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#16 – Co-Regulation: Warum Gemeinschaft auch zur Sackgasse werden kann (Podcast Maria Sanchez)

Maria Sanchez: EssentialCore•Sehnsucht und Hunger · 2,708 words · 13 min read

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0:00Es geht nicht darum, dass wir alles

0:03allein meistern.

0:05Das wäre nur die Kehrseite von

0:07Abhängigkeit. Das wäre nur eine

0:09verstrickte Reaktion darauf und damit

0:12das gleiche in grün. Sowohl ich kann

0:16alles alleine als auch ich brauche

0:20jemanden, der mir hilft mich zu

0:21orientieren oder mich besser zu fühlen,

0:24haben den gleichen inneren

0:27biographischen Verwundungsstamm.

0:30Wer sich nur durch andere zentrieren

0:32kann, bleibt im Kern einsam.

0:36Und wer meint, alles alleine machen zu

0:39wollen oder zu müssen, bleibt im Kern

0:42ebenfalls einsam.

0:44In beiden Fällen geht es um eine starke

0:47Unverbundenheit in der Tiefe mit einer

0:50jeweils unterschiedlichen

0:52Reaktionsweise,

0:54reaktive Verschmelzung und reaktive

0:57Autonomie.

1:03[musik]

1:03Hallo, ich begrüße dich sehr herzlich

1:06und heiße dich willkommen. Willkommen zu

1:09meinem Podcast [musik]

1:10Psychologie trifft Spiritualität,

1:14ein Podcast [musik]

1:15für eine neue Begegnung mit dir selbst.

1:18Mein Name ist

1:21und ich freue mich sehr, dass du hier

1:24wieder mit mir bist.

1:26Wir leben in einer Zeit, in der in

1:29vielen psychologischen und vor allem

1:32auch traumatherapeutischen Ausrichtungen

1:35stark betont wird, dass wir Menschen

1:38durch unser biologisches evolutionäres

1:40Erbe primär soziale Wesen sind, dass wir

1:45aufeinander angewiesen sind, dass wir

1:48einander brauchen und obwohl dies auf

1:52einer Ebene absolut wahr ist und auch

1:55wertvoll voll ist, ist es dies auf einer

1:58anderen Ebene nicht, denn es ist nur die

2:03halbe Wahrheit.

2:05Wenn wir uns zu stark durch ein

2:07biologisches Wahrnehmungsglas

2:09betrachten, riskieren wir unser

2:12Menschsein zu verkleinern.

2:14Wir laufen dann Gefahr, etwas

2:17Wesentliches in uns unberührt zu lassen,

2:20weil wir eine wichtige Dimension dabei

2:23übersehen.

2:24Warum die Fokussierung auf das Wir

2:27manchmal sogar zur versteckten Sackgasse

2:30für unseren Heilungsweg führen kann und

2:33worauf wir unser Augenmerk dabei gezielt

2:36richten können, darum geht es in dieser

2:39Folge. Ich wünsche dir eine stimmige und

2:43dich gut unterstützende Zeit [musik]

2:46beim Hören.

2:53Um zu verdeutlichen, weshalb die Aussage

2:57wir Menschen sind soziale Wesen nur die

3:00halbe Wahrheit ist, möchte ich gern ein

3:03Beispiel mit dir teilen. Dieses Beispiel

3:06entspringt einer realen Begebenheit, die

3:09stellvertretend für eine Dynamik steht,

3:11die bei vielen Menschen aktiv ist. Stell

3:15dir eine Frau vor, nennen wir sie Nina,

3:18die unter starken Zukunftsängsten

3:20leidet. Wenn sie die Nachrichten

3:23verfolgt oder die aktuellen globalen

3:25Entwicklungen betrachtet, dann entsteht

3:28in ihr tiefe Verunsicherung, eine starke

3:31Angst.

3:33Die Zukunft erscheint ihr nicht als ein

3:36Raum von Möglichkeiten, die eintreten

3:39können, sondern als eine gefühlt reale

3:43Bedrohung.

3:44Nina hat herausgefunden, was sie tun

3:47kann, wenn sich diese Angst mal wieder

3:50stark in ihr meldet.

3:52Sie trifft sich mit Freundinnen und

3:55teilt ihre Ängste mit ihnen. Sie hat das

3:58Glück, einen guten Freundeskreis zu

4:01haben und erlebt in diesem Wirraum etwas

4:05sehr kostbares.

4:07Durch ihre Freundinnen erfährt sie einen

4:10Beistand, den sie biographisch nie

4:13hatte.

4:15Darüber hinaus helfen ihr die

4:17unterschiedlichen Blickwinkel ihrer

4:19Freundinnen auch immer wieder selbst

4:23einen neuen Blickwinkel einnehmen zu

4:25können.

4:27Nach diesem Treffen fühlt sich Nina

4:29beruhigter, zentrierter und die Welt

4:33wirkt für sie weit weniger bedrohlich.

4:37Im ersten Moment könnte man sagen, das

4:40ist ein Erfolg.

4:42Es zeigt die wunderbare Kraft der

4:44Gemeinschaft.

4:46Das ist wahr

4:48sehr wertvoll.

4:51Würde es hier für Nina immer wieder

4:53enden, könnte sich daraus jedoch ein

4:55Problem ergeben. Denn betrachten wir das

4:58Ganze mit einem feineren

5:00Wahrnehmungsglas,

5:02dann stellt sich eine tiefergehende

5:04Frage, nämlich

5:06warum ist es Nina wiederholt nicht

5:10möglich, den Perspektivenwechsel,

5:13den ihr ihre Freundinnen geben,

5:15selbständig zu vollziehen?

5:18Was geschieht in ihrem Inneren, dass ihr

5:21keine Flexibilität mehr möglich ist?

5:26Was genau ist das für eine Angst in ihr

5:29und was für innere Ichseiten, was für

5:32innere Dynamiken sind daran gekoppelt?

5:35Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich

5:38sage keinesfalls, dass Nina etwas

5:41alleine schaffen sollte. Es ist absolut

5:45wertvoll nach Unterstützung zu fragen,

5:47wenn Nina spürt, daß sie etwas

5:50überfordert.

5:51Und es ist nährend und verbindend in

5:55diesem gemeinsamen Virraum, Nähe und ein

6:00Empfinden von "Du bist nicht allein" zu

6:03erleben.

6:05Das ist ein großes Geschenk.

6:08Der Satz, wir sind soziale Wesen, wir

6:12sind keine Insel ist in dieser Situation

6:16an dieser Stelle sehr richtig und

6:19wichtig.

6:21Was aber ebenfalls sehr wichtig ist,

6:24ist, nachdem wir uns wieder zentrierter

6:26fühlen, aus unserem nun wieder gestärkt

6:30sein heraus unsere inneren Dynamiken zu

6:33erkunden.

6:35Denn es gibt einen entscheidenden

6:36Unterschied, ob wir, wenn es uns nicht

6:40gut geht, Gemeinschaft als Ressource

6:43nutzen und als Möglichkeit mit anderen

6:46Menschen heilsame Erfahrungen zu machen

6:49oder ob wir das gemeinsame Sein mit

6:52anderen, ob wir diesen Wirraum immer

6:56wieder als Ersatz nutzen für eine

6:59fehlende innere Beziehung zu uns selbst.

7:03Hier erliegen viele Menschen einem oft

7:06übersehenen Fallstrick.

7:09Wenn wir die Gemeinschaft für bestimmte

7:11innere Problematiken als Endstation, als

7:16Endzimmer betrachten und eben nicht als

7:19Durchgangszimmer,

7:21dann wiederholt sich stetig eine

7:23Dynamik, die uns emotional in einer

7:27kindlichen Abhängigkeit hält.

7:30Und da ich weiß, wie schnell hier

7:33Missverständnisse entstehen können, lass

7:36mich bitte noch einmal betonen.

7:39Es geht nicht darum, dass wir alles

7:41allein meistern.

7:44Das wäre nur die Kehrseite von

7:46Abhängigkeit. Das wäre nur eine

7:48verstrickte Reaktion darauf und damit

7:51das gleiche in grün.

7:53Sowohl ich kann alles alleine als auch

7:58ich brauche jemanden, der mir hilft,

8:00mich zu orientieren oder mich besser zu

8:02fühlen, haben den gleichen inneren

8:05biographischen Verwundungsstamm.

8:08Wer sich nur durch andere zentrieren

8:11kann, bleibt im Kern einsam.

8:15Und wer meint, alles alleine machen zu

8:18wollen oder zu müssen, bleibt im Kern

8:21ebenfalls einsam.

8:23In beiden Fällen geht es um eine starke

8:26Unverbundenheit in der Tiefe mit einer

8:29jeweils unterschiedlichen

8:31Reaktionsweise,

8:33reaktive Verschmelzung und reaktive

8:36Autonomie.

8:39Ein anderes Beispiel,

8:41nehmen wir einen Mann, nennen wir ihn

8:44Timo, der ein großes Problem mit

8:46Eifersucht hat.

8:49Diese hatte ihn vor einigen Monaten fast

8:51seine Beziehung gekostet.

8:53Durch einen Freund hat er von einer

8:55bestimmten Kommunikationsform erfahren,

8:59die er jetzt einmal in der Woche mit

9:01seiner Partnerin durchführt.

9:04Sie verabreden sich jeden Mittwochabend

9:06speziell dafür und kreieren einen

9:10authentischen Raum, indem sie sich mit

9:13Hilfe dieser Kommunikationsform

9:15tiefer gegenseitig begegnen können.

9:19tut ihnen und ihre Beziehung unglaublich

9:23gut.

9:25Timo lernt dort etwas, was ihm in seiner

9:28Kindheit gefehlt hat, nämlich sich

9:32authentisch mitzuteilen,

9:34seine innere Wahrheit auszusprechen.

9:38Das schafft eine neue Art der Nähe und

9:42des Vertrauens.

9:43Und auch hier könnten wir in Würdigung

9:46dessen, wie wertvoll diese Erfahrung mit

9:49seiner Partnerin ist, respektvoll eine

9:52weiterführende Frage stellen, nämlich

9:56verändern die tiefen Erlebnisse der

9:59Nähe, die Timo mit seiner Partnerin in

10:02diesem Vierraum erfährt, gleichzeitig

10:06auch die Beziehung, die Timo zu sich

10:09selbst hat.

10:11Meine Erfahrung ist auf einer Ebene auf

10:14jeden Fall und auf einer anderen Ebene

10:18in der Regel nicht.

10:21Wir neigen heutzutage dazu, Heilung

10:24unter der Überschrift korrigierende

10:27Erfahrung zu betrachten, als würde uns

10:30durch biographische Verletzungen etwas

10:32bestimmtes in unserem Inneren fehlen,

10:35dass wir jetzt in der Gegenwart neu

10:38hinzufügen könnten. Wir denken

10:41vielleicht, früher durfte ich meine

10:43Angst nie zeigen und jetzt, um beim

10:46Beispiel von Timo zu bleiben, kann ich

10:48es mit meiner Partnerin

10:51damit, so glauben wir, müsste die innere

10:54blutende Wunde doch geschlossen sein.

10:58Wenn wir uns unser Inneres wie ein Gefäß

11:01vorstellen, glauben viele Menschen, wir

11:04könnten den biographischen Mangel an in

11:07Anführungszeichen Liebeswasser

11:10durch korrigierende Erfahrungen in der

11:13Gegenwart einfach auffüllen.

11:16Und auch hier gilt auf einer Ebene

11:19stimmt das. Wir können Ängste, die wir

11:22bisher noch nie nach außen gezeigt

11:24haben, lernen, in der Gegenwart befreien

11:28zu zeigen. Wir können weinen und das

11:31Kontrollkorsett des ich darf nicht sein

11:35durch neue Erfahrungen mit anderen

11:38heilsam öffnen.

11:40Das ist außer Frage sehr wertvoll.

11:44Hier könnte man also erneut die Aussage

11:47treffen: "Wir sind keine Insel, wir

11:51brauchen einander."

11:53Und erneut wage ich aus meiner

11:56langjährigen Erfahrung in der Begleitung

11:58von Menschen zu sagen, damit stehen wir

12:02nur auf einem Bein. Denn auch hier zeigt

12:05sich, wenn wir tiefer blicken, dass dies

12:09nur die halbe Wahrheit ist.

12:12Wir sind durch verletzende

12:13Kindheitserfahrungen

12:15in einer tiefen emotionalen

12:17Unverbundenheit mit uns selbst gelandet.

12:20Unsere Eltern waren ja die Repräsentanz

12:23für alles. Sie repräsentierten das

12:26Menschsein und auch das Leben an sich.

12:31Sie standen für die Beziehung eines

12:33Menschen zu sich selbst, für die

12:35Beziehung zu anderen und auch für die

12:38Beziehung zum Hören.

12:41Letztlich standen sie für die Beziehung

12:43zur Liebe und zwar in allen Facetten und

12:47auf allen Ebenen.

12:50Wenn wir hier Verletzungen erlitten

12:52haben, atmet in uns, bewusst oder

12:55unbewusst in der Tiefe eine unversorgte

12:59Wunde der Unverbundenheit.

13:02Wir sind dann bildlich gesprochen wie

13:04ein Baum, der seine Wurzeln nicht

13:07ausreichend mit der Erde verbinden

13:09konnte und daraufhin an einer

13:12entscheidenden Stelle haltlos ist.

13:16Manche Menschen spüren diese

13:19Unverbundenheit auf die eine oder andere

13:21Weise die ganze Zeit, auch im Wirraum

13:25mit Menschen. Und andere spüren sie

13:29erst, wenn ihnen der Vierraum mit einem

13:33oder mehreren Menschen aus welchen

13:35Gründen auch immer durch bestimmte

13:37Lebensumstände nicht mehr zur Verfügung

13:40steht.

13:42Der Grund ist, die korrigierende

13:44Erfahrung in der Gegenwart befähigt uns

13:47noch nicht zu einer tieferen Begegnung

13:51mit uns selbst.

13:53Sie kann diesen sehr emotionalen intimen

13:57Wirraum mit uns selbst nicht erreichen.

14:02Dieser besondere innere Raum, der

14:05jenseits andere Menschen liegt und

14:08jenseits dem, was in der Welt um uns

14:11herum gerade los ist.

14:14Es macht einen großen Unterschied, ob

14:17ich mir mit Hilfe eines anderen

14:19Menschen, der mir eine Brücke zu mir

14:21selbst baut, näher kommen kann oder ob

14:26ich selbst zu meiner eigenen

14:28Brückenbauerin werden kann.

14:32Können wir dies nicht, dann fehlt ein

14:35sehr elementarer Baustein.

14:38Wir können uns in dem Fall nicht oder

14:41nicht ausreichend, um beim Beispiel mit

14:43dem Baum zu bleiben, mit der Erde

14:46verbinden und von ihr versorgt werden.

14:50Ohne diesen Wirraum mit uns selbst

14:53bleiben wir im Hinblick auf einen

14:55tieferen Lebensstrom unverbunden.

15:00Sich regulieren zu können oder

15:02koreguliert zu werden, kann elementar

15:06und wertvoll sein und es hat noch nichts

15:10mit einer selbständigen

15:12Begegnungskompetenz zu tun.

15:15Es braucht neben dem Erleben von mit

15:18unter sehr heilsamen Erfahrungen mit

15:20anderen das Weitergehen in einen darüber

15:24hinausgehenden inneren Bereich.

15:28Es gibt eine Frage, die uns dabei helfen

15:31kann, mehrbekommen zu können, wo wir uns

15:34in unserem Inneren gerade befinden.

15:38Timo kann heute seiner Partnerin alles

15:41sagen, aber könnte er es beispielsweise

15:45auch seinem Vater gegenüber oder wer

15:47auch immer ihn biographisch verwundet

15:49hat, frei und ruhig sagen?

15:53könnte er es gegenüber seiner Mutter

15:56frei und ruhig sagen.

16:00Wie ist es bei dir? Wie frei kannst du

16:04deine emotionale Wahrheit gegenüber

16:07deinen inneren oder äußeren

16:09biographischen Verletzerinnen sagen? Ich

16:12spreche nicht davon, dass wir es

16:14vielleicht einmal getan haben, sondern

16:18ob wir tatsächlich frei sind, es

16:21jederzeit wieder frei tun zu können.

16:26Eben nicht als Tod-Do oder als Reaktion

16:30auf ein getrickert sein, sondern

16:33wirklich frei.

16:35Wenn wir das können, dann spielt es

16:38keine Rolle mehr, ob wir es tun.

16:43So oft haben unsere Bezugspersonen, weil

16:46wir ein Abbild von ihnen verinnerlicht

16:48haben, wir sind ja die Kinder unserer

16:50Eltern, wie sollte es auch anders sein,

16:53so oft haben unsere Bezugspersonen ganz

16:56gleich, ob sie noch leben oder schon

16:58verstorben sind, noch immer einen großen

17:02emotionalen Einfluss auf uns, noch immer

17:05eine innere emotionale Macht über uns.

17:09Solange Timo sich nur im Außen, im

17:13sicheren Hafen seiner Beziehung

17:15authentisch ausdrücken kann, bleibt es

17:18auf einer Ebene unvollständig.

17:22Durch die Verletzungen, die er in seiner

17:23Kindheit erlitten hat, haben sich in ihm

17:27verschiedene Ichseiten entwickelt. Z.B.

17:31Ichseiten voller Scham, voller Wut,

17:35voller Angst, voller Traurigkeit oder

17:38sogar voller Ekel.

17:41Manche dieser Ichseiten können durch

17:43Erfahrungen in der Gegenwart Heilung

17:45erfahren. Für andere ist dem nicht so.

17:51Sie behalten eine Rechnung mit ihren

17:53Bezugspersonen offen oder auch

17:56grundsätzlich mit dem Leben.

17:59Diese Ichseiten in uns brauchen mehr als

18:02ein verständnisvolles Gegenüber oder ein

18:06authentisches Ausdrücken innerer

18:08Wahrheiten im Hier und Jetzt.

18:11Für ihr Ankommen im Leben benötigen Sie

18:15neben anderen Menschen auch eine tiefe

18:19Beziehungsebene

18:20mit und zu uns selbst.

18:23Denn niemand ist und kann so nah an uns

18:29dran sein wie wir selbst.

18:32Niemand anderes außer wir selbst können

18:36diesen verletzten Ichseiten in uns eine

18:39Sicherheit geben.

18:41Der Grund dafür ist ganz schlicht. Du

18:45bist die einzige Person, die niemals

18:48gehen kann.

18:50Alle anderen Menschen können uns

18:53verlassen durch Lebensumstände, durch

18:56Krankheit oder durch Tod.

18:59Es kann auf dieser Ebene mit anderen

19:02Menschen nie die tiefste Sicherheit in

19:05uns atmen.

19:07Diese tief verletzten Seiten in uns

19:10können die für sie erforderliche

19:12Sicherheit letztlich nur in uns selbst

19:15finden,

19:16nur in einem von uns selbstständig

19:20geöffneten Wirraum mit uns selbst.

19:25Auf dem Weg dorthin brauchen wir auch

19:28andere Menschen. Manche Verletzungen

19:32benötigen unbedingt ein Gegenüber, um

19:35uns ihnen überhaupt annäheren zu können.

19:39Es ist nur wichtig, dass wir uns darüber

19:41bewusst sind, dass dies im größeren

19:45Bogen in Anführungszeichen

19:48nur ein Durchgangszimmer ist. Ein sehr

19:52wertvolles und wichtiges

19:54Durchgangszimmer,

19:55aber eben nicht das Endzimmer.

20:00Viel mehr ist es eine Einladung in einen

20:03ganz anderen, viel tieferen Seinsraum

20:07mit uns selbst.

20:09Wir brauchen den anderen dann nicht mehr

20:12aus einem versteckten oder

20:14offensichtlichen, kindlich abhängigen,

20:17verwundeten Sein heraus nach dem Motto:

20:20"Ohne dich bin ich verloren, bitte gib

20:23mir Orientierung."

20:25Sondern wir erleben dann mit anderen

20:28gemeinsam Liebe in einer erwachseneren

20:31Form.

20:33Diese eröffnet uns so viel mehr an

20:36Möglichkeiten.

20:39Wenn wir dies noch nicht können, dann

20:42macht das gar nichts. Du brauchst nicht

20:45anders zu sein, als du gerade bist.

20:48Das Entscheidende ist immer der größere

20:51Bogen und dieser bedeutet, dass ich

20:55selbstständig schwimmen lerne, um die

20:57Vielpracht meines Seins zu leben. Ich

21:01kann dann selbständig schwimmen, wo ich

21:03es möchte oder wo es notwendig ist. Ich

21:06kann mich treiben lassen mit anderen.

21:10Ich kann mich an einer Boe, an anderen

21:12festhalten.

21:14Ich kann mir mit anderen ein Boot holen

21:17und so weiter. Alles aus der Sicherheit

21:20heraus, dass ich auch selbständig

21:23schwimmen kann. Ich muss es nicht, aber

21:26ich könnte.

21:28Das eröffnet auch einen völlig anderen

21:31Wirraum, auch mit anderen, da er den

21:35Wirraum mit uns selbst mit einschließt.

21:40Erst das Wechselspiel zwischen "Ich bin

21:43als Mensch eine Insel und ich bin

21:47gleichzeitig keine Insel und umgekehrt

21:50macht das Ganze erst vollständig:

21:53Ich bin keine Insel. Ich lebe mich mit

21:56anderen Menschen. Ich teile Leid. Ich

21:59teile Freude. Ich teile Nähe. Ich mute

22:02mich anderen zu. Ich erlebe

22:05Verschmelzung im Namen der Liebe und ich

22:07erlebe Autonomie im Namen der Liebe, je

22:11nachdem, was gerade dran ist, innerhalb

22:14eines Vierraumes.

22:16Und ich bin eine Insel. Ich brauche

22:20emotional intime Zeit mit mir selbst,

22:24nicht nur äußerlich, sondern auch

22:26innerlich, um mich selbst kennenlernen

22:29zu können,

22:30Schritt für Schritt. Denn nur ich selbst

22:34kann diese tragfähigste Beziehung in

22:37meinem Leben, nämlich die Beziehung zu

22:40mir selbst pflegen und vertiefend

22:43erweitern.

22:44Wie eine reale Beziehung im Außen pflege

22:48ich meine Beziehung nach innen.

22:52Darüber hinaus ist diese tiefe Beziehung

22:55mit mir selbst also nicht das Zimmer der

22:58Selbstregulation,

23:00sondern das Universum der

23:02Selbstbegegnung,

23:03auch das Tor zu einer viele Ebenen

23:08unseres Menschseins umfassenden gesunden

23:11Spiritualität.

23:13Diese schließt alles in mir mit ein.

23:16Jede Angst, jede Traurigkeit, jede

23:20Freude und so weiter, wirklich alles.

23:25Hier ist ein Verbindungspunkt,

23:28wo die Psychologie, die Spiritualität

23:31trifft.

23:32Was dies bedeutet, darüber möchte ich in

23:35eine der nächsten Folgen sprechen.

23:39Zum Abschluss möchte ich dir gerne noch

23:41eine Frage stellen.

23:43In der Regel pflegen wir die Beziehung

23:46zu anderen Menschen. Dafür verabreden

23:49wir uns mit ihnen und schenken einander

23:52für diesen Kontakt gemeinsame Zeit.

23:56Wie oft aber verabreden wir uns

23:59eigentlich mit uns selbst, um uns

24:01innerlich näher zu kommen, um uns

24:04kennenzulernen?

24:07Bei den meisten Menschen ist das

24:09Verhältnis nicht besonders ausgeglichen.

24:12Wie ist es bei dir?

24:15Wie oft verabredest du dich für ein

24:18Kennenlernen mit dir selbst im

24:20Verhältnis zu den Verabredungen mit

24:23anderen?

24:25Ich würde mich sehr freuen, wenn du mir

24:27in den Kommentaren darüber berichten

24:29magst und dich vielleicht ja auch mit

24:32anderen Menschen [musik] darüber

24:34austauschen magst.

24:36Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit

24:39und [musik] für dein Vertrauen. Ich

24:41hoffe, dass dir diese Podcast Folge als

24:45Impuls für deinen eigenen Weg dienen

24:47kann und [musik]

24:49sage von Herzen bis zum nächsten Mal.

24:53Deine Maria Sanchez.

24:56[musik]

24:58Du möchtest mehr über Maria Sanchez

25:00herangehensweise erfahren? Erlerne die

25:03emotionale Selbstbegleitung.

25:06Weitere Informationen findest du unter

25:09www. Mariaasanchez.de. [musik]

25:11De.

25:13Wenn dir diese Podcast Folge gefallen

25:15hat und du Marias Arbeit unterstützen

25:18möchtest, damit sie noch mehr Menschen

25:21erreichen kann, dann bewerte [musik] und

25:24teile sehr gerne diesen Podcast,

25:27empfehle ihn weiter und abonniere ihn

25:29kostenfrei [musik] auf einer Plattform

25:32deiner Wahl. Darüber hinaus wirst du

25:35über neue Podcast Folgen dann auch immer

25:37als erstes informiert. Herzlichen Dank.

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