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08- Zahnprophylaxe für die FSP PZR, Fluoridierung & Mundhygiene für die FSP Zahnmedizin!

Dental Learning is Fun · 2,313 words · 11 min read

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0:00Hallo und herzlich willkommen. Heute

0:02begeben wir uns mal auf eine Reise in

0:04ihren Mund und zwar mit der Präzision

0:06eines Zahnarztes. Das klingt fast ein

0:08bisschen bedrohlich.

0:09Nein, gar nicht. Wir haben hier nämlich

0:11ein Fachskript für angehende

0:13Zahnmediziner vor uns und das befasst

0:15sich nur mit einem Thema. Prophylaxe.

0:18Genau.

0:19Unsere Mission heute ist also wir räumen

0:21mal mit dem Mythos auf, dass Prophylaxe

0:24nur Zähne polieren bedeutet.

0:26Absolut. Wir wollen die komplette

0:28Verteidigungsstrategie dahinter

0:29entschlüsseln und mal schauen, wie Sie

0:32vom passiven Patienten zum aktiven

0:34Manager ihrer eigenen Mundgesundheit

0:36werden können.

0:37Exakt. Und wir decken dabei sozusagen

0:39die Taktik der Profis auf. Das ist ein

0:41bisschen wie beim Schach. Man muss die

0:43Züge des Gegners, also Karies und

0:45Parodontites, vorhersehen.

0:47Okay,

0:48wir schauen uns an, wie ihr Zahnarzt

0:50eine individuelle Risikobewertung

0:52erstellt, welche Hightech Waffen bei der

0:55Reinigung zum Einsatz kommen.

0:58Hightech Waffen.

0:59Ja, und am Ende enthüllen wir noch einen

1:01ziemlich genialen Trick, der das Bohren

1:03oft überflüssig macht.

1:04Okay, dann lass uns mal mit der großen

1:06Strategie anfangen, der wie du sagst

1:08Kriegskarte gegen Karius. Das Krypt

1:11unterteilt die Prävention ja in

1:13verschiedene Stufen.

1:14Mhm.

1:15Das klingt sehr militärisch. Was

1:17verbirgt sich denn dahinter?

1:18Na ja, stellen Sie sich weniger als

1:20Stufen vor, sondern mehr als

1:21Verteidigungslinien.

1:23Die erste und allerwichtigste Linie ist

1:25die primäre Prävention. Primär, also

1:27das, was zuerst kommt.

1:29Genau. Hier geht es darum, den Feind gar

1:31nicht erst auf den Plan zu rufen. Das

1:33sind die Dinge, die sie selbst in der

1:35Hand haben. Eine zuckerarme Ernährung,

1:37gründliche Hygiene, Fluride.

1:39Die tägliche Routine im Grunde.

1:41Richtig. Laut Skript beginnt das sogar

1:44schon bei Schwangeren, um zu verhindern,

1:46dass Karies Bakterien überhaupt erst an

1:48das Kind weitergegeben werden. Also die

1:51unsichtbare Mauer, die man jeden Tag

1:53selbst aufbaut, aber keine Mauer ist ja

1:56perfekt. Was ist denn dann die zweite

1:58Verteidigungslinie?

1:59Das ist die sekundäre Prävention. Hier

2:02hat der Gegner die erste Linie schon

2:04durchbrochen, aber wir erwischen ihn

2:06ganz früh.

2:07Ah, okay.

2:08Das ist die klassische Prophylaxe, wie

2:09wir sie eigentlich kennen. Die

2:11regelmäßige Kontrolle, bei der Zahnarzt

2:14nach Schwachstellen sucht, die

2:15professionelle Zahnreinigung, die

2:17feindliche Stellungen räumt.

2:19Mhm. Oder eine Fisurenversiegelung, die

2:22eine Einfallsschneise schließt.

2:23Verstehe.

2:24Exakt. Hier wird aktiv eingegriffen,

2:27damit eine kleine Schwachstelle eben

2:29nicht zum großen Disaster wird. Und wenn

2:31noch das nicht reicht, wenn der Schaden

2:33schon da ist,

2:34tja, dann sind wir in der terziären

2:35Prävention, dem Wiederaufbau nach der

2:38Schlacht.

2:38Also Füllungen, Kronen,

2:40das sind dann Füllungen, Kronen,

2:42Zahnersatz. Man repariert, was zerstört

2:45wurde. Das Ziel der gesamten modernen

2:48Zahnmedizin ist es natürlich, diese

2:49dritte Linie niemals erreichen zu

2:51müssen.

2:52Das ist klar. Bevor wir aber tiefer in

2:55die Taktiken eintauchen, müssen wir ja

2:57den Gegner kennen. Das Skript spricht

2:59von Plug. Aber nicht als Essensreste,

3:02sondern als oralen Biofilm. Das klingt

3:07bedrohlicher.

3:08Das ist es auch. Stellen Sie sich das

3:10nicht wie lose Krümel vor,

3:12sondern

3:13sondern wie eine festorganisierte

3:15Bakterien WG, die auf ihrem Zahn eine

3:18richtige Festung baut. Dieser Biofilm

3:21ist extrem hartnäckig, hat eine eigene

3:24Infrastruktur und eine ganz klare

3:26Mission, den Zahn anzugreifen und zu

3:29demineralisieren.

3:30Eine Bakterienfestung.

3:32Okay. Und diese Festung greift ja nicht

3:35nur mit Karies an. Ich sehe hier noch

3:38drei Begriffe, die alle nach Abnutzung

3:40klingen. Abrasion, Erosion und

3:43Attrition. Das wird ja auf den einen

3:45Topf geworfen.

3:46Genau. Aber die Ursachen sind völlig

3:47verschieden und damit natürlich auch die

3:49Verteidigungsstrategie.

3:51Okay.

3:51Abrasion ist mechanischer Verschleiß von

3:54außen. Der Klassiker, sie schrubben mit

3:56zu viel Druck oder einer Zahnpasta mit

3:58zu groben Putzkörpern

4:00und fallen sich quasi den Zahn weg.

4:01Ja, man fallt sich regelrecht

4:03keilförmige Defekte in den Zahnhals.

4:06Erosion hingegen ist ein chemischer

4:08Angriff. Hier löst Säure den Schmelz

4:10auf, die aber nicht von Bakterien kommt.

4:13Also z.B. Z.B. Magensäure.

4:14Magensäure bei Reflux oder der ständige

4:17Schluck Cola oder Smoothie.

4:18Und Attrition ist dann der Abrieb von

4:20Zahn auf Zahn. Das passiert beim

4:22Knirschen, dem Bruxismus.

4:24Alles klar. Okay, jetzt kommen wir ja

4:26für mich zum spannendsten Teil. Bisher

4:29war das ja alles Theorie, aber wie wird

4:32daraus jetzt mein ganz persönlicher

4:34maßgeschneiderter Vorsorgefahrplan?

4:37Mhm.

4:38Wie liest der Zahnarzt aus meinem Mund,

4:41was ich wirklich brauche? Das ist

4:43Detektivarbeit mit System. Es beginnt

4:46mit der Erhebung von Indizs, also

4:48Messwerten. Und zwei davon sind wirklich

4:51entscheidend, um Sie zu verstehen. Der

4:53API und der PBI.

4:55API und PBI. Das klingt jetzt sehr

4:59technisch. Was verraten die dem Zahnarzt

5:01über mich?

5:02Das ist der entscheidende Punkt. Der

5:04API, der Approximalraum Plugindex ist

5:07wie ein Blitzerfoto.

5:08Ein Blitzerfoto?

5:10Ja. Er erwischt sie, wenn Sie heute

5:12morgen in den Zahnzwischenräumen

5:13geschludert haben. Ist der Plack? Ja

5:16oder nein? Eine Momentaufnahme.

5:18Und der PBI,

5:19aber der PBI, der Papillenblutungsindex,

5:21der die Blutungsneigung misst, der ist

5:23wie ein Langzeitkg.

5:25Ah,

5:26der lügt nicht. Er verrätt den Zahnarzt,

5:28wie ehrlich sie mit der Zahnseide in den

5:30letzten Wochen waren. Blutendes

5:32Zahnfleisch ist im Grunde ein stiller

5:34Alarm, den viele überhören, aber er

5:38zeigt eine chronische Entzündung an.

5:40Verstehe. Das Blitzerfoto für die

5:42Tagesform und das EKG für den

5:44Lebenswandel. Und wenn diese Daten dann

5:46da sind,

5:47dann werden auf die Belege angefärbt mit

5:49diesen lila Tabletten oder Lösungen, die

5:51Sie vielleicht aus der Kindheit kennen.

5:53Oh ja.

5:54Und das ist nicht zur Demütigung

5:55gedacht, sondern um ihn selbst die Augen

5:58zu öffnen. Ah, da komme ich also nie

6:00hin. Das ist die Grundtage für den

6:03wichtigsten Schritt, die Motivation. Und

6:05daraus leitet sich dann die ganz

6:07konkrete Waffen und Taktikschulung ab,

6:09sozusagen.

6:10Ganz genau.

6:11Bleiben wir mal bei der Waffenschulung.

6:13Das Skript erwähnt die Basstechnik, eine

6:15rüttelnde Bewegung. Aber mal ehrlich,

6:17wer hat morgens um 6:30 Uhr die

6:19Konzentration, das an jeden Zahn perfekt

6:21umzusetzen?

6:23Ja,

6:24ist eine elektrische Zahnbürste da nicht

6:26einfach die, na ja, idiotensicherere

6:28Lösung?

6:28Eine sehr berechtigte Frage. Die

6:30elektrische Zahnbürste nimmt einem

6:32tatsächlich viel von der korrekten

6:34Bewegung ab. Das Skript unterscheidet

6:36hier ja auch schön zwischen den

6:37oszillierenden runden Köpfen

6:38und den Schlzahnbürsten

6:40und den Schallzahnbürsten, die zehn mal

6:41schneller schwingen. Die können anfangs

6:43kitzeln fast wie ein Schwarm Ameisen im

6:45Mund.

6:47Aber die Reinigungsleistung ist

6:48phänomenal. Die Basstechnik mit der Hand

6:50ist jedoch die hohe Kunst, weil man den

6:53Borstendruck und den Winkel perfekt

6:55steuern kann, besonders am kritischen

6:56Zahnfleischsaum.

6:57Verstehe. Und was ist mit der

6:59Achillesfse der meisten Leute? dem

7:01Zahnzwischenräumen, Zahnseide,

7:03Bürstchen. Wann nehme ich da was?

7:06Die Regel ist eigentlich ganz einfach.

7:08Wo es passt, ist das Bürstchen König.

7:11Okay,

7:11besonders bei größeren Lücken, wie sie

7:13oft im Alter oder bei Parodontitis

7:15entstehen, ist eine Interdentalbürste

7:17unschlagbar. Die klassische Zahnseide

7:20ist der Spezialist für sehr enge

7:22Kontaktpunkte, wo sonst nichts

7:23durchkommt.

7:24Und was ist mit Superfloss? Und für

7:26Spezialfälle wie Brücken oder

7:28Zahnspangen gibt es dann das Superfloss

7:30mit einem flauschigen Mittelteil.

7:32Die richtige Waffe für die richtige

7:34Lücke zu wählen ist oft wichtiger als

7:36die Technik selbst.

7:37Okay, fassen wir die Erkenntnisse für

7:39den Alltag mal zusammen. Die Deutsche

7:41Gesellschaft für Zahn, Mund und

7:43Kieferheilkunde, die DGZMK,

7:46bündelt das Ganze in sieben Maßnahmen.

7:49Richtig.

7:49Teilen wir sie mal auf. Was ist mein Job

7:52und was ist der Job des Profis? Ihr Job

7:54besteht aus drei zentralen Hebeln.

7:57Erstens, die absolute Basis, zweimal

8:01täglich Zähne putzen mit einer

8:02fluoridhaltigen Zahnpasta.

8:05Das Skript betont hier den Gehalt von

8:071000 bis 1500 ppm Fluorid.

8:10Das ist wie die tägliche Impregnierung

8:12für den Zahnschmelz.

8:13Genau. Zweitens, die Ernährungslenkung.

8:17Und hier ist die Frequenz der

8:19Zuckerangriffe entscheidender als die

8:21Gesamtmenge.

8:22Das heißt

8:23lieber eine Tafel Schokolade auf einmal

8:25als zehn einzelne Bonbons über den Tag

8:27verteilt. Jeder Bonbon startet einen

8:30neuen Säureangriff.

8:31Und der dritte Punkt für zu Hause klingt

8:33ja fast zu schön, um wahr zu sein.

8:35Kaugummi kauen,

8:36ja, aber nur zuckerfreie. Und der Effekt

8:39ist clever, wie die Quelle erklärt. Das

8:42Kauen ist wie ein Turbo für die

8:44Speichelproduktion. Ah, okay.

8:46Mehr Speichel spült nicht nur besser,

8:48ist doch voller Mineralien und

8:49neutralisiert die Säuren nach dem Essen

8:51viel schneller. Das ist eine Art

8:53biologisches Resetprogramm für den

8:54Mundraum.

8:55Das sind also die drei Hebel, die ich

8:57selbst in der Hand habe. Und welche

9:00professionellen Powerups kann der

9:02Zahnarzt dann zuschalten?

9:03Das sind vier weitere Maßnahmen. Die

9:06vierte ist das Individual

9:07Prophylaxeprogramm, also die

9:09maßgeschneiderte Strategie, die wir

9:10gerade besprochen haben.

9:11Mhm. Die fünfte ist die zusätzliche

9:14Floridierung in der Praxis. Das ist die

9:16Intensivkur. Ein hochkonzentrierter

9:18Lack, quasi ein kugelsicherer

9:20Schutzschild, der für Wochen hält.

9:21Einen Schutzschild von Profi. Klingt

9:23gut. Und was kommt noch?

9:25Die sechste Maßnahme ist für besondere

9:27Härtefälle. Die chemische

9:28Biofilmbeeinflussung.

9:30Die chemische Keule.

9:31Das ist sozusagen die chemische Keule.

9:33Ja, meist ein Lack mit Chlorhexidin CHX,

9:37der die Bakterienfestung für eine Weile

9:40lah legt. Das ist aber nichts für den

9:42Dauergebrauch, sondern für

9:43Risikosituationen wie durchbrechende

9:46Weisheitszähne.

9:47Und die siebte

9:49und die siebte Maßnahme ist die

9:51Frisurenversiegelung, der geniale Trick,

9:53auf den wir gleich noch genauer schauen

9:55werden.

9:55Perfekt. Aber davor noch zur PCR, der

9:58professionellen Zahnreinigung. Was genau

10:01passiert da eigentlich so Schritt für

10:02Schritt? Es ist ein präzise

10:04choreografierter Prozess. Es startet oft

10:07mit einer desinfizierenden Spülung, um

10:09die Keimzahl im Mund von Anfang an zu

10:11senken. Dann kommt die Grobreinigung,

10:15das Entfernen der harten Belege, also

10:17Zahnstein.

10:18Moment mal, dafür werden ja auch diese

10:19Pulverstrahlgeräte eingesetzt. Ich habe

10:21gehört, die können ziemlich aggressiv

10:23für den Zahnschmelz sein. Stimmt das

10:25oder ist das ein Mythos?

10:27Eine sehr berechtigte Sorge und genau

10:29deshalb unterscheidet das Skript hier so

10:31penibel. Das klassische Pulver auf

10:34Natrium Bikarbonatbasis, quasi

10:36Backpulver, ist tatsächlich nur für

10:39hartnäckige Verfärbungen auf gesundem,

10:42dickem Schmelz gedacht. Für alles

10:44andere, besonders für empfindliche

10:46Zahnhelse oder die Reinigung unter dem

10:48Zahnfleisch, gibt es heute super sanftes

10:51Glyzinpulver.

10:52Glyzinpulver?

10:53Ja, das sind winzige abgerundete

10:55Partikel. Der Unterschied im Gefühl und

10:58in der Schonung ist riesig. Das ist gut

11:00zu wissen. Was passiert nach dieser

11:02Grobreinigung?

11:03Dann kommt das Fine Tuning. Die Politur.

11:06Mit kleinen Bürstchen und Pasten wird

11:08jede Zahnoberfläche spiegelglatt

11:10poliert.

11:11Warum ist das so wichtig?

11:12Der Gedanke dahinter ist, auf einer

11:14glatten Eisfläche können sich neue

11:16Bakterien viel schlechter festhalten als

11:18auf einer rauen Bergwand.

11:20Macht Sinn. Danach folgt die gründliche

11:22Reinigung der Zwischenräume und zum

11:24krönenden Abschluss wird als Schutz die

11:26Fluoridierung aufgetragen, um den

11:28Schmelz zu stärken.

11:30Und für wen ist so eine PCR nicht nur

11:32nice to have, sondern absolut notwendig?

11:35Das Skript ist da sehr klar. Für jeden

11:38Patienten mit Parodontitis ist sie

11:40überlebenswichtig, um die Krankheit in

11:42Schach zu halten.

11:43Okay?

11:43Aber auch in der Schwangerschaft bei

11:45Diabetes oder Herzkreislauferkrankungen.

11:48Man weiß heute, dass die Entzündungen im

11:50Wund gesamten Körper belasten können. Da

11:53wird die PCR zu einem wichtigen Baustein

11:55der Allgemeingesundheit.

11:56Das bringt mich jetzt zu diesem Punkt,

11:58den Sie vorhin als genialen Trick

12:00bezeichnet haben. Die

12:01Frisurenversiegelung.

12:03Das klingt ja fast zu einfach. Man

12:04pinselt was drauf und die Karias hat

12:06keine Chance mehr.

12:08Im Prinzip ja, es ist ein Schutzlack für

12:10die gefährdeten Stellen im Mund. Die

12:13tiefen Grübchen und Furchen, die

12:15Fissuren auf den Kauflächen der

12:17Backenzähne,

12:18weil man dit der Bürste nicht hinkommt.

12:20Genau, da kommen die Borsten der

12:22Zahnbürste nicht rein, aber die

12:24Bakterien schon. Man schließt diese

12:26Schlupfwinkel also präventiv mit einem

12:28dünnflüssigen Kunststoff.

12:30Also reine Vorsorge, bevor überhaupt

12:32etwas passiert ist. Nicht nur. Und hier

12:35wird es wirklich faszinierend, wie

12:36unsere Quelle betont. Man kann damit

12:39nicht nur vorbeugen,

12:40sondern

12:41wenn man eine Karius im absoluten

12:43Frühstadium entdeckt, einen sogenannten

12:45Whitpot, also eine Entkalkung ohne Loch,

12:49kann man diese Stelle versiegeln. Das

12:51nennt man Karius Arretierung.

12:53Karius Arretierung.

12:54Man sperrt die Bakterien quasi unter dem

12:56Lack ein, schneidet sie von ihrer

12:58Nahrungszufuhr ab und die Karies kommt

13:01zum Stillstand. Das ist ja unglaublich.

13:03Man muss also nicht sofort bohren,

13:05sondern kann die Carihungern.

13:09Wann geht das und wann nicht mehr?

13:10Die Indikation ist ein Zahn mit tiefen

13:12Fissuren bei einem generell erhöhten

13:14Karies Risiko oder eben diese beginnende

13:16Lesion. Die Kontraindikation ist

13:18logisch, wenn der Zahn noch gar nicht

13:19ganz aus dem Zahnfleisch raus ist, kann

13:21man ihn nicht trocken legen

13:22und der Lack würde nicht halten.

13:24Richtig? Und natürlich, wenn schon ein

13:26richtiges Loch im Dentin ist, dann hat

13:27das Aushungern keinen Zweck mehr. Dann

13:29muss der Schaden repariert werden.

13:31Und wie läuft das praktisch ab? Klingt

13:33nach Präzisionsarbeit.

13:34Ist es auch. Zuerst wird die Kauffläche

13:37perfekt gereinigt und mit Watterollen

13:38und Sauger absolut trocken gelegt.

13:41Eintroffenspeichel kann alles ruinieren.

13:43Okay,

13:44dann wird der Schmelz in den Grübchen

13:46mit einer milden Säure für einige

13:48Sekunden angezt. Das klingt brutal,

13:50schafft aber nur eine mikroskopisch

13:52rauhe Oberfläche, damit der Lack sich

13:54festkrallen kann.

13:55Und das sieht man dann auch. Ja, nach

13:57dem Abspülen sieht der Bereich, so

13:59beschreibt es Skript, kreidig weiß aus.

14:02Das ist also das Startsignal für den

14:04Lack.

14:04Genau. Dann fließt der Versiegler in die

14:07Fisuren, wird mit Blaulicht ausgehärtet,

14:10man prüft, ob der Biss noch stimmt,

14:12poliert kurz und floridiert zum Schluss

14:14die umliegenden Bereiche. Ein kleiner

14:16Eingriff mit riesiger Wirkung.

14:18Fassen wir zusammen. Prophylaxe ist also

14:21eine hochkomplexe Strategie. Sie beginnt

14:23bei der Risikoanalyse mit cleveren

14:25Indizes wie dem Blitzer Foto API und dem

14:28Langzeit EKG PBI.

14:30Mhm.

14:31Sie nutzt Hightech Instrumente von

14:32sanften Glyzinpulvern bis zu

14:35Schallzahnbürsten und gipfelt in

14:37intelligenten Schutzmaßnahmen wie der

14:39Frisurenversiegelung.

14:40Die wichtigste Erkenntnis für Sie ist

14:41dabei vielleicht der Paradigmenwechsel.

14:44Es geht nicht mehr primär ums

14:45Reparieren, sondern um ein aktives

14:48Management von Risiken.

14:50Genau.

14:50Wenn Sie verstehen, warum ihr

14:51Zahnfleisch brutet oder warum eine

14:53Versiegelung vorgeschlagen wird, werden

14:55Sie vom passiven Befehlsempfenner im

14:57Behandlungsstuhl zum mündigen Partner

15:00für Ihre Gesundheit.

15:01Und hier ist ein letzter Gedanke zum

15:02Mitnehmen, der das Ganze wirklich auf

15:04den Punkt bringt. Das Skript zeigt

15:06eindrücklich, dass man eine beginnende

15:07Karies durch Versiegelung einfach

15:09einsperren und stoppen kann.

15:11Absolut. Das stellt die alte Idee vom

15:14Bohren und Füllen völlig in den

15:15Schatten. Vielleicht ist die

15:17fortschrittlichste Behandlung eben nicht

15:19immer die, die Gewebe entfernt, sondern

15:21die, die eine Lesion mit minimalem

15:24Aufwand intelligent in Schach hält.

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