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Einleitung: Dein Weg zum entspannten Einkauf
0:00Hallo und herzlich willkommen zurück bei
0:03unserem Podcast. Ich freue mich riesig,
0:07dass ihr heute wieder eingeschaltet
0:09habt. Mein Name ist Anna
0:11und ich bin Ben. Hallo zusammen. Schön,
0:15dass ihr wieder dabei seid. Wir hoffen,
0:17ihr hattet eine gute Woche und seid
0:19bereit, euer Deutsch wieder ein bisschen
0:21zu verbessern. Ganz genau. Heute haben
0:24wir ein Thema vorbereitet, das wirklich
0:26jeder braucht. Es ist eine absolute
0:29Alltagssituation,
0:31die aber oft unterschätzt wird. Unser
0:34Thema heute lautet Deutsch im
0:36Supermarkt. Die Wörter, die du wirklich
0:39brauchst.
0:40Richtig, Anna. Das klingt vielleicht
0:42erst einmal einfach, aber wer schon
0:44einmal in Deutschland im Supermarkt war,
0:46der weiß, es kann auch stressig sein.
0:49Oh ja, besonders an der Kasse, wenn
0:51alles sehr schnell gehen muss oder wenn
0:53man ein ganz bestimmtes Produkt sucht
0:56und es einfach nicht findet, da fehlen
0:58einem oft die richtigen Vokabelen.
1:01Deshalb ist diese Episode so wichtig.
1:03Wir wollen euch helfen, sicher und
1:05entspannt einzukaufen. Egal, ob ihr an
1:08der Fleischtheke steht, Pfandflaschen
1:10zurückbringen wollt oder nach dem
1:12Backpulver sucht.
1:13Um das Lernen so effektiv wie möglich zu
1:16machen, haben wir uns heute eine
1:18besondere Struktur überlegt. Wir haben
1:21unseren Dialog in insgesamt acht kleine
1:24Kapitel unterteilt.
1:26Das gibt uns eine gute Übersicht. Wir
1:28hören also nicht alles auf einmal.
1:30Stattdessen machen wir nach jedem dieser
1:32acht Kapitel eine kurze Pause.
1:34Genau. In diesen Pausen analysieren wir
1:37gemeinsam die Wörter und Sätze, die wir
1:40gerade gehört haben. Wir erklären euch
1:43die Bedeutung und geben Beispiele, wie
1:45ihr diese Ausdrücke selbst benutzen
1:47könnt.
1:48Unser Ziel ist dabei nicht nur, dass ihr
1:50neue Vokabel lernt, wir möchten euch
1:52auch die Kultur näher bringen. Denn
1:55Einkaufen in Deutschland funktioniert
1:56manchmal anders als in anderen Ländern.
1:59Absolut. Man denke nur an das
2:01Pfandsystem oder daran, dass man seine
2:04eigenen Taschen mitbringen sollte. Ihr
2:07lernt also Sprache und Kultur
2:09gleichzeitig.
2:10Das ist der Plan. Mit diesen acht
2:12Kapiteln und unseren Analysen seid ihr
2:15perfekt vorbereitet für den nächsten
2:17Einkauf.
2:18Also macht es euch bequem. Wir starten
2:21direkt mit dem ersten Kapitel. Viel
2:23Spaß.
2:26Das bringt uns direkt zum nächsten
Kapitel 1: Einkaufswagen & Korb (Dialog)
2:29entscheidenden Schritt. Wir sind durch
2:32die Eingangstür gegangen, die sich
2:34automatisch geöffnet hat und stehen nun
2:38im Foly des Supermarkts. Und hier müssen
2:41wir die erste wichtige Entscheidung
2:43treffen.
2:45Richtig, die Entscheidung zwischen dem
2:47Einkaufswagen und dem Einkaufskorb. Das
2:50klingt trivial, aber es bestimmt
2:52eigentlich, wie viel wir kaufen werden.
2:55Absolut. Wenn ich nur kurz ein paar
2:58Kleinigkeiten besorgen will, nehme ich
3:01meistens den Korb. Das deutsche Wort ist
3:05der Einkaufskorb.
3:07Meistens sind das diese Plastikkörbe,
3:09die man am Eingang gestapelt findet.
3:12Aber Vorsicht, Anna, ich kenne das
3:14Problem gut. Man nimmt einen Korb, weil
3:17man denkt, man kauft nur Milch und Brot.
3:20Aber dann sieht man Äpfel, vielleicht
3:22noch eine Flasche Saft und eine Packung
3:24Nudeln und plötzlich wird der Korb
3:26unglaublich schwer.
3:28Oh ja, das kenne ich. Dann tun mir die
3:31Arme weh, bevor ich überhaupt an der
3:33Kasse bin. In vielen modernen
3:36Supermärkten gibt es deshalb
3:38mittlerweile diese Körbe mit Rollen und
3:41einem langen Griff, die man ziehen kann,
3:44wie kleine Koffer.
3:45Stimmt, die sind sehr praktisch. Aber
3:48kommen wir zum großen Bruder des Korbs,
3:51dem Einkaufswagen oder wie manche Leute
3:53auch sagen, der Einkaufschip.
3:56Ich glaube, das ist eines der
3:58wichtigsten Wörter für den Alltag in
4:00Deutschland, der Einkaufswagen.
4:04Und hier gibt es eine kulturelle
4:06Besonderheit, die viele Ausländer am
4:08Anfang verwirrt. Man kann ihn nicht
4:11einfach nehmen, oder Ben?
4:14Nein, das geht meistens nicht. Die Wagen
4:16sind fast immer aneinander gekettet. Man
4:19nennt das ein Pfandsystem. Das bedeutet,
4:22man muss ein Pfand hinterlegen, um den
4:24Wagen zu lösen.
4:26Genau. Und das ist oft der Moment, in
4:29dem die Panik beginnt, wenn man nicht
4:31vorbereitet ist. Man steht vor der Reihe
4:34von Einkaufswagen und merkt: "Mist, ich
4:37habe kein Kleingeld."
4:39Das ist mir schon so oft passiert. Das
4:41System ist eigentlich einfach. Am Griff
4:44des Wagens gibt es einen kleinen Schlitz
4:46oder ein Fach. Dort muss man eine Münze
4:49hineinstecken.
4:50Welche Münzen funktionieren da
4:52normalerweise?
4:54In der Regel funktionieren 1 € Münzen am
4:56besten. Oft gehen auch 50 Cent Münzen
4:59oder manchmal sogar 2 € Stücke. Aber der
5:02Standard ist der Euro. Wenn man die
5:05Münze hineingesteckt hat, löst sich die
5:07Kette, die den Wagen mit dem Vordermann
5:09verbindet. Und was mache ich, wenn ich
5:12absolut kein Bargeld dabei habe? Wir
5:15leben ja in einer Zeit, in der viele nur
5:17noch mit Karte oder dem Handy bezahlen.
5:20Dafür gibt es eine geniale Erfindung,
5:23den Einkaufswagen Ship. Das ist ein
5:26kleines Stück Plastik oder Metall in der
5:28Form einer Münze. Viele Deutsche haben
5:31so einen Chip an ihrem Schlüsselbund.
5:33Das ist wirklich typisch deutsch, oder?
5:36dass man ein extra Werkzeug dabei hat,
5:39nur um einkaufen gehen zu können. Ich
5:42habe sogar schon Chips gesehen, die
5:44Werbegeschenke von Firmen waren.
5:46Ja, das ist sehr verbreitet. Ich habe
5:49neulich sogar einen sogenannten
5:51Einkaufswagenlöser
5:52gesehen. Das ist ein spezieller
5:54Schlüssel, den man in den Schlitz
5:56steckt, den Wagen entriegelt und den
5:58Schlüssel dann sofort wieder abziehen
6:00kann. Man muss ihn also nicht stecken
6:02lassen.
6:03Das ist ja schon fast Einkaufswagen
6:05Hacking. Aber zurück zum Wagen selbst.
6:09Wenn wir ihn dann befreit haben,
6:11schieben wir ihn in den Laden. Das
6:13Verbier ist schieben. Wir schieben den
6:17Einkaufswagen.
6:18Richtig. Und manchmal ist das gar nicht
6:20so einfach. Kennst du das Phänomen, wenn
6:23ein Rad klemmt?
6:24Oh Gott. Ja, das ist so nervig. Ein Rad
6:29blockiert immer oder wackelt wild hin
6:31und her oder der Wagen zieht die ganze
6:34Zeit nach links und man muss mit Kraft
6:37gegensteuern, um nicht in das Regal mit
6:39den Weinblasen zu fahren.
6:41Das scheint ein universelles Gesetz zu
6:43sein. Es gibt immer mindestens einen
6:46defekten Wagen und genau den erwischt
6:48man immer selbst. Aber sprechen wir kurz
6:51über den Aufbau des Wagens. Es gibt da
6:53nämlich noch Zubehör.
6:55Du meinst den Kindersitz?
6:58Genau. Im vorderen Teil des Wagens, also
7:00nahe am Griff, gibt es eine Klappe. Die
7:03kann man ausklappen und dann entsteht
7:05ein Sitz für kleine Kinder. Die Kinder
7:07schauen dann den Erwachsenen an, während
7:09man durch den Laden fährt.
7:11Das ist sehr praktisch für Eltern und
7:14oft gibt es unter diesem Sitz noch einen
7:16Haken. Weißt du, wofür der ist?
7:19Ich benutze ihn oft, um meine eigene
7:21Tasche dort aufzuhängen. Wenn ich z.B.
7:24eine Stofftasche für den Einkauf dabei
7:26habe, hänge ich sie an diesen Haken,
7:28damit sie nicht im Wagen liegt und Platz
7:30wegnimmt.
7:31Das ist schlau. Apropos Platz, viele
7:34Einkaufswagen haben unten, also zwischen
7:37den Rädern, noch eine Ablagefläche. Die
7:40ist für schwere Getränkekisten gedacht.
7:44Ja, das ist die untere Ablage, aber da
7:46muss man an der Kasse aufpassen. Die
7:48Kassierer fragen oft: "Haben Sie noch
7:50etwas unter dem Wagen? Weil man diese
7:52Dinge leicht vergisst oder die Kassierer
7:55sie nicht sehen können.
7:56Stimmt. Es gibt oft Spiegel an der
7:59Kasse, damit die Kassierer sehen können,
8:01ob dort unten noch eine Kiste Wasser
8:03steht. Aber Ben, ich möchte noch auf ein
8:06Thema eingehen, das seit ein paar Jahren
8:09wichtiger geworden ist. Hygiene.
8:12Ein sehr guter Punkt. Früher hat man den
8:15Wagen einfach genommen. Heute findet man
8:18im Eingangsbereich fast immer eine
8:20Station mit Desinfektionsmittel und
8:23Papiertüchern.
8:25Ja, viele Leute reinigen zuerst den
8:28Griff des Einkaufswagens, bevor sie ihn
8:31anfassen. Das Wort dafür ist
8:34desinfizieren.
8:36Ich mache das mittlerweile automatisch.
8:38Es fühlt sich einfach sauberer an. Das
8:41stimmt. Der Griff wird schließlich von
8:43hunderten Menschen angefasst. Aber sag
8:46mal, Anna, wie verhältst du dich mit dem
8:49Wagen im Gang? Es gibt da ja auch so
8:51etwas wie eine Einkaufswagenetikette.
8:55Oh, das ist ein Minenfeld. Das
8:58Wichtigste ist, man darf den Gang nicht
9:01blockieren. Manche Leute stellen ihren
9:04Wagen quer in den Gang, während sie sich
9:06die Joghurts anschauen. Das macht mich
9:09wahnsinnig. mich auch. Im Weg stehen ist
9:13hier der Ausdruck. Wenn jemand im Weg
9:15steht, muss man höflich fragen, darf ich
9:18mal kurz vorbei oder, Entschuldigung,
9:22könnte ich mal an das Regal?
9:24Und wenn man den Wagen kurz stehen
9:26lässt, um etwas zu holen, sollte man ihn
9:29immer an die Seite schieben. Man parkt
9:32ihn sozusagen am Rand. Genau. Es ist wie
9:36im Straßenverkehr nur ohne Führerschein.
9:39Rechtsfahrgebot im Supermarkt.
9:42Lass uns noch kurz über das Ende des
9:44Einkaufs sprechen. Wir haben bezahlt,
9:47wir haben alles eingepackt. Was passiert
9:50dann mit dem Wagen?
9:51In manchen Ländern lassen die Leute die
9:54Wagen einfach auf dem Parkplatz stehen.
9:57In Deutschland ist das fast eine
9:59Todsünde und hier kommt das Pfandsystem
10:02wieder ins Spiel. Stimmt. Jeder will
10:05seinen Euro oder seinen Chip
10:07zurückhaben. Das ist die Motivation, den
10:09Wagen ordentlich zurückzubringen.
10:12Man schiebt den Wagen also zurück zu der
10:15Sammelstelle. Das ist oft so ein kleines
10:18überdachtes Häuschen auf dem Parkplatz
10:20oder im Eingangsbereich.
10:22Und dann kommt der befriedigende Moment.
10:25Man schiebt den Wagen in die Reihe der
10:27anderen Wagen. Man nimmt die Kette vom
10:30vorderen Wagen und steckt den kleinen
10:32Metallstift in das Schloss am eigenen
10:34Griff.
10:35Es macht Klick und die Münze kommt
10:38wieder heraus. Man nimmt sein Geld und
10:40geht. Das sorgt dafür, dass der
10:42Parkplatz immer ordentlich aussieht und
10:45keine Wagen Autos beschädigen.
10:47Es ist ein sehr deutsches System, finde
10:50ich. Ordnung durch finanzielle Anreize,
10:53auch wenn es nur 50 Cent oder 1 € sind.
10:57Absolut, es funktioniert. Ich habe noch
11:00nie einen wilden Einkaufswagen auf einem
11:03deutschen Parkplatz gesehen.
11:05Ich auch nicht. Zusammenfassend kann man
11:07sagen, egal ob Korb oder Wagen, man muss
11:11sich entscheiden, wie viel man tragen
11:13oder schieben möchte und man sollte
11:15immer eine Münze in der Tasche haben
11:18oder einen Chip am Schlüsselbund. Das
11:20spart viel Stress.
11:22Das waren jetzt sehr viele praktische
11:24Begriffe rund um das Fahrzeug des
11:27Einkaufens, aber wir haben die Wörter
11:29noch nicht im Detail analysiert. Stimmt.
11:33Wir sollten uns die Grammatik und die
11:35genaue Verwendung dieser Begriffe noch
11:37einmal genauer ansehen, damit unsere
11:39Zuhörer beim nächsten Mal sicher nach
11:42einem Chip fragen können.
11:44Das bringt uns zum nächsten Teil unserer
11:46Episode, die Analyse.
11:51Willkommen zurück zu unserem Podcast.
Analyse 1: Pfandsystem, entriegeln, sperrig & Co.
11:53Heute tauchen wir tief in die deutsche
11:56Sprache ein und zwar genau dort, wo wir
11:58alle regelmäßig sind, im Supermarkt.
12:01Hallo zusammen. Richtig, Anna. Wir haben
12:04uns ja im ersten Teil unserer Geschichte
12:06angehört, wie man den Supermarkt
12:08betritt. Jetzt wollen wir die
12:10schwierigen Wörter aus diesem ersten
12:12Kapitel genau analysieren. Es geht um
12:14den Einkaufswagen und den Korb. Genau.
12:18Es klingt erst einmal einfach, aber da
12:20waren ein paar Begriffe dabei, die
12:22selbst für Fortgeschrittene knüfflig
12:24sein können. Fangen wir doch ganz vorne
12:26an. Bevor man überhaupt einkaufen kann,
12:29braucht man einen Wagen. Und in
12:31Deutschland sind die oft angekettet.
12:34Das stimmt. Das bringt uns direkt zu
12:36unserem ersten wichtigen Wort für heute.
12:38Das Pfandsystem oder einfach nur das
12:40Pfand.
12:41Ein sehr deutsches Konzept, oder? Kannst
12:44du erklären, was das in diesem Kontext
12:46bedeutet? Viele kennen Pfand vielleicht
12:49nur von Flaschen.
12:50Ja, das Prinzip ist aber das gleiche.
12:53Pfand ist ein Geldbetrag, den man als
12:55Sicherheit hinterlegt. Beim
12:57Einkaufswagen bedeutet das, du steckst
12:59eine Münze in den Wagen, um ihn benutzen
13:01zu dürfen. Wenn du den Wagen
13:03zurückbringst, bekommst du deine Münze
13:05wieder. Das Geld ist also nicht weg. Es
13:07ist nur eine Leihebü, die man
13:09zurückerhält.
13:10Verstehe. Das dihnent also dazu, dass
13:12die Leute die Wagen nicht einfach auf
13:14dem Parkplatz stehen lassen.
13:16Exakt. Es sorgt für Ordnung und um
13:18diesen Wagen zu bekommen, muss man ihn
13:20von den anderen Wagen lösen. Das Werb,
13:23das wir in der Geschichte gehört haben,
13:25war entriegeln. Das ist ein schönes Wort
13:27auf B2 oder sogar C1 Niveau.
13:30Entriegeln, das klingt sehr technisch.
13:33Man könnte doch auch einfach aufmachen
13:35sagen, oder? Im Prinzip ja, aber
13:38entriegeln ist präziser. Es kommt von
13:40dem Wort der Riegel. Ein Riegel ist ein
13:43mechanischer Verschluss, wie bei einer
13:45Tür oder einem Tor. Wenn ich den Wagen
13:47entriegele, löse ich diesen Mechanismus.
13:50Man benutzt das Wort auch, wenn man ein
13:52Auto mit der Fernbedienung öffnet, man
13:54entriegelt die Türen.
13:56Ah, gut zu wissen. Im Supermarkt
13:59passiert das Entriegeln ja meistens mit
14:00einer Kette.
14:02Da gibt es diesen kleinen Schlitz am
14:03Greff des Wagens. Richtig, der Schlitz,
14:07das ist eine schmale längliche Öffnung.
14:09Dort hinein steckst du die Münze. Wenn
14:12die Münze im Schlitz ist, löst sich die
14:14Kette und der Wagen ist entriegelt. Aber
14:17Ben, was mache ich, wenn ich gar kein
14:19Kleingeld habe? Ich stehe oft vor den
14:21Wagen und habe keine 1 € Münze dabei.
14:24Dann habe ich ein Problem.
14:26Dafür gibt es eine Lösung. Und auch
14:28dafür gibt es ein spezielles Wort, den
14:30Einkaufswagenchip.
14:32Ein langes Wort. Typisch Deutsch eben.
14:35Man kann das Wort zerlegen.
14:36Einkaufswagen Chip. Das ist ein kleines
14:39Stück Plastik oder Metall, das genauso
14:41groß und dick ist wie eine Euromünze.
14:44Viele Deutsche haben so einen Chip an
14:46ihrem Schlüsselbund. Er ersetzt die
14:47echte Münze.
14:49Das ist praktisch. Okay, jetzt haben wir
14:51den Wagen entriegelt. Jetzt gehen wir in
14:54den Supermarkt. In der Geschichte wurde
14:56gesagt, der Wagen sei manchmal etwas
14:58sperrig. Das ist ein Wort, das ich sehr
15:01interessant finde. Was bedeutet sperrig?
15:04Sperrig ist ein tolles Adjektiv. Es
15:06beschreibt einen Gegenstand, der groß
15:08ist, eine unpraktische Form hat und viel
15:11Platz wegnimmt. Wenn etwas sperrig ist,
15:14kann man es nur schwer tragen oder
15:15bewegen.
15:16Ein Einkaufswagen ist also sperrig, weil
15:19er groß und breit ist und man in den
15:21engen Gängen oft nirgendwo durchkommt.
15:24Ganz genau. Besonders wenn viele Leute
15:26im Laden sind. Wenn du versuchst diesen
15:28großen sperrigen Wagen um eine enge
15:30Kurve zu lenken, dann musst du
15:32manövrieren.
15:34Oh, manövrieren, das klingt fast wie
15:36beim Militär oder bei einem Schiff.
15:39Der Ursprung ist ähnlich. Manövrieren
15:41bedeutet ein Fahrzeug geschickt und
15:43vorsichtig zu steuern, oft auf engem
15:45Raum. Wenn du den Einkaufswagen einfach
15:48nur geradeaus schiebst, ist das
15:50Schieben. Aber wenn du einem anderen
15:52Kunden ausweichen musst und gleichzeitig
15:54nicht das Regal mit den Weinflaschen
15:56umstoßen willst, dann musst du
15:58manövrieren.
15:59Das ist ein sehr bildhaftes Wort. Ich
16:01stelle mir vor, wie ich versuche, keinen
16:03Unfall zu bauen. Aber nicht jeder nimmt
16:06ja einen großen Wagen. Wenn ich nur ein
16:08paar Sachen brauche, nehme ich einen
16:10Korb.
16:11Richtig, der Korb ist kleiner und man
16:13trägt ihn. Hier gibt es auch ein
16:15wichtiges Detail. Der Teil, an dem man
16:17den Korb festhält, heißt der Henkel.
16:19Der Henkel? Ist das nicht das gleiche
16:22wie ein Griff?
16:23Fast, ein Griff ist meistens festmtiert
16:26wie an einer Tür. Ein Henkel ist oft
16:28beweglich und gebogen wie bei einem
16:30Eimer, einer Tasse und eben einem
16:32Einkaufskorb. Man greift den Korb am
16:35Henkel.
16:36Okay, der Unterschied ist fein, aber
16:38wichtig. Und ich habe gesehen, dass es
16:40inzwischen auch Körbe gibt, die man
16:42ziehen kann. Ja, das sind diese
16:44Mischformen. Man nennt sie oft Trolleys
16:47oder Rollkörbe. Aber bleiben wir beim
16:49klassischen Korb. Der ist praktisch,
16:51aber er wird schnell schwer. Deshalb
16:53muss man gut überlegen, wie man seine
16:55Waren darin verstaut.
16:57Verstauen ist das letzte Wort, über das
17:00ich heute mit dir sprechen wollte. In
17:03der Geschichte hieß es: "Sie verstaute
17:06die Milch im Korb. Warum sagt man nicht
17:10einfach legen oder packen?
17:13Verstauen impliziert eine gewisse
17:15Ordnung und Sorgfalt. Wenn ich etwas
17:18verstaue, dann packe ich es so weg, dass
17:21es sicher liegt und Platz spart. Man
17:24verstaut das Gepäck im Kofferraum eines
17:27Autos. Im Supermarkt bedeutet es, dass
17:30du die Milch so in den Korb oder Wagen
17:32legst, dass sie nicht umfällt oder die
17:35Bananen zerquetscht.
17:37Das macht Sinn. Es geht also darum, den
17:40Platz effizient zu nutzen.
17:42Genau. Reinwerfen ist chaotisch,
17:45verstauen ist ordentlich.
17:48Das ist eine sehr deutsche
17:49Unterscheidung. Lass uns das kurz
17:52zusammenfassen. Wir haben gelernt, wir
17:55brauchen Pfand für den Wagen. Wir müssen
17:58die Kette entriegeln, indem wir eine
18:01Münze in den Schlitz stecken
18:03oder einen Einkaufswagen Chip.
18:06Richtig. Dann müssen wir den sperrigen
18:08Wagen durch den Laden manövrieren und
18:11wenn wir nur wenig kaufen, nehmen wir
18:14den Henkel am Korb und verstauen unsere
18:17Waren darin sicher.
18:19Das ist eine perfekte Zusammenfassung,
18:21Anna. Diese Wörter sind wirklich
18:23nützlich, nicht nur im Supermarkt,
18:26sondern auch in vielen anderen
18:27Alltagssituationen.
18:29Sperrig werde ich auf jeden Fall in
18:32meinen Wortschatz aufnehmen. Das
18:34beschreibt auch mein Sofa sehr gut. dass
18:37ich neulich umziehen musste.
18:39Da passt es perfekt. Ein Sofa ist der
18:42Inbegriff von Sperrich.
18:44Super, danke für die Erklärungen, Ben.
18:47Im nächsten Teil unseres Podcasts
18:49schauen wir uns an, was passiert, wenn
18:52wir an der Fleischtheke oder beim Gemüse
18:54stehen. Da gibt es sicher auch viele
18:57spezielle Begriffe.
18:59Oh ja, da werden wir über abwiegen,
19:01Haltbarkeit und Bedienung sprechen. Ich
19:04freue mich darauf. Bis zum nächsten Mal.
19:07Tschüss und viel Erfolg beim Deutsch
19:09lernen.
19:12Das bringt uns auch direkt zum
Kapitel 2: Obst & Gemüse (Dialog)
19:14Eingangsbereich, denn in fast allen
19:17deutschen Supermärkten beginnt der
19:20Einkauf mit der Obst und
19:22Gemüseabteilung.
19:23Das ist meistens der bunteste Teil des
19:26Ladens.
19:27Richtig? Und es ist oft auch der Teil,
19:29in dem man die meisten Fehler machen
19:31kann, wenn man das System nicht kennt.
19:33Lass uns über das wichtigste Verb hier
19:35sprechen. Wiegen.
19:37Oh ja, das Wiegen, das ist eine
19:40klassische Falle. In meiner Heimat legen
19:42wir einfach alles in den Einkaufswagen
19:45und die Kassiererin wiegt es an der
19:47Kasse. Aber in Deutschland ist das nicht
19:50immer so, oder? Es kommt darauf an, in
19:53Discountern wird oft an der Kasse
19:55gewogen, aber in großen Supermärkten
19:57gibt es oft eine Waage direkt in der
19:59Abteilung. Du musst deine Äpfel oder
20:02Bananen dort selbst wiegen
20:03und dann bekommt man diesen kleinen
20:06Aufkleber. Wie nennen wir den noch mal?
20:09Das ist das Etikett oder der
20:10Preiszettel. Wenn du an die Kasse gehst
20:13und dieses Etikett fehlt, muss die
20:15Kassiererin aufstehen oder jemanden
20:17rufen. Das kann peinlich werden, weil
20:19alle anderen Kunden warten müssen.
20:21Das stimmt. Die Deutschen lieben
20:24Effizienz an der Kasse. Also erst
20:27wiegen, dann Etikett aufkleben. Aber
20:30Ben, woher weiß ich, ob ich wiegen muss
20:33oder ob der Preis pro Stück gilt?
20:36Das steht meistens am Regal. Dort gibt
20:38es ein Preisschild. Wenn dort pro KG,
20:41also pro Kilogramm steht, musst du
20:44meistens wiegen, außer die Ware ist
20:46schon verpackt. Wenn dort pro Stück
20:48steht, nimmst du es einfach mit. Gurken
20:50werden z.B. oft pro Stück verkauft.
20:53Das ist ein gutes Stichwort. Verpackt
20:56oder unverpackt. Ich sehe in letzter
20:58Zeit immer mehr lose Ware. Das ist ein
21:01wichtiger Begriff für B1 und B2, finde
21:04ich.
21:05Absolut. Lose Ware bedeutet, dass das
21:08Obst oder Gemüse nicht in Plastik
21:10eingepackt ist. Du kannst dir genau
21:12aussuchen, wie viele Karotten oder
21:14Zitronen du möchtest. Das ist besser für
21:16die Umwelt, weil wir weniger Müll
21:18produzieren.
21:19Und dafür nutzen viele Leute jetzt diese
21:21wiederverwendbaren Netze. Richtig, ich
21:24habe meins immer dabei. Wie heißen die
21:27auf Deutsch?
21:28Man nennt sie oft Mehrwegnetze oder
21:30einfach Obstnetze. Mehrweg ist ein
21:33tolles Wort. Es bedeutet, dass man etwas
21:35mehrmals benutzen kann. Das Gegenteil
21:37von Einweg.
21:39Also, wenn ich meine Tomaten kaufe, lege
21:42ich sie in das Mehrwegnetz, gehe zur
21:44Wacke die richtige Taste und klebe das
21:48Etikett auf das Netz.
21:49Perfekt. Aber pass auf, welche Tomaten
21:52du kaufst. Es gibt oft einen großen
21:54Unterschied zwischen Bio und
21:56konventioneller Ware.
21:57Bio ist in Deutschland riesig. Ich habe
22:00das Gefühl, jedes zweite Produkt hat ein
22:03Biosiegel.
22:04Das stimmt. Bio bedeutet, dass das
22:06Produkt aus ökologischer Landwirtschaft
22:08stammt. Keine chemischen Pestizide,
22:11keine Gentechnik. Es ist oft etwas
22:13teurer, aber viele Deutsche legen großen
22:15Wert darauf. Ein anderes wichtiges Wort
22:18in diesem Zusammenhang ist regional.
22:20Regional bedeutet, dass es aus der
22:23Umgebung kommt. Richtig.
22:24Genau. Z.B. Kartoffeln von einem Bauern
22:27aus der Nähe. Das spart Transportkosten
22:29und ist frischer. Wenn wir schon bei
22:32Kartoffeln sind, das ist eine
22:33Wissenschaft für sich in Deutschland.
22:36Oh ja, ich stand neulich vor dem Regal
22:38und war total verwirrt. Es gab drei
22:41verschiedene Sorten, aber sie sahen alle
22:44gleich aus. Da standen Wörter wie
22:46festkossend und mähig. Was bedeutet das?
22:50Das ist für das Kochen sehr wichtig.
22:52Festkochend bedeutet, die Kartoffel
22:54bleibt hart, wenn man sie kocht. Das
22:56brauchst du für Kartoffelsalat oder
22:58Bratkartoffeln. Die Kartoffel fällt
23:00nicht auseinander.
23:01Und mählich?
23:03Mhig. Kochende Kartoffeln werden beim
23:05Kochen sehr weich und zerfallen fast.
23:07Die brauchst du für Kartoffelpüree oder
23:09Suppen. Wenn du die falschen kaufst,
23:11funktioniert dein Gericht vielleicht
23:13nicht.
23:13Und dann gibt es noch vorwiegend
23:16festkochend, oder? Das ist so ein
23:18Mittelding.
23:19Richtig. Das ist der Allrounder. Wenn du
23:22unsicher bist, kauf vorwiegend
23:24festkochend. Damit kann man fast alles
23:26machen.
23:27Gut zu wissen. Lass uns noch kurz über
23:29die Qualität sprechen. Manchmal nehme
23:32ich einen Apfel und er hat eine braune
23:35Stelle. Wie nennt man das?
23:37Das nennt man eine Druckstelle. Das
23:39passiert oft beim Transport. Wenn das
23:41Obst schon sehr weich ist oder schlecht
23:43riecht, dann ist es faul. Aber eine
23:46kleine Druckstelle ist meistens kein
23:48Problem. Man kann sie einfach
23:49wegschneiden.
23:50Und das Gegenteil von faul ist frisch
23:53oder reif.
23:55Gute Unterscheidung. Frisch bedeutet, es
23:57wurde gerade erst geerntet oder in den
23:59Laden gebracht. Reif bedeutet, dass es
24:02bereit zum Essen ist. Eine grüne Banane
24:04ist frisch, aber noch nicht reif. Eine
24:07braune Banane ist überreif.
24:09Ich mag Bananen, wenn sie gelb sind,
24:12aber noch keine braunen Punkte haben.
24:14Benn, was ist mit Kräutern? Die findet
24:17man auch oft in dieser Abteilung.
24:19Ja, oft in kleinen Töpfen oder als Bund.
24:22Ein Bund Petersilie oder Schnittlauch,
24:25das ist auch ein wichtiges Zählwort. Ein
24:27Bund, nicht ein Stück.
24:29Ein Bund Radieschen gibt es auch oft.
24:32Stimmt. Apropos Radieschen und Saison,
24:35ein großes Thema in Deutschland ist
24:37saisonales Einkaufen. Deutsche lieben es
24:40Dinge zu kaufen, die gerade in
24:41Deutschland wachsen.
24:42Wie Spargel im Frühling.
24:45Exakt. Die Spargelzeit ist fast heilig
24:49oder Erdbeeren im Frühsommer.
24:52Wenn du im Dezember Erdbeeren kaufst,
24:54kommen die oft aus Übersee und schmecken
24:57meistens wässrig. Viele Kunden schauen
25:00deshalb auf das Schild, wo das
25:03Herkunftsland steht.
25:05Herkunftsland,
25:07also woher das Produkt kommt, z.B.
25:11Ursprung Spanien oder Ursprung
25:14Deutschland.
25:16Genau, das steht immer auf dem
25:18Preisschild oder auf der Verpackung.
25:21Manchmal steht da auch nur Klasse 1 oder
25:24Klasse 2.
25:26Was bedeutet das? Ist Klasse 1 besser?
25:30Ja, Klasse 1 bedeutet, das Obst oder
25:33Gemüse ist optisch fast perfekt. Klasse
25:372 darf kleine Fehler haben. Z.B. darf
25:40die Gurke etwas krumm sein.
25:42Geschmacklich ist es aber oft genau das
25:44gleiche.
25:45Das ist ein guter Tipp, um Geld zu
25:47sparen. Klasse 2 ist oft billiger, oder?
25:51Meistens ja. Wo wir beim Sparen sind, es
25:54gibt oft Angebote, die sind meistens rot
25:58markiert oder man kauft Produkte, die
26:00kurz vor dem Verfallsdatum sind. Aber
26:03bei Obst sieht man das ja eher, als dass
26:06man es liest. Ich habe noch eine Frage
26:09zur Höflichkeit.
26:10Darf ich das Obst anfassen, um zu
26:13prüfen, ob es reif ist? Z.B. bei einer
26:16Avocado?
26:17Das ist ein sensibles Thema.
26:20Vorsichtiges Drücken ist okay, aber man
26:23sollte nicht jedes Stück Obst anfassen
26:25und wieder zurücklegen. Das gilt als
26:28unhygienisch. Besonders in Zeiten von
26:30Viren achten die Leute sehr darauf.
26:33Also Augen auf und nur anfassen, was man
26:37wahrscheinlich auch kaufen will.
26:39Besser ist das. Und noch etwas
26:41Praktisches, wenn du Pilze kaufst,
26:44Champignons z.B., nimmst du dafür keine
26:47Plastiktüte.
26:48Warum nicht? Weil sie in Plastik schnell
26:51schwitzen und schlecht werden. Dafür
26:54gibt es oft kleine Papiertüten direkt
26:56neben den Pilzen. Papier lässt die Pilze
26:59atmen.
27:00Ah, diese braunen Papiertüten. Ich habe
27:03mich immer gefragt, warum die nur dort
27:05liegen. Das macht Sinn. Siehst du, der
27:09Supermarkt ist voller kleiner Regeln und
27:11Systeme, aber wenn man die Vokabeln
27:14kennt, wiegen, lose Ware, festkochend,
27:18reif, dann fühlt man sich viel sicherer.
27:21Auf jeden Fall. Ich glaube, ich werde
27:24beim nächsten Mal viel genauer auf die
27:26Schilder schauen, besonders bei den
27:28Kartoffeln. Ich will nie wieder Püree
27:31machen, das sich wie Kaugummi anfühlt,
27:33nur weil ich die falschen Kartoffeln
27:35hatte. Das passiert dir jetzt nicht
27:37mehr. Wir haben also unseren
27:39Einkaufswagen jetzt voll mit frischem
27:42Obst und Gemüse. Wir haben gewogen, das
27:45Etikett geklebt und auf die Herkunft
27:48geachtet.
27:49Und wir haben unser Mehrwegnetz benutzt.
27:52Der gesunde Teil des Einkaufs ist
27:54erledigt. Aber ein Supermarkt hat ja
27:57noch viel mehr zu bieten als nur
27:59Vitamine. Das stimmt. Nach dem Obst und
28:02Gemüse kommt in der typischen
28:04Supermarktlogik oft die Kühltheke oder
28:07das Brotregal. Aber bevor wir
28:10weitergehen, sollten wir das Vokabular,
28:12das wir gerade benutzt haben, noch
28:14einmal genau analysieren.
28:16Gute Idee. Wir haben viele spezifische
28:20Begriffe benutzt, die für das Niveau B1
28:23und B2 essentiell sind. Lass uns diese
28:26Wörter und die Grammatik dahinter im
28:28nächsten Teil genauer betrachten.
28:31Alles klar? Dann schließen wir die
28:33Abteilung Obst und Gemüse hiermit ab und
28:36schauen uns die Sprache im Detail an.
28:41Willkommen zurück, liebe Zuhörerinnen
Analyse 2: Lose Ware, wiegen, regional & reif
28:44und Zuhörer. Wir sind immer noch im
28:47Supermarkt, aber wir verlassen jetzt den
28:50Eingangsbereich. Genau. Nachdem wir uns
28:54einen Einkaufswagen geholt haben, gehen
28:56wir meistens direkt in die erste große
28:59Abteilung. Das ist fast immer die Obst
29:02und Gemüseabteilung.
29:04Das ist mein Lieblingsteil.
29:06Es ist so bunt und riecht meistens sehr
29:09frisch. Aber wenn, hier gibt es wirklich
29:13viele spezielle Wörter. Wenn ich z.B.
29:16Äpfel kaufen will, liegen die oft
29:19einfach so da, ohne Verpackung. Wie
29:22nennt man das genau?
29:24Das ist ein sehr wichtiger Begriff. Man
29:26nennt das lose Warare. Das Wort lose
29:30bedeutet hier, dass die Produkte nicht
29:32fest verpackt sind. Du kannst dir also
29:35genau aussuchen, ob du einen, zwei oder
29:38fünf Äpfel haben möchtest.
29:40Ah, verstehe. Das Gegenteil wäre dann
29:44abgepackt. Richtig.
29:45Korrekt.
29:46Oft sieht man das bei Kartoffeln oder
29:49Orangen. Die sind oft in einem Netz oder
29:52einer Schale abgepackt. Aber bei der
29:54Losenware gibt es eine Herausforderung
29:57für Deutschler, das Wiegen.
29:59Oh ja, das Wiegen, das stresst mich
30:02manchmal. Ich stehe vor der Waage und
30:06weiß nicht, was ich tun muss.
30:08Bleiben wir kurz bei dem Wort die Waage.
30:10Das ist das Gerät, mit dem man das
30:12Gewicht misst. In vielen deutschen
30:15Supermärkten gibt es eine sogenannte
30:17Selbstbedienungswaage.
30:19Selbstbedienung heißt, ich muss es
30:21selbst machen oder da kommt kein
30:24Verkäufer.
30:25Genau. Du legst deine lose Ware, also
30:28deine Bananen oder Tomaten, auf die
30:30Waage, dann musst du die richtige Nummer
30:33drücken. Am Ende kommt ein kleiner
30:35Zettel aus der Maschine. Wie nennen wir
30:38diesen Zettel?
30:39Ich würde sagen der Aufkleber. Das kann
30:42man sagen. Aber das präzisere Wort im
30:45Handel ist das Etikett. Auf dem Etikett
30:49stehen der Preis, das Gewicht und oft
30:51auch ein Barcode. Und ganz wichtig ist
30:54das Verb dazu. Du musst das Etikett auf
30:57die Tüte kleben.
30:59Okay. Also, ich nehme lose Ware, lege
31:03sie auf die Waage, drücke das Etikett
31:06und klebe es auf. Aber wenn, manchmal
31:09sehe ich Schilder mit Wörtern wie Saison
31:13oder Region, sind das Vokabelen, die man
31:16unbedingt braucht?
31:18Auf jeden Fall, Anna. Das ist für viele
31:20Deutsche sehr wichtig. Wenn auf einem
31:23Schild saisonal steht, bedeutet das,
31:26dass dieses Obst oder Gemüse genau jetzt
31:28in dieser Jahreszeit wächst.
31:31Also z.B. Erdbeeren im Sommer und Kürbis
31:34im Scherbst.
31:36Exakt. Das Gegenteil wäre Importware.
31:39Das sind Produkte, die aus anderen
31:41Ländern eingeführt werden, oft mit
31:43langen Transportwegen.
31:45Und dann gibt es noch das Wort regional.
31:49Das bedeutet sicher, dass es aus der
31:51Nähe kommt.
31:52Richtig, regional heißt, es kommt aus
31:55der Umgebung, also nicht vom anderen
31:57Ende der Welt. Viele Kunden achten
31:59darauf, um die Umwelt zu schonen. Es
32:02gibt da noch ein schwieriges Wort, das
32:04oft auf den Preisschilgern steht. Das
32:07Herkunftsland.
32:08Herkunftsland klingt sehr offiziell. Das
32:12ist einfach das Land, woher der Apfel
32:14kommt, oder?
32:16Ganz genau. Die Herkunft, z.B.
32:19Herkunftsland Spanien oder Herkunftsland
32:22Deutschland.
32:23Okay, lass uns mal über die Qualität
32:26sprechen. Manchmal fasse ich eine
32:29Avocado an und sie ist steinhart.
32:32Manchmal ist sie ganz weich. Welche
32:35Wörter brauche ich, um den Zustand zu
32:37beschreiben?
32:38Das wichtigste Wort hier ist reif. Wenn
32:42eine Frucht reif ist, schmeckt sie am
32:44besten und man kann sie essen.
32:46Und wenn sie noch hart ist,
32:48dann ist sie unreif. Bei manchen
32:51Früchten wie Bananen oder Avocados kann
32:54man sie unreif kaufen und zu Hause
32:56nachreifen lassen. Das ist ein schönes
32:59Werb, nachreifen. Es bedeutet, dass sie
33:02zu Hause langsam weich und essbar
33:04werden.
33:05Aber was ist, wenn das Obst nicht mehr
33:07gut aussieht, wenn z.B. ein Apfel
33:10heruntergefallen ist und jetzt eine
33:12braune Stelle hat?
33:14Das nennt man eine Druckstelle. Das
33:16passiert, wenn Druck auf das Obst
33:18ausgeübt wurde. Eine Druckstelle sieht
33:21nicht schön aus, aber oft kann man den
33:23Rest noch essen. Wenn es aber wirklich
33:26schlecht ist, also wenn es schimmelt
33:28oder faul riecht, dann ist es verdorben.
33:32Verdorben ist ein starkes Wort, das
33:35heißt, ich muss es wegwerfen.
33:37Leider ja. In guten Supermärkten
33:39kontrolliert das Personal die Auslage
33:42regelmäßig. Warte, die Auslage, das Wort
33:46kenne ich noch nicht.
33:47Die Auslage bezeichnet die Präsentation
33:50der Waren, also wie das Obst und Gemüse
33:53in den Kisten und Regalen liegt. Eine
33:56ordentliche Auslage sieht attraktiv aus
33:58und verführt zum Kauf.
34:00Verstehe. Sag mal, Ben, ich sehe oft
34:04auch ein Schild mit dem Wort Verzehr,
34:06z.B. zum baldigen Verzehr geeignet. Das
34:11klingt sehr formell. Das ist B2 C1
34:14Niveau absolut. Verzehr ist das Nomen zu
34:17verzehren, was ein gehobenes Wort für
34:20Essen ist. Wenn dort steht verzehr
34:23fertig, dann heißt das du kannst es
34:25sofort essen. Das steht oft auf
34:27Packungen mit geschnittenem Salat oder
34:30Obstsalat.
34:31Ah, praktisch. Verzehrfertig, merke ich
34:34mir für meine Mittagspause.
34:37Es gibt noch ein Thema in dieser
34:39Abteilung, das oft Fragen aufwirft. Bio.
34:42Oh ja, Bio ist die Abkürzung für
34:45biologisch. Das bedeutet, dass beim
34:48Anbau keine chemischen
34:49Pflanzenschutzmittel benutzt wurden. Ein
34:52wichtiges Wort in diesem Zusammenhang
34:54ist Pestizide.
34:55Pestizide
34:57sind das Gift gegen Insekten. Richtig?
35:02Genau. Bioprodukte sind meistens frei
35:06von synthetischen Pestiziden.
35:09Manchmal liest man auch aus kontrolliert
35:13biologischem Anbau. Das ist der
35:16offizielle lange Ausdruck.
35:19Und wenn es kein Bio ist, wie nennt man
35:23das normale Obst?
35:25Das nennt man konventionelle Ware.
35:29Konventionell heißt hier ganz normaler
35:33Standard, so wie es üblicherweise
35:36gemacht wird. Oft sind konventionelle
35:40Produkte billiger als Bioprodukte.
35:44Da muß man sich also entscheiden.
35:47Sag mal, Ben, manchmal sehe ich Kräuter
35:50wie Basilikum oder Petersilie nicht
35:54abgeschnitten, sondern in einem kleinen
35:57Plastiktopf mit Erde. Das nennt man
36:01Topfkräuter.
36:03Der Vorteil ist, dass sie länger frisch
36:06bleiben, weil sie noch leben. Du kaufst
36:09also die ganze Pflanze.
36:12Das finde ich super, dann kann ich immer
36:15nur ein paar Blätter abzupfen.
36:18Ein letztes Wort habe ich noch auf
36:20meiner Liste für diese Abteilung. Das
36:23Sortiment.
36:25Das lese ich oft in der Werbung. Unser
36:28großes Sortiment.
36:30Ein sehr gutes Wort zum Abschluss. Das
36:33Sortiment bedeutet die Gesamtheit aller
36:37Waren, die ein Geschäft anbietet. Wenn
36:41ein Supermarkt ein großes Obstsortiment
36:44hat, dann gibt es dort sehr viele
36:47verschiedene Sorten zur Auswahl, von
36:50Äpfeln über Mangos bis hin zu Papayas.
36:55Also Auswahl und Angebot. Richtig, ein
36:59breites Sortiment bedeutet viel Auswahl.
37:04Super, ich fasse kurz zusammen, was ich
37:07gelernt habe. Ich nehme lose Ware aus
37:11der Auslage, lege sie auf die
37:14Selbstbedienungswa,
37:16drucke das Etikett. Ich achte darauf, ob
37:19es regional ist und ob es keine
37:23Druckstellen hat. Perfekt
37:25zusammengefasst, Anna. Du bist jetzt ein
37:28Profi in der Obstabteilung.
37:31Danke, Ben. Aber unser Einkauf ist noch
37:34nicht fertig. Wir haben Vitamine, aber
37:37wir brauchen noch Brot und vielleicht
37:40etwas Wurst oder Käse. Das stimmt.
37:44Deshalb gehen wir im nächsten Teil
37:46weiter zur Bedientheke und zu den
37:49Backwaren. Da gibt es nämlich ganz
37:52andere sprachliche Herausforderungen.
37:55Ich bin gespannt. Bleibt dran, liebe
37:58Zuhörer.
Kapitel 3: Brot & Backwaren (Dialog)
38:02Das bringt uns zu einem der wohl
38:04verführerischsten Orte im ganzen
38:06Supermarkt. Riechst du das, Ben? Dieser
38:10Duft ist unverkennbar.
38:12Absolut, das ist der Duft von frischem
38:15Brot und warmen Brötchen. Wir sind jetzt
38:18in der sogenannten Backstation oder dem
38:21Backshop. Das ist ein sehr wichtiger
38:24Teil des deutschen Supermarkts.
38:26Ich liebe diesen Bereich, aber er kann
38:29auch ein bisschen stressig sein, finde
38:31ich.
38:32Es gibt so viele verschiedene Sorten und
38:35man muss wissen, wie man sich benimmt.
38:37Es ist ja meistens Selbstbedienung,
38:39richtig?
38:40Genau. Selbstbedienung ist hier das
38:42Stichwort. Anders als in einer
38:45traditionellen Weäckerei, wo eine
38:47Verkäuferin oder ein Verkäufer dich
38:49bedient, musst du hier selbst aktiv
38:51werden. Und das wichtigste Werkzeug
38:54dabei ist die Zange.
38:55Die Zange, das ist dieses lange
38:58Greifwerkzeug aus Metall oder Plastik,
39:01das an einer Schnur hängt. Ich sehe oft
39:04Leute, die versuchen, die Brötchen mit
39:06der Hand zu nehmen. Das ist ein
39:08absolutes Tabu, oder? Ja, das ist
39:11hygienisch gesehen ein großes Problem.
39:14Die Regel lautet: "Was du anfasst, musst
39:17du auch kaufen. Deshalb benutzen wir
39:19immer die Zange oder falls vorhanden
39:22Einweg Handschuhe. Aber meistens sind es
39:25Zangen. Du nimmst die Ware damit aus dem
39:27Fach der sogenannten Auslage und legst
39:31sie direkt in deine Tüte.
39:33Apropos Auslage, laß uns mal über die
39:36Auswahl sprechen. Für jemanden, der neu
39:39in Deutschland ist, kann das Regal wie
39:41eine Wand aus braunen Klumpen aussehen.
39:44Aber es gibt riesige Unterschiede. Was
39:47sehen wir hier?
39:48Nun, Deutschland ist ja bekannt als das
39:51Land des Brotes. Grundsätzlich
39:53unterscheiden wir zwischen dem hellen
39:55Brot wie Weißbrot oder Toastbrot und dem
39:58dunklen Brot. Hier im Regal siehst du
40:01z.B. Das klassische Mischbrot. Das ist
40:04eine Mischung aus Weizen und Roggenmehl.
40:07Es ist das Standardbrot für viele
40:09Deutsche. Und dann gibt es die ganz
40:11dunklen schweren Brote wie dieses hier.
40:14Das sieht sehr kompakt aus.
40:16Das ist ein Vollkornbrot oder vielleicht
40:19sogar ein Pumpernickel. Beim
40:21Vollkornbrot wird das ganze Korn
40:24vermalen, was es sehr gesund und
40:26ballaststoffreich macht. Es hält lange
40:28satt. Viele Deutsche essen das zum
40:31Abendbrot. Es ist viel fester als das
40:33Brot, das man vielleicht aus Südeuropa
40:36oder Amerika kennt. Stimmt. Wenn man
40:39darauf drückt, gibt es kaum nach. Aber
40:41sag mal, Ben, was ist mit dieser lauten
40:44Maschine dort in der Ecke? Die macht mir
40:47immer ein bisschen Angst.
40:48Ah, die Brotschneidemaschine.
40:51Ein faszinierendes Gerät. In vielen
40:54Supermärkten kaufst du den ganzen
40:56Leibbrot, aber du kannst ihn direkt vor
40:59Ort schneiden lassen. Das ist sehr
41:01praktisch, wenn man zu Hause kein gutes
41:03Brotmesser hat.
41:04Wie bedient man die? Ich stehe oft davor
41:07und weiß nicht, welchen Knopf ich
41:08drücken soll.
41:10Es ist eigentlich ganz logisch
41:11aufgebaut. Zuerst öffnest du die Klappe
41:14und legst das Brot hinein. Dann schließt
41:17du die Klappe, das ist wichtig, sonst
41:19startet die Maschine aus
41:20Sicherheitsgründen nicht. Und dann
41:22wählst du die Dicke der Scheiben.
41:24Welche Dicke ist denn normal?
41:26Meistens gibt es Tasten wie 8 mm, 10 mm
41:31oder 12 mm. Für ein saftiges Schwarzbrot
41:34empfehle ich 8 oder 10 mm. Wenn die
41:38Scheiben zu trocken sind, schmeckt es
41:40manchmal zu trocken. Für ein weiches
41:42Stutenbrot oder Weißbrot kann man auch
41:4512 mm nehmen.
41:46Doch zu wissen. Und dann rattert die
41:48Maschine los und das Brot kommt
41:50geschnitten auf der anderen Seite
41:52heraus. Aber Vorsicht, man muss die Tüte
41:55schon bereit halten, um die Scheiben
41:57ordentlich hineinzuschieben, sonst
41:59fallen alle Scheiben um und man hat ein
42:02Chaos.
42:03Richtig, das erfordert ein bisschen
42:05Geschicklichkeit. Aber lass uns von den
42:07großen Broten zu den kleinen Dingen
42:10kommen, den Brötchen.
42:12Oh ja, Brötchen sind mein Favorit fürs
42:14Frühstück am Wochenende, aber hier gibt
42:17es auch so viele Namen. In Bayern sagen
42:19sie Semmel, in Berlin Schrippe. Was
42:22steht denn hier auf den Schildern im
42:24Supermarkt?
42:25Im Supermarkt wird meistens der
42:27hochdeutsche Begriff Brötchen verwendet,
42:29um Verwirrung zu vermeiden. Aber du hast
42:32recht, die regionalen Unterschiede sind
42:34spannend. Hier sehen wir die einfachen
42:37Weizenbrötchen. Die sind heil, knusprig
42:40und innenweich. Sie sind meistens die
42:42günstigsten.
42:43Und daneben liegen die, die etwas
42:46gesünder aussehen. Die mit den vielen
42:48Körnern drauf.
42:49Genau, das sind Körnerbrötchen oder
42:52Mehrkornbrötchen.
42:53Oft sind da Sonnenblumenkerne,
42:55Kürbiskerne oder Mond drauf.
42:58Mondbrötchen sind sehr beliebt, aber
43:01pass auf, danach hast du oft kleine
43:03schwarze Punkte zwischen den Zähnen.
43:05Ein wichtiger Tipp für das erste Date.
43:08Und was ist das hier? Das sieht aus wie
43:10ein Knoten mit Salz drauf.
43:13Das ist eine Laugenbrezel oder manchmal
43:15auch Laugenstange. Das Gebäck wird vor
43:18dem Backen in Natronlauge getaucht.
43:20Dadurch bekommt es diese kastanienbraune
43:23Farbe und den speziellen Geschmack. Dazu
43:26gehört meistens grobes Salz. Viele Leute
43:29kratzen das Salz ab, wenn es ihnen zu
43:31viel ist.
43:32Schuldig, ich mache das auch manchmal.
43:35Sag mal, Ben, wie ist das eigentlich mit
43:37dem Bezahlen? Bei Obst und Gemüse müssen
43:40wir oft wiegen. Muss ich mein Brot auch
43:42wiegen?
43:43Nein, in der Backstation funktioniert
43:46das anders. Hier geht es fast immer nach
43:49Stückzahl. Du wiegst das Brot nicht.
43:52Jedes Produkt hat einen festen Preis pro
43:54Stück.
43:56Aber an der Kasse fragen Sie mich immer,
43:58was ist das?
43:59Ja, das ist eine klassische Situation.
44:02Die Kassierer können durch die Tüte oft
44:05nicht genau sehen, ob es ein normales
44:07Brötchen oder ein teureres
44:09Körnerbrötchen ist. Deshalb haben die
44:11Tüten oft ein kleines Sichtfenster aus
44:14durchsichtigem Plastik. Oder du sagst es
44:17einfach, ich habe zwei
44:19Weltmeisterbrötchen und ein Croissant.
44:22Weltmeisterbrötchen.
44:23Das ist auch so ein lustiges Wort.
44:25Klingt sehr sportlich.
44:27Das ist ein Mehrkornbrötchen, das unten
44:30mit Mond und oben mit Sesam bestreut
44:32ist. Es ist sehr populär, aber wir
44:35sollten den süßen Bereich nicht
44:37vergessen, die süßen Teilchen.
44:40Oh, jetzt wird es gefährlich für meine
44:42Diät. Ich sehe Schokroissants, Donuts
44:45und diese runden Dinger mit Marmelade
44:47drin.
44:48Das sind Berliner oder Pfannkuchen oder
44:51Krapfen, je nachdem wo in Deutschland du
44:54bist. Im Supermarkt heißen sie meistens
44:57Berliner. Sie sind mit Puderzucker
44:59bestäubt und mit Konfitüre gefüllt. Ein
45:02Klassiker, besonders zu Silvester oder
45:05Karneval, aber im Supermarkt gibt es sie
45:08das ganze Jahr.
45:09Und diese flachen schneckenförmigen
45:11Teile? Das sind oft Puddingbreetzeln
45:14oder Rosinenschnecken.
45:16Das fällt alles unter den Begriff
45:18Plundergeb. Der Teig ist blättrig und
45:21süß. Viele Leute kaufen sich so ein
45:23Teilchen als schnellen Snack für
45:25zwischendurch direkt auf die Hand.
45:28Auf die Hand bedeutet, man isst es
45:30sofort ohne Teller und Besteck. Richtig?
45:33Genau. Es ist ein to go Essen. Aber
45:36zurück zur Supermarktetikette. Es gibt
45:39noch eine Sache, die man beachten muss,
45:41wenn man Brot kauft, das schon verpackt
45:43ist. Also nicht aus der Backstation,
45:46sondern aus dem Regal daneben.
45:48Du meint das abgepackte Toastbrot oder
45:51das geschnittene Schwarzbrot in der
45:53Plastikverpackung?
45:54Richtig, hier ist ein Wort entscheidend.
45:57Das Mindesthaltbarkeitsdatum,
46:00oft abgekürzt als MHD.
46:03Das Datum, das auf dem kleinen weißen
46:05Clip steht, mit dem die Tüte
46:06verschlossen ist.
46:08Exakt. Bei frischem Brot aus der
46:10Backstation solltest du es innerhalb von
46:12zwei bis drei Tagen essen, sonst wird es
46:15hart oder schimmlig. Das verpackte Brot
46:18hält oft viel länger, manchmal Wochen,
46:21aber achte auch das Datum. Und noch ein
46:24Wort zum Toastbrot. In Deutschland wird
46:27Toast fast nie ungetoastet gegessen. Es
46:30gilt als Rohware, die erst in den
46:32Toaster muss. Das habe ich gelernt. Ein
46:35ungetastetes Toastbrot ist laberig und
46:38schmeckt nach nichts. Aber ein richtiges
46:40deutsches Graubrot schmeckt auch ohne
46:42Toasten super.
46:44Absolut. Ein gutes Graubrot braucht nur
46:46etwas Butter. Was uns zu einem
46:49interessanten kulturellen Punkt bringt,
46:51die Kruste.
46:52Die Kruste ist der harte Rand, richtig?
46:55Und das Innere nennt man, wie war das
46:57Wort?
46:58Die Krume. K R U M E. Die Deutschen
47:03lieben eine knackige feste Kruste. Wenn
47:06ein Brot zu weich ist, gilt es oft als
47:08schlechte Qualität. Manchmal sieht man
47:11Leute im Supermarkt, die mit der Zange
47:13leicht auf das Brot drücken, um zu
47:15prüfen, ob die Kruste noch Cross ist.
47:18Cross, das ist ein tolles Adjektiv. Es
47:20bedeutet knusprig und trocken, so dass
47:23es ein Geräusch macht, wenn man
47:24hineinbeißt.
47:26Ein weiches Baguette ist lecker, aber
47:28ein deutsches Bauernbrot muss cross
47:30sein.
47:31Absolut. Ein gutes Graubrot braucht nur
47:34etwas Butter, was uns zu einem
47:36interessanten kulturellen Punkt bringt,
47:38die Kruste.
47:39Okay, ich fasse mal zusammen, was ich
47:42heute in meinen Einkaufswagen lege. Ein
47:45halbes Mischbrot, bitte geschnitten, auf
47:4710 mm, zwei Körnerbrötchen für das
47:50Frühstück und vielleicht ein
47:52Schokroissant als Belohnung. Klingt nach
47:55einem guten Plan und vergiss nicht, die
47:58Zange zu benutzen und die Nummer oder
48:00den Namen des Brötchens an der Kasse
48:02parat zu haben.
48:03Werde ich machen. Aber Ben, jetzt haben
48:06wir all dieses wunderbare Brot, aber es
48:09ist noch so trocken. Wir brauchen etwas,
48:11dass wir darauf legen können. Butter
48:13reicht mir heute nicht.
48:14Da hast du recht. Brot ist in
48:16Deutschland nur die halbe Miete. Was
48:19drauf kommt, ist genauso wichtig. Der
48:21Belag. Dann lass uns den herrlichen Duft
48:24der Bäckerei verlassen. Wir gehen weiter
48:26in den kühleren Teil des Supermarkts.
48:29Mir wird schon ganz kalt, wenn ich nur
48:30daran denke.
48:31Dann ziehen wir uns mal warm an. Wir
48:34gehen nämlich jetzt zu den Kühlregalen
48:36und zur Frischheke. Dort schauen wir uns
48:39an, was man alles auf das Brot legen
48:41kann.
48:42Das bringt uns direkt zur Analyse der
48:44wichtigsten Begriffe für Milchprodukte,
48:46Wurst und Käse.
48:50Willkommen zurück zu unserem Sprachkurs
Analyse 3: Vollkorn, Kruste, Zange & MHD
48:53im Supermarkt. Wir sind immer noch in
48:55den Gängen unterwegs. Ben, kannst du das
48:58riechen?
48:59Hallo Anna. Ja, absolut. Dieser Duft ist
49:03unverwechselbar. Wir näheren uns Kapitel
49:063: Brot und Backwaren.
49:09M Ich liebe diesen Geruch. Für mich ist
49:12das der beste Teil des Supermarkts, aber
49:15ehrlich gesagt, Ben, stehe ich oft vor
49:17dem Regal und bin total überfordert. Es
49:20gibt einfach zu viele Sorten.
49:23Das ist typisch für Deutschland. Brot
49:25ist hier nicht nur eine Beilage. Es ist
49:27ein Grundnahrungsmittel.
49:30Das ist unser erstes wichtiges Wort für
49:31heute. Ein Grundnahrungsmittel ist
49:34etwas, dass man fast jeden Tag isst, wie
49:37Wasser, Milch oder eben Brot.
49:40Grundnahrungsmittel.
49:42Okay, das verstehe ich. Aber wenn ich
49:45vor dem Regal stehe, sehe ich Wörter wie
49:48Vollkorn, Meerkorn oder Roggen. Wo ist
49:52da der Unterschied?
49:53Das ist eine sehr gute Frage, Anna.
49:56Fangen wir mit dem Vollkornbrot an. Das
49:59ist ein Wort auf B2 oder sogar C1
50:02Niveau, wenn man es genau erklären will.
50:04Vollkorn bedeutet, dass das ganze Korn
50:07des Getreides verwendet wurde, also auch
50:09die Schale.
50:10Ah, deshalb ist es meistens dunkler und
50:13fester.
50:14Ganz genau. Es gilt als sehr gesund,
50:16weil es viele Ballaststoffe hat. Und
50:18hier müssen wir aufpassen. Es gibt auch
50:20das Wort Meerkornbrot.
50:23Das klingt ähnlich, bedeutet aber etwas
50:25anderes.
50:26Wirklich? Ich dachte immer, das ist
50:28dasselbe.
50:29Nein, leider nicht. Mehr Korn heißt nur,
50:32dass verschiedene Sorten Getreide drin
50:34sind, z.B. Weizen, Roggen und Hafer.
50:37Aber es muss nicht unbedingt Vollkorn
50:40sein. Es kann auch aus weißem Mehl
50:42gemacht sein und nur dunkel gefärbt
50:44werden.
50:45Das ist ja ein richtiger Marketingtrick.
50:48Gut zu wissen. Also, Vollkorn ist das
50:51mit dem ganzen Korn. Und was ist mit
50:54Roggen?
50:55Der Roggen ist eine Getreidesorte, die
50:57in Deutschland sehr beliebt ist.
50:59Roggenbrot schmeckt kräftiger und ist
51:01etwas säuerlich. Das bringt uns zu einem
51:04Wort, das viele Deutschler verwirrt. Der
51:06Sauerteig.
51:08Oh ja, Sauerteig. Das steht fast überall
51:11drauf. Was macht den Teig sauer?
51:14Zitrone.
51:15Nein, keine Zitrone. Sauerteig entsteht
51:18durch Fermentation. Man lässt Mehl und
51:21Wasser stehen, bis sich
51:22Milchsäurebakterien bilden. Das macht
51:24das Brot haltbar und aromatisch. Wenn du
51:27also Sauerteigbrot liest, weißt du, das
51:30hat einen kräftigen Geschmack und eine
51:32feste Struktur.
51:34Okay, Struktur ist ein gutes Stichwort.
51:37Ich mag mein Brot nämlich nicht weich
51:39wie Toast. Ich mag es, wenn es Krach
51:41macht beim Reinbeißen.
51:43Dann suchst du ein Brot, das knusprig
51:45ist. Knusprig beschreibt dieses Gefühl,
51:48wenn etwas hart und trocken ist und beim
51:51Kauen knackt.
51:52Knusprig, ein schönes Wort. Und der
51:55harte Teil außen am Brot, wie heißt der?
51:58Das ist die Kruste. Ein gutes deutsches
52:01Brot hat eine harte, knusprige Kruste
52:03und innen ist es weich. Das Innere nennt
52:06man übrigens die Krume, aber das ist ein
52:09sehr spezifisches Wort, dass man im
52:11Alltag selten braucht. Kruste ist
52:13wichtiger.
52:14Alles klar. Jetzt lass uns mal über die
52:16Situation im Supermarkt sprechen. Es
52:19gibt ja zwei Bereiche. einmal die
52:21abgepackten Brote im Regal und dann
52:24diese gläsernen Boxen, wo die frischen
52:26Brötchen liegen.
52:28Richtig, diese Boxen nennen wir oft SB
52:30Backstation. SB steht für
52:33Selbstbedienung. Das heißt, es gibt
52:35keinen Verkäufer dort. Du nimmst dir die
52:37Ware selbst. Und da habe ich schon oft
52:40Leute gesehen, die einen Fehler machen.
52:43Sie greifen einfach mit der Hand hinein.
52:45Oh, das ist ein absolutes Tabu. Dafür
52:48gibt es die Zange. Das ist dieses
52:50Werkzeug aus Metall oder Plastik, mit
52:53dem man das Brot greift.
52:55Die Zange, das muss ich mir merken. Also
52:58niemals die Hände benutzen, immer die
53:01Zange nehmen. Das hat mit Hygiene zu
53:03tun, oder? Genau. Manchmal liegt da auch
53:06ein Handschuh aus Plastik, aber meistens
53:09benutzt man die Zange. Dann schiebt man
53:11das Brot oder die Brötchen auf die
53:12Ablage und tut sie in eine Tüte.
53:15Apropos Brötchen, in manchen Regionen
53:18heißen die ja anders, oder? Schrippen,
53:21Weckle, Semmeln.
53:22Ja, das ist ein weites Feld. Aber im
53:25Hochdeutsch und im Supermarkt versteht
53:27jeder das Brötchen. Ein anderes
53:30wichtiges Wort in der Backstation ist
53:32das Teilchen oder das Gebäck.
53:34Teilchen klingt süß wie ein kleines
53:37Teil.
53:38Das ist es auch. Ein Teilchen ist oft
53:40ein süßes Gebäck. Z.B. eine Schnecke mit
53:43Zuckergluss oder ein Plunder mit
53:45Pudding. Wenn du also etwas Süßes zum
53:47Kaffee suchst, schaust du bei den
53:49Teilchen oder beim Süßgebäck.
53:51Jetzt habe ich Hunger. Aber zurück zum
53:54Brot. Manchmal kaufe ich ein großes
53:57Brot, aber ich habe kein gutes Messer zu
53:59Hause. In vielen Supermärkten steht so
54:02eine große laute Maschine.
54:04Die Brotschneidemaschine, ein sehr
54:07nützliches Gerät. Da kannst du
54:08entscheiden, wie dick die Scheiben sein
54:10sollen.
54:11Da gibt es eine wichtige Unterscheidung,
54:13die ich neulich gelernt habe. Am Stück
54:16und geschnitten.
54:17Sehr wichtig. Wenn du an einer Theke mit
54:20Bedienung kaufst, fragt die Verkäuferin
54:22oft, möchten Sie es am Stück oder
54:24geschnitten? Am Stück bedeutet, du
54:26nimmst das ganze Brot so mit, wie es
54:28ist.
54:29Und geschnitten heißt, es kommt in die
54:32Maschine. Ich kaufe es lieber
54:35geschnitten. Aber sag mal, Ben, wie
54:38heißt eigentlich die Einheit für ein
54:41ganzes Brot? Sagt man ein Stück Brot?
54:45Nein, wenn du das ganze runde oder ovale
54:49Brot meinst, sagt man ein Leib. L A I B.
54:54Ein Leibbrot. Das ist ein altes Wort,
54:57aber wir benutzen es immer noch. Du
55:00kaufst also einen Leibbrot und zu Hause
55:03isst du eine Scheibebrot.
55:06Ein Leib und eine Scheibe. Gut. Und wenn
55:09ich das Brot kaufe, sehe ich oft ein
55:13Datum auf der Packung. Da steht
55:15mindestens haltbar bis.
55:18Das ist das berühmt berüchtigte
55:20Mindesthaltbarkeitsdatum,
55:23oft abgekürzt als MHD. Das ist B2 C1
55:27Wortschatzp, weil es ein sehr langes
55:30zusammengesetztes Nomen ist.
55:32Kannst du das zerlegen?
55:34Gerne. Mindest kommt von mindestens,
55:38also wenigstens.
55:40Haltbarkeit bedeutet, wie lange etwas
55:43gut bleibt, also frisch und essbar. Und
55:47Datum ist klar,
55:48also das Datum bis zu dem das Brot
55:51mindestens frisch bleibt.
55:54Genau. Viele Leute werfen Lebensmittel
55:56weg, sobald dieses Datum erreicht ist.
55:59Aber bei mindestens haltbar bis ist das
56:02Produkt oft auch noch Tage später gut.
56:05Man muss es nur prüfen, riechen und
56:07ansehen. Anders ist es bei zu
56:10verbrauchen biss. Das steht auf Fleisch,
56:12das ist eine strikte Grenze. Aber bei
56:15Brot und Backwaren ist das MHD eher eine
56:18Orientierung.
56:20Das ist ein guter Tipp gegen
56:21Verschlendung. Sag mal, gibt es noch ein
56:25Wort für altes Brot, wenn ich es
56:27vergessen habe und es hart wie Stein
56:30ist? Dann sagen wir, das Brot ist
56:33Altbacken. Das bedeutet, es ist nicht
56:35mehr frisch, es ist trocken und hart.
56:38Altbacken, das klingt lustig, als ob es
56:41alt gebacken wäre.
56:43Ja, so ungefähr. Übrigens, noch ein Wort
56:46zur Konsistenz. Manche Brote haben
56:49Körner oben drauf oder im Teig. Das sind
56:52Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne. Das
56:55macht das Brot kernig. Kernig ist also
56:59ein Adjektiv für es sind viele Kerne
57:02drin und man muss gut kauen.
57:04Richtig. Ein kerniges Vollkornbrot ist
57:07das genaue Gegenteil von einem weichen
57:10Toastbrot. Es macht lange satt. Satt
57:13kennst du oder?
57:14Ja, wenn man keinen Hunger mehr hat. Ich
57:17bin satt.
57:18Genau. Und Vollkornbrot ist sättigend.
57:22Das ist das Adjektiv dazu. Es hält dich
57:25lange satt.
57:26Okay, lass uns kurz zusammenfassen, was
57:30wir heute im Brotkorbereich gelernt
57:32haben. Wir haben den Unterschied
57:34zwischen Vollkorn und Meerkorn. Wir
57:37wissen, was Sauerteig ist. Wir haben
57:40über die Krust gesprochen, die knusprig
57:43sein muss. Und wir haben gelernt, dass
57:45man in der SB-Bstation immer die Zange
57:48benutzen muss
57:49und wenn wir an der Theke sind,
57:52bestellen wir einen Leibbrot, entweder
57:55am Stück oder geschnitten.
57:57Perfekt zusammengefasst, Anna. Brot ist
58:00in Deutschland wirklich eine
58:01Wissenschaft für sich, aber mit diesen
58:04Wörtern kommst du in jedem Supermarkt
58:06und in jeder Bäckerei zurecht.
58:08Super, dann nehme ich mir jetzt noch ein
58:11Teilchen für den Weg zur Kasse mit.
58:13Gute Idee, aber pass auf die Krümel auf.
58:16Krümel? Das sind die kleinen Stücke, die
58:19runterfallen, oder?
58:21Ganz genau. Das Werb dazu ist krümeln.
58:24Blätterteig krümelt z.B. sehr stark.
58:28Okay, ich werde vorsichtig essen. Im
58:31nächsten Kapitel gehen wir dann weiter
58:33in eine sehr kalte Abteilung.
58:35Richtig. Kapitel 4: Milchprodukte und
58:39das Kühlregal. Da wird es frisch.
58:42Ich freue mich drauf. Bis zum nächsten
58:44Mal.
58:45Tschüss und bis bald.
58:48Das bringt uns direkt in die nächste
Kapitel 4: Kühlregal & Molkerei (Dialog)
58:51Abteilung und ich muss sagen, hier ziehe
58:54ich meinen Schal immer ein bisschen
58:56fester. Wir verlassen das Obst und
58:59Gemüse und gehen dorthin, wo es kalt
59:02ist.
59:03Richtig. Wir stehen jetzt vor dem
59:05Kühlregal.
59:06oder wenn es ein sehr großer Supermarkt
59:08ist, in der Molkereiabteilung.
59:11Hier finden wir alles, was gekühlt
59:13werden muss, um frisch zu bleiben.
59:15Kühlregal ist ein sehr wichtiges Wort,
59:18aber Ben, die Auswahl hier ist oft
59:20überwältigend. Fangen wir mal mit dem
59:23Grundnahrungsmittel Nummer 1 an, der
59:25Milch. Ich sehe hier blaue Packungen,
59:28rote Packungen, Milch im Glas, Milch im
59:31Karton. Was muss ich als Deutschlerner
59:34wissen, um nicht die falsche Flasche zu
59:36kaufen?
59:37Das ist eine sehr gute Frage. Das
59:39wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist
59:41die Haltbarkeit. In Deutschland
59:43unterscheiden wir streng zwischen
59:45Frischmilch und Haarmilch.
59:47Haarmilch, das Haar steht für haltbar,
59:50oder?
59:51Genau, Haarmilch ist ultra hoch erhitzt.
59:54Das bedeutet, du kannst sie ungeöffnet
59:56wochenlang im Vorratsschrank lagern,
59:58also bei Zimmertemperatur. Frischmilch
1:00:01hingegen findest du immer im Kühlregal
1:00:03und sie hält sich nur wenige Tage oder
1:00:05vielleicht zwei Wochen je nach Verfahren
1:00:08und geschmacklich. Ich finde Frischmilch
1:00:11schmeckt nun ja frischer.
1:00:13Absolut. Aber Vorsicht beim Fettgehalt,
1:00:16das ist der zweite wichtige Punkt. Die
1:00:19Farben der Verpackung geben oft einen
1:00:20Hinweis, aber man sollte immer lesen. Es
1:00:23gibt Vollmilch, die hat meistens 3,5
1:00:26oder 3,8% Fett und dann gibt es die
1:00:29fettarme Milch.
1:00:30Die hat meistens 1,5% Fett, richtig? Ich
1:00:34glaube, viele Leute nennen sie auch
1:00:36einfach nur die leichte Milch oder
1:00:38Magermilch, wenn sie fast gar kein Fett
1:00:40mehr hat.
1:00:41Richtig, Magermilch hat fast 0% Fett.
1:00:44Das schmeckt für viele dann eher wie
1:00:46Wasser. Aber bleiben wir noch kurz bei
1:00:48den Verpackungen. Ein kulturell
1:00:51interessanter Aspekt in Deutschland ist
1:00:53die Pfandflasche für Milch und Joghurt.
1:00:55Oh ja, das kenne ich. Man kauft Milch in
1:00:58einer Glasflasche und wenn sie leer ist,
1:01:01wirft man sie nicht weg. Man bringt sie
1:01:03zurück zum Automaten. Genau wie Bier
1:01:05oder Wasserflaschen.
1:01:07Korrekt. Das ist sehr umweltfreundlich.
1:01:09Aber lass uns weitergehen. Direkt neben
1:01:12der Milch stehen Produkte, die viele
1:01:14Lerner oft verwechseln, weil die Wölter
1:01:16ähnlich klingen, die Verwendung aber
1:01:18völlig anders ist. Ich spreche von
1:01:20Sahne, Schmant und Creme Fresh.
1:01:23Das ist mein absolutes Chaosthema. Wenn
1:01:26ich ein Rezept lese und da steht Sahne,
1:01:29stehe ich oft ratlos vor dem Regal. Da
1:01:32gibt es Schlagsahne, saure Sahne,
1:01:34Schmant, Hilfe.
1:01:36Ich bringe Licht ins Dunkel. Fangen wir
1:01:38mit der Schlagsahne an. Das ist die süße
1:01:41Sahne. Sie ist flüssig. Man benutzt sie
1:01:43für Kuchen, also geschlagen, bis sie
1:01:45fest ist, oder für Soßen beim Kochen.
1:01:48Okay, also Schlagsahne ist das
1:01:51Basisprodukt. Und was ist dann saure
1:01:53Sahne?
1:01:54Der Name sagt es schon, sie ist
1:01:56gesäuert. Sie ist fester als Schlagsahne
1:01:59und hat weniger Fett, meistens nur 10 %.
1:02:02Wichtig ist, dass du sie in eine heiße
1:02:04Suppe gibst, flockt sie aus. Sie löst
1:02:07sich also nicht schön auf, sondern macht
1:02:09kleine Klümmpchen.
1:02:10Das klingt nicht sehr appetitlich. Wenn
1:02:13ich also eine cremige Suppe will, was
1:02:15nehme ich dann?
1:02:16Dann nimmst du Schmant oder Creme Fresh.
1:02:19Schmant ist typisch deutsch. Er ist
1:02:21fetter als saure Sahne. Meistens so 20
1:02:24bis 24% Fett. Er ist stichfest, das
1:02:27heißt, er ist fast so fest wie Pudding
1:02:29und er flockt in heißen Gerichten nicht
1:02:31so schnell aus.
1:02:32Verstehe. Schmant ist also der
1:02:34Allrounder für die warme Küche und Creme
1:02:37Fresh ist dann die französische Variante
1:02:40mit noch mehr Fett. Exakt, mindestens
1:02:4230% Fett. Fett ist ein Geschmacksträger,
1:02:46deshalb schmeckt das oft am besten. Hat
1:02:48natürlich auch die meisten Kalorien.
1:02:50Gut, das habe ich mir gemerkt. Ein
1:02:52weiteres Produkt, dass ich in deutschen
1:02:54Supermärkten in riesigen Mengen sehe,
1:02:57ist Quark. In anderen Ländern ist das
1:02:59gar nicht so bebreitet, oder? Nein,
1:03:02Quark ist sehr deutsch. Es ist
1:03:04eigentlich eine Art Frischkäse, aber wir
1:03:06essen ihn anders. Wir essen ihn süß mit
1:03:09Früchten zum Frühstück oder herzhaft mit
1:03:11Kräutern zu Kartoffeln. Das berühmte
1:03:13Gericht Pellkartoffeln mit Quark.
1:03:15Und natürlich für den Käsekuchen. Der
1:03:18heißt zwar Käsekuchen, aber wird mit
1:03:20Quark gemacht. Auch hier gibt es wieder
1:03:22die Unterscheidung. Magerquark und
1:03:25Sahnequark.
1:03:26Richtig. Magerquark ist sehr trocken und
1:03:29hat viel Protein. Sportler lieben ihn.
1:03:32Sahnequark ist cremiger, weil Sahne
1:03:34hinzugefügt wurde. Wenn du Magerquark
1:03:37kaufst, musst du ihn oft mit etwas
1:03:38Mineralwasser oder Milch glatt rühren,
1:03:41damit er angenehm zu essen ist.
1:03:43Ein guter Tipp: Lass uns ein Stück
1:03:45weitergehen. Da vorne ist die Butter. Da
1:03:47gibt es eigentlich nicht viel zu sagen,
1:03:49oder? Außer deutsche Markenbutter.
1:03:52Doch eine kleine Sache ist wichtig.
1:03:55Gesalzene Butter ist in Deutschland
1:03:57nicht der Standard. In Frankreich oder
1:03:59Großbritannien ist fast alle Butter
1:04:01gesalzen. In Deutschland ist die
1:04:03Standardbutter Süßrahmbutter oder
1:04:05Sauerrahmbutter und sie ist ungesalzen.
1:04:08Wenn du gesalzene Butter willst, musst
1:04:10du genau auf die Verpackung schauen. Da
1:04:12steht dann oft groß mit mehr Salz drauf.
1:04:15Stimmt. Ich habe schon mal aus Versehen
1:04:18ungesalzene Butter auf mein Brot
1:04:21geschmiert und mich gewundert, warum es
1:04:23so fart schmeckt. Und direkt daneben
1:04:26liegt die Margarine. Das ist die
1:04:29pflanzliche Alternative.
1:04:32Genau. Aber schauen wir mal in das Regal
1:04:35gegenüber. Da sind die Eier. Eier werden
1:04:39in Deutschland nicht im Kühlschrank
1:04:41gelagert. Wusstest du das?
1:04:44Ja, sie stehen oft in einem normalen
1:04:47Regal, aber hier im Supermarkt manchmal
1:04:50auch in der Kühlung. Was bedeuten denn
1:04:53diese Codes auf den Eiern und die
1:04:56Begriffe Bodenhaltung und
1:04:58Freilandhaltung?
1:05:00Das bezieht sich auf den Tierschutz,
1:05:03also wie die Hühner leben. Bodenhaltung
1:05:06bedeutet, die Hühner leben in einem
1:05:09Stall, können aber auf dem Boden
1:05:11herumlaufen. Sie kommen aber nicht nach
1:05:14draußen.
1:05:15Freilandhaltung heißt, die Hühner dürfen
1:05:18tagsüber raus ins Freie, auf die Wiese.
1:05:23Und dann gibt es noch Bioeier.
1:05:26Bio ist der höchste Standard. Die Hühner
1:05:30haben mehr Platz, bekommen Biofutter und
1:05:33dürfen nach draußen. Die meisten
1:05:35Deutschen achten heute sehr darauf.
1:05:38Käfige kauft fast niemand mehr. Die sind
1:05:41in vielen Supermärkten auch gar nicht
1:05:43mehr im Sortiment.
1:05:46Wenn ich Eier kaufe, öffne ich immer
1:05:48kurz den Karton, um zu sehen, ob eins
1:05:51kaputt ist. Macht man das oder ist das
1:05:53unhöflich?
1:05:55Nein, das ist völlig normal. Das macht
1:05:58fast jeder. Man prüft kurz, ob die
1:06:00Schalen intakt sind. Niemand möchte zu
1:06:03Hause böse Überraschung erleben.
1:06:07Alles klar. Wir haben jetzt Milch,
1:06:10Sahne, Quark, Butter und Eier. Fehlt
1:06:15noch etwas Wichtiges aus der
1:06:17Molkereiabteilung?
1:06:19Ah, natürlich, der Käse. Aber warte,
1:06:23Käse gibt es im Kühlregal und an der
1:06:26Käsetheke. Wo ist der Unterschied?
1:06:29Im Kühlregal findest du den abgepackten
1:06:32Käse. Meistens ist das Scheibenkäse für
1:06:35das Butterbrot. Bekannte Sorten sind
1:06:39Gauda, Emmentaler oder Edama. Die
1:06:43Verpackungen sind praktisch, oft wieder
1:06:45verschließbar.
1:06:47Und wenn ich etwas Besonderes will, dann
1:06:50gehst du an die Käseteke. Dort bedient
1:06:53dich jemand. Du kannst den Käse am Stück
1:06:56kaufen, also einen Block, oder frisch
1:06:59aufgeschnitten. Der Vorteil an der Theke
1:07:02ist, du kannst probieren. Du kannst
1:07:05sagen, darf ich das mal kosten?
1:07:08Das liebe ich. An der Theke muss ich
1:07:11dann aber auch wissen, wie viel ich
1:07:13will. Man bestellt dort meistens in
1:07:16Gramm, oder? Ich hätte gerne 100 g von
1:07:19dem Bergkäse.
1:07:21Richtig? Oder du bestellst nach
1:07:24Scheiben, wenn es aufgeschnitten wird.
1:07:26Fünf Scheiben von dem Gauda, bitte. Aber
1:07:30zurück zum Kühlregal. Da gibt es noch
1:07:32eine spezielle Kategorie, den
1:07:35Frischkäse.
1:07:37Das ist das, was man oft als
1:07:39Philadelphia kennt, oder? Genau, das ist
1:07:43der Markenname, der oft als Synonym
1:07:45verwendet wird. Auf Deutsch heißt es
1:07:48aber Frischkäse.
1:07:50Es gibt ihn in vielen Varianten. Natur,
1:07:53also ohne alles, oder mit Kräutern, mit
1:07:57Knoblauch. Das ist ein sehr beliebter
1:07:59Brotaufstrich.
1:08:01Und direkt daneben steht oft der körnige
1:08:04Frischkäse. Das ist dieser Hüttenkäse,
1:08:08richtig?
1:08:09Ja, auch sehr proteinreich und beliebt
1:08:13bei Leuten, die auf ihre Ernährung
1:08:14achten.
1:08:16Weißt du, was mir auffällt, Ben? In der
1:08:19Molkereiabteilung gibt es mittlerweile
1:08:21unglaublich viele vegane Alternativen.
1:08:24Früher war das eine kleine Nische, heute
1:08:27nehmen Hafermilch, Sojoghurt und
1:08:30Mandrinks fast genauso viel Platz ein
1:08:33wie die Kuhmilchprodukte.
1:08:35Das stimmt. Die Sprache passt sich da
1:08:38auch an. Rechtlich dürfen diese Produkte
1:08:41oft nicht Milch heißen. Deshalb steht
1:08:44auf der Packung Hafer Drink oder
1:08:47Sojrink. Aber im täglichen
1:08:49Sprachgebrauch sagen wir trotzdem
1:08:51Hafermilch.
1:08:53Entschuldigung, wo finde ich die
1:08:55Hafermilch? Das versteht jeder
1:08:57Mitarbeiter sofort.
1:09:00Absolut. Ein letztes Wort noch zum
1:09:02Joghurt, bevor wir hier erfrieren. Auch
1:09:05hier gibt es den Unterschied zwischen
1:09:08Naturjoghurt, also ohne Zucker und
1:09:11Frucht, und Fruchtoghurt.
1:09:14Und beim Fruchtjoghurt muss man
1:09:16aufpassen, manchmal sind echte Früchte
1:09:18drin, manchmal nur Aroma. Wenn da steht
1:09:23Joghurt mit Erdbeergeschmack ist
1:09:25vielleicht gar keine echte Erdbeere
1:09:27drin. Sehr guter Hinweis.
1:09:30Erdbeerjyoghurt mus Erdbeeren enthalten.
1:09:34Joghurt mit Erdbeergeschmack nicht
1:09:36unbedingt. Das sind die feinen Nuancen
1:09:39der deutschen Lebensmittelkennzeichnung.
1:09:42Puh, wer hätte gedacht, dass ein
1:09:44einfacher Gang zum Kühlregal so
1:09:46kompliziert sein kann, aber ich glaube,
1:09:49wenn man den Unterschied zwischen Sahne
1:09:51und Schmant verstanden hat, kann beim
1:09:54Kochen eigentlich nichts mehr
1:09:55schiefgehen.
1:09:57Davon bin ich überzeugt und man spart
1:09:59Geld und Nerven, wenn man die
1:10:01Haltbarkeit richtig einschätzt und weiß,
1:10:03was man wirklich braucht. Mir ist
1:10:06jedenfalls ein bisschen kalt geworden
1:10:08von dem ganzen Gerede über gekühlte
1:10:11Produkte, aber gleichzeitig habe ich
1:10:13Lust auf einen Käsekuchen bekommen oder
1:10:17auf Pellkartoffeln mit Quark. Das auch.
1:10:20Bevor wir uns in die Küche stürzen,
1:10:23sollten wir das Gesagte noch einmal
1:10:25ordnen. Gute Idee. Wir haben viele
1:10:29spezifische Begriffe benutzt, die wir
1:10:31jetzt noch einmal genau analysieren
1:10:33sollten, damit ihr beim nächsten Einkauf
1:10:36sicher seid. Das bringt uns zu unserer
1:10:38Zusammenfassung.
Analyse 4: H-Milch, MHD, Kühlkette & Magerstufe
1:10:42Willkommen zurück zu unserer Analyse.
1:10:45Wir sind immer noch mitten im Supermarkt
1:10:47Abenteuer. Nachdem wir beim letzten Mal
1:10:50das Obst und Gemüse gewogen haben, wird
1:10:53es jetzt ziemlich frisch hier. Spürst du
1:10:56das auch, Ben?
1:10:57Ja, absolut. Wir sind in Kapitel 4
1:11:00angekommen. Kühlregal und Molkerei. Das
1:11:03ist meistens der kälteste Ort im ganzen
1:11:05Laden. Hier gibt es viele spannende
1:11:08Wörter, die für Deutsch lernende auf B2
1:11:10oder C1 Niveau wichtig sind.
1:11:13Genau. Fangen wir direkt mit dem Namen
1:11:16der Abteilung an. Über dem Gang steht
1:11:18oft groß das Wort Molkereiprodukte.
1:11:22Das klingt kompliziert. Was genau
1:11:24bedeutet das?
1:11:25Das ist ein sehr spezifischer Begriff.
1:11:28Molkerei kommt von dem Verben.
1:11:31Das bedeutet Milch von einer Kuh zu
1:11:33gewinnen. Eine Molkerei ist also der
1:11:36Ort, an dem Milch verarbeitet wird. Zu
1:11:39den Molkereiprodukten gehören also alle
1:11:42Dinge, die aus Milch gemacht sind.
1:11:44Joghurt, Käse, Sahne und natürlich die
1:11:47Milch selbst.
1:11:48Ah, verstehe. Alles was von der Kuh
1:11:51kommt. Aber wenn ich vor dem Regal
1:11:53stehe, sehe ich so viele verschiedene
1:11:56Sorten von Milch. Da steht oft Haarmilch
1:11:59und Frischmilch. Was ist da der
1:12:01Unterschied und wofür steht dieses H?
1:12:04Das ist eine sehr gute Frage, Anna. Das
1:12:07H ist eine Abkürzung für das Adjektiv
1:12:10haltbare. Hmmilch ist also haltbare
1:12:13Milch. Das Wort haltbar bedeutet in
1:12:16diesem Kontext, dass etwas für eine
1:12:18lange Zeit gut bleibt und nicht kaputt
1:12:20geht. Okay. Haltbar heißt also, ich kann
1:12:24es lange im Schrank stehen lassen.
1:12:26Richtig, solange die Packung geschlossen
1:12:28ist. Um die Milch haltbar zu machen,
1:12:30wird sie extrem stark erhitzt. Dadurch
1:12:33sterben Bakterien ab. Im Gegensatz dazu
1:12:36gibt es die Frischmilch. Die ist
1:12:38meistens nur pastürisiert.
1:12:41Oh, da haben wir direkt das nächste
1:12:43schwere Wort, pasteurisiert. Was
1:12:46bedeutet das? Das ist ein Fachbegriff B2
1:12:49oder sogar C1. Es beschreibt ein
1:12:52Verfahren, bei dem Flüssigkeiten kurz
1:12:54erhitzt werden, aber nicht so stark wie
1:12:56bei der Haarmilch. Pasteurisierte Milch
1:12:59schmeckt frischer, muss aber unbedingt
1:13:01gekühlt werden und hält nur wenige Tage.
1:13:04Das bringt uns zu einem Wort, dass ich
1:13:06auf fast jeder Verpackung hier sehe. Da
1:13:09steht oft MHD und ein Datum. Ich glaube,
1:13:13das verwirrt viele Leute. Was heißt MHD?
1:13:16Das ist die Abkürzung für
1:13:18Mindesthaltbarkeitsdatum.
1:13:20Ein sehr langes typisch deutsches Wort.
1:13:23Zerlegen wir es mal. Mindest bedeutet
1:13:26wenigstens oder minimal. Haltbarkeit
1:13:29haben wir gerade besprochen. Wie lange
1:13:31etwas gut bleibt?
1:13:33Also ist das Datum der Tag, an dem ich
1:13:36das Produkt wegwerfen muss?
1:13:38Nein, eben nicht. Das ist ein häufiges
1:13:40Missverständnis. Das
1:13:42Mindesthaltbarkeitsdatum
1:13:43ist eine Garantie des Herstellers. Der
1:13:46Hersteller sagt, bis zu diesem Datum
1:13:48schmeckt das Produkt perfekt und hat die
1:13:51richtige Farbe.
1:13:52Und was passiert nach dem Datum? Ist der
1:13:55Joghurt dann giftig?
1:13:57In der Regel nicht. Viele
1:13:58Molkereiprodukte sind noch Tage oder
1:14:01Wochen nach dem MHD essbar. Man muss
1:14:03einfach schauen, riechen und schmecken.
1:14:06Es gibt aber einen Unterschied zu leicht
1:14:08verderblichen Lebensmitteln.
1:14:10Leicht verderblich, das klingt
1:14:13dramatisch. Kannst du das Wort
1:14:15verderblich erklären?
1:14:16Gerne. Das Verb ist Verderben. Das
1:14:19bedeutet, dass Essen schlecht wird,
1:14:22schimmelt oder sauer schmeckt.
1:14:24Verderblich ist das Adjektiv dazu.
1:14:27Leicht verderbliche Lebensmittel sind
1:14:28z.B. frisches Hackfleisch oder Fisch.
1:14:31Bei denen steht oft kein MHD, sondern
1:14:34ein Verbrauchsdatum.
1:14:36Ah, das ist wichtig. Beim
1:14:38Verbrauchsdatum sollte man es also
1:14:40wirklich nicht mehr essen, wenn der Tag
1:14:42vorbei ist.
1:14:43Ganz genau, das kann gefährlich für die
1:14:46Gesundheit sein. Aber zurück zur Milch
1:14:48und zum Joghurt. Hier im Regal sehe ich
1:14:51noch andere Bezeichnungen, die oft
1:14:53Fragen aufwerfen. Z.B. Laktosefrei.
1:14:56Das sehe ich auch oft. Laktose ist
1:14:59Milchzucker, oder?
1:15:01Richtig. Viele Menschen haben eine
1:15:03Laktoseintoleranz.
1:15:05Das ist ein medizinischer Begriff, den
1:15:06man aber im Alltag oft hört. Es
1:15:09bedeutet, dass der Körper den
1:15:10Milchzucker nicht verdauen kann. Man
1:15:12bekommt Bauchschmerzen.
1:15:14Und wie wird die Milch laktosefrei
1:15:16gemacht?
1:15:17Chemisch gesehen wird die Laktose schon
1:15:19vorher aufgespalten. Interessanterweise
1:15:22schmeckt laktosefreie Milch dadurch oft
1:15:24ein bisschen süßer als normale Milch.
1:15:27Aber lass uns mal über den Fettgehalt
1:15:29sprechen, da gibt es auch spezielle
1:15:31Wörter. Ja, ich sehe hier Vollmilch und
1:15:35fettarme Milch und bei Quark steht oft
1:15:38Magerstufe. Mager kenne ich eigentlich
1:15:41nur, wenn man über sehr dünne Menschen
1:15:43spricht.
1:15:44Ja, das stimmt. Aber bei Lebensmitteln
1:15:46bedeutet Mager, dass sie sehr wenig Fett
1:15:48enthalten. Mager Quark ist also Quark,
1:15:51der fast kein Fett hat. Das Gegenteil
1:15:54wäre die Rahmenstufe oder Sahnequark,
1:15:57der sehr viel Fett hat und cremig ist
1:16:00und Vollmilch. Vollmilch hat einen
1:16:02Fettgehalt von mindestens 3,5%.
1:16:06Das ist der natürliche Fettgehalt.
1:16:08Fettarme Milch hat meistens nur 1,5%.
1:16:11Wenn du also auf deine Kalorien achtest,
1:16:14nimmst du die fettarme Variante oder die
1:16:16Magerstufe.
1:16:18Gut zu wissen. Sag mal, Ben, warum ist
1:16:20es hier eigentlich so offen? Ich meine,
1:16:23die Kühlschränke haben oft gar keine
1:16:25Türen. Verschwendet das nicht Energie?
1:16:28Das ist ein guter Punkt. Viele moderne
1:16:31Supermärkte rüsten jetzt nach und bauen
1:16:34Türen ein. Aber das offene Regal nennt
1:16:38man oft Kühlteke oder Kühlregal.
1:16:42Das Wichtige hier ist ein unsichtbares
1:16:45Konzept, die Kühlkette.
1:16:48Die Kühlkette, das klingt wie Schmuck.
1:16:51Ist es aber sicher nicht.
1:16:53Nein, leider nicht. Die Kühlkette ist
1:16:56der logistische Prozess. Das bedeutet,
1:16:59von der Molkerei über den LKW bis in den
1:17:03Supermarkt darf die Temperatur niemals
1:17:06steigen. Die Ware muss permanent gekühlt
1:17:09werden.
1:17:10Und wenn ich die Milch kaufe und dann im
1:17:13heißen Auto 3 Stunden spazieren fahre,
1:17:16dann hast du die Kühlkette unterbrochen.
1:17:19Das ist für das Produkt sehr schlecht.
1:17:21Bakterien können sich dann schnell
1:17:23vermehren und die Haltbarkeit sinkt
1:17:26drastisch.
1:17:28Besonders bei Fleisch ist das
1:17:29gefährlich, aber auch Milch wird dann
1:17:32schnell sauer.
1:17:33Verstehe. Also schnell nach Hause mit
1:17:35den Einkäufen. Ich sehe hier noch ein
1:17:38Wort bei der Butter. Streichzart. Das
1:17:41klingt fast poetisch.
1:17:42Ein schönes Wort. Ja, es setzt sich
1:17:45zusammen aus Streichen, also das, was
1:17:48man mit dem Messer auf dem Brot macht
1:17:50und zart, was weich oder empfindlich
1:17:53bedeutet.
1:17:55Streichzart heißt einfach, dass die
1:17:57Butter auch dann weich genug ist, um sie
1:18:00aufs Brot zu schmieren, wenn sie direkt
1:18:02aus dem Kühlschrank kommt.
1:18:04Das ist praktisch. Normale Butter ist ja
1:18:07oft hart wie ein Stein.
1:18:09Okay, lass uns kurz zusammenfassen, was
1:18:12wir im Kapitel 4 gelernt haben. Wir
1:18:14hatten die Molkerei, also die
1:18:16Milchfabrik. Wir kennen den Unterschied
1:18:19zwischen Harmilch und Frischmilch.
1:18:22Genau. Wir haben über das
1:18:24Mindesthaltbarkeitsdatum
1:18:26gesprochen und warum man Essen nicht
1:18:28sofort wegwerfen muss und wir haben
1:18:31gelernt, was laktosefrei,
1:18:34mager und streichzart bedeutet
1:18:37und wir wissen jetzt, dass wir die
1:18:38Kühlkette nicht unterbrechen sollten,
1:18:40damit nichts verdirbt.
1:18:42Exakt. Das war der Rundgang durch die
1:18:44Kältezone.
1:18:45Mir ist auch schon ganz kalt. Lass uns
1:18:48schnell weitergehen. Im nächsten Kapitel
1:18:50wird es, glaube ich, wieder wärmer. Da
1:18:52geht es um die Bäckerei und frisches
1:18:54Brot.
1:18:55Das riecht auch immer viel besser als
1:18:57die Käseabteilung.
1:18:59Dann bis zum nächsten Mal bei unserer
1:19:01Analyse.
1:19:02Tschüss und bis bald.
Kapitel 5: Fleisch & Wursttheke (Dialog)
1:19:05Und das bringt uns direkt zur nächsten
1:19:08Station, die für viele Deutschler
1:19:10besonders einschüchternd ist, aber auch
1:19:13extrem wichtig, wenn man frisch kochen
1:19:15möchte. Genau. Wir verlassen die Gänge
1:19:18mit den verpackten Lebensmitteln und
1:19:21gehen zur frische Theke. Genauer gesagt
1:19:24zur Fleisch und Wursttheke. Anna, warum
1:19:27haben so viele Leute Angst vor diesem
1:19:29Bereich? Ich glaube, es liegt daran,
1:19:31dass man sprechen muss. Im Regal nimmst
1:19:34du einfach eine Packung Salami und legst
1:19:37sie in den Wagen. Niemand stellt Fragen.
1:19:39Aber an der Theke, da wartet ein Mensch
1:19:42auf deine Anweisungen und oft stehen
1:19:45andere Kunden hinter dir und warten
1:19:47ungeduldig. Das ist Stresspur.
1:19:50Das verstehe ich gut, aber mit den
1:19:52richtigen Wörtern ist das gar kein
1:19:54Problem. Fangen wir ganz am Anfang an.
1:19:57Bevor du überhaupt bestellen kannst,
1:19:59musst du wissen, wann du dran bist. In
1:20:02großen Supermärkten gibt es oft einen
1:20:04Automaten für Wartennummern.
1:20:06Stimmt. Da zieht man ein kleines Papier
1:20:09mit einer Nummer und dann muss man auf
1:20:11die Anzeige schauen. Wenn deine Nummer
1:20:14aufleuchtet, bist du dran. Aber in
1:20:16kleineren Läden oder beim Metzger um die
1:20:18Ecke gibt es das nicht.
1:20:20Richtig. Dort fragt der Verkäufer oder
1:20:22die Verkäuferin oft laut in die Runde:
1:20:25Wer ist der nächste? Oder: "Wer bekommt
1:20:28schon?"
1:20:28Wer bekommt schon? Das klingt für
1:20:31Anfänger seltsam. Es bedeutet
1:20:33eigentlich, wer wird noch nicht bedient?
1:20:36Exakt. Die einfachste Antwort darauf ist
1:20:38ein kurzes Handzeichen und ein
1:20:40freundliches Ich bitte. Wenn du dann
1:20:43vorne an der Theke stehst, kommt die
1:20:45klassische Frage: Was darf es sein? Oder
1:20:48bitteschön? Und jetzt müssen wir über
1:20:50Mengen sprechen. Das ist nämlich der
1:20:53Punkt, an dem die Mathematik ins Spiel
1:20:55kommt. In Deutschland nutzen wir nicht
1:20:57nur Gramm und Kilogramm, sondern ein
1:21:00ganz spezielles Wort, das in Lehrbüchern
1:21:02oft fehlt.
1:21:03Du meinst das Pfund?
1:21:05Ganz genau, das Pfund. Das verwirrt
1:21:08viele, weil es keine offizielle
1:21:10metrische Einheit ist, aber im Alltag
1:21:13überall benutzt wird. Ben, erklär uns
1:21:15das kurz. Ein Pfund sind genau 500 g,
1:21:19also ein halbes Kilo. Wenn du
1:21:21Hackfleisch für eine Pastasoße kaufst,
1:21:23bestellst du oft ein Pfund Hackfleisch.
1:21:26Das ist viel natürlicher als 500 g zu
1:21:29sagen.
1:21:30Und wenn ich weniger brauche,
1:21:32dann sagst du ein halbes Pfund. Das sind
1:21:35dann 250 g. Das ist besonders bei
1:21:38Wurstaufschnitt eine übliche Menge. Aber
1:21:41lass uns kurz beim Fleisch bleiben,
1:21:43bevor wir zur Wurst kommen. Was kaufst
1:21:45du am häufigsten?
1:21:47Ich kaufe oft Händchenbrustfilet oder
1:21:49Hackfleisch. Beim Hackfleisch gibt es
1:21:52aber Unterschiede, oder?
1:21:53Ja, sehr große. Es gibt
1:21:56Rinderhackfleisch, das ist reines
1:21:58Fleisch vom Rind. Es ist etwas teurer
1:22:00und hat weniger Fett. Und dann gibt es
1:22:03Schweinehackfleisch. Aber der absolute
1:22:05Klassiker in Deutschland ist Hackfleisch
1:22:08gemischtes oder Hackfleisch halb und
1:22:10halb.
1:22:11Das bedeutet, es ist eine Mischung aus
1:22:13500 g Rind und 500 g Schwein. Nein,
1:22:17warte, das Verhältnis ist 50,
1:22:21aber die Menge bestimme ich. Richtig.
1:22:23Korrekt. Die Mischung macht es saftiger
1:22:26als reines Rindfleisch. Wenn du also an
1:22:28der Theke stehst, sagst du, ich hätte
1:22:31gern ein Pfund gemischtes. Bitte. Der
1:22:33Verkäufer weiß dann sofort Bescheid.
1:22:35Ein weiteres wichtiges Wort ist Mager.
1:22:38Wenn ich Fleisch möchte, das wenig Fett
1:22:40hat, benutze ich dieses Adjektiv. Haben
1:22:43Sie mageres Gulaschfleisch?
1:22:45Sehr gut. Und das Gegenteil wäre
1:22:48durchwachsen. Das klingt vielleicht
1:22:50negativ, ist es aber nicht. Ein
1:22:52durchwachsenes Stück Fleisch hat mehr
1:22:54Fettgewebe, was beim Braten für mehr
1:22:56Geschmack sorgt. Z.B. Beim Nackensteak
1:22:59zum Grillen.
1:23:00Ah, grillen ist ein gutes Stichwort. Im
1:23:03Sommer sind die Theken voll mit
1:23:05mariniertem Fleisch. Das liegt dann in
1:23:08bunten Soßen, meistens rot oder orange.
1:23:11Muss ich da etwas beachten?
1:23:13Eigentlich nur, dass du nach der
1:23:14Fleischsorte fragst. Ist das Pute oder
1:23:17Schwein? Und du kannst fragen, ob es
1:23:19scharf ist. Ist die Marinade pikant?
1:23:22Okay, wir haben unser Fleisch. Jetzt
1:23:25gehen wir einen Meter weiter nach rechts
1:23:27oder links. Da liegt die Wurst, der
1:23:30sogenannte Aufschnitt.
1:23:32Aufschnitt ist der Überbegriff für
1:23:34alles, was in Scheiben geschnitten ist
1:23:36und aufs Brot kommt. Salami, Schinken,
1:23:39Mottadella. Hier bestellen wir meistens
1:23:41nicht nach Pfund, sondern nach Gramm
1:23:44oder noch einfacher nach Scheiben.
1:23:46Das mache ich oft, wenn ich nur ein
1:23:48Brötchen belegen will. Ich hätte gern
1:23:50drei Scheiben von der Salami da vorne.
1:23:53Aber Ben, was wenn ich den Namen der
1:23:55Wurst nicht kenne? Da liegen ja oft 50
1:23:58verschiedene Sorten.
1:24:00Das ist kein Problem, du kannst einfach
1:24:02drauf zeigen. Aber es hilft, die
1:24:04Kategorie zu nennen. Ich hätte gern
1:24:07etwas von der Salami dort oben rechts.
1:24:09Oder was ist das für ein Schinken in der
1:24:11Mitte?
1:24:12Und dann kommt eine Frage, die ich am
1:24:14Anfang nie verstanden habe. Der
1:24:17Verkäufer hält das Messer an die Wurst.
1:24:19Maschine und fragt: "Darf es etwas mehr
1:24:22sein?"
1:24:22Oh ja, der Klassiker. Du bestellst 100
1:24:25g, aber die Waage zeigt 110 g an. Der
1:24:29Verkäufer darf das nicht einfach so
1:24:31verkaufen. Er muss fragen. Die korrekte
1:24:33Antwort ist fast immer: "Ja, gern".
1:24:36Oder: "Ja, das passt so."
1:24:38Es sei denn, man hat wirklich ein
1:24:40stricktes Budget oder Rezept, aber
1:24:42meistens sind die 10 g egal. Eine andere
1:24:45Frage ist geschnitten oder am Stick.
1:24:49Das ist wichtig bei Wurstsorten wie
1:24:51Fleischwurst oder Schinken. Möchtest du
1:24:55dünne Scheiben fürs Brot, sagst du
1:24:58geschnitten. Möchtest du aber z.B.
1:25:01Schinkenwürfel für Nudeln selber
1:25:03schneiden, sagst du am Stück. Geben Sie
1:25:07mir bitte 200 gekochten Schinken am
1:25:11Stück.
1:25:12Es gibt auch die Frage nach der Dicke
1:25:14der Scheiben, besonders bei teurem
1:25:17Schinken wie Parma Schinken. Da fragt
1:25:20der Verkäufer vielleicht: "Soll ich es
1:25:22hauchdünn schneiden?"
1:25:24Hauchdünn ist ein tolles Wort. Es
1:25:27bedeutet so dünn wie ein Hauch, also
1:25:31fast transparent.
1:25:33Das schmeckt bei rohem Schinken am
1:25:34besten. Bei Leberkäse hingegen bestellen
1:25:38die Leute oft eine dicke Scheibe.
1:25:41Leberkäse ist ja sowieso ein Phänomen,
1:25:44besonders in Bayern. Aber bleiben wir
1:25:46beim Standard Supermarkt. Was ist mit
1:25:49Streichwurst? Leberwurst oder Teewurst
1:25:52kauft man ja nicht in Scheiben.
1:25:54Richtig, die kauft man im Stück in der
1:25:57Pelle. Da sagst du ein Stück von der
1:26:01groben Leberwurst, bitte. Der Verkäufer
1:26:04zeigt dann oft mit dem Messer auf eine
1:26:06Stelle der Wurst und fragt visuell so
1:26:09viel. Dann sagst du ein bisschen mehr
1:26:13oder ja, so ist gut.
1:26:15Das ist also viel Kommunikation mit
1:26:18Händen und Augen. Ich finde, man sollte
1:26:20auch keine Angst haben, nach
1:26:22Empfehlungen zu fragen.
1:26:24Absolut. Du kannst sagen, welchen
1:26:27Schinken können Sie empfehlen? Oder:
1:26:29"Ich suche etwas Mildes für Kinder."
1:26:32Apropos Kinder, das ist eine der
1:26:35schönsten Traditionen an der deutschen
1:26:37Fleischthäe. Wenn man mit einem kleinen
1:26:39Kind einkauft, passiert oft etwas
1:26:42Magisches.
1:26:43Die Scheibe Fleischwurst.
1:26:45Genau. Die Verkäuferin schaut das Kind
1:26:48an und fragt: "Möchtest du eine Scheibe
1:26:50Gelbwurst? Oder darf er eine Scheibe
1:26:53Fleischwurst haben?
1:26:55Das ist kostenlos und gehört zum guten
1:26:57Service.
1:26:58Als Erwachsener bekommt man das leider
1:27:00nicht mehr. Aber zurück zum
1:27:03Bestellvorgang.
1:27:04Du hast dein Fleisch bestellt, du hast
1:27:06deine Wurst, dann kommt die
1:27:08Abschlussfrage:
1:27:10Darf es sonst noch etwas sein?
1:27:12Das ist das Signal, dass die Bestellung
1:27:14fast fertig ist. Wenn ich noch etwas
1:27:17will, sage ich natürlich: "Ja, ich
1:27:19brauche noch." Aber wenn ich fertig bin,
1:27:22dann gibt es verschiedene Floskeln.
1:27:25Höflich ist nein, danke, das war alles.
1:27:29Oder kurz, das wär's.
1:27:31Manchmal fragt der Verkäufer auch, kommt
1:27:34das so weg? Das habe ich nie verstanden.
1:27:37Das ist sehr umgangssprachlich. Es
1:27:39bedeutet, soll ich es jetzt einpacken,
1:27:42weil wir fertig sind? Die Antwort ist
1:27:45einfach ja, bitte. Dann wird die Ware in
1:27:48spezielles Papier eingewickelt.
1:27:50Und auf dieses Papier kleben Sie den
1:27:52Preisaufkleber.
1:27:54Das ist wichtig für die Kasse. Manchmal
1:27:56schreiben Sie die Nummer der Wurstsorte
1:27:58auch direkt auf das Papier, wenn es an
1:28:00der Kasse gewogen wird. Aber meistens
1:28:03klebt der Preis schon drauf.
1:28:05Richtig. In modernen Supermärkten scannt
1:28:08der Verkäufer alles an der Theke, packt
1:28:10es ein, klebt den Barcode drauf und du
1:28:14bezahlst erst ganz am Ende am Ausgang
1:28:16des Supermarkts zusammen mit deinen
1:28:18anderen Einkäufen. Du bezahlst
1:28:21normalerweise nicht direkt beim Metzger
1:28:23an der Theke, es sei denn, es ist ein
1:28:26eigenständiger Laden.
1:28:27Ein letzter Punkt noch zur Verpackung.
1:28:30Immer mehr Leute bringen ihre eigenen
1:28:32Dosen mit, um Plastik und Müll zu
1:28:34sparen. Geht das in Deutschland?
1:28:37Ja, das wird immer beliebter, aber es
1:28:40gibt strenge Hygieneregeln.
1:28:42Du darfst deine Dose meistens nicht über
1:28:45die Theke reichen. Du musst sie auf ein
1:28:47Tablett stellen, dass der Verkäufer dir
1:28:49hinhält. Dann füllt er die Ware ein,
1:28:52ohne die Dose von außen zu berühren.
1:28:55Können Sie das bitte in meine eigene
1:28:57Dose füllen? Ein sehr moderner, aber
1:29:00nützlicher Satz.
1:29:01Genau. Zusammenfassend kann man sagen,
1:29:04die Fleischtheke ist ein Ort der
1:29:07Kommunikation.
1:29:08Es ist nicht schlimm, wenn man Fehler
1:29:10macht oder nachfragt. Die Verkäufer sind
1:29:12dort, um zu beraten.
1:29:14Und das Wichtigste ist, man bekommt viel
1:29:17bessere Qualität als im Kühlregal und
1:29:20man kann genau die Menge kaufen, die man
1:29:22braucht. Kein Plastikmüll, keine Reste.
1:29:25Absolut. Es lohnt sich also diese paar
1:29:28Sätze zu üben.
1:29:30Ich fühle mich jetzt auf jeden Fall
1:29:32bereit für meinen nächsten Einkauf. Ich
1:29:34glaube, ich hole mir heute Abend ein
1:29:36schönes Steak, mager, aber nicht zu dünn
1:29:39geschnitten
1:29:40und dazu vielleicht ein Pfundsalat aus
1:29:43der Gemüseabteilung.
1:29:45Aber das ist ein anderes Thema. Wir
1:29:47haben uns jetzt ausführlich mit Fleisch
1:29:50und Wurst beschäftigt und du hast viele
1:29:52spezifische Begriffe gehört, von
1:29:55durchwachsen bis hauchdünn.
1:29:57Damit wir diese Wörter nicht gleich
1:29:59wieder vergessen, schauen wir uns die
1:30:01Grammatik und die genauen Bedeutungen
1:30:03jetzt noch einmal im Detail an.
1:30:05Besonders die Mengenangaben verdienen
1:30:07einen zweiten Blick.
1:30:09Richtig. Lass uns das analysieren.
Analyse 5: Theke, am Stück, Pfund & durchwachsen
1:30:14Willkommen zurück zum Analyseteil, liebe
1:30:17Hörerinnen und Hörer. Eben haben wir ja
1:30:21das Gespräch an der Fleischtheke gehört.
1:30:24Das war gar nicht so einfach, oder Ben?
1:30:27Da waren viele spezielle Begriffe dabei.
1:30:30Hallo Anna. Hallo zusammen. Ja, das
1:30:32stimmt. Die Fleisch und Wursttheke ist
1:30:35ein besonderer Ort im Supermarkt. Dort
1:30:37spricht man oft direkter mit dem
1:30:39Personal als an der Kasse. Deshalb
1:30:42schauen wir uns jetzt die wichtigsten
1:30:44Wörter genauer an.
1:30:45Fangen wir doch mal ganz vorne an. Wir
1:30:48haben das Wort die Theke gehört. Was
1:30:51genau ist das eigentlich? Ist das
1:30:54einfach ein Tisch?
1:30:56Nicht ganz. Eine Theke ist ein langer
1:30:58Verkaufstisch, der oft gekühlt ist.
1:31:01Dahinter stehen die Verkäufer und davor
1:31:04stehen die Kunden. Im Supermarkt gibt es
1:31:07die Fleischth Wursttheke oder auch die
1:31:11Käsetheke. Man bedient sich dort nicht
1:31:13selbst, sondern man wird bedient.
1:31:16Ah, verstehe. Und wenn ich dort ankomme,
1:31:20muss ich manchmal eine Nummer ziehen,
1:31:22oder? Genau. Oder man muss warten, bis
1:31:25man an der Reihe ist. Das ist ein
1:31:28wichtiger Ausdruck. Wer ist an der
1:31:30Reihe? Das fragt der Verkäufer oft. Es
1:31:33bedeutet, wer ist der nächste Kunde?
1:31:36Okay. Und wenn ich dann an der Reihe
1:31:38bin, muss ich sagen, was ich möchte. Im
1:31:41Dialog hat der Kunde gesagt, er möchte
1:31:43die Wurst am Stück. Das fand ich
1:31:46interessant. Was ist der Unterschied zu
1:31:49Incheiben?
1:31:50Das ist eine sehr wichtige
1:31:51Unterscheidung.
1:31:53In Scheiben bedeutet, dass die Wurst
1:31:55oder das Fleisch mit einer Maschine in
1:31:57ganz dünne Lagen geschnitten wird. Das
1:32:00macht man meistens für das Brot. Am
1:32:03Stück bedeutet, dass du einen ganzen
1:32:05Block Wurst oder Fleisch kaufst, den du
1:32:08nicht geschnitten haben möchtest.
1:32:10Also, wenn ich z.B. einen Braten machen
1:32:12will, brauche ich das Fleisch am Stück.
1:32:16Aber für mein Frühstücksbrot brauche ich
1:32:18Scheiben.
1:32:19Exakt. Und da gibt es noch ein schönes
1:32:21Adjektiv, das wir gehört haben.
1:32:24Hauchdünn. Der Kunde wollte den Schinken
1:32:26hauchdünn geschnitten haben. Kannst du
1:32:29erklären, was das bedeutet, Anna?
1:32:31Ich glaube, das kommt von dem Wort
1:32:33Hauch, wie der Atem, oder? Also extrem
1:32:37dünn.
1:32:38Richtig, ein Hauch ist fast nichts. Wenn
1:32:41man sagt Hauch dünn, dann meint man so
1:32:44dünn, dass man fast hindurchsehen kann.
1:32:47Das ist besonders bei teurem Schinken
1:32:49sehr beliebt, weil er dann besser
1:32:51schmeckt.
1:32:51Das klingt lecker. Ein anderes Wort, das
1:32:54viele Deutschlerner verwirrt, ist das
1:32:57Hackfleisch. Im Dialog wurde nach
1:33:00gemischtem Hack gefragt. Warum gemischt?
1:33:03Was mischt man da? Hackfleisch ist
1:33:06Fleisch, das durch eine Maschine gedreht
1:33:08und zerkleinert wurde. Gemischtes Hack
1:33:11besteht in Deutschland traditionell zur
1:33:13Hälfte aus Schweinefleisch und zur
1:33:15Hälfte aus Rindfleisch.
1:33:17Und warum macht man das? Warum nimmt man
1:33:20nicht nur Rind?
1:33:21Das hat mit dem Fettgehalt und dem Preis
1:33:23zu tun. Schweinefleisch ist oft etwas
1:33:26fettiger und saftiger. Rindfleisch ist
1:33:29kräftiger im Geschmack. Die Mischung
1:33:31macht Frikadellen oder Bolognese oft
1:33:34saftiger. Wenn du nur Rinderhack
1:33:36möchtest, musst du das extra sagen. Das
1:33:39ist dann oft Mager.
1:33:41Oh, das ist ein gutes Stichwort. Mager.
1:33:44Das habe ich auch notiert. Das ist das
1:33:47Gegenteil von fettig, richtig?
1:33:49Ja. Mageres Fleisch hat sehr wenig Fett.
1:33:53Viele Leute bevorzugen das, weil es
1:33:55gesünder ist. Aber Vorsicht, Fett ist
1:33:58ein Geschmackstrahler. Wenn das Fleisch
1:34:00zu mager ist, kann es beim Braten
1:34:03trocken werden. Das stimmt leider. Wenn
1:34:05das Fleisch trocken wird, ist es oft Z.
1:34:09Das ist auch ein Wort, das wir erklären
1:34:11sollten. Z.
1:34:12Z ist der Albtraum jedes Kochs. Es ist
1:34:16das Gegenteil von zart. Wenn Fleisch zäh
1:34:19ist, muss man sehr lange kauen, wie auf
1:34:22einem Kaugummi. Man bekommt es kaum
1:34:24klein. Wenn Fleisch zart ist, zerfällt
1:34:27es fast auf der Zunge.
1:34:29Also wollen wir immer zartes Fleisch.
1:34:32Wenn da war noch ein Begriff im Dialog,
1:34:35als es um das Steak ging. Der Verkäufer
1:34:37fragte: "Soll es durchwachsen sein? Das
1:34:41klingt ein bisschen wie eine Pflanze.
1:34:43Was bedeutet das bei Fleisch?"
1:34:45Das ist ein Begriff auf C1 Niveau, würde
1:34:48ich sagen. Durchwachsen bedeutet, dass
1:34:51das Fleisch sichtbare Fettstreifen im
1:34:53Inneren hat. Es ist nicht nur
1:34:55außenfettig, sondern das Fett zieht sich
1:34:58durch den Muskel. Und ist das gut oder
1:35:01schlecht?
1:35:02Und ist das gut oder schlecht?
1:35:04Für ein Steak ist das sehr gut. Wir
1:35:07nennen das auch Marmorierung. Wenn ein
1:35:10Steak gut durchwachsen ist, wird es beim
1:35:12Braten besonders saftig. Wer aber Fett
1:35:15hasst, sollte lieber mageres Fleisch
1:35:18bestellen und nichts durchwachsenes.
1:35:20Gut zu wissen. Ich lerne hier auch noch
1:35:22was dazu. Lass uns kurz über Mengen
1:35:25sprechen. In Deutschland hört man an der
1:35:28Theke oft das Wort Pfund, aber auf der
1:35:31Packung steht Gramm. Wie viel ist ein
1:35:33Pfund?
1:35:34Das ist ein Klassiker. Offiziell nutzen
1:35:37wir das metrische System, also Gramm und
1:35:40Kilogramm. Aber im Alltag, besonders an
1:35:43der Theke oder auf dem Markt, sagt man
1:35:46ein Pfund, das sind genau 500 g, also
1:35:49ein halbes Kilo.
1:35:51Genau. Und wenn jemand ein halbes Pfund
1:35:54bestellt, sind das 250 g. Das solltet
1:35:58ihr euch unbedingt merken. Das wird sehr
1:36:00oft benutzt.
1:36:01Okay, ein Pfund Hackfleisch, bitte. Und
1:36:05dann gab es noch diese typische Frage am
1:36:07Ende, die der Verkäufer fast immer
1:36:09stellt. Erinnerst du dich?
1:36:11Natürlich. Darf's ein bisschen mehr
1:36:14sein.
1:36:15Ja, genau. Warum fragen die das
1:36:19eigentlich immer? Wollen sie nur mehr
1:36:22verkaufen?
1:36:23Ein bisschen schon, aber es hat auch
1:36:26einen praktischen Grund. Die Verkäufer
1:36:29schneiden das Fleisch oder die Wurst mit
1:36:32der Hand oder der Maschine. Es ist fast
1:36:35unmöglich, exakt 100 g zu treffen.
1:36:39Meistens sind es dann 105 oder 110 g.
1:36:44Und dann fragen Sie höflich, ob das okay
1:36:47ist, dass ich diese 10 g auch bezahle.
1:36:52Richtig. Die richtige Antwort darauf ist
1:36:55meistens einfach ja, gerne. Oder ja, das
1:36:59passt schon. Niemand sagt nein,
1:37:03schneiden Sie die 5 gitte wieder ab. Das
1:37:06wäre sehr unhöflich und kleinlich.
1:37:09Stimmt, das habe ich noch nie erlebt. Es
1:37:13gibt noch einen letzten Begriff, den ich
1:37:16spannend fand. marinieren oder
1:37:19eingelegt. Der Kunde hat nach
1:37:22eingelegten Steaks gefragt. Das ist
1:37:25besonders wichtig für die Grillsaison im
1:37:28Sommer. Einlegen oder marinieren
1:37:32bedeutet, dass das Fleisch für einige
1:37:34Stunden oder Tage in einer Soße liegt.
1:37:38Diese Soße besteht meist aus Öl,
1:37:40Kräutern und Gewürzen,
1:37:42damit das Fleisch den Geschmack annimmt.
1:37:46Richtig? Ja, und die Säure in der
1:37:49Marinade macht das Fleisch auch zarter.
1:37:52An der Theke sieht man oft Fleisch, das
1:37:55schon rot oder gelb aussieht. Das ist
1:37:58dann schon fertig mariniert. Man kann es
1:38:01direkt in die Pfanne oder auf den Grill
1:38:03legen.
1:38:04Das ist praktisch, wenn es schnell gehen
1:38:07muss. Okay, Ben, ich glaube, wir haben
1:38:11die wichtigsten Begriffe geklärt.
1:38:13Fassen wir kurz zusammen. Wir kennen
1:38:16jetzt den Unterschied zwischen am Stück
1:38:19und in Scheiben. Wir wissen, dass Hauch
1:38:22dünn sehr fein geschnitten bedeutet
1:38:25und wir wissen, dass Hackfleisch oft
1:38:28gemischt ist und was mager und
1:38:32durchwachsen bedeutet
1:38:34und natürlich, dass ein Pfund 500 g sind
1:38:38und wir nicht böse sein dürfen, wenn es
1:38:40ein bisschen mehr ist.
1:38:42Super, ich glaube, damit sind unsere
1:38:46Hörer bereit für den nächsten Einkauf an
1:38:49der Frische Theke. Traut euch ruhig,
1:38:52dort Deutsch zu sprechen.
1:38:54Absolut. Die Verkäufer helfen meistens
1:38:57gerne, wenn man ein Wort nicht sofort
1:38:59weiß. Zeigen hilft auch immer. Dann bis
1:39:03zum nächsten Mal, wenn wir uns das Regal
1:39:06mit den Backwaren ansehen. Bis dann und
1:39:10viel Erfolg beim Einkaufen.
1:39:15Das bringt uns zu einem Bereich im
Kapitel 6: Getränke & Pfand (Dialog)
1:39:17Supermarkt, der für Neuankömmlinge in
1:39:20Deutschland erst einmal ein kleiner
1:39:22Schock ist oder zumindest eine große
1:39:25Überraschung. Wir verlassen die Obst und
1:39:28Gemüseabteilung und stehen jetzt vor der
1:39:31Getränkeabteilung.
1:39:33Richtig. Und die ist in Deutschland oft
1:39:36riesig. Manchmal ist es sogar ein ganz
1:39:39eigener Markt, ein sogenannter
1:39:41Getränkemarkt. Aber bleiben wir im
1:39:43normalen Supermarkt. Das erste, was man
1:39:46dort sieht, ist meistens eine Wand aus
1:39:48Wasserflaschen.
1:39:49Oh ja. Und hier passiert oft der erste
1:39:52große Fehler. Ich erinnere mich an einen
1:39:55Freund aus den USA, der einfach eine
1:39:57Flasche Wasser kaufte, einen großen
1:39:59Schlucknahm und es sofort wieder
1:40:02ausspuckte. Er hatte nämlich
1:40:04Sprudelwasser erwischt.
1:40:06Das ist ein klassisches Missverständnis.
1:40:08In vielen Ländern ist Wasser ohne
1:40:10Kohlensäure der Standard. Wenn man
1:40:12Wasser bestellt oder kauft, ist es
1:40:15still. In Deutschland ist der Standard
1:40:17aber oft Wasser mit Kohlensäure. Das
1:40:20Wort, das ihr euch hier merken müsst,
1:40:22ist die Kohlensäure.
1:40:24Genau. Wenn du also Wasser ohne Gas
1:40:27möchtest, musst du auf das Etikett
1:40:29schauen. Da steht dann still oder
1:40:31naturell. Wenn du Wasser mit Gas
1:40:34möchtest, steht da spritzig, klassik
1:40:37oder einfach mit Kohlensäure.
1:40:40Und dann gibt es noch den Kompromiss.
1:40:42Das ist sehr deutsch. Es heißt Medium.
1:40:45Das bedeutet, es hat ein wenig
1:40:47Kohlensäure, aber nicht so viel, dass es
1:40:50in der Nase brennt. Es ist die goldene
1:40:52Mitte.
1:40:53Viele Supermärkte nutzen auch Farben, um
1:40:56das zu unterscheiden, oder? Ich sehe oft
1:40:58blaue Etiketten für viel Kohlensäure und
1:41:01rote oder rosafarbene für stilles
1:41:04Wasser. Aber Vorsicht, das ist keine
1:41:06feste Regel. Man muss wirklich lesen.
1:41:10Absolut. Neben dem Wasser sind natürlich
1:41:12Säfte sehr beliebt, aber auch hier gibt
1:41:15es wichtige Vokabelen. Es gibt einen
1:41:17Unterschied zwischen Fruchtsaft und
1:41:19Fruchtnektar.
1:41:21Das klingt fast poetisch, Nektar. Aber
1:41:24was ist der praktische Unterschied im
1:41:26Supermarktregal?
1:41:28Ganz einfach, der Fruchtgehalt. Ein Saft
1:41:31oder Direktsaft besteht zu 100% aus der
1:41:35Frucht. Ein Nektar ist oft mit Wasser
1:41:37verdünnt und enthält Zuckerzusätze. Er
1:41:40hat oft nur 25 bis 50% Fruchtanteil. Das
1:41:44ist wichtig zu wissen, wenn man gesund
1:41:46einkaufen möchte. Und wenn wir schon
1:41:48beim Mischen sind, wir müssen über die
1:41:51Schale sprechen. Das ist vielleicht das
1:41:53deutscheste Getränk überhaupt, die
1:41:56Apfelschaorle.
1:41:57Stimmt. Eine Schorle ist eine Mischung
1:42:00aus Saft und Mineralwasser, meistens
1:42:03Apfelsaft, aber es gibt auch Rabers
1:42:05Schorle oder Johannesbärschorle.
1:42:07Man kann sie fertig gemischt in der
1:42:09Flasche kaufen. Das ist sehr erfrischend
1:42:11im Sommer.
1:42:12Okay, wir haben unsere Getränke
1:42:15ausgewählt. Sagen wir einen Kasten
1:42:17Wasser und ein paar Flaschensaft. Jetzt
1:42:20kommen wir zu einem Thema, das technisch
1:42:22ist, aber absolut essentiell für das
1:42:25Leben in Deutschland. Das Pfandsystem.
1:42:29Das Pfand, dieses Wort ist extrem
1:42:31wichtig. Es bedeutet, dass du für die
1:42:34Verpackung, also die Flasche oder die
1:42:36Dose extra bezahlen musst. Du leist dir
1:42:39die Flasche quasi nur aus. Genau. Und
1:42:42das Geld bekommst du zurück, wenn du die
1:42:44Flasche wiederbringst. Aber wenn, es
1:42:46gibt zwei verschiedene Arten von Pfand
1:42:49und das verwirrt viele Lernende. Was ist
1:42:52der Unterschied zwischen ein Weg und
1:42:54Mehrweg?
1:42:55Gute Frage. Ein Weg bedeutet ein Weg.
1:42:59Die Flasche wird nach der Rückgabe
1:43:01geschreddert und recyclet. Das sind
1:43:03meistens dünne Plastikflaschen oder
1:43:05Dosen. Das Pfand kostet hier fast immer
1:43:0825 Cent. Man erkennt diese Flaschen an
1:43:11einem speziellen Logo, eine Dose und
1:43:13eine Flasche, um die sich ein Pfeil
1:43:15dreht. Das ist das DPG Logo.
1:43:18Und dann haben wir mehrweg. Das bedeutet
1:43:22mehrere Wege.
1:43:23Exakt. Das sind oft Glasflaschen oder
1:43:26sehr stabiles Plastik. Diese Flaschen
1:43:28werden gewaschen und wieder befüllt. Das
1:43:31ist umweltfreundlicher.
1:43:32Das Pfand ist hier meistens günstiger.
1:43:35Oft 15 Cent oder nur 8 Cent bei
1:43:37Bierflaschen.
1:43:39Okay, jetzt stellen wir uns vor, wir
1:43:41haben zu Hause eine große Tasche voller
1:43:43leerer Flaschen gesammelt. Wir gehen
1:43:45zurück in den Supermarkt. Wo müssen wir
1:43:48hin?
1:43:49Meistens steht im Eingangsbereich ein
1:43:51großer Automat. Das ist der
1:43:53Pfandautomat.
1:43:54Manchmal riecht es dort ein bisschen
1:43:56nach altem Bier oder Saft, weil viele
1:43:58Leute ihre Flaschen nicht ausspülen
1:44:01und der Boden klebt oft ein bisschen.
1:44:03Aber gut, wie bediene ich diesen
1:44:05Automaten? Ich sehe da meistens ein
1:44:08rundes Loch.
1:44:09Du nimmst deine Flasche und legst sie in
1:44:11die Öffnung. Wichtig ist der Boden der
1:44:14Flasche zuerst, dann zieht ein kleines
1:44:16Fließband die Flasche nach innen. Der
1:44:18Automat scannt den Barcode oder die Form
1:44:21der Flasche.
1:44:22Und dann hört man dieses typische
1:44:24Geräusch. Kwusch oder wenn es Glas ist
1:44:27ein Klappern. Aber was passiert, wenn
1:44:30der Automat die Flasche nicht will? Das
1:44:32passiert mir ständig. Er spuckt sie
1:44:34einfach wieder aus und das Display
1:44:36blinkt rot.
1:44:37Dann solltest du es noch einmal
1:44:39versuchen. Manchmal liegt die Flasche
1:44:41nicht gerade oder das Etikett ist kaputt
1:44:44und der Scanner kann den Barcode nicht
1:44:46lesen. Wenn das Etikett fehlt, nimmt der
1:44:48Automat die Einwegflasche oft nicht an,
1:44:51weil er nicht weiß, dass Pfand darauf
1:44:53ist. Und wenn er sie immer noch nicht
1:44:55nimmt,
1:44:56dann steht auf dem Display meistens
1:45:00Flasche nicht akzeptiert oder Gebinde
1:45:04unbekannt.
1:45:06Das kann passieren, wenn du eine Flasche
1:45:08von einer Marke hast, die dieser
1:45:11Supermarkt gar nicht verkauft. Lidl
1:45:14nimmt z.B. oft keine Flaschen von Aldi
1:45:17an, wenn es deren Eigenmarken sind.
1:45:21Das ist ein guter Tipp. Man sollte also
1:45:23wissen, wo man was gekauft hat, aber bei
1:45:26Dosen und Einwegflaschen mit dem Logo
1:45:29ist es gesetzlich geregelt. Jeder Laden,
1:45:32der diese Art von Verpackung verkauft,
1:45:34muss sie auch zurücknehmen, egal, wo man
1:45:37sie gekauft hat.
1:45:38Richtig? Wenn du alle Flaschen
1:45:41eingeworfen hast, drückst du auf den
1:45:43großen meist grünen Knopf. Da steht Bong
1:45:47drucken oder einfach Pfandbong. Und dann
1:45:51kommt ein kleiner Zettel aus Papier
1:45:53heraus, der Pfandbong. Dieser Zettel ist
1:45:56bares Geld wert. Ich habe schon Leute
1:45:59gesehen, die ihn im Automaten vergessen
1:46:01haben. Das sind manchmal 5 oder 6 €.
1:46:04Was macht man mit diesem Bong? Du gehst
1:46:07damit ganz normal einkaufen. Am Ende an
1:46:10der Kasse gibst du den Bong der
1:46:13Kassiererin oder dem Kassierer. Der
1:46:16Betrag wird dann von deinem Einkauf
1:46:18abgezogen. Du bekommst also einen Rabatt
1:46:21in Höhe deines Pfandes.
1:46:24Man kann sich das Geld auch bar
1:46:25auszahlen lassen, wenn man nichts kaufen
1:46:27möchte, aber das machen die wenigsten.
1:46:30Übrigens, Ben, hast du schon mal diese
1:46:33kleinen Knöpfe neben dem Ausgabeschacht
1:46:35gesehen? Da steht spenden.
1:46:38Ja, das ist eine schöne Funktion in
1:46:40vielen modernen Märkten. Wenn man den
1:46:43Pfandbetrag nicht selbst haben möchte,
1:46:46kann man diesen Knopf drücken. Das Geld
1:46:48geht dann an eine wohltätige
1:46:50Organisation, oft an die lokale Tafel
1:46:53oder Umweltprojekte.
1:46:56Das finde ich eine super Sache. Bevor
1:46:58wir das Thema abschließen, noch ein Wort
1:47:00zu den Getränkekästen. Wenn man Wasser
1:47:03oder Bier in Deutschland kauft, kauft
1:47:05man oft nicht einzelne Flaschen, sondern
1:47:08einen ganzen Kasten.
1:47:10Ja, auch Kiste genannt. Ein Kasten
1:47:13enthält meistens 12 oder 20 Flaschen.
1:47:17Das Praktische ist, man zahlt auch Pfand
1:47:19für den Kasten selbst, meistens 1,50 €
1:47:23oder 3 €. Und man kann den ganzen Kasten
1:47:27mit den leeren Flaschen einfach in den
1:47:30unteren Teil des Pfandautomaten stellen.
1:47:33Das spart Zeit.
1:47:34Aber man braucht Muskeln. So ein voller
1:47:37Wasserkasten wiegt einiges. Wer kein
1:47:39Auto hat, sollte sich das gut überlegen.
1:47:42Absolut. Zusammenfassend kann man sagen,
1:47:45die Getränkeabteilung ist mehr als nur
1:47:48Durstlöschen. Es ist ein System aus
1:47:51Logistik, Recycling und ein bisschen
1:47:54Mathematik, um den Pfandbetrag
1:47:56auszurechnen.
1:47:57Und man lernt Geduld, wenn die Person
1:47:59vor einem am Automaten drei riesige
1:48:02Säcke mit Flaschen hat und der Automat
1:48:04plötzlich Störung anzeigt. Dann muss man
1:48:07den Klingelknopf drücken und warten, bis
1:48:10ein Mitarbeiter kommt und den Automaten
1:48:13repariert. Entschuldigung, der Automat
1:48:16hängt. Ist dann der Satz, den man
1:48:18braucht.
1:48:19Ein sehr nützlicher Satz. Ich glaube,
1:48:22jetzt sind unsere Hörer bestens
1:48:24vorbereitet, um Wasser zu kaufen, mit
1:48:26oder ohne Sprudel und ihr Pfandgeld
1:48:29erfolgreich zurückzuholen.
1:48:31Damit haben wir die wichtigsten
1:48:33Stationen im Supermarkt abgedeckt, aber
1:48:36wir müssen uns die genauen Vokabeln und
1:48:39die Grammatik hinter diesen Sätzen noch
1:48:42einmal im Detail ansehen.
1:48:44Richtig. Lass uns die Wörter genauer
1:48:47ansehen, die wir gerade benutzt haben
1:48:49und analysieren, wie man sie im Alltag
1:48:51noch verwenden kann.
Analyse 6: Leergut, Einweg/Mehrweg & verrechnen
1:48:55Willkommen zurück zu unserem Podcast
1:48:57Deutsch im Supermarkt. Schön, dass ihr
1:48:59wieder dabei seid. Heute tauchen wir
1:49:02tief in das wohl komplizierteste Thema
1:49:05für alle Neuankömmlinge in Deutschland
1:49:07ein. Wir sind bei Kapitel 6 angekommen.
1:49:11Hallo zusammen. Ja, Kapitel 6 ist
1:49:14wirklich speziell. Es geht um Getränke
1:49:17und Pfand. Für viele ist das ein echter
1:49:20Kulturschock. In anderen Ländern wirft
1:49:22man Flaschen einfach in den Müll oder in
1:49:25einen Container. In Deutschland bringen
1:49:27wir sie zurück in den Supermarkt.
1:49:30Genau. Und deshalb schauen wir uns heute
1:49:32den Analyseteil an. Wir wollen die
1:49:35Wörter erklären, die in diesem Kapitel
1:49:38wirklich schwierig sind, denn das
1:49:40wichtigste Wort ist wahrscheinlich das
1:49:43Pfand. Aber da gibt es noch ein anderes
1:49:46Wort, dass man oft auf Schildern sieht,
1:49:48das Leergut. Was genau bedeutet das?
1:49:52Das ist ein sehr gutes Wort für den
1:49:54Einstieg Anna. Das Lehrergut ist ein
1:49:56typisches deutsches Kompositum, also ein
1:49:59zusammengesetztes Wort. Es besteht aus
1:50:02dem Adjektiv Lehr und dem Nomen das Gut.
1:50:06Gut bedeutet in diesem Kontext Ware oder
1:50:09Produkt. Richtig?
1:50:11Exakt. Güter sind Waren. Lehrgut
1:50:14bezeichnet also die leeren Verpackungen,
1:50:16meistens Flaschen oder Dosen, die man
1:50:18zurückgeben kann. Wenn du also im
1:50:21Supermarkt ein Schild siehst, auf dem
1:50:23Lehrergutannahme steht, dann ist das der
1:50:25Ort, wo du deine leeren Flaschen abgeben
1:50:28kannst. Und dort steht meistens eine
1:50:31große Maschine. Wie nennt man die genau?
1:50:34Das ist der Pfandautomat. Auch das ist
1:50:37ein Wort, das man kennen muss. Ein
1:50:39Automat ist generell eine Maschine, die
1:50:41eine Dienstleistung automatisch
1:50:43ausführt. Der Pfandautomat nimmt dein
1:50:46Lehrgut, scchnet,
1:50:49wie viel Geld du zurückbekommst.
1:50:51Das klingt einfach, aber oft stehen die
1:50:53Leute vor diesem Automaten und sind
1:50:55verwirrt. Es gibt nämlich zwei
1:50:58verschiedene Systeme bei den Flaschen.
1:51:00Da fallen oft die Begriffe einweg und
1:51:03mehrweg. Das klingt für Deutschler fast
1:51:06gleich. Kannst du den Unterschied
1:51:08erklären?
1:51:09Sehr gerne. Das ist der Kern des
1:51:11deutschen Pfannsystems. Fangen wir mit
1:51:14Einweg an. Das Wort enthält ein und weg.
1:51:18Das bedeutet, die Flasche macht nur
1:51:20einen Weg. vom Supermarkt zu dir.
1:51:23Und was passiert danach?
1:51:25Wenn du sie in den Automaten wirfst,
1:51:27wird sie sofort zerstört. Man hört es
1:51:29oft. Es macht ein lautes Knackgeräusch
1:51:31im Automaten. Die Flasche wird gepresst
1:51:34und das Material wird recyclet. Das
1:51:36nennt man Einwegpfand. Das sind meistens
1:51:39dünne Plastikflaschen oder Dosen. Der
1:51:41Pfandwert beträgt hier fast immer 25
1:51:44Cent.
1:51:45Okay, das ist verständlich. Und das
1:51:48Gegenteil ist dann mehr weg.
1:51:50Richtig, mehrweg bedeutet mehrere Wege.
1:51:54Diese Flaschen sind stabiler. Sie
1:51:56bestehen oft aus Glas oder dickerem
1:51:58Plastik. Wenn du sie zurückgibst, werden
1:52:00sie nicht zerstört. Sie werden zurück
1:52:02zur Fabrik gebracht, gewaschen und neu
1:52:05befüllt. Das kann bis zu 50 mal
1:52:07passieren.
1:52:08Das ist also viel umweltfreundlicher.
1:52:11Woran erkenne ich diese Flaschen?
1:52:13Oft steht das Wort Meerweg direkt auf
1:52:16der Flasche oder auf dem Etikett.
1:52:18Manchmal gibt es auch spezielle Logos
1:52:20wie den blauen Engel. Der Pfandbetrag
1:52:23ist hier niedriger, meistens 8 oder 15
1:52:26Cent.
1:52:27Das ist eine wichtige Unterscheidung.
1:52:29Ich habe noch ein Wort auf meiner Liste,
1:52:31das im Dialog von Kapitel 6 vorkam. Anna
1:52:34fragte dort nach kohlensäurehaltigem
1:52:37Wasser. Das ist ein echtes
1:52:39Zungenbrecherwort für B1 Lerner.
1:52:41Kohlensäure haltig.
1:52:44Oh ja, das ist lang. Zerlegen wir es
1:52:46mal. Es kommt von der Kohlensäure. Das
1:52:49ist das Gas im Wasser, das so sprudeln
1:52:51lässt. Das Suffix haltig bedeutet, es
1:52:54beinhaltet etwas oder es hat etwas. Also
1:52:58Wasser, das Kohlensäure hat.
1:53:00Im Alltag sagen wir aber selten, ich
1:53:03hätte gern ein kohlensäure haltiges
1:53:05Mineralwasser, oder? Das ist sehr
1:53:07formell.
1:53:09Das stimmt. Im Alltag benutzen wir
1:53:11Adjektive wie spritzig oder prickelnd.
1:53:14oder wir sagen einfach Wasser mit Gas.
1:53:17Das Gegenteil ist übrigens stilles
1:53:19Wasser oder Wasser ohne Kohlensäure. In
1:53:22Deutschland ist das ein riesiges Thema,
1:53:24weil die meisten Deutschen ihr Wasser
1:53:26mit viel Gas lieben, was Ausländer oft
1:53:29überrascht.
1:53:30Absolut. Ein weiteres Wort, das mir
1:53:32aufgefallen ist, ist der Kasten oder die
1:53:35Kiste, wenn man nicht nur eine Flasche
1:53:37kaufen will, sondern gleich viele.
1:53:40Ja, das ist besonders bei Mehrweg
1:53:42wichtig. Man kauft oft einen ganzen
1:53:44Getränkekasten. Das ist eine stabile Box
1:53:47aus Plastik, in der meistens z oder 20
1:53:50Flaschen stehen. Das Interessante ist,
1:53:53für diesen Kasten muss man auch Pfand
1:53:55bezahlen.
1:53:56Stimmt. Man zahlt Pfand für die Flaschen
1:53:59darin und extra Pfand für den Kasten
1:54:01selbst. Das kann an der Kasse teuer
1:54:04werden, wenn man das nicht einplant.
1:54:06Apropos Kasse, wenn ich am
1:54:08Pfandautomaten fertig bin, drücke ich
1:54:10einen Knopf, dann kommt ein Papier
1:54:13heraus. Wie heißt das?
1:54:15Das ist der Pfandbong. Bong ist ein Wort
1:54:17aus dem Französischen, das wir im
1:54:19Deutschen für Kassenzettel oder Beleg
1:54:21benutzen. Auf diesem kleinen Zettel
1:54:24steht, wie viel Geld du bekommst.
1:54:26Und was mache ich mit diesem Fandbon?
1:54:28Bekomme ich das Geld direkt am
1:54:30Automaten?
1:54:31Nein, der Automat gibt kein Bargeld. Du
1:54:34musst den Fandbong zur Kasse mitnehmen.
1:54:36Dort wird der Betrag verrechnet.
1:54:39Verrechnen ist ein gutes Verb für B2 C1.
1:54:43Was bedeutet das genau?
1:54:45Verrechnen bedeutet in diesem Kontext,
1:54:47dass eine Summe von einer anderen
1:54:50abgezogen wird. Stell dir vor, du kaufst
1:54:53Lebensmittel für 20 €. Du hast einen
1:54:56Pfandbond über 5 €. Die Kassiererin
1:55:00scannt den B und du musst nur noch 15 €
1:55:03bezahlen. Der Betrag wird also von
1:55:05deinem Einkauf abgezogen.
1:55:08Und wenn ich nichts kaufe, wenn ich nur
1:55:10mein Lehrgrut wegbringen will,
1:55:12dann wird dir der Betrag erstattet oder
1:55:15ausgezahlt. Die Kassiererin gibt dir
1:55:17dann die 5 € in Bar. Erstatten ist hier
1:55:21das formelle Wort für Geld zurückgeben.
1:55:24Das ist sehr hilfreich. Lass uns kurz
1:55:27über das Wort Entsgen sprechen. Das hast
1:55:30du vorhin indirekt erklärt, als es um
1:55:32Einwegflaschen ging.
1:55:33Ja,
1:55:34Entsorgen ist ein gehobenes Wort für
1:55:37wegwerfen oder Müll wegmachen, aber es
1:55:40klingt organisierter. Wenn ich eine
1:55:43Flasche in den normalen Mülleimer werfe,
1:55:45werfe ich sie weg. Wenn ich sie aber in
1:55:47den Pfandautomaten stecke, damit sie
1:55:50recyclet wird, dann entsorge ich sie
1:55:52fachgerecht.
1:55:54Das passt gut zur deutschen
1:55:55Mülltrennung. Alles muss korrekt
1:55:57entsorgt werden. Wenn gibt es noch ein
1:56:00Wort im Zusammenhang mit Getränken, das
1:56:02oft falsch verstanden wird?
1:56:04Vielleicht noch das Dosenpfand. Viele
1:56:07Leute wissen nicht, dass auch auf
1:56:09Getränkedosen, also Coladosen oder
1:56:12Bierdosen aus Metall Pfand ist. Früher
1:56:15war das nicht so, aber jetzt ist es fast
1:56:17überall Pflicht. Man erkennt es an einem
1:56:20speziellen Logo oben auf der Dose. Wenn
1:56:23dieses Logo beschädigt ist, nimmt der
1:56:25Automat die Dose oft nicht an.
1:56:28Das ist ein sehr praktischer Tipp. Man
1:56:30darf die Dosen also nicht zerdrücken,
1:56:32bevor man sie in den Automaten steckt.
1:56:34Genau. Die Form muss erhalten bleiben,
1:56:37damit der Scanner das Logo und die Form
1:56:39erkennt. Das ist anders als in vielen
1:56:42anderen Ländern, wo man Dosen platt
1:56:44macht, um Platz zu sparen. Hier muss das
1:56:47Lehrgut intakt sein.
1:56:49Super. Ich fasse mal kurz zusammen,
1:56:51welche Wörter wir heute analysiert
1:56:53haben. Wir hatten das Leergut für leere
1:56:56Flaschen, den Pfandautomaten,
1:56:59den Unterschied zwischen ein Weg wird
1:57:02recycelt und mehrweg wird gewaschen.
1:57:05Kohlensäure haltig für Wasser mit Gas
1:57:08den Pfandbond und das Verb verrechnen.
1:57:11Eine sehr wichtige Liste. Wenn ihr diese
1:57:14Begriffe kennt, fühlt ihr euch vor dem
1:57:16Automaten sicher viel wohler.
1:57:18Und ihr wisst jetzt, warum es dort
1:57:20manchmal so laut knackt und knirscht.
1:57:23Das sind die Einwegflaschen.
1:57:25Richtig. Habt keine Angst vor dem
1:57:27Automaten. Er ist euer Freund und gibt
1:57:29euch Geld zurück. Ein schöner
1:57:32Schlusssatz. Danke für die Erklärungen,
1:57:34Ben. In der nächsten Episode verlassen
1:57:36wir die Getränkeabteilung und gehen zur
1:57:39Frische Theke. Da gibt es viel Wurst und
1:57:41Käse und natürlich viele neue Wörter.
1:57:45Darauf freue ich mich. Bis zum nächsten
1:57:47Mal. Tschüss und viel Erfolg beim
1:57:49Deutsch lernen.
Kapitel 7: Preise & Angebote (Dialog)
1:57:53Das bringt uns direkt zum nächsten
1:57:55logischen Schritt. Wir haben jetzt den
1:57:57Einkaufswagen voll mit Gemüse, Brot und
1:58:00Milch, aber wir müssen auch wissen, was
1:58:03das alles kostet.
1:58:05Genau. Und das ist in Deutschland nicht
1:58:07immer auf den ersten Blick ersichtlich.
1:58:09Deshalb sprechen wir jetzt über Preise
1:58:12und Angebote. Das ist ein riesiges
1:58:14Thema, denn Supermärkte nutzen eine ganz
1:58:17eigene Sprache, um uns zum Kaufen zu
1:58:19verleiten.
1:58:20Oh ja, ich liebe diese roten oder gelben
1:58:23Schilder am Regal. Wenn ich die Farbe
1:58:26rot sehe, denke ich sofort, das muss ich
1:58:28kaufen, das ist billig. Aber ist das
1:58:31wirklich immer so, Ben?
1:58:33Nicht unbedingt, Anna. Das ist
1:58:34Psychologie. Rot signalisiert Alarm und
1:58:38Aufmerksamkeit. Oft steht auf diesen
1:58:40Schildern das Wort Aktion oder
1:58:42Sonderangebot.
1:58:44Für Deutschler ist das wichtig, ein
1:58:46Angebot ist neutral. Es bedeutet
1:58:49einfach, dass der Supermarkt eine Ware
1:58:51anbietet. Aber ein Sonderangebot oder
1:58:54eine Aktion impliziert, dass der Preis
1:58:57temporär reduziert ist.
1:58:59Temporär ist ein gutes Stichwort. Ich
1:59:01sehe oft den Satz nur für kurze Zeit
1:59:04oder solange der Vorrat reicht. Das
1:59:07macht mir immer ein bisschen Stress. Ich
1:59:09habe dann das Gefühl, ich muss mich
1:59:11beeilen.
1:59:12Das ist auch das Ziel. Solange der
1:59:14Vorrat reicht, ist eine rechtliche
1:59:16Absicherung. Wenn die billige Schokolade
1:59:19am Montagmittag schon ausverkauft ist,
1:59:21kannst du dich nicht beschweren. Aber
1:59:23lass uns mal genauer auf das Preisschild
1:59:25schauen. Da gibt es eine Sache, die in
1:59:28Deutschland sehr, sehr hilfreich ist.
1:59:30Der Grundpreis.
1:59:32Der Grundpreis? Du meinst diese winzig
1:59:34kleine Zahl, die man ohne Lupe kaum
1:59:36lesen kann?
1:59:38Exakt die die steht meistens unten links
1:59:41oder rechts auf dem Etikett. Das ist
1:59:43gesetzlich vorgeschrieben. Stell dir
1:59:45vor, du hast zwei Packungen Nudeln. Eine
1:59:48Packung hat 500 g und kostet 99 Cent.
1:59:52Die andere ist eine Großpackung mit 750
1:59:55g und kostet 1,60 €. Welche ist
1:59:59günstiger? Puh, Kopfrechnen war noch nie
2:00:02meine Stärke. Spontan würde ich sagen,
2:00:04die Großpackung, weil Großpackungen
2:00:07meistens billiger sind.
2:00:08Eben nicht immer. Und genau dafür ist
2:00:11der Grundpreis da. Er zeigt dir den
2:00:13Preis pro Kilogramm oder pro 100 g oder
2:00:16pro Liter an. So kannst du Produkte
2:00:19objektiv vergleichen, egal wie groß die
2:00:21Verpackung ist. Das Wort Vergleich ist
2:00:24hier zentral auf dem B2 Niveau. Man muss
2:00:27Preise vergleichen können.
2:00:28Das ist ein super Tipp. Also nicht auf
2:00:31den großen fetten Preis schauen, sondern
2:00:33auf den kleinen Grundpreis. Aber Ben,
2:00:36was ist mit diesen Aufklebern direkt auf
2:00:38der Ware? Ich sehe oft orangefarbene
2:00:41Sticker mit 30% reduziert.
2:00:44Das ist mein persönlicher Favorit, um
2:00:46Geld zu sparen. Diese Aufkleber findest
2:00:48du oft bei frischen Produkten wie
2:00:50Joghurt, Fleisch oder Salat.
2:00:52Der Grund ist meistens das MHD.
2:00:55Das MHD, das klingt wie eine geheime
2:00:58Regierungsbehörde, aber es bedeutet
2:01:00Mindesthaltbarkeitsdatum.
2:01:02Richtig.
2:01:03Richtig. Das ist ein langes, typisch
2:01:05deutsches Wort. Man kann es in drei
2:01:07Teile zerlegen. Mindest, Haltbarkeits
2:01:10und Datum. Es bedeutet, bis zu diesem
2:01:13Datum garantiert der Hersteller, dass
2:01:15das Produkt perfekt schmeckt und
2:01:17aussieht. Es heißt aber nicht, dass es
2:01:19danach sofort schlecht oder giftig ist.
2:01:22Das verwechseln viele. Mindestens
2:01:24haltbar bis heißt nicht tödlich ab. Aber
2:01:27Supermärkte wollen die Ware natürlich
2:01:29loswerden, bevor dieses Datum erreicht
2:01:31ist. Deshalb reduzieren sie den Preis
2:01:34kurz vorher.
2:01:35Genau. Wenn du also einen Joghurt
2:01:37siehst, der heute abläuft, klebt oft
2:01:39dieser 30% billiger Aufkleber drauf. An
2:01:43der Kasse muss man da aber aufpassen.
2:01:45Manchmal muss die Kassiererin den Rabatt
2:01:47manuell eingeben oder der Barcode auf
2:01:50dem roten Sticker muss gescannt werden,
2:01:52nicht der normale Barcode.
2:01:54Da muss man wirklich aufmerksam sein.
2:01:56Ein anderes Thema, bei dem ich früher
2:01:58oft Fehler gemacht habe, ist das Obst
2:02:00und Gemüse. Manchmal steht da ein Preis,
2:02:03z.B. 2 €. Aber an der Kasse kostet es
2:02:07plötzlich viel mehr oder viel weniger.
2:02:09Das liegt an der Unterscheidung zwischen
2:02:11Stückpreis und Kilopreis. Wenn steht
2:02:15Preis pro Stück, dann kostet jeder
2:02:17einzelne Apfel diesen Betrag. Wenn dort
2:02:20aber Preis pro 1 kg steht, musst du die
2:02:23Äpfel abwiegen.
2:02:25Abwiegen ist ein wichtiges Verb. In
2:02:27manchen Supermärkten gibt es Wagen
2:02:29direkt in der Obstabteilung. Da legt man
2:02:31die Äpfel drauf, drückt auf das Bild mit
2:02:33dem Apfel und dann kommt ein Etikett
2:02:35raus. Das klebt man dann auf die Tüte.
2:02:38Aber in Discountern ist das oft anders,
2:02:40oder?
2:02:41Ja, bei Discountern wie Aldi oder Lidl
2:02:44wird meistens direkt an der Kasse
2:02:45gewogen. Da brauchst du kein Etikett.
2:02:48Aber du musst wissen, ob du nach Gewicht
2:02:50oder nach Stück bezahlst, um keine böse
2:02:53Überraschung zu erleben.
2:02:54Apropos böse Überraschung, lass uns über
2:02:57das Thema Pfann sprechen. Das ist für
2:02:59viele Neuankömmlinge in Deutschland
2:03:01extrem verwirrend. Ich kaufe eine
2:03:03Flasche Wasser für 19 Cent, gehe zur
2:03:06Kasse und plötzlich soll ich 44 Cent
2:03:08bezahlen. Warum?
2:03:10Weil der Preis am Regal fast immer
2:03:12exklusive Pfand ist. Das steht meistens
2:03:15ganz klein darunter. ZZGL 0,25 € Pfand
2:03:20ZZGL ist die Abkürzung für zuzüglich,
2:03:23also Plus. Das ist so wichtig. Bei
2:03:26Einwegflaschen, also Plastikflaschen,
2:03:28die geschreddert werden, sind es fast
2:03:31immer 25 Cent. Bei Mehrwegflaschen aus
2:03:34Glas oder härterem Plastik sind es oft
2:03:3715 Cent oder 8 Cent bei Bierflaschen.
2:03:40Richtig, das System ist komplex. Du
2:03:43bezahlst das Geld an der Kasse als eine
2:03:45Art Kaution. Wenn du die leere Flasche
2:03:48zurückbringst zum Lehrerguta Automaten,
2:03:51bekommst du einen Bong. Diesen Pfandbong
2:03:54gibst du an der Kasse ab und das Geld
2:03:57wird von deinem Einkauf abgezogen oder
2:03:59ausgezahlt.
2:04:00Man darf also nie vergessen, den
2:04:02Pfandbong an der Kasse vorzuzeigen. Ich
2:04:05habe schon so oft Zettel in meiner
2:04:06Hosentasche gefunden, die Wochen alt
2:04:08waren.
2:04:09Die sind zum Glück 3 Jahre lang gültig.
2:04:12Aber zurück zum Bezahlen. Wenn wir alle
2:04:15Angebote geprüft und das Pfand berechnet
2:04:18haben, stehen wir an der Kasse. Dort
2:04:20gibt es oft noch eine letzte Hürde im
2:04:22Dialog mit dem Personal.
2:04:25Du meinst die berühmte Frage: Haben Sie
2:04:27eine Payback Karte oder sammeln Sie
2:04:30Punkte?
2:04:31Genau die. Viele Supermärkte haben treue
2:04:34Programme. Die Kassierer sind
2:04:36verpflichtet danach zu fragen. Wenn du
2:04:38keine Karte hast und auch keine willst,
2:04:41reicht ein einfaches "Nein, danke." Aber
2:04:43man sollte die Frage verstehen, um nicht
2:04:46verwirrt zu sein.
2:04:47Und manchmal fragen Sie auch: "Brauchen
2:04:49Sie den Kassenbong? Früher haben sie ihn
2:04:52einem einfach in die Hand gedrückt,
2:04:54heute versuchen sie Papier zu sparen.
2:04:56Der Kassenbong oder auch Quittung
2:04:59genannt ist aber wichtig, wenn du
2:05:01Angebote gekauft hast. Ich kontrolliere
2:05:03oft direkt nach dem Bezahlen, ob der
2:05:06Rabatt von 30% für den Joghurt wirklich
2:05:09abgezogen wurde. Fehler passieren
2:05:11nämlich öfter als man denkt.
2:05:13Das stimmt. Vertrauen ist gut, Kontrolle
2:05:16ist besser, wie man in Deutschland sagt.
2:05:19Ein nützlicher Satz, wenn man einen
2:05:21Fehler findet, wäre Entschuldigung, ich
2:05:23glaube, hier wurde der falsche Preis
2:05:25berechnet.
2:05:26Ein sehr höflicher und effektiver Satz
2:05:29auf B2 Niveau. Man greift niemanden an,
2:05:32sondern weist sachlich auf ein Problem
2:05:34hin. Oft steht im System noch der alte
2:05:37Preis, obwohl am Regal schon das rote
2:05:40Aktionsschild hängt.
2:05:42Und was passiert dann? Meistens ruft die
2:05:44Kassiererin einen Kollegen, der mal
2:05:47schnell am Regal schauen muß. Das dauert
2:05:50dann zwei Minuten. Alle hinter dir in
2:05:52der Schlange seufzen genervt, aber am
2:05:54Ende bekommst du dein Geld zurück.
2:05:57Ja, das genervte Seufzen der Deutschen
2:05:59in der Warteschlange ist ein kulturelles
2:06:01Phänomen für sich, aber es lohnt sich
2:06:03auf sein Recht zu bestehen.
2:06:05Zusammenfassend kann man sagen, wer
2:06:07lesen kann, ist klar im Vorteil. Man
2:06:10muss auf das Kleingedruckte achten.
2:06:12Grundpreis, Pfand und MHD.
2:06:15Absolut. Der Supermarkt ist ein Ort
2:06:18voller Informationen. Wenn man die
2:06:20Vokabeln wie zuzüglich, reduziert oder
2:06:23Aktion versteht, spart man bares Geld
2:06:27und man fühlt sich viel sicherer und
2:06:29weniger gestresst. Man versteht das
2:06:31System dahinter.
2:06:32Damit haben wir die wichtigsten
2:06:34finanziellen Aspekte des Einkaufens
2:06:36abgedeckt. Wir wissen jetzt, wie wir die
2:06:38Produkte finden und wie wir den Preis
2:06:41verstehen.
2:06:42Das war jetzt ganz schön viel Input über
2:06:44Zahlen und kleine Etiketten. Ich denke,
2:06:47es ist der perfekte Moment, um das Ganze
2:06:48mal zu strukturieren.
2:06:50Gute Idee. Lass uns die Lupe rausholen
2:06:53und die spezifischen Begriffe, die wir
2:06:55gerade benutzt haben, noch einmal im
2:06:57Detail analysieren.
Analyse 7: Schnäppchen, Grundpreis & Reklamation
2:07:00Hallo liebe Hörerinnen und Hörer,
2:07:03willkommen zurück. Heute tauchen wir
2:07:05tief in den Supermarkt ein. Ben, wir
2:07:08sind bei Kapitel 7 angekommen. Das Thema
2:07:12ist Preise und Angebote.
2:07:14Hallo Anna. Ja, das ist ein sehr
2:07:17wichtiges Kapitel. Wer in Deutschland
2:07:19einkauft, möchte natürlich Geld sparen
2:07:21und verstehen, was auf den
2:07:23Preisschildern steht. Aber da gibt es
2:07:25einige schwierige Wörter. Genau. Ich
2:07:28habe mir den Text angesehen und sofort
2:07:30ein Wort gefunden, das ich liebe, aber
2:07:33das vielleicht nicht jeder kennt. Es ist
2:07:36das Wort Schnäppchen. Das klingt lustig,
2:07:39oder? Was genau bedeutet das?
2:07:41Ein schönes Wort zum Einstieg. Ein
2:07:43Schnäppchen ist ein Produkt, das man zu
2:07:46einem sehr guten, sehr niedrigen Preis
2:07:48kauft. Man hat das Gefühl, man hat einen
2:07:50kleinen Sieg errungen. Es ist viel
2:07:52günstiger als normalerweise.
2:07:55Also, wenn die Schokolade statt 2 € nur
2:07:581 € kostet, habe ich ein Schnäppchen
2:08:00gemacht.
2:08:01Richtig. Und oft findet man Schnäppchen,
2:08:04wenn es ein Sonderangebot gibt. Das ist
2:08:06auch ein Begriff aus Kapitel 7.
2:08:09Sonderangebot verstehe ich, das ist ein
2:08:11spezielles Angebot, oder? Aber oft sehe
2:08:14ich auch rote Schilder mit dem Wort
2:08:17Aktionspreis. Ist das dasselbe?
2:08:20Im Prinzip ja, der Aktionspreis
2:08:22bedeutet, dass der Preis nur für eine
2:08:25kurze Zeit so niedrig ist. Es ist eine
2:08:27Aktion des Supermarkts. Das Wort
2:08:29suggeriert, dass man sich beeilen muss,
2:08:31bevor der Preis wieder steigt.
2:08:33Ah, das macht Druck. Aber Ben, im Text
2:08:37stand noch ein sehr kompliziertes Wort,
2:08:39dass ich wirklich erklären lassen muss.
2:08:41Es heißt Mogelpackung. Das klingt fast
2:08:44kriminell.
2:08:46Ja, das ist ein Begriff für
2:08:48fortgeschrittene Lerner. Mogeln bedeutet
2:08:51so viel wie betrügen oder schummeln,
2:08:54aber auf eine kleine Art. Eine
2:08:56Mogelpackung ist eine Verpackung, die
2:08:58viel größer aussieht als der Inhalt.
2:09:01Du meinst, ich kaufe eine große Tüte
2:09:03Chips, mache sie auf und die Hälfte ist
2:09:06nur Luft.
2:09:07Exakt. Das ist eine klassische
2:09:09Mogelpackung. Der Kunde denkt, er
2:09:11bekommt viel für sein Geld, aber
2:09:13eigentlich ist wenig drin. Das führt uns
2:09:15zu einem Begriff, der hilft, solche
2:09:17Tricks zu erkennen, dem Grundpreis.
2:09:20Der Grundpreis, das steht meistens ganz
2:09:23klein unten auf dem Preisschild, oder?
2:09:26Ja, in Deutschland ist es Pflicht, den
2:09:28Grundpreis anzugeben. Das ist der Preis
2:09:31pro Kilogramm oder pro Liter. Damit kann
2:09:33man Produkte vergleichen, auch wenn die
2:09:35Packungsgrößen unterschiedlich sind.
2:09:37Das ist sehr praktisch. Manchmal ist die
2:09:40große Packung nämlich gar nicht
2:09:41billiger. Man muss immer auf das
2:09:44Kleingedruckte achten.
2:09:45Das kleingedruckte, noch so ein
2:09:47wichtiges Wort, das sind die winzigen
2:09:50Informationen auf Verpackungen oder
2:09:51Verträgen. Oft stehen dort die Dinge,
2:09:54die der Verkäufer nicht so gerne zeigen
2:09:56möchte.
2:09:57Stimmt. Und im Kleingedruckten findet
2:09:59man oft auch ein Datum, das in
2:10:01Deutschland heilig ist. Ich spreche vom
2:10:04Mindestheilbarkeitsdatum.
2:10:06Was für ein langes Wort. Kannst du das
2:10:08zerlegen?
2:10:09Gerne. Es besteht aus drei Teilen. Einem
2:10:12Mindest für mindestens, einem
2:10:15Haltbarkeit dafür, wie lange etwas gut
2:10:18bleibt und einem Datum abgekürzt oft als
2:10:21MHD.
2:10:22Viele Leute werfen Essen weg, wenn
2:10:24dieses Datum vorbei ist. Ist das
2:10:26richtig?
2:10:27Nein, eben nicht. Das ist ein häufiges
2:10:30Missverständnis. Das
2:10:31Mindesthaltbarkeitsdatum
2:10:33garantiert nur, dass das Produkt bis zu
2:10:35diesem Tag perfekt schmeckt und
2:10:37aussieht. Man kann es oft noch Wochen
2:10:39später essen. Es heißt ja mindestens
2:10:42haltbar bis und nicht tödlich ab.
2:10:45Gut zu wissen, das spart auch Geld. Aber
2:10:47es gibt noch ein anderes Datum, oder?
2:10:50Bei Fleisch z.B.
2:10:52Ja, das ist das Verbrauchsdatum. Das ist
2:10:55strenger. Wenn da steht zu verbrauchen
2:10:57biss, dann sollte man es danach wirklich
2:10:59nicht mehr essen, weil man sonst krank
2:11:01werden könnte. Das ist ein wichtiger
2:11:03Unterschied auf B2 Niveau.
2:11:05Okay, also MHD ist eine Empfehlung,
2:11:09Verbrauchsdatum ist eine Warnung.
2:11:11Verstanden? Lass uns zur Kasse gehen,
2:11:13Ben. Da gibt es auch spezielles
2:11:15Vokabular. Wenn ich bezahle, fragt die
2:11:18Kassiererin oft, brauchen Sie den
2:11:20Kassenbong?
2:11:21Der Kassenbong ist einfach die Quittung,
2:11:24der kleine Zettel, auf dem steht, was du
2:11:25gekauft hast.
2:11:27Warum sollte ich den mitnehmen? Ich
2:11:29werfe den meistens weg. Wenn du etwas
2:11:31umtauschen willst, brauchst du ihn. Oder
2:11:33wenn du eine Reklamation hast.
2:11:36Reklamation klingt sehr formell.
2:11:38Das ist es auch. Eine Reklamation
2:11:41bedeutet, dass du dich beschwerst, weil
2:11:43das Produkt kaputt oder schlecht ist und
2:11:45du dein Geld zurückhaben möchtest. Ohne
2:11:47Kassenbong ist eine Reklamation oft
2:11:50schwierig.
2:11:51Verstehe. Ein Wort habe ich noch, das
2:11:53für Ausländer in Deutschland oft
2:11:55verwirrend ist. Pfand. Ich sehe Leute,
2:11:58die leere Flaschen in Automaten stecken.
2:12:01Das ist das deutsche Pfandsystem. Pfand
2:12:04ist ein Geldbetrag, den du extra
2:12:05bezahlst, wenn du Getränke in Flaschen
2:12:07oder Dosen kaufst.
2:12:09Und dieses Geld bekomme ich zurück.
2:12:11Genau. Wenn du die leere Flasche
2:12:13zurückbringst, bekommst du das Pfann
2:12:15zurück. Das können 8 Cent sein für
2:12:17Glasflaschen oder 25 Cent für Dosen und
2:12:20Plastikflaschen. Man nennt diese
2:12:22Flaschen auch Pfandflaschen.
2:12:24Und wenn auf der Flasche steht
2:12:26Pfandfrei,
2:12:27dann musst du nichts extra bezahlen und
2:12:29kannst die Flasche einfach in den Müll
2:12:31werfen. Natürlich in den richtigen
2:12:33Recycling Container.
2:12:35Natürlich. Mülltrennung ist ja ein ganz
2:12:38anderes Thema. Aber zurück zu den
2:12:41Preisen. Es gibt noch einen Begriff im
2:12:43Text Preisleistungsverhältnis.
2:12:47Das benutzen Deutscher sehr gerne, oder?
2:12:50Oh ja, wir lieben es. Das
2:12:53Preisleistungsverhältnis
2:12:55beschreibt, ob die Qualität eines
2:12:58Produkts gut ist im Vergleich zu dem
2:13:01Geld, das kostet.
2:13:03Also, wenn ich ein billiges Messer
2:13:06kaufe, das nach einem Tag kaputt geht,
2:13:09ist das Preisleistungsverhältnis
2:13:11schlecht? Sehr schlecht. Es war zwar
2:13:15billig, aber die Leistung, also die
2:13:17Qualität war null. Wenn du aber etwas
2:13:21mehr bezahlst und das Messer hält 10
2:13:24Jahre, ist das Preisleistungsverhältnis
2:13:27sehr gut. Es ist also nicht immer das
2:13:30billigste Produkt, das beste
2:13:32Schnäppchen.
2:13:34Da schließt sich der Kreis zu unserem
2:13:36ersten Wort. Wir haben heute viel
2:13:39gelernt. Schnäppchen, Mogelpackung,
2:13:42Mindesthaltbarkeitsdatum.
2:13:45Puh, das sind lange Wörter,
2:13:48aber sehr nützliche Wörter. Wer diese
2:13:51Begriffe kennt, fühlt sich im deutschen
2:13:53Supermarkt viel sicherer.
2:13:56Das denke ich auch. Danke für die
2:13:59Erklärungen, Ben. Ich werde beim
2:14:01nächsten Einkauf definitiv auf den
2:14:03Grundpreis achten und keine
2:14:06Mogelpackungen kaufen. Gerne, Anna. Und
2:14:09vergiss nicht, deinen Kassenbohr
2:14:11mitzunehmen. Bis zum nächsten Mal.
2:14:14Tschüss.
Kapitel 8: An der Kasse (Dialog)
2:14:18Das bringt uns direkt zum nächsten
2:14:20logischen Schritt. Wir haben den
2:14:23Einkaufswagen voll. Wir haben unser Obst
2:14:27gewogen und die Milch gefunden. Aber
2:14:31jetzt kommt der Teil, der für
2:14:33Deutschlerner am stressigsten ist.
2:14:37Richtig, Anna. Wir müssen bezahlen. Wir
2:14:39gehen zur Kasse und du hast recht, das
2:14:43kann stressig sein. Besonders in
2:14:45Deutschland, wo Effizienz sehr wichtig
2:14:47ist. Genau. Man steht in der Schlange.
2:14:51In der Schlange stehen ist übrigens ein
2:14:54wichtiger Ausdruck und wartet. Aber
2:14:57schon bevor man guten Tag sagt, gibt es
2:15:01eine ungeschriebene Regel oder?
2:15:04Du meinst das Kassenband. Sobald du an
2:15:07der Reihe bist, legst du deine Waren auf
2:15:09das Band. Und hier kommt das wichtigste
2:15:12Objekt im deutschen Supermarkt ins
2:15:14Spiel, der Warentrenner.
2:15:17Oh ja, der Warrenner, auch Kundentrenner
2:15:21oder einfach Trennstab genannt. Ich habe
2:15:25gelernt, dass es fast als unhöflich
2:15:27gilt, wenn man ihn nicht benutzt.
2:15:30Das ist wahr. Wenn du deine Sachen auf
2:15:33das Band gelegt hast, legst du den
2:15:35Warentrenner dahinter. Das signalisiert
2:15:38dem Kassierer oder der Kassiererin, hier
2:15:41ist mein Einkauf zu Ende. Und es
2:15:44signalisiert dem Kunden hinter dir, du
2:15:46kannst jetzt deine Sachen auflegen. Es
2:15:49schafft Ordnung.
2:15:50Ordnung ist das Stichwort. Okay, die
2:15:54Sachen liegen auf dem Band. Dann kommen
2:15:56wir zum Kassierer. In vielen Ländern
2:15:59gibt es vielleicht einen kleinen
2:16:01Plausch, ein kurzes Gespräch über das
2:16:04Wetter. Wie ist das in Deutschland? Eher
2:16:07selten. In Deutschland ist der Prozess
2:16:10an der Kasse oft sehr schnell. Ein
2:16:12kurzes Hallo oder guten Tag ist höflich
2:16:16und normal. Aber dann beginnt sofort das
2:16:18Scannen. Und ich muss dich warnen,
2:16:21deutsche Kassierer sind oft unglaublich
2:16:23schnell.
2:16:24Das stimmt. Es fühlt sich manchmal an
2:16:27wie ein Sport. Sie ziehen die Waren über
2:16:30den Scanner. Piep piep piep und man
2:16:33kommt mit dem Einpacken kaum hinterher.
2:16:36Einpacken ist hier das Werb, das wir
2:16:39brauchen. Du musst deine Einkäufe
2:16:41schnell in deine Tasche oder in den
2:16:44Einkaufswagen legen. Wenn du zu langsam
2:16:47bist, werden die Leute hinter dir in der
2:16:49Schlange vielleicht ungeduldig. Und
2:16:52während man hektisch einpackt, stellt
2:16:55der Kassierer oft Fragen. Fragen, die
2:16:57man als Anfänger vielleicht nicht sofort
2:17:00versteht, weil sie sehr schnell und oft
2:17:03genuschelt werden.
2:17:04Genau. Die erste klassische Frage ist
2:17:07oft: Haben Sie eine Payback Karte oder
2:17:10haben Sie eine Deutschlandcart?
2:17:12Was bedeutet das genau?
2:17:15Das sind treue Programme. Mit diesen
2:17:17Karten sammelt man Punkte, um später
2:17:19Rabatte oder Prämien zu bekommen. Wenn
2:17:22du keine hast, sagst du einfach nein,
2:17:25danke oder nein, habe ich nicht.
2:17:28Eine andere Frage, die ich oft höre, ist
2:17:31sammeln Sie Treuepunkte? Ist das das
2:17:34gleiche?
2:17:35Nicht ganz. Payback ist digital oder
2:17:38eine feste Karte. Treuepunkte sind oft
2:17:41kleine Aufkleber, die man an der Kasse
2:17:43bekommt. Wenn man genug Aufkleber in ein
2:17:45Heft klebt, kann man billiger Töpfe,
2:17:48Messer oder Handtücher kaufen.
2:17:50Ah, verstehe. Also, wenn ich keine
2:17:53Aufkleber will, sage ich einfach nein.
2:17:56Aber dann kommt der wichtigste Moment,
2:17:59das Bezahlen selbst. Der Kassierer nennt
2:18:02den Gesamtbetrag, z.B.
2:18:05Das macht dann 24,50
2:18:07€.
2:18:08Und dann musst du entscheiden, Bar oder
2:18:11Karte. In Deutschland war Bargeld lange
2:18:14Zeit König. Nur bares ist wahres, sagt
2:18:17man. Aber seit der Pandemie hat sich das
2:18:20stark geändert.
2:18:21Ja, absolut. Früher musste man oft
2:18:24fragen, kann ich mit Karte zahlen? Heute
2:18:27ist das fast überall Standard. Aber wie
2:18:30drücke ich das am besten aus?
2:18:33Ganz einfach. Wenn der Kassierer den
2:18:35Preis nennt, sagst du mit Karte bitte.
2:18:38Und wenn ich Bar bezahlen will,
2:18:41dann gibst du das Geld einfach hin. Aber
2:18:43Vorsicht, wenn der Betrag 12,50 € ist
2:18:47und du einen 50 € Schein gibst, fragt
2:18:49der Kassierer manchmal: "Haben Sie es
2:18:52nicht kleiner? Oder haben Sie die 50
2:18:54Cent passend?"
2:18:56Passend haben bedeutet, dass man das
2:18:58genaue Kleingeld hat. Richtig.
2:19:01Korrekt. Die Kassen wollen oft nicht zu
2:19:03viel Wechselgeld herausgeben, aber
2:19:06bleiben wir bei der Kartenzahlung. Der
2:19:08Kassierer aktiviert das Terminal, das
2:19:11Lesegerät
2:19:12und dann sagt er vielleicht: "Bitte
2:19:14vorhalten oder" oder "Sie können
2:19:17einstecken."
2:19:18Richtig. Vorhalten bezieht sich auf das
2:19:21kontaktlose bezahlen. Du hältst einfach
2:19:23deine Karte oder dein Handy vor das
2:19:25Gerät. Einstecken bedeutet, du musst die
2:19:28Karte unten in den Schlitz stecken.
2:19:31Manchmal muss man auch eine PIN eingeben
2:19:34oder unterschreiben. Das Gerät zeigt
2:19:36dann bitte PIN eingeben oder Zahlung
2:19:40erfolgt.
2:19:41Genau. Wenn das erledigt ist, kommt oft
2:19:44die letzte Frage des Kassierers.
2:19:46Brauchen Sie den B oder möchten Sie den
2:19:48Kassenbau mitnehmen?
2:19:50Der Kassenbaung,
2:19:52der Beleg. Ich sage meistens nein,
2:19:55danke. Es sei denn, ich habe etwas
2:19:58gekauft, das Garantie hat wie ein
2:20:00Elektrogerät.
2:20:02Das ist klug, aber manchmal braucht man
2:20:04ihn auch, um den Laden zu lassen, wenn
2:20:06es Sicherheitsschranken gibt. Aber das
2:20:09ist selten.
2:20:10Okay, wir haben bezahlt. Wir haben
2:20:13unsere Waren hoffentlich alle
2:20:15eingepackt. Wie verabschieden wir uns?
2:20:18Auch hier gilt kurz und höflich. Der
2:20:21Standard ist schönen Tag noch oder
2:20:24schönes Wochenende, wenn es Freitag oder
2:20:26Samstag ist.
2:20:27Und was antworte ich darauf?
2:20:30Die beste Antwort ist danke gleichfalls
2:20:34oder danke Ihnen auch.
2:20:37Gleichfalls ist ein tolles Wort. Es
2:20:40bedeutet the same to you. Das rettet
2:20:43einen in vielen Situationen.
2:20:46Absolut. Aber lass uns noch kurz über
2:20:49eine moderne Alternative sprechen, die
2:20:51immer häufiger wird. Die SB-Kasse.
2:20:55Oh, die Selbstbedienungskasse,
2:20:58wo man alles selbst scannt. Da muss man
2:21:01nicht mit Menschen sprechen, aber man
2:21:03muss die Anweisungen auf dem Bildschirm
2:21:05verstehen.
2:21:07Richtig. Da stehen Begriffe wie Artikel
2:21:10scannen, Artikel in den Einpackbereich
2:21:13legen oder Zahlart wählen. Und wenn man
2:21:17Alkohol kauft, leuchtet oft ein rotes
2:21:20Licht und man muss warten, bis ein
2:21:22Mitarbeiter kommt.
2:21:23Ja, wegen der Altersfreigabe.
2:21:27Das System muss prüfen, ob du über 16
2:21:30oder 18 Jahre alt bist. Dann kommt ein
2:21:33Mitarbeiter und schaltet die Kasse frei.
2:21:36Da muss man dann aber auch oft kurz
2:21:38kommunizieren.
2:21:39Ein Entschuldigung, könnten Sie das
2:21:42bitte freischalten? Hilft da sehr.
2:21:45Höflichkeit öffnet Türen auch im
2:21:47Supermarkt. Aber zurück zur normalen
2:21:50Kasse. Es gibt noch eine Situation, die
2:21:53wir vergessen haben. Was passiert, wenn
2:21:56man an der Kasse steht und merkt, dass
2:21:58man das Gemüse nicht gewogen hat?
2:22:01Oh.
2:22:02Das ist der Albtraum. Alle warten und
2:22:05man steht da mit einer Tüte Paprika ohne
2:22:08Preisaufkleber.
2:22:09In diesem Fall sagst du am besten
2:22:11sofort: "Oh, tut mir leid, ich habe das
2:22:14Wiegen vergessen."
2:22:16Und dann muss man zurücklaufen?
2:22:18Meistens fragt der Kassierer, soll ich
2:22:21es schnell wiegen lassen? Oft ruft er
2:22:24dann einen Kollegen an oder jemand aus
2:22:26dem Servicebereich läuft schnell los
2:22:28oder wenn du Pech hast, musst du selbst
2:22:31schnell zurücklaufen.
2:22:32Das ist mir schon mal passiert. Ich habe
2:22:35mich tausend mal entschuldigt.
2:22:37Entschuldigung, ich bin sofort wieder
2:22:39da.
2:22:40Das ist die richtige Reaktion. Die
2:22:43anderen Kunden sind vielleicht genervt,
2:22:45aber wenn du freundlich bleibst, ist es
2:22:47meistens okay.
2:22:49Ein weiteres wichtiges Wort an der Kasse
2:22:51ist die Tüte. Früher waren Plastiktüten
2:22:55kostenlos, heute kosten sie fast immer
2:22:58Geld.
2:22:59Ja, der Kassierer fragt oft gar nicht
2:23:02mehr, weil die Tüten meistens unter dem
2:23:05Band liegen oder man sie extra verlangen
2:23:07muss. Wenn du deine Tasche vergessen
2:23:09hast, musst du sagen, könnte ich bitte
2:23:12noch eine Tüte haben?
2:23:14Und es gibt Papiertüten, Plastiktüten
2:23:18oder diese stabilen Mehrwegttaschen.
2:23:21Mehrwegtaschen sind diese großen festen
2:23:24Taschen, die man immer wieder benutzen
2:23:26kann. Sehr deutsch, sehr umweltbewusst.
2:23:30Lass uns die wichtigsten Phrasen noch
2:23:32einmal kurz zusammenfassen, bevor wir
2:23:35tiefer gehen. Wir haben die Begrüßung,
2:23:38die Frage nach der Karte, das Bezahlen
2:23:40und den Abschied.
2:23:42Richtig, der Kernprozess ist immer
2:23:45gleich, aber die Nuanc, wie schnell man
2:23:48reagiert und wie gut man die kleinen
2:23:50Fragen versteht, machen den Unterschied
2:23:52zwischen Stress und Routine.
2:23:55Ich finde auch den Tonfall wichtig.
2:23:57Deutsche Supermärkte wirken manchmal
2:23:59etwas kühl oder hektisch, aber das ist
2:24:02meistens nicht unfreundlich gemeint,
2:24:05oder?
2:24:06Nein, gar nicht. Es ist einfach
2:24:08Arbeitsroutine. Die Kassierer sitzen
2:24:10dort stundenlang und müssen tausende von
2:24:13Artikeln scannen. Effizienz ist hier
2:24:16einfach wichtiger als Small Talk.
2:24:18Also sollte man es nicht persönlich
2:24:20nehmen, wenn der Kassierer nicht
2:24:22lächelt?
2:24:23Auf keinen Fall. Solange er oder sie
2:24:26hallo und tschüss sagt, ist alles in
2:24:29Ordnung.
2:24:30Eine letzte Sache noch, Ben. Was ist,
2:24:32wenn ich einen Fehler auf dem Kassenb?
2:24:36Wenn ich zu Hause bin oder noch im
2:24:38Laden?
2:24:39Wenn du noch im Laden bist, gehst du am
2:24:41besten direkt zur Kasse oder zur
2:24:43Information zurück. Du sagst:
2:24:46"Entschuldigung, ich glaube, hier ist
2:24:48ein Fehler auf dem B."
2:24:50Und wenn ich schon zu Hause bin,
2:24:52dann lohnt es sich meistens nur bei
2:24:54teuren Dingen. Wegen 50 Cent
2:24:57zurückzufahren kostet mehr Zeit und
2:24:59Benzin. Aber das Wort hierfür ist
2:25:03reklamieren. Du reklamierst den Fehler.
2:25:06Reklamieren. Noch so ein wichtiges Wort
2:25:09für das B2 Niveau. Okay, ich glaube, wir
2:25:12haben den Weg durch die Kasse gut
2:25:14überstanden. Wir haben bezahlt,
2:25:17eingepackt und uns höflich verabschiedet
2:25:20und wir haben den Warentrenner benutzt.
2:25:23Das Wichtigste überhaupt, das waren
2:25:26jetzt sehr viele Vokabeln und kulturelle
2:25:29Details auf einmal.
2:25:30Das stimmt. Um das alles wirklich zu
2:25:33verinnerlichen, müssen wir uns die
2:25:35einzelnen Ausdrücke noch einmal genauer
2:25:37ansehen. Bevor wir das im Detail
2:25:40analysieren und die Grammatik hinter
2:25:42diesen Sätzen anschauen, machen wir eine
2:25:45ganz kurze Pause.
Analyse 8: Warentrenner, vordrängeln & kontaktlos zahlen
2:25:49Hallo und herzlich willkommen zurück zu
2:25:51unserem Podcast. Schön, dass ihr wieder
2:25:54dabei seid. Heute wird es ernst, oder
2:25:57Ben?
2:25:57Hallo Anna. Hallo zusammen. Ernst? Nun
2:26:01ja, vielleicht ein bisschen stressig.
2:26:04Wir analysieren heute Kapitel 8 unserer
2:26:07Geschichte. Bezahlen an der Kasse.
2:26:10Genau. Ich finde, die Kasse ist der
2:26:12stressigste Ort im ganzen Supermarkt.
2:26:15Alles muss schnell gehen, die Leute
2:26:17warten und dann versteht man nie
2:26:19Kassiererin nicht.
2:26:21Das ist ein klassisches Problem. Deshalb
2:26:23schauen wir uns heute die Wörter an, die
2:26:25in diesem Kapitel wichtig waren.
2:26:28Besonders die Begriffe, die man
2:26:29vielleicht nicht im A1 Kurs lernt.
2:26:32Lass uns direkt anfangen. Als unsere
2:26:35Hauptfigur Julia zur Kasse kommt, legt
2:26:38sie ihre Sachen auf dieses bewegliche
2:26:40Gummiband. Wie heißt das genau?
2:26:42Das ist das Kassenband oder oft auch
2:26:45einfach Förderband. Das Verbn,
2:26:49was hier bedeutet, dass etwas
2:26:51transportiert wird. Also das Band
2:26:54transportiert die Ware zur Kassiererin.
2:26:57Okay, das Kassenband. Und dann gibt es
2:27:00diesen kleinen Stab, meistens aus Holz
2:27:03oder Plastik, den man hinter seiner
2:27:05Einkäufe legt, damit die Kassiererin
2:27:08weiß, hier ist mein Einkauf zu Ende.
2:27:11Ein sehr wichtiges Objekt in
2:27:13Deutschland, das nennen wir den wahren
2:27:15Trenner. Manchmal sagt man auch
2:27:18Kundentrenner. Das Wort erklärt sich
2:27:20eigentlich von selbst. Es trennt die
2:27:23Waren von Kunde A und Kunde B.
2:27:26Warentrenner, das klingt sehr technisch,
2:27:29aber wehe, man vergisst ihn, dann werden
2:27:31die Deutschen hinter einem in der
2:27:33Schlange nervös.
2:27:34Da hast du recht. Das bringt uns zum
2:27:36nächsten Wort. Du hast gerade Schlange
2:27:39gesagt. Wir meinen hier natürlich kein
2:27:41Tier.
2:27:42Nein, natürlich nicht. Wir meinen die
2:27:44Reihe von Menschen, die warten. Man sagt
2:27:47Schlange stehen. Richtig. Ganz genau.
2:27:51Das Nomen ist die Warteschlange. Aber es
2:27:54gibt ein interessantes Verb für Leute,
2:27:56die nicht warten wollen. In Kapitel 8
2:27:59versucht ein Mann sich einfach vor Julia
2:28:02zu stellen. Wie nennen wir das?
2:28:04Oh, das ist unhöflich. Er hat sich
2:28:07vorgedrängelt.
2:28:08Exakt. Das Verb ist sich vordrängeln.
2:28:12Das ist ein reflexives Verb. Es
2:28:14bedeutet, daß man jemanden zur Seite
2:28:16schiebt oder sich respektlos an die
2:28:18erste Stelle drückt, obwohl man warten
2:28:20müsste. Das ist in Deutschland ein
2:28:23absolutes Tabu.
2:28:24Das kann ich mir vorstellen. Also bitte
2:28:27nicht vordrängeln, das ist ein guter
2:28:29Satz für den Notfall. Aber zurück zur
2:28:32Kasse. Bevor Julia bezahlt, gibt sie der
2:28:35Kassiererin noch einen kleinen Zettel
2:28:37aus Papier. Da steht einen Geldbetrag
2:28:40drauf. Was war das noch mal?
2:28:42Das war der Pfandbond. A, das berühmte
2:28:45deutsche Pfandsystem. Kannst du das Wort
2:28:48Pfand kurz erklären?
2:28:49Gerne. Ein Pfand geschrieben B O N ist
2:28:54im Prinzip ein kleiner Beleg oder
2:28:56Zettel, der einen Wert hat oder eine
2:28:58Zahlung beweist. Der Pfundbond ist der
2:29:01Zettel, den du am Automaten bekommst,
2:29:04wenn du deine leeren Flaschen
2:29:05zurückgibst. Und an der Kasse wird
2:29:07dieser Betrag dann vom Einkaufspreis
2:29:09abgezogen. Man muss den Bong also
2:29:12einlösen.
2:29:13Richtig, Anna. Einlösen ist hier das
2:29:16Schlüsselwort. Das benutzen wir immer,
2:29:18wenn wir einen Gutschein oder eben einen
2:29:21Pfandb gegen Geld oder Ware tauschen.
2:29:24Man sagt, ich möchte meinen Pfandbond
2:29:26einlösen.
2:29:28Okay, der Preis ist jetzt berechnet.
2:29:30Dann kommt auf diese sehr schnelle Frage
2:29:33der Kassiererin: Sammeln Sie
2:29:35Treuepunkte? oder haben Sie eine Payback
2:29:38Karte? Ich sage meistens einfach nein,
2:29:41weil ich unsicher bin.
2:29:42Das ist auch völlig okay. Aber zur
2:29:44Erklärung, Treuepunkte sind ein
2:29:47Marketingsystem.
2:29:48Die Treue bedeutet Loyalität. Der
2:29:51Supermarkt belohnt dich also dafür, dass
2:29:53du loyal bist und immer dort einkaufst.
2:29:57Verstehe. Wenn ich genug Punkte habe,
2:29:59bekomme ich einen Geschenk oder einen
2:30:01Rabatt.
2:30:02Genau. Und dann kommt der Moment der
2:30:04Zahlung. Die Kassiererin fragt: "Sie
2:30:07wollen Bar bezahlen?"
2:30:09Das verstehe ich. Aber in unserer
2:30:11Geschichte fragt Julia: "Kann ich auch
2:30:13kontaktlos zahlen? Das ist heute
2:30:15Standard, oder?"
2:30:17Ja, absolut. Kontaktlos bedeutet, dass
2:30:20du die Karte nur an das Gerät hältst,
2:30:23ohne es hineinzustecken. Das Gerät nennt
2:30:25man übrigens oft Kartenterminal oder
2:30:28EC-Gerät.
2:30:29Und wenn der Betrag höher ist, muss man
2:30:32manchmal etwas tun. Wie sagt man? den
2:30:35Code tippen.
2:30:36Man sagt formell die Geheimzahl eingeben
2:30:39oder die PIN eingeben und danach muss
2:30:42man die Eingabe bestätigen, meistens mit
2:30:45der grünen Taste.
2:30:46Bestätigen ist ein gutes Wort. Das
2:30:49bedeutet, man sagt ja, das ist korrekt.
2:30:52Zum Computer,
2:30:53richtig. Übrigens, es gibt in
2:30:55Deutschland an der Supermarktkasse noch
2:30:58eine Besonderheit. Manchmal fragt die
2:31:00Kassiererin: "Wollen Sie noch Bargeld
2:31:02abheben?" Stimmt, das hat mich am Anfang
2:31:05sehr verwirrt. Ich dachte, ich muss mehr
2:31:08bezahlen, aber eigentlich funktioniert
2:31:10die Kasse dann wie ein Geldautomat,
2:31:12oder?
2:31:13Exakt. Das nennen wir Geldabheben. Du
2:31:16kaufst z.B. für 20 € ein, lässt dir aber
2:31:2050 € von deinem Konto berechnen. Die
2:31:23Differenz, also 30 € gibt dir die
2:31:26Kassiererin Bar auf die Hand. Das ist
2:31:28sehr praktisch.
2:31:29Das ist wirklich praktisch. Dann muss
2:31:31man nicht extra zur Bank gehen. Gut, wir
2:31:34haben bezahlt. Dann kommt die letzte
2:31:37Frage. Brauchen Sie den Kassenbong?
2:31:40Da haben wir wieder das Wort Bong. Hier
2:31:43ist es der Kassenbong oder einfach
2:31:46Kassenzettel.
2:31:47Das ist die Quittung.
2:31:49Ist das Wort Quittung und Kassenbong
2:31:52gleiche?
2:31:53Im Alltag ja. Juristisch gesehen ist
2:31:56eine Quittung etwas formeller, oft mit
2:31:59Unterschrift. Aber im Supermarkt meinen
2:32:02wir mit Bon den Ausdruck aus der Kasse.
2:32:05Wichtig ist er, wenn du etwas
2:32:07reklamieren möchtest.
2:32:09Oh, das ist ein Wort für B2 oder C1.
2:32:12Reklamieren, das klingt nach Ärger.
2:32:16Ein bisschen. Reklamieren bedeutet, dass
2:32:19du dich beschwerst, weil ein Produkt
2:32:21fehlerhaft ist, z.B. wenn der Joghurt
2:32:24schon offen war oder das Obst schlecht
2:32:26ist. Ohne Kassenbong ist eine
2:32:29Reklamation schwierig.
2:32:31Oder wenn man etwas umtauschen möchte.
2:32:33Genau. Umtauschen heißt, ich gebe Ware A
2:32:37zurück und nehme Ware B oder ich will
2:32:40mein Geld zurück. Dafür brauchst du den
2:32:43B.
2:32:43Okay, lass uns das kurz zusammenfassen.
2:32:46Wir haben den Einkauf auf das Kassenband
2:32:49gelegt und brav den Warentrenner
2:32:51benutzt.
2:32:52Wir haben in der Warteschlange gewartet
2:32:55und uns nicht vorgedrängelt. Wir haben
2:32:58unseren Pfandbong eingelöst und keine
2:33:01Treuepunkte gesammelt
2:33:02und wir haben kontaktlos bezahlt, die
2:33:05Geheimzahl eingegeben und den Kassenbong
2:33:08mitgenommen, falls wir etwas reklamieren
2:33:10müssen.
2:33:11Wow, das klingt jetzt gar nicht mehr so
2:33:13kompliziert. Wenn man die Wörter kennt,
2:33:16fühlt man sich viel sicherer.
2:33:18Das ist das Ziel. Wissen reduziert
2:33:21Stress. Beim nächsten Mal im Supermarkt
2:33:23achtet ihr einfach mal darauf, wie oft
2:33:25diese Wörter fallen.
2:33:27Danke für die Erklärungen, Ben. Das war
2:33:29sehr hilfreich.
2:33:30Sehr gerne, Anna. Und an unsere Zuhörer,
2:33:34viel Erfolg beim nächsten Einkauf.
2:33:36Bis zum nächsten Mal. Tschüss.
2:33:38Tschüss.
Zusammenfassung & Fazit
2:33:41So, das war unsere kleine Runde durch
2:33:44den deutschen Supermarkt. Ich hoffe,
2:33:47euer digitaler Einkaufswagen ist jetzt
2:33:50voll mit nützlichen Vokabeln. Das waren
2:33:54viele neue Eindrücke, oder Ben?
2:33:57Ja, das war eine ganze Menge
2:33:59Informationen. Lass uns die wichtigsten
2:34:02Punkte für unsere Hörer noch einmal kurz
2:34:04zusammenfassen, damit nichts verloren
2:34:07geht. Was war für dich am wichtigsten,
2:34:09Anna?
2:34:11Ich denke, der Anfang ist entscheidend.
2:34:14Erstens, der Pfandautomat.
2:34:17Vergesst nicht, eure leeren Flaschen
2:34:19abzugeben und den Pfandbzunehmen,
2:34:22bevor ihr richtig einkauft. Das ist sehr
2:34:25typisch für Deutschland.
2:34:28Richtig. Zweitens, das Obst und Gemüse.
2:34:32Achtet immer darauf, ob ihr die Sachen
2:34:34selbst wiegen müsst. Wenn ihr an der
2:34:37Kasse steht und keine Etiketten auf den
2:34:39Äpfeln habt, kann das ein bisschen
2:34:41peinlich werden. Aber auch das ist kein
2:34:43Weltuntergang.
2:34:45Und drittens natürlich die Kasse. Das
2:34:49ist für viele Lerner der Endgegner. Aber
2:34:52wir haben ja gelernt, keine Angst vor
2:34:55Fragen wie: "Haben Sie eine Kundenkarte
2:34:58oder brauchen Sie den Kassenb? Ein
2:35:01einfaches freundliches "Nein, danke"
2:35:05reicht völlig aus.
2:35:07Genau. Mein wichtigster Tipp ist
2:35:09sowieso: bleibt ruhig. Niemand erwartet,
2:35:13dass ihr perfekt seid. Supermärkte sind
2:35:15oft hektisch und die Kassierer sind sehr
2:35:18schnell. Aber ihr dürft euch eure Zeit
2:35:21nehmen, um das Wechselgeld einzupacken.
2:35:23Lasst euch nicht stressen.
2:35:25Das ist ein sehr guter Punkt, Ben.
2:35:28Sprachen lernen passiert nicht nur im
2:35:30Lehrbuch, sondern genau hier im echten
2:35:33Leben, im Alltag. Seht den Supermarkt
2:35:37einfach als euer persönliches
2:35:38Trainingslager.
2:35:41Absolut. Jedes Mal, wenn ihr fragt,
2:35:44Entschuldigung, wo finde ich die Hefe,
2:35:46werdet ihr ein kleines bisschen
2:35:48sicherer. Und wenn ihr ein Wort mal
2:35:50nicht wisst, dann zeigt ihr einfach
2:35:52darauf. Kommunikation funktioniert zur
2:35:55Not auch mit Händen und Füßen.
2:35:58Wir haben für euch wie immer eine
2:36:00Vokabelliste auf unserer Webseite
2:36:02vorbereitet. Dort findet ihr auch die
2:36:05wichtigen Sätze von der Kasse noch
2:36:07einmal zum Nachlesen und Üben. Das PDF
2:36:11ist kostenlos.
2:36:13Schaut gerne vorbei. Wir freuen uns auch
2:36:15sehr über eure Kommentare unter der
2:36:17Folge. Was war euer lustigstes oder
2:36:20seltsamstes Erlebnis im deutschen
2:36:22Supermarkt? Schreibt es uns, wir lesen
2:36:25alles.
2:36:27Wir sind gespannt auf eure Geschichten.
2:36:29Bleibt motiviert, traut euch zu sprechen
2:36:32und vor allem viel Erfolg beim nächsten
2:36:35Wocheneinkauf.
2:36:37Macht's gut. Bis zur nächsten Woche.
2:36:39Tschüss.