesund an die Wurzeloberfläche anlegen.

11:51Es bildet sich eine Art innere Narbe,

11:53ein sogenanntes langes Saumepitel.

11:55Genau. Es versiegelt die Tasche nach

11:57unten hin. Die Tasche ist anatomisch

12:00zwar noch da, aber sie ist sauber und

12:02nicht mehr entzündet. Sie ist

12:04stillgelegt.

12:05Und das wird dann überprüft.

12:06Nach einigen Wochen messen wir alles

12:08erneut nach. Das ist die Reevaluation

12:11und schauen, wo wir Erfolg hatten.

12:13Aber wenn die Krankheit chronisch ist,

12:14kann sie ja jederzeit wieder auflammen.

12:16Was verhindert, dass das Ganze in dem

12:18Jahr wieder von vorne losgeht?

12:20Hier kommt die wichtigste Phase für den

12:22Langzeiterfolg, die unterstützende

12:25Parodontitistherapie,

12:26die Opt, also die lebenslange Nachsorge.

12:30Genau.

12:30Okay. Jetzt höre ich schon einige

12:32unserer Zuhörer denken, lebenslang alle

12:34paar Monate zur Reinigung, das klingt

12:37wie ein Geschäftsmodell. Ein

12:38verständlicher Gedanke.

12:40Wie überzeugen Sie einen skeptischen

12:41Patienten, dass es nicht nur ein teures

12:43Abo ist, sondern absolut notwendig,

12:46indem wir es mit einer anderen

12:48chronischen Krankheit vergleichen. Ein

12:50Diabetiker misst ja auch nicht einmal

12:52seinen Blutzucker, stellt ihn ein und

12:54ist dann wieder wie vorher.

12:56Nein, klar.

12:56Er muss sein Leben lang kontrollieren,

12:59messen und seine Lebensweise anpassen.

13:01Die UPT ist genau das für die

13:03Parodontitis. Es ist ein Kontroll und

13:06Wartungsprozess. Das Risiko für ein

13:08Wiederauflammen bleibt also dauerhaft

13:10bestehen.

13:11Immer in diesen UPTSitzungen wird der

13:14Zustand neu bewertet, nachgemessen,

13:17remotiviert und gezielt an den Stellen

13:19gereinigt, die wieder Probleme machen.

13:21Und die Frequenz ist individuell,

13:24ja, alle 3, 6 oder 12 Monate. Das hängt

13:29vom Risiko ab. Ein Raucher braucht viel

13:31engmaschigere Termine als einen

13:33topfitter Nichtraucher mit perfekter

13:35Mundhygiene.

13:36Und wenn selbst diese intensive Therapie

13:39nicht ausreicht, wenn es besonders

13:41aggressive Bakterien sind oder die

13:42Knochendefekte zu tief,

13:44dann haben wir weitere Werkzeuge im

13:46Kasten. Bei schweren Formen kann eine

13:49begleitende Antibiotikherapie sinnvoll

13:51sein, um die hartnäckigten Keime im

13:53ganzen Körper zu bekämpfen.

13:55Und es gibt auch chirurgische

13:56Möglichkeiten.

13:57Ja, die korrektive Therapie. Da kann man

14:00dann Unter gründlicher reinigen oder

14:03sogar versuchen mit regenerativen

14:05Verfahren verloren gegangenen Knochen

14:07wieder aufzubauen.

14:08Fassen wir diese wirklich intensive

14:10Reise einmal zusammen. Wir sind

14:12gestartet bei einem perfekten Fundament

14:14für unsere Zähne.

14:15Mhm.

14:15Wir haben gesehen, wie eine

14:17anfangshmlose Entzündung zu einer

14:19ernsten chronischen Erkrankung werden

14:21kann, die dieses Fundament

14:22unwiderbringlich zerstört.

14:24Ein schleichender Prozess. Der Weg

14:25zurück erfordert eine systematische

14:27Detektivarbeit, eine intensive

14:29Grundsanierung und vor allem die

14:31lebenslange Verpflichtung zur Wartung.

14:33Ja, das ist der Kern.

14:34Der Schlüssel liegt also wirklich in

14:36dieser Partnerschaft zwischen Ihnen als

14:38aufgeklärt Patienten und dem Praxisteam.

14:41Besser kann man es nicht sagen. Und ich

14:42möchte Ihnen einen letzten Gedanken aus

14:44unseren Quellen mitgeben, der das Ganze

14:45vielleicht noch mal in ein neues Licht

14:47rückt.

14:48Oh ja, gerne.

14:49Dort steht, dass die Parodontitis nicht

14:51nur durch die Bakterien ausgelöst wird,

14:53sondern maßgeblich durch die

14:55damit einhergehenden Abwehrmechanismen

14:57des Immunsystems.

14:58Genau. Denken Sie mal darüber nach. Die

15:01Krankheit ist nicht einfach ein Angriff

15:02von außen. Sie ist zu einem riesigen

15:05Teil eine Reaktion, oft eine

15:07Überreaktion unseres eigenen Körpers.

15:10Der Verteidiger, unser Immunsystem, wird

15:12selbst Teil des Zerstörungsprozesses.

15:14Richtig? Und das wirft doch eine

15:16spannende Frage auf. Was bedeutet es für

15:19unser Verständnis von Gesundheit, wenn

15:21unser eigener Schutzmechanismus zu einem

15:23unserer größten Probleme werden kann?

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