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Deutsch im Supermarkt: Dein kompletter Guide (Wortschatz für den Alltag B1-C1) | Deutsch im Dialog

Deutsch zu Hören · 21,228 words · 97 min read

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Einleitung: Dein Weg zum entspannten Einkauf

0:00Hallo und herzlich willkommen zurück bei

0:03unserem Podcast. Ich freue mich riesig,

0:07dass ihr heute wieder eingeschaltet

0:09habt. Mein Name ist Anna

0:11und ich bin Ben. Hallo zusammen. Schön,

0:15dass ihr wieder dabei seid. Wir hoffen,

0:17ihr hattet eine gute Woche und seid

0:19bereit, euer Deutsch wieder ein bisschen

0:21zu verbessern. Ganz genau. Heute haben

0:24wir ein Thema vorbereitet, das wirklich

0:26jeder braucht. Es ist eine absolute

0:29Alltagssituation,

0:31die aber oft unterschätzt wird. Unser

0:34Thema heute lautet Deutsch im

0:36Supermarkt. Die Wörter, die du wirklich

0:39brauchst.

0:40Richtig, Anna. Das klingt vielleicht

0:42erst einmal einfach, aber wer schon

0:44einmal in Deutschland im Supermarkt war,

0:46der weiß, es kann auch stressig sein.

0:49Oh ja, besonders an der Kasse, wenn

0:51alles sehr schnell gehen muss oder wenn

0:53man ein ganz bestimmtes Produkt sucht

0:56und es einfach nicht findet, da fehlen

0:58einem oft die richtigen Vokabelen.

1:01Deshalb ist diese Episode so wichtig.

1:03Wir wollen euch helfen, sicher und

1:05entspannt einzukaufen. Egal, ob ihr an

1:08der Fleischtheke steht, Pfandflaschen

1:10zurückbringen wollt oder nach dem

1:12Backpulver sucht.

1:13Um das Lernen so effektiv wie möglich zu

1:16machen, haben wir uns heute eine

1:18besondere Struktur überlegt. Wir haben

1:21unseren Dialog in insgesamt acht kleine

1:24Kapitel unterteilt.

1:26Das gibt uns eine gute Übersicht. Wir

1:28hören also nicht alles auf einmal.

1:30Stattdessen machen wir nach jedem dieser

1:32acht Kapitel eine kurze Pause.

1:34Genau. In diesen Pausen analysieren wir

1:37gemeinsam die Wörter und Sätze, die wir

1:40gerade gehört haben. Wir erklären euch

1:43die Bedeutung und geben Beispiele, wie

1:45ihr diese Ausdrücke selbst benutzen

1:47könnt.

1:48Unser Ziel ist dabei nicht nur, dass ihr

1:50neue Vokabel lernt, wir möchten euch

1:52auch die Kultur näher bringen. Denn

1:55Einkaufen in Deutschland funktioniert

1:56manchmal anders als in anderen Ländern.

1:59Absolut. Man denke nur an das

2:01Pfandsystem oder daran, dass man seine

2:04eigenen Taschen mitbringen sollte. Ihr

2:07lernt also Sprache und Kultur

2:09gleichzeitig.

2:10Das ist der Plan. Mit diesen acht

2:12Kapiteln und unseren Analysen seid ihr

2:15perfekt vorbereitet für den nächsten

2:17Einkauf.

2:18Also macht es euch bequem. Wir starten

2:21direkt mit dem ersten Kapitel. Viel

2:23Spaß.

2:26Das bringt uns direkt zum nächsten

Kapitel 1: Einkaufswagen & Korb (Dialog)

2:29entscheidenden Schritt. Wir sind durch

2:32die Eingangstür gegangen, die sich

2:34automatisch geöffnet hat und stehen nun

2:38im Foly des Supermarkts. Und hier müssen

2:41wir die erste wichtige Entscheidung

2:43treffen.

2:45Richtig, die Entscheidung zwischen dem

2:47Einkaufswagen und dem Einkaufskorb. Das

2:50klingt trivial, aber es bestimmt

2:52eigentlich, wie viel wir kaufen werden.

2:55Absolut. Wenn ich nur kurz ein paar

2:58Kleinigkeiten besorgen will, nehme ich

3:01meistens den Korb. Das deutsche Wort ist

3:05der Einkaufskorb.

3:07Meistens sind das diese Plastikkörbe,

3:09die man am Eingang gestapelt findet.

3:12Aber Vorsicht, Anna, ich kenne das

3:14Problem gut. Man nimmt einen Korb, weil

3:17man denkt, man kauft nur Milch und Brot.

3:20Aber dann sieht man Äpfel, vielleicht

3:22noch eine Flasche Saft und eine Packung

3:24Nudeln und plötzlich wird der Korb

3:26unglaublich schwer.

3:28Oh ja, das kenne ich. Dann tun mir die

3:31Arme weh, bevor ich überhaupt an der

3:33Kasse bin. In vielen modernen

3:36Supermärkten gibt es deshalb

3:38mittlerweile diese Körbe mit Rollen und

3:41einem langen Griff, die man ziehen kann,

3:44wie kleine Koffer.

3:45Stimmt, die sind sehr praktisch. Aber

3:48kommen wir zum großen Bruder des Korbs,

3:51dem Einkaufswagen oder wie manche Leute

3:53auch sagen, der Einkaufschip.

3:56Ich glaube, das ist eines der

3:58wichtigsten Wörter für den Alltag in

4:00Deutschland, der Einkaufswagen.

4:04Und hier gibt es eine kulturelle

4:06Besonderheit, die viele Ausländer am

4:08Anfang verwirrt. Man kann ihn nicht

4:11einfach nehmen, oder Ben?

4:14Nein, das geht meistens nicht. Die Wagen

4:16sind fast immer aneinander gekettet. Man

4:19nennt das ein Pfandsystem. Das bedeutet,

4:22man muss ein Pfand hinterlegen, um den

4:24Wagen zu lösen.

4:26Genau. Und das ist oft der Moment, in

4:29dem die Panik beginnt, wenn man nicht

4:31vorbereitet ist. Man steht vor der Reihe

4:34von Einkaufswagen und merkt: "Mist, ich

4:37habe kein Kleingeld."

4:39Das ist mir schon so oft passiert. Das

4:41System ist eigentlich einfach. Am Griff

4:44des Wagens gibt es einen kleinen Schlitz

4:46oder ein Fach. Dort muss man eine Münze

4:49hineinstecken.

4:50Welche Münzen funktionieren da

4:52normalerweise?

4:54In der Regel funktionieren 1 € Münzen am

4:56besten. Oft gehen auch 50 Cent Münzen

4:59oder manchmal sogar 2 € Stücke. Aber der

5:02Standard ist der Euro. Wenn man die

5:05Münze hineingesteckt hat, löst sich die

5:07Kette, die den Wagen mit dem Vordermann

5:09verbindet. Und was mache ich, wenn ich

5:12absolut kein Bargeld dabei habe? Wir

5:15leben ja in einer Zeit, in der viele nur

5:17noch mit Karte oder dem Handy bezahlen.

5:20Dafür gibt es eine geniale Erfindung,

5:23den Einkaufswagen Ship. Das ist ein

5:26kleines Stück Plastik oder Metall in der

5:28Form einer Münze. Viele Deutsche haben

5:31so einen Chip an ihrem Schlüsselbund.

5:33Das ist wirklich typisch deutsch, oder?

5:36dass man ein extra Werkzeug dabei hat,

5:39nur um einkaufen gehen zu können. Ich

5:42habe sogar schon Chips gesehen, die

5:44Werbegeschenke von Firmen waren.

5:46Ja, das ist sehr verbreitet. Ich habe

5:49neulich sogar einen sogenannten

5:51Einkaufswagenlöser

5:52gesehen. Das ist ein spezieller

5:54Schlüssel, den man in den Schlitz

5:56steckt, den Wagen entriegelt und den

5:58Schlüssel dann sofort wieder abziehen

6:00kann. Man muss ihn also nicht stecken

6:02lassen.

6:03Das ist ja schon fast Einkaufswagen

6:05Hacking. Aber zurück zum Wagen selbst.

6:09Wenn wir ihn dann befreit haben,

6:11schieben wir ihn in den Laden. Das

6:13Verbier ist schieben. Wir schieben den

6:17Einkaufswagen.

6:18Richtig. Und manchmal ist das gar nicht

6:20so einfach. Kennst du das Phänomen, wenn

6:23ein Rad klemmt?

6:24Oh Gott. Ja, das ist so nervig. Ein Rad

6:29blockiert immer oder wackelt wild hin

6:31und her oder der Wagen zieht die ganze

6:34Zeit nach links und man muss mit Kraft

6:37gegensteuern, um nicht in das Regal mit

6:39den Weinblasen zu fahren.

6:41Das scheint ein universelles Gesetz zu

6:43sein. Es gibt immer mindestens einen

6:46defekten Wagen und genau den erwischt

6:48man immer selbst. Aber sprechen wir kurz

6:51über den Aufbau des Wagens. Es gibt da

6:53nämlich noch Zubehör.

6:55Du meinst den Kindersitz?

6:58Genau. Im vorderen Teil des Wagens, also

7:00nahe am Griff, gibt es eine Klappe. Die

7:03kann man ausklappen und dann entsteht

7:05ein Sitz für kleine Kinder. Die Kinder

7:07schauen dann den Erwachsenen an, während

7:09man durch den Laden fährt.

7:11Das ist sehr praktisch für Eltern und

7:14oft gibt es unter diesem Sitz noch einen

7:16Haken. Weißt du, wofür der ist?

7:19Ich benutze ihn oft, um meine eigene

7:21Tasche dort aufzuhängen. Wenn ich z.B.

7:24eine Stofftasche für den Einkauf dabei

7:26habe, hänge ich sie an diesen Haken,

7:28damit sie nicht im Wagen liegt und Platz

7:30wegnimmt.

7:31Das ist schlau. Apropos Platz, viele

7:34Einkaufswagen haben unten, also zwischen

7:37den Rädern, noch eine Ablagefläche. Die

7:40ist für schwere Getränkekisten gedacht.

7:44Ja, das ist die untere Ablage, aber da

7:46muss man an der Kasse aufpassen. Die

7:48Kassierer fragen oft: "Haben Sie noch

7:50etwas unter dem Wagen? Weil man diese

7:52Dinge leicht vergisst oder die Kassierer

7:55sie nicht sehen können.

7:56Stimmt. Es gibt oft Spiegel an der

7:59Kasse, damit die Kassierer sehen können,

8:01ob dort unten noch eine Kiste Wasser

8:03steht. Aber Ben, ich möchte noch auf ein

8:06Thema eingehen, das seit ein paar Jahren

8:09wichtiger geworden ist. Hygiene.

8:12Ein sehr guter Punkt. Früher hat man den

8:15Wagen einfach genommen. Heute findet man

8:18im Eingangsbereich fast immer eine

8:20Station mit Desinfektionsmittel und

8:23Papiertüchern.

8:25Ja, viele Leute reinigen zuerst den

8:28Griff des Einkaufswagens, bevor sie ihn

8:31anfassen. Das Wort dafür ist

8:34desinfizieren.

8:36Ich mache das mittlerweile automatisch.

8:38Es fühlt sich einfach sauberer an. Das

8:41stimmt. Der Griff wird schließlich von

8:43hunderten Menschen angefasst. Aber sag

8:46mal, Anna, wie verhältst du dich mit dem

8:49Wagen im Gang? Es gibt da ja auch so

8:51etwas wie eine Einkaufswagenetikette.

8:55Oh, das ist ein Minenfeld. Das

8:58Wichtigste ist, man darf den Gang nicht

9:01blockieren. Manche Leute stellen ihren

9:04Wagen quer in den Gang, während sie sich

9:06die Joghurts anschauen. Das macht mich

9:09wahnsinnig. mich auch. Im Weg stehen ist

9:13hier der Ausdruck. Wenn jemand im Weg

9:15steht, muss man höflich fragen, darf ich

9:18mal kurz vorbei oder, Entschuldigung,

9:22könnte ich mal an das Regal?

9:24Und wenn man den Wagen kurz stehen

9:26lässt, um etwas zu holen, sollte man ihn

9:29immer an die Seite schieben. Man parkt

9:32ihn sozusagen am Rand. Genau. Es ist wie

9:36im Straßenverkehr nur ohne Führerschein.

9:39Rechtsfahrgebot im Supermarkt.

9:42Lass uns noch kurz über das Ende des

9:44Einkaufs sprechen. Wir haben bezahlt,

9:47wir haben alles eingepackt. Was passiert

9:50dann mit dem Wagen?

9:51In manchen Ländern lassen die Leute die

9:54Wagen einfach auf dem Parkplatz stehen.

9:57In Deutschland ist das fast eine

9:59Todsünde und hier kommt das Pfandsystem

10:02wieder ins Spiel. Stimmt. Jeder will

10:05seinen Euro oder seinen Chip

10:07zurückhaben. Das ist die Motivation, den

10:09Wagen ordentlich zurückzubringen.

10:12Man schiebt den Wagen also zurück zu der

10:15Sammelstelle. Das ist oft so ein kleines

10:18überdachtes Häuschen auf dem Parkplatz

10:20oder im Eingangsbereich.

10:22Und dann kommt der befriedigende Moment.

10:25Man schiebt den Wagen in die Reihe der

10:27anderen Wagen. Man nimmt die Kette vom

10:30vorderen Wagen und steckt den kleinen

10:32Metallstift in das Schloss am eigenen

10:34Griff.

10:35Es macht Klick und die Münze kommt

10:38wieder heraus. Man nimmt sein Geld und

10:40geht. Das sorgt dafür, dass der

10:42Parkplatz immer ordentlich aussieht und

10:45keine Wagen Autos beschädigen.

10:47Es ist ein sehr deutsches System, finde

10:50ich. Ordnung durch finanzielle Anreize,

10:53auch wenn es nur 50 Cent oder 1 € sind.

10:57Absolut, es funktioniert. Ich habe noch

11:00nie einen wilden Einkaufswagen auf einem

11:03deutschen Parkplatz gesehen.

11:05Ich auch nicht. Zusammenfassend kann man

11:07sagen, egal ob Korb oder Wagen, man muss

11:11sich entscheiden, wie viel man tragen

11:13oder schieben möchte und man sollte

11:15immer eine Münze in der Tasche haben

11:18oder einen Chip am Schlüsselbund. Das

11:20spart viel Stress.

11:22Das waren jetzt sehr viele praktische

11:24Begriffe rund um das Fahrzeug des

11:27Einkaufens, aber wir haben die Wörter

11:29noch nicht im Detail analysiert. Stimmt.

11:33Wir sollten uns die Grammatik und die

11:35genaue Verwendung dieser Begriffe noch

11:37einmal genauer ansehen, damit unsere

11:39Zuhörer beim nächsten Mal sicher nach

11:42einem Chip fragen können.

11:44Das bringt uns zum nächsten Teil unserer

11:46Episode, die Analyse.

11:51Willkommen zurück zu unserem Podcast.

Analyse 1: Pfandsystem, entriegeln, sperrig & Co.

11:53Heute tauchen wir tief in die deutsche

11:56Sprache ein und zwar genau dort, wo wir

11:58alle regelmäßig sind, im Supermarkt.

12:01Hallo zusammen. Richtig, Anna. Wir haben

12:04uns ja im ersten Teil unserer Geschichte

12:06angehört, wie man den Supermarkt

12:08betritt. Jetzt wollen wir die

12:10schwierigen Wörter aus diesem ersten

12:12Kapitel genau analysieren. Es geht um

12:14den Einkaufswagen und den Korb. Genau.

12:18Es klingt erst einmal einfach, aber da

12:20waren ein paar Begriffe dabei, die

12:22selbst für Fortgeschrittene knüfflig

12:24sein können. Fangen wir doch ganz vorne

12:26an. Bevor man überhaupt einkaufen kann,

12:29braucht man einen Wagen. Und in

12:31Deutschland sind die oft angekettet.

12:34Das stimmt. Das bringt uns direkt zu

12:36unserem ersten wichtigen Wort für heute.

12:38Das Pfandsystem oder einfach nur das

12:40Pfand.

12:41Ein sehr deutsches Konzept, oder? Kannst

12:44du erklären, was das in diesem Kontext

12:46bedeutet? Viele kennen Pfand vielleicht

12:49nur von Flaschen.

12:50Ja, das Prinzip ist aber das gleiche.

12:53Pfand ist ein Geldbetrag, den man als

12:55Sicherheit hinterlegt. Beim

12:57Einkaufswagen bedeutet das, du steckst

12:59eine Münze in den Wagen, um ihn benutzen

13:01zu dürfen. Wenn du den Wagen

13:03zurückbringst, bekommst du deine Münze

13:05wieder. Das Geld ist also nicht weg. Es

13:07ist nur eine Leihebü, die man

13:09zurückerhält.

13:10Verstehe. Das dihnent also dazu, dass

13:12die Leute die Wagen nicht einfach auf

13:14dem Parkplatz stehen lassen.

13:16Exakt. Es sorgt für Ordnung und um

13:18diesen Wagen zu bekommen, muss man ihn

13:20von den anderen Wagen lösen. Das Werb,

13:23das wir in der Geschichte gehört haben,

13:25war entriegeln. Das ist ein schönes Wort

13:27auf B2 oder sogar C1 Niveau.

13:30Entriegeln, das klingt sehr technisch.

13:33Man könnte doch auch einfach aufmachen

13:35sagen, oder? Im Prinzip ja, aber

13:38entriegeln ist präziser. Es kommt von

13:40dem Wort der Riegel. Ein Riegel ist ein

13:43mechanischer Verschluss, wie bei einer

13:45Tür oder einem Tor. Wenn ich den Wagen

13:47entriegele, löse ich diesen Mechanismus.

13:50Man benutzt das Wort auch, wenn man ein

13:52Auto mit der Fernbedienung öffnet, man

13:54entriegelt die Türen.

13:56Ah, gut zu wissen. Im Supermarkt

13:59passiert das Entriegeln ja meistens mit

14:00einer Kette.

14:02Da gibt es diesen kleinen Schlitz am

14:03Greff des Wagens. Richtig, der Schlitz,

14:07das ist eine schmale längliche Öffnung.

14:09Dort hinein steckst du die Münze. Wenn

14:12die Münze im Schlitz ist, löst sich die

14:14Kette und der Wagen ist entriegelt. Aber

14:17Ben, was mache ich, wenn ich gar kein

14:19Kleingeld habe? Ich stehe oft vor den

14:21Wagen und habe keine 1 € Münze dabei.

14:24Dann habe ich ein Problem.

14:26Dafür gibt es eine Lösung. Und auch

14:28dafür gibt es ein spezielles Wort, den

14:30Einkaufswagenchip.

14:32Ein langes Wort. Typisch Deutsch eben.

14:35Man kann das Wort zerlegen.

14:36Einkaufswagen Chip. Das ist ein kleines

14:39Stück Plastik oder Metall, das genauso

14:41groß und dick ist wie eine Euromünze.

14:44Viele Deutsche haben so einen Chip an

14:46ihrem Schlüsselbund. Er ersetzt die

14:47echte Münze.

14:49Das ist praktisch. Okay, jetzt haben wir

14:51den Wagen entriegelt. Jetzt gehen wir in

14:54den Supermarkt. In der Geschichte wurde

14:56gesagt, der Wagen sei manchmal etwas

14:58sperrig. Das ist ein Wort, das ich sehr

15:01interessant finde. Was bedeutet sperrig?

15:04Sperrig ist ein tolles Adjektiv. Es

15:06beschreibt einen Gegenstand, der groß

15:08ist, eine unpraktische Form hat und viel

15:11Platz wegnimmt. Wenn etwas sperrig ist,

15:14kann man es nur schwer tragen oder

15:15bewegen.

15:16Ein Einkaufswagen ist also sperrig, weil

15:19er groß und breit ist und man in den

15:21engen Gängen oft nirgendwo durchkommt.

15:24Ganz genau. Besonders wenn viele Leute

15:26im Laden sind. Wenn du versuchst diesen

15:28großen sperrigen Wagen um eine enge

15:30Kurve zu lenken, dann musst du

15:32manövrieren.

15:34Oh, manövrieren, das klingt fast wie

15:36beim Militär oder bei einem Schiff.

15:39Der Ursprung ist ähnlich. Manövrieren

15:41bedeutet ein Fahrzeug geschickt und

15:43vorsichtig zu steuern, oft auf engem

15:45Raum. Wenn du den Einkaufswagen einfach

15:48nur geradeaus schiebst, ist das

15:50Schieben. Aber wenn du einem anderen

15:52Kunden ausweichen musst und gleichzeitig

15:54nicht das Regal mit den Weinflaschen

15:56umstoßen willst, dann musst du

15:58manövrieren.

15:59Das ist ein sehr bildhaftes Wort. Ich

16:01stelle mir vor, wie ich versuche, keinen

16:03Unfall zu bauen. Aber nicht jeder nimmt

16:06ja einen großen Wagen. Wenn ich nur ein

16:08paar Sachen brauche, nehme ich einen

16:10Korb.

16:11Richtig, der Korb ist kleiner und man

16:13trägt ihn. Hier gibt es auch ein

16:15wichtiges Detail. Der Teil, an dem man

16:17den Korb festhält, heißt der Henkel.

16:19Der Henkel? Ist das nicht das gleiche

16:22wie ein Griff?

16:23Fast, ein Griff ist meistens festmtiert

16:26wie an einer Tür. Ein Henkel ist oft

16:28beweglich und gebogen wie bei einem

16:30Eimer, einer Tasse und eben einem

16:32Einkaufskorb. Man greift den Korb am

16:35Henkel.

16:36Okay, der Unterschied ist fein, aber

16:38wichtig. Und ich habe gesehen, dass es

16:40inzwischen auch Körbe gibt, die man

16:42ziehen kann. Ja, das sind diese

16:44Mischformen. Man nennt sie oft Trolleys

16:47oder Rollkörbe. Aber bleiben wir beim

16:49klassischen Korb. Der ist praktisch,

16:51aber er wird schnell schwer. Deshalb

16:53muss man gut überlegen, wie man seine

16:55Waren darin verstaut.

16:57Verstauen ist das letzte Wort, über das

17:00ich heute mit dir sprechen wollte. In

17:03der Geschichte hieß es: "Sie verstaute

17:06die Milch im Korb. Warum sagt man nicht

17:10einfach legen oder packen?

17:13Verstauen impliziert eine gewisse

17:15Ordnung und Sorgfalt. Wenn ich etwas

17:18verstaue, dann packe ich es so weg, dass

17:21es sicher liegt und Platz spart. Man

17:24verstaut das Gepäck im Kofferraum eines

17:27Autos. Im Supermarkt bedeutet es, dass

17:30du die Milch so in den Korb oder Wagen

17:32legst, dass sie nicht umfällt oder die

17:35Bananen zerquetscht.

17:37Das macht Sinn. Es geht also darum, den

17:40Platz effizient zu nutzen.

17:42Genau. Reinwerfen ist chaotisch,

17:45verstauen ist ordentlich.

17:48Das ist eine sehr deutsche

17:49Unterscheidung. Lass uns das kurz

17:52zusammenfassen. Wir haben gelernt, wir

17:55brauchen Pfand für den Wagen. Wir müssen

17:58die Kette entriegeln, indem wir eine

18:01Münze in den Schlitz stecken

18:03oder einen Einkaufswagen Chip.

18:06Richtig. Dann müssen wir den sperrigen

18:08Wagen durch den Laden manövrieren und

18:11wenn wir nur wenig kaufen, nehmen wir

18:14den Henkel am Korb und verstauen unsere

18:17Waren darin sicher.

18:19Das ist eine perfekte Zusammenfassung,

18:21Anna. Diese Wörter sind wirklich

18:23nützlich, nicht nur im Supermarkt,

18:26sondern auch in vielen anderen

18:27Alltagssituationen.

18:29Sperrig werde ich auf jeden Fall in

18:32meinen Wortschatz aufnehmen. Das

18:34beschreibt auch mein Sofa sehr gut. dass

18:37ich neulich umziehen musste.

18:39Da passt es perfekt. Ein Sofa ist der

18:42Inbegriff von Sperrich.

18:44Super, danke für die Erklärungen, Ben.

18:47Im nächsten Teil unseres Podcasts

18:49schauen wir uns an, was passiert, wenn

18:52wir an der Fleischtheke oder beim Gemüse

18:54stehen. Da gibt es sicher auch viele

18:57spezielle Begriffe.

18:59Oh ja, da werden wir über abwiegen,

19:01Haltbarkeit und Bedienung sprechen. Ich

19:04freue mich darauf. Bis zum nächsten Mal.

19:07Tschüss und viel Erfolg beim Deutsch

19:09lernen.

19:12Das bringt uns auch direkt zum

Kapitel 2: Obst & Gemüse (Dialog)

19:14Eingangsbereich, denn in fast allen

19:17deutschen Supermärkten beginnt der

19:20Einkauf mit der Obst und

19:22Gemüseabteilung.

19:23Das ist meistens der bunteste Teil des

19:26Ladens.

19:27Richtig? Und es ist oft auch der Teil,

19:29in dem man die meisten Fehler machen

19:31kann, wenn man das System nicht kennt.

19:33Lass uns über das wichtigste Verb hier

19:35sprechen. Wiegen.

19:37Oh ja, das Wiegen, das ist eine

19:40klassische Falle. In meiner Heimat legen

19:42wir einfach alles in den Einkaufswagen

19:45und die Kassiererin wiegt es an der

19:47Kasse. Aber in Deutschland ist das nicht

19:50immer so, oder? Es kommt darauf an, in

19:53Discountern wird oft an der Kasse

19:55gewogen, aber in großen Supermärkten

19:57gibt es oft eine Waage direkt in der

19:59Abteilung. Du musst deine Äpfel oder

20:02Bananen dort selbst wiegen

20:03und dann bekommt man diesen kleinen

20:06Aufkleber. Wie nennen wir den noch mal?

20:09Das ist das Etikett oder der

20:10Preiszettel. Wenn du an die Kasse gehst

20:13und dieses Etikett fehlt, muss die

20:15Kassiererin aufstehen oder jemanden

20:17rufen. Das kann peinlich werden, weil

20:19alle anderen Kunden warten müssen.

20:21Das stimmt. Die Deutschen lieben

20:24Effizienz an der Kasse. Also erst

20:27wiegen, dann Etikett aufkleben. Aber

20:30Ben, woher weiß ich, ob ich wiegen muss

20:33oder ob der Preis pro Stück gilt?

20:36Das steht meistens am Regal. Dort gibt

20:38es ein Preisschild. Wenn dort pro KG,

20:41also pro Kilogramm steht, musst du

20:44meistens wiegen, außer die Ware ist

20:46schon verpackt. Wenn dort pro Stück

20:48steht, nimmst du es einfach mit. Gurken

20:50werden z.B. oft pro Stück verkauft.

20:53Das ist ein gutes Stichwort. Verpackt

20:56oder unverpackt. Ich sehe in letzter

20:58Zeit immer mehr lose Ware. Das ist ein

21:01wichtiger Begriff für B1 und B2, finde

21:04ich.

21:05Absolut. Lose Ware bedeutet, dass das

21:08Obst oder Gemüse nicht in Plastik

21:10eingepackt ist. Du kannst dir genau

21:12aussuchen, wie viele Karotten oder

21:14Zitronen du möchtest. Das ist besser für

21:16die Umwelt, weil wir weniger Müll

21:18produzieren.

21:19Und dafür nutzen viele Leute jetzt diese

21:21wiederverwendbaren Netze. Richtig, ich

21:24habe meins immer dabei. Wie heißen die

21:27auf Deutsch?

21:28Man nennt sie oft Mehrwegnetze oder

21:30einfach Obstnetze. Mehrweg ist ein

21:33tolles Wort. Es bedeutet, dass man etwas

21:35mehrmals benutzen kann. Das Gegenteil

21:37von Einweg.

21:39Also, wenn ich meine Tomaten kaufe, lege

21:42ich sie in das Mehrwegnetz, gehe zur

21:44Wacke die richtige Taste und klebe das

21:48Etikett auf das Netz.

21:49Perfekt. Aber pass auf, welche Tomaten

21:52du kaufst. Es gibt oft einen großen

21:54Unterschied zwischen Bio und

21:56konventioneller Ware.

21:57Bio ist in Deutschland riesig. Ich habe

22:00das Gefühl, jedes zweite Produkt hat ein

22:03Biosiegel.

22:04Das stimmt. Bio bedeutet, dass das

22:06Produkt aus ökologischer Landwirtschaft

22:08stammt. Keine chemischen Pestizide,

22:11keine Gentechnik. Es ist oft etwas

22:13teurer, aber viele Deutsche legen großen

22:15Wert darauf. Ein anderes wichtiges Wort

22:18in diesem Zusammenhang ist regional.

22:20Regional bedeutet, dass es aus der

22:23Umgebung kommt. Richtig.

22:24Genau. Z.B. Kartoffeln von einem Bauern

22:27aus der Nähe. Das spart Transportkosten

22:29und ist frischer. Wenn wir schon bei

22:32Kartoffeln sind, das ist eine

22:33Wissenschaft für sich in Deutschland.

22:36Oh ja, ich stand neulich vor dem Regal

22:38und war total verwirrt. Es gab drei

22:41verschiedene Sorten, aber sie sahen alle

22:44gleich aus. Da standen Wörter wie

22:46festkossend und mähig. Was bedeutet das?

22:50Das ist für das Kochen sehr wichtig.

22:52Festkochend bedeutet, die Kartoffel

22:54bleibt hart, wenn man sie kocht. Das

22:56brauchst du für Kartoffelsalat oder

22:58Bratkartoffeln. Die Kartoffel fällt

23:00nicht auseinander.

23:01Und mählich?

23:03Mhig. Kochende Kartoffeln werden beim

23:05Kochen sehr weich und zerfallen fast.

23:07Die brauchst du für Kartoffelpüree oder

23:09Suppen. Wenn du die falschen kaufst,

23:11funktioniert dein Gericht vielleicht

23:13nicht.

23:13Und dann gibt es noch vorwiegend

23:16festkochend, oder? Das ist so ein

23:18Mittelding.

23:19Richtig. Das ist der Allrounder. Wenn du

23:22unsicher bist, kauf vorwiegend

23:24festkochend. Damit kann man fast alles

23:26machen.

23:27Gut zu wissen. Lass uns noch kurz über

23:29die Qualität sprechen. Manchmal nehme

23:32ich einen Apfel und er hat eine braune

23:35Stelle. Wie nennt man das?

23:37Das nennt man eine Druckstelle. Das

23:39passiert oft beim Transport. Wenn das

23:41Obst schon sehr weich ist oder schlecht

23:43riecht, dann ist es faul. Aber eine

23:46kleine Druckstelle ist meistens kein

23:48Problem. Man kann sie einfach

23:49wegschneiden.

23:50Und das Gegenteil von faul ist frisch

23:53oder reif.

23:55Gute Unterscheidung. Frisch bedeutet, es

23:57wurde gerade erst geerntet oder in den

23:59Laden gebracht. Reif bedeutet, dass es

24:02bereit zum Essen ist. Eine grüne Banane

24:04ist frisch, aber noch nicht reif. Eine

24:07braune Banane ist überreif.

24:09Ich mag Bananen, wenn sie gelb sind,

24:12aber noch keine braunen Punkte haben.

24:14Benn, was ist mit Kräutern? Die findet

24:17man auch oft in dieser Abteilung.

24:19Ja, oft in kleinen Töpfen oder als Bund.

24:22Ein Bund Petersilie oder Schnittlauch,

24:25das ist auch ein wichtiges Zählwort. Ein

24:27Bund, nicht ein Stück.

24:29Ein Bund Radieschen gibt es auch oft.

24:32Stimmt. Apropos Radieschen und Saison,

24:35ein großes Thema in Deutschland ist

24:37saisonales Einkaufen. Deutsche lieben es

24:40Dinge zu kaufen, die gerade in

24:41Deutschland wachsen.

24:42Wie Spargel im Frühling.

24:45Exakt. Die Spargelzeit ist fast heilig

24:49oder Erdbeeren im Frühsommer.

24:52Wenn du im Dezember Erdbeeren kaufst,

24:54kommen die oft aus Übersee und schmecken

24:57meistens wässrig. Viele Kunden schauen

25:00deshalb auf das Schild, wo das

25:03Herkunftsland steht.

25:05Herkunftsland,

25:07also woher das Produkt kommt, z.B.

25:11Ursprung Spanien oder Ursprung

25:14Deutschland.

25:16Genau, das steht immer auf dem

25:18Preisschild oder auf der Verpackung.

25:21Manchmal steht da auch nur Klasse 1 oder

25:24Klasse 2.

25:26Was bedeutet das? Ist Klasse 1 besser?

25:30Ja, Klasse 1 bedeutet, das Obst oder

25:33Gemüse ist optisch fast perfekt. Klasse

25:372 darf kleine Fehler haben. Z.B. darf

25:40die Gurke etwas krumm sein.

25:42Geschmacklich ist es aber oft genau das

25:44gleiche.

25:45Das ist ein guter Tipp, um Geld zu

25:47sparen. Klasse 2 ist oft billiger, oder?

25:51Meistens ja. Wo wir beim Sparen sind, es

25:54gibt oft Angebote, die sind meistens rot

25:58markiert oder man kauft Produkte, die

26:00kurz vor dem Verfallsdatum sind. Aber

26:03bei Obst sieht man das ja eher, als dass

26:06man es liest. Ich habe noch eine Frage

26:09zur Höflichkeit.

26:10Darf ich das Obst anfassen, um zu

26:13prüfen, ob es reif ist? Z.B. bei einer

26:16Avocado?

26:17Das ist ein sensibles Thema.

26:20Vorsichtiges Drücken ist okay, aber man

26:23sollte nicht jedes Stück Obst anfassen

26:25und wieder zurücklegen. Das gilt als

26:28unhygienisch. Besonders in Zeiten von

26:30Viren achten die Leute sehr darauf.

26:33Also Augen auf und nur anfassen, was man

26:37wahrscheinlich auch kaufen will.

26:39Besser ist das. Und noch etwas

26:41Praktisches, wenn du Pilze kaufst,

26:44Champignons z.B., nimmst du dafür keine

26:47Plastiktüte.

26:48Warum nicht? Weil sie in Plastik schnell

26:51schwitzen und schlecht werden. Dafür

26:54gibt es oft kleine Papiertüten direkt

26:56neben den Pilzen. Papier lässt die Pilze

26:59atmen.

27:00Ah, diese braunen Papiertüten. Ich habe

27:03mich immer gefragt, warum die nur dort

27:05liegen. Das macht Sinn. Siehst du, der

27:09Supermarkt ist voller kleiner Regeln und

27:11Systeme, aber wenn man die Vokabeln

27:14kennt, wiegen, lose Ware, festkochend,

27:18reif, dann fühlt man sich viel sicherer.

27:21Auf jeden Fall. Ich glaube, ich werde

27:24beim nächsten Mal viel genauer auf die

27:26Schilder schauen, besonders bei den

27:28Kartoffeln. Ich will nie wieder Püree

27:31machen, das sich wie Kaugummi anfühlt,

27:33nur weil ich die falschen Kartoffeln

27:35hatte. Das passiert dir jetzt nicht

27:37mehr. Wir haben also unseren

27:39Einkaufswagen jetzt voll mit frischem

27:42Obst und Gemüse. Wir haben gewogen, das

27:45Etikett geklebt und auf die Herkunft

27:48geachtet.

27:49Und wir haben unser Mehrwegnetz benutzt.

27:52Der gesunde Teil des Einkaufs ist

27:54erledigt. Aber ein Supermarkt hat ja

27:57noch viel mehr zu bieten als nur

27:59Vitamine. Das stimmt. Nach dem Obst und

28:02Gemüse kommt in der typischen

28:04Supermarktlogik oft die Kühltheke oder

28:07das Brotregal. Aber bevor wir

28:10weitergehen, sollten wir das Vokabular,

28:12das wir gerade benutzt haben, noch

28:14einmal genau analysieren.

28:16Gute Idee. Wir haben viele spezifische

28:20Begriffe benutzt, die für das Niveau B1

28:23und B2 essentiell sind. Lass uns diese

28:26Wörter und die Grammatik dahinter im

28:28nächsten Teil genauer betrachten.

28:31Alles klar? Dann schließen wir die

28:33Abteilung Obst und Gemüse hiermit ab und

28:36schauen uns die Sprache im Detail an.

28:41Willkommen zurück, liebe Zuhörerinnen

Analyse 2: Lose Ware, wiegen, regional & reif

28:44und Zuhörer. Wir sind immer noch im

28:47Supermarkt, aber wir verlassen jetzt den

28:50Eingangsbereich. Genau. Nachdem wir uns

28:54einen Einkaufswagen geholt haben, gehen

28:56wir meistens direkt in die erste große

28:59Abteilung. Das ist fast immer die Obst

29:02und Gemüseabteilung.

29:04Das ist mein Lieblingsteil.

29:06Es ist so bunt und riecht meistens sehr

29:09frisch. Aber wenn, hier gibt es wirklich

29:13viele spezielle Wörter. Wenn ich z.B.

29:16Äpfel kaufen will, liegen die oft

29:19einfach so da, ohne Verpackung. Wie

29:22nennt man das genau?

29:24Das ist ein sehr wichtiger Begriff. Man

29:26nennt das lose Warare. Das Wort lose

29:30bedeutet hier, dass die Produkte nicht

29:32fest verpackt sind. Du kannst dir also

29:35genau aussuchen, ob du einen, zwei oder

29:38fünf Äpfel haben möchtest.

29:40Ah, verstehe. Das Gegenteil wäre dann

29:44abgepackt. Richtig.

29:45Korrekt.

29:46Oft sieht man das bei Kartoffeln oder

29:49Orangen. Die sind oft in einem Netz oder

29:52einer Schale abgepackt. Aber bei der

29:54Losenware gibt es eine Herausforderung

29:57für Deutschler, das Wiegen.

29:59Oh ja, das Wiegen, das stresst mich

30:02manchmal. Ich stehe vor der Waage und

30:06weiß nicht, was ich tun muss.

30:08Bleiben wir kurz bei dem Wort die Waage.

30:10Das ist das Gerät, mit dem man das

30:12Gewicht misst. In vielen deutschen

30:15Supermärkten gibt es eine sogenannte

30:17Selbstbedienungswaage.

30:19Selbstbedienung heißt, ich muss es

30:21selbst machen oder da kommt kein

30:24Verkäufer.

30:25Genau. Du legst deine lose Ware, also

30:28deine Bananen oder Tomaten, auf die

30:30Waage, dann musst du die richtige Nummer

30:33drücken. Am Ende kommt ein kleiner

30:35Zettel aus der Maschine. Wie nennen wir

30:38diesen Zettel?

30:39Ich würde sagen der Aufkleber. Das kann

30:42man sagen. Aber das präzisere Wort im

30:45Handel ist das Etikett. Auf dem Etikett

30:49stehen der Preis, das Gewicht und oft

30:51auch ein Barcode. Und ganz wichtig ist

30:54das Verb dazu. Du musst das Etikett auf

30:57die Tüte kleben.

30:59Okay. Also, ich nehme lose Ware, lege

31:03sie auf die Waage, drücke das Etikett

31:06und klebe es auf. Aber wenn, manchmal

31:09sehe ich Schilder mit Wörtern wie Saison

31:13oder Region, sind das Vokabelen, die man

31:16unbedingt braucht?

31:18Auf jeden Fall, Anna. Das ist für viele

31:20Deutsche sehr wichtig. Wenn auf einem

31:23Schild saisonal steht, bedeutet das,

31:26dass dieses Obst oder Gemüse genau jetzt

31:28in dieser Jahreszeit wächst.

31:31Also z.B. Erdbeeren im Sommer und Kürbis

31:34im Scherbst.

31:36Exakt. Das Gegenteil wäre Importware.

31:39Das sind Produkte, die aus anderen

31:41Ländern eingeführt werden, oft mit

31:43langen Transportwegen.

31:45Und dann gibt es noch das Wort regional.

31:49Das bedeutet sicher, dass es aus der

31:51Nähe kommt.

31:52Richtig, regional heißt, es kommt aus

31:55der Umgebung, also nicht vom anderen

31:57Ende der Welt. Viele Kunden achten

31:59darauf, um die Umwelt zu schonen. Es

32:02gibt da noch ein schwieriges Wort, das

32:04oft auf den Preisschilgern steht. Das

32:07Herkunftsland.

32:08Herkunftsland klingt sehr offiziell. Das

32:12ist einfach das Land, woher der Apfel

32:14kommt, oder?

32:16Ganz genau. Die Herkunft, z.B.

32:19Herkunftsland Spanien oder Herkunftsland

32:22Deutschland.

32:23Okay, lass uns mal über die Qualität

32:26sprechen. Manchmal fasse ich eine

32:29Avocado an und sie ist steinhart.

32:32Manchmal ist sie ganz weich. Welche

32:35Wörter brauche ich, um den Zustand zu

32:37beschreiben?

32:38Das wichtigste Wort hier ist reif. Wenn

32:42eine Frucht reif ist, schmeckt sie am

32:44besten und man kann sie essen.

32:46Und wenn sie noch hart ist,

32:48dann ist sie unreif. Bei manchen

32:51Früchten wie Bananen oder Avocados kann

32:54man sie unreif kaufen und zu Hause

32:56nachreifen lassen. Das ist ein schönes

32:59Werb, nachreifen. Es bedeutet, dass sie

33:02zu Hause langsam weich und essbar

33:04werden.

33:05Aber was ist, wenn das Obst nicht mehr

33:07gut aussieht, wenn z.B. ein Apfel

33:10heruntergefallen ist und jetzt eine

33:12braune Stelle hat?

33:14Das nennt man eine Druckstelle. Das

33:16passiert, wenn Druck auf das Obst

33:18ausgeübt wurde. Eine Druckstelle sieht

33:21nicht schön aus, aber oft kann man den

33:23Rest noch essen. Wenn es aber wirklich

33:26schlecht ist, also wenn es schimmelt

33:28oder faul riecht, dann ist es verdorben.

33:32Verdorben ist ein starkes Wort, das

33:35heißt, ich muss es wegwerfen.

33:37Leider ja. In guten Supermärkten

33:39kontrolliert das Personal die Auslage

33:42regelmäßig. Warte, die Auslage, das Wort

33:46kenne ich noch nicht.

33:47Die Auslage bezeichnet die Präsentation

33:50der Waren, also wie das Obst und Gemüse

33:53in den Kisten und Regalen liegt. Eine

33:56ordentliche Auslage sieht attraktiv aus

33:58und verführt zum Kauf.

34:00Verstehe. Sag mal, Ben, ich sehe oft

34:04auch ein Schild mit dem Wort Verzehr,

34:06z.B. zum baldigen Verzehr geeignet. Das

34:11klingt sehr formell. Das ist B2 C1

34:14Niveau absolut. Verzehr ist das Nomen zu

34:17verzehren, was ein gehobenes Wort für

34:20Essen ist. Wenn dort steht verzehr

34:23fertig, dann heißt das du kannst es

34:25sofort essen. Das steht oft auf

34:27Packungen mit geschnittenem Salat oder

34:30Obstsalat.

34:31Ah, praktisch. Verzehrfertig, merke ich

34:34mir für meine Mittagspause.

34:37Es gibt noch ein Thema in dieser

34:39Abteilung, das oft Fragen aufwirft. Bio.

34:42Oh ja, Bio ist die Abkürzung für

34:45biologisch. Das bedeutet, dass beim

34:48Anbau keine chemischen

34:49Pflanzenschutzmittel benutzt wurden. Ein

34:52wichtiges Wort in diesem Zusammenhang

34:54ist Pestizide.

34:55Pestizide

34:57sind das Gift gegen Insekten. Richtig?

35:02Genau. Bioprodukte sind meistens frei

35:06von synthetischen Pestiziden.

35:09Manchmal liest man auch aus kontrolliert

35:13biologischem Anbau. Das ist der

35:16offizielle lange Ausdruck.

35:19Und wenn es kein Bio ist, wie nennt man

35:23das normale Obst?

35:25Das nennt man konventionelle Ware.

35:29Konventionell heißt hier ganz normaler

35:33Standard, so wie es üblicherweise

35:36gemacht wird. Oft sind konventionelle

35:40Produkte billiger als Bioprodukte.

35:44Da muß man sich also entscheiden.

35:47Sag mal, Ben, manchmal sehe ich Kräuter

35:50wie Basilikum oder Petersilie nicht

35:54abgeschnitten, sondern in einem kleinen

35:57Plastiktopf mit Erde. Das nennt man

36:01Topfkräuter.

36:03Der Vorteil ist, dass sie länger frisch

36:06bleiben, weil sie noch leben. Du kaufst

36:09also die ganze Pflanze.

36:12Das finde ich super, dann kann ich immer

36:15nur ein paar Blätter abzupfen.

36:18Ein letztes Wort habe ich noch auf

36:20meiner Liste für diese Abteilung. Das

36:23Sortiment.

36:25Das lese ich oft in der Werbung. Unser

36:28großes Sortiment.

36:30Ein sehr gutes Wort zum Abschluss. Das

36:33Sortiment bedeutet die Gesamtheit aller

36:37Waren, die ein Geschäft anbietet. Wenn

36:41ein Supermarkt ein großes Obstsortiment

36:44hat, dann gibt es dort sehr viele

36:47verschiedene Sorten zur Auswahl, von

36:50Äpfeln über Mangos bis hin zu Papayas.

36:55Also Auswahl und Angebot. Richtig, ein

36:59breites Sortiment bedeutet viel Auswahl.

37:04Super, ich fasse kurz zusammen, was ich

37:07gelernt habe. Ich nehme lose Ware aus

37:11der Auslage, lege sie auf die

37:14Selbstbedienungswa,

37:16drucke das Etikett. Ich achte darauf, ob

37:19es regional ist und ob es keine

37:23Druckstellen hat. Perfekt

37:25zusammengefasst, Anna. Du bist jetzt ein

37:28Profi in der Obstabteilung.

37:31Danke, Ben. Aber unser Einkauf ist noch

37:34nicht fertig. Wir haben Vitamine, aber

37:37wir brauchen noch Brot und vielleicht

37:40etwas Wurst oder Käse. Das stimmt.

37:44Deshalb gehen wir im nächsten Teil

37:46weiter zur Bedientheke und zu den

37:49Backwaren. Da gibt es nämlich ganz

37:52andere sprachliche Herausforderungen.

37:55Ich bin gespannt. Bleibt dran, liebe

37:58Zuhörer.

Kapitel 3: Brot & Backwaren (Dialog)

38:02Das bringt uns zu einem der wohl

38:04verführerischsten Orte im ganzen

38:06Supermarkt. Riechst du das, Ben? Dieser

38:10Duft ist unverkennbar.

38:12Absolut, das ist der Duft von frischem

38:15Brot und warmen Brötchen. Wir sind jetzt

38:18in der sogenannten Backstation oder dem

38:21Backshop. Das ist ein sehr wichtiger

38:24Teil des deutschen Supermarkts.

38:26Ich liebe diesen Bereich, aber er kann

38:29auch ein bisschen stressig sein, finde

38:31ich.

38:32Es gibt so viele verschiedene Sorten und

38:35man muss wissen, wie man sich benimmt.

38:37Es ist ja meistens Selbstbedienung,

38:39richtig?

38:40Genau. Selbstbedienung ist hier das

38:42Stichwort. Anders als in einer

38:45traditionellen Weäckerei, wo eine

38:47Verkäuferin oder ein Verkäufer dich

38:49bedient, musst du hier selbst aktiv

38:51werden. Und das wichtigste Werkzeug

38:54dabei ist die Zange.

38:55Die Zange, das ist dieses lange

38:58Greifwerkzeug aus Metall oder Plastik,

39:01das an einer Schnur hängt. Ich sehe oft

39:04Leute, die versuchen, die Brötchen mit

39:06der Hand zu nehmen. Das ist ein

39:08absolutes Tabu, oder? Ja, das ist

39:11hygienisch gesehen ein großes Problem.

39:14Die Regel lautet: "Was du anfasst, musst

39:17du auch kaufen. Deshalb benutzen wir

39:19immer die Zange oder falls vorhanden

39:22Einweg Handschuhe. Aber meistens sind es

39:25Zangen. Du nimmst die Ware damit aus dem

39:27Fach der sogenannten Auslage und legst

39:31sie direkt in deine Tüte.

39:33Apropos Auslage, laß uns mal über die

39:36Auswahl sprechen. Für jemanden, der neu

39:39in Deutschland ist, kann das Regal wie

39:41eine Wand aus braunen Klumpen aussehen.

39:44Aber es gibt riesige Unterschiede. Was

39:47sehen wir hier?

39:48Nun, Deutschland ist ja bekannt als das

39:51Land des Brotes. Grundsätzlich

39:53unterscheiden wir zwischen dem hellen

39:55Brot wie Weißbrot oder Toastbrot und dem

39:58dunklen Brot. Hier im Regal siehst du

40:01z.B. Das klassische Mischbrot. Das ist

40:04eine Mischung aus Weizen und Roggenmehl.

40:07Es ist das Standardbrot für viele

40:09Deutsche. Und dann gibt es die ganz

40:11dunklen schweren Brote wie dieses hier.

40:14Das sieht sehr kompakt aus.

40:16Das ist ein Vollkornbrot oder vielleicht

40:19sogar ein Pumpernickel. Beim

40:21Vollkornbrot wird das ganze Korn

40:24vermalen, was es sehr gesund und

40:26ballaststoffreich macht. Es hält lange

40:28satt. Viele Deutsche essen das zum

40:31Abendbrot. Es ist viel fester als das

40:33Brot, das man vielleicht aus Südeuropa

40:36oder Amerika kennt. Stimmt. Wenn man

40:39darauf drückt, gibt es kaum nach. Aber

40:41sag mal, Ben, was ist mit dieser lauten

40:44Maschine dort in der Ecke? Die macht mir

40:47immer ein bisschen Angst.

40:48Ah, die Brotschneidemaschine.

40:51Ein faszinierendes Gerät. In vielen

40:54Supermärkten kaufst du den ganzen

40:56Leibbrot, aber du kannst ihn direkt vor

40:59Ort schneiden lassen. Das ist sehr

41:01praktisch, wenn man zu Hause kein gutes

41:03Brotmesser hat.

41:04Wie bedient man die? Ich stehe oft davor

41:07und weiß nicht, welchen Knopf ich

41:08drücken soll.

41:10Es ist eigentlich ganz logisch

41:11aufgebaut. Zuerst öffnest du die Klappe

41:14und legst das Brot hinein. Dann schließt

41:17du die Klappe, das ist wichtig, sonst

41:19startet die Maschine aus

41:20Sicherheitsgründen nicht. Und dann

41:22wählst du die Dicke der Scheiben.

41:24Welche Dicke ist denn normal?

41:26Meistens gibt es Tasten wie 8 mm, 10 mm

41:31oder 12 mm. Für ein saftiges Schwarzbrot

41:34empfehle ich 8 oder 10 mm. Wenn die

41:38Scheiben zu trocken sind, schmeckt es

41:40manchmal zu trocken. Für ein weiches

41:42Stutenbrot oder Weißbrot kann man auch

41:4512 mm nehmen.

41:46Doch zu wissen. Und dann rattert die

41:48Maschine los und das Brot kommt

41:50geschnitten auf der anderen Seite

41:52heraus. Aber Vorsicht, man muss die Tüte

41:55schon bereit halten, um die Scheiben

41:57ordentlich hineinzuschieben, sonst

41:59fallen alle Scheiben um und man hat ein

42:02Chaos.

42:03Richtig, das erfordert ein bisschen

42:05Geschicklichkeit. Aber lass uns von den

42:07großen Broten zu den kleinen Dingen

42:10kommen, den Brötchen.

42:12Oh ja, Brötchen sind mein Favorit fürs

42:14Frühstück am Wochenende, aber hier gibt

42:17es auch so viele Namen. In Bayern sagen

42:19sie Semmel, in Berlin Schrippe. Was

42:22steht denn hier auf den Schildern im

42:24Supermarkt?

42:25Im Supermarkt wird meistens der

42:27hochdeutsche Begriff Brötchen verwendet,

42:29um Verwirrung zu vermeiden. Aber du hast

42:32recht, die regionalen Unterschiede sind

42:34spannend. Hier sehen wir die einfachen

42:37Weizenbrötchen. Die sind heil, knusprig

42:40und innenweich. Sie sind meistens die

42:42günstigsten.

42:43Und daneben liegen die, die etwas

42:46gesünder aussehen. Die mit den vielen

42:48Körnern drauf.

42:49Genau, das sind Körnerbrötchen oder

42:52Mehrkornbrötchen.

42:53Oft sind da Sonnenblumenkerne,

42:55Kürbiskerne oder Mond drauf.

42:58Mondbrötchen sind sehr beliebt, aber

43:01pass auf, danach hast du oft kleine

43:03schwarze Punkte zwischen den Zähnen.

43:05Ein wichtiger Tipp für das erste Date.

43:08Und was ist das hier? Das sieht aus wie

43:10ein Knoten mit Salz drauf.

43:13Das ist eine Laugenbrezel oder manchmal

43:15auch Laugenstange. Das Gebäck wird vor

43:18dem Backen in Natronlauge getaucht.

43:20Dadurch bekommt es diese kastanienbraune

43:23Farbe und den speziellen Geschmack. Dazu

43:26gehört meistens grobes Salz. Viele Leute

43:29kratzen das Salz ab, wenn es ihnen zu

43:31viel ist.

43:32Schuldig, ich mache das auch manchmal.

43:35Sag mal, Ben, wie ist das eigentlich mit

43:37dem Bezahlen? Bei Obst und Gemüse müssen

43:40wir oft wiegen. Muss ich mein Brot auch

43:42wiegen?

43:43Nein, in der Backstation funktioniert

43:46das anders. Hier geht es fast immer nach

43:49Stückzahl. Du wiegst das Brot nicht.

43:52Jedes Produkt hat einen festen Preis pro

43:54Stück.

43:56Aber an der Kasse fragen Sie mich immer,

43:58was ist das?

43:59Ja, das ist eine klassische Situation.

44:02Die Kassierer können durch die Tüte oft

44:05nicht genau sehen, ob es ein normales

44:07Brötchen oder ein teureres

44:09Körnerbrötchen ist. Deshalb haben die

44:11Tüten oft ein kleines Sichtfenster aus

44:14durchsichtigem Plastik. Oder du sagst es

44:17einfach, ich habe zwei

44:19Weltmeisterbrötchen und ein Croissant.

44:22Weltmeisterbrötchen.

44:23Das ist auch so ein lustiges Wort.

44:25Klingt sehr sportlich.

44:27Das ist ein Mehrkornbrötchen, das unten

44:30mit Mond und oben mit Sesam bestreut

44:32ist. Es ist sehr populär, aber wir

44:35sollten den süßen Bereich nicht

44:37vergessen, die süßen Teilchen.

44:40Oh, jetzt wird es gefährlich für meine

44:42Diät. Ich sehe Schokroissants, Donuts

44:45und diese runden Dinger mit Marmelade

44:47drin.

44:48Das sind Berliner oder Pfannkuchen oder

44:51Krapfen, je nachdem wo in Deutschland du

44:54bist. Im Supermarkt heißen sie meistens

44:57Berliner. Sie sind mit Puderzucker

44:59bestäubt und mit Konfitüre gefüllt. Ein

45:02Klassiker, besonders zu Silvester oder

45:05Karneval, aber im Supermarkt gibt es sie

45:08das ganze Jahr.

45:09Und diese flachen schneckenförmigen

45:11Teile? Das sind oft Puddingbreetzeln

45:14oder Rosinenschnecken.

45:16Das fällt alles unter den Begriff

45:18Plundergeb. Der Teig ist blättrig und

45:21süß. Viele Leute kaufen sich so ein

45:23Teilchen als schnellen Snack für

45:25zwischendurch direkt auf die Hand.

45:28Auf die Hand bedeutet, man isst es

45:30sofort ohne Teller und Besteck. Richtig?

45:33Genau. Es ist ein to go Essen. Aber

45:36zurück zur Supermarktetikette. Es gibt

45:39noch eine Sache, die man beachten muss,

45:41wenn man Brot kauft, das schon verpackt

45:43ist. Also nicht aus der Backstation,

45:46sondern aus dem Regal daneben.

45:48Du meint das abgepackte Toastbrot oder

45:51das geschnittene Schwarzbrot in der

45:53Plastikverpackung?

45:54Richtig, hier ist ein Wort entscheidend.

45:57Das Mindesthaltbarkeitsdatum,

46:00oft abgekürzt als MHD.

46:03Das Datum, das auf dem kleinen weißen

46:05Clip steht, mit dem die Tüte

46:06verschlossen ist.

46:08Exakt. Bei frischem Brot aus der

46:10Backstation solltest du es innerhalb von

46:12zwei bis drei Tagen essen, sonst wird es

46:15hart oder schimmlig. Das verpackte Brot

46:18hält oft viel länger, manchmal Wochen,

46:21aber achte auch das Datum. Und noch ein

46:24Wort zum Toastbrot. In Deutschland wird

46:27Toast fast nie ungetoastet gegessen. Es

46:30gilt als Rohware, die erst in den

46:32Toaster muss. Das habe ich gelernt. Ein

46:35ungetastetes Toastbrot ist laberig und

46:38schmeckt nach nichts. Aber ein richtiges

46:40deutsches Graubrot schmeckt auch ohne

46:42Toasten super.

46:44Absolut. Ein gutes Graubrot braucht nur

46:46etwas Butter. Was uns zu einem

46:49interessanten kulturellen Punkt bringt,

46:51die Kruste.

46:52Die Kruste ist der harte Rand, richtig?

46:55Und das Innere nennt man, wie war das

46:57Wort?

46:58Die Krume. K R U M E. Die Deutschen

47:03lieben eine knackige feste Kruste. Wenn

47:06ein Brot zu weich ist, gilt es oft als

47:08schlechte Qualität. Manchmal sieht man

47:11Leute im Supermarkt, die mit der Zange

47:13leicht auf das Brot drücken, um zu

47:15prüfen, ob die Kruste noch Cross ist.

47:18Cross, das ist ein tolles Adjektiv. Es

47:20bedeutet knusprig und trocken, so dass

47:23es ein Geräusch macht, wenn man

47:24hineinbeißt.

47:26Ein weiches Baguette ist lecker, aber

47:28ein deutsches Bauernbrot muss cross

47:30sein.

47:31Absolut. Ein gutes Graubrot braucht nur

47:34etwas Butter, was uns zu einem

47:36interessanten kulturellen Punkt bringt,

47:38die Kruste.

47:39Okay, ich fasse mal zusammen, was ich

47:42heute in meinen Einkaufswagen lege. Ein

47:45halbes Mischbrot, bitte geschnitten, auf

47:4710 mm, zwei Körnerbrötchen für das

47:50Frühstück und vielleicht ein

47:52Schokroissant als Belohnung. Klingt nach

47:55einem guten Plan und vergiss nicht, die

47:58Zange zu benutzen und die Nummer oder

48:00den Namen des Brötchens an der Kasse

48:02parat zu haben.

48:03Werde ich machen. Aber Ben, jetzt haben

48:06wir all dieses wunderbare Brot, aber es

48:09ist noch so trocken. Wir brauchen etwas,

48:11dass wir darauf legen können. Butter

48:13reicht mir heute nicht.

48:14Da hast du recht. Brot ist in

48:16Deutschland nur die halbe Miete. Was

48:19drauf kommt, ist genauso wichtig. Der

48:21Belag. Dann lass uns den herrlichen Duft

48:24der Bäckerei verlassen. Wir gehen weiter

48:26in den kühleren Teil des Supermarkts.

48:29Mir wird schon ganz kalt, wenn ich nur

48:30daran denke.

48:31Dann ziehen wir uns mal warm an. Wir

48:34gehen nämlich jetzt zu den Kühlregalen

48:36und zur Frischheke. Dort schauen wir uns

48:39an, was man alles auf das Brot legen

48:41kann.

48:42Das bringt uns direkt zur Analyse der

48:44wichtigsten Begriffe für Milchprodukte,

48:46Wurst und Käse.

48:50Willkommen zurück zu unserem Sprachkurs

Analyse 3: Vollkorn, Kruste, Zange & MHD

48:53im Supermarkt. Wir sind immer noch in

48:55den Gängen unterwegs. Ben, kannst du das

48:58riechen?

48:59Hallo Anna. Ja, absolut. Dieser Duft ist

49:03unverwechselbar. Wir näheren uns Kapitel

49:063: Brot und Backwaren.

49:09M Ich liebe diesen Geruch. Für mich ist

49:12das der beste Teil des Supermarkts, aber

49:15ehrlich gesagt, Ben, stehe ich oft vor

49:17dem Regal und bin total überfordert. Es

49:20gibt einfach zu viele Sorten.

49:23Das ist typisch für Deutschland. Brot

49:25ist hier nicht nur eine Beilage. Es ist

49:27ein Grundnahrungsmittel.

49:30Das ist unser erstes wichtiges Wort für

49:31heute. Ein Grundnahrungsmittel ist

49:34etwas, dass man fast jeden Tag isst, wie

49:37Wasser, Milch oder eben Brot.

49:40Grundnahrungsmittel.

49:42Okay, das verstehe ich. Aber wenn ich

49:45vor dem Regal stehe, sehe ich Wörter wie

49:48Vollkorn, Meerkorn oder Roggen. Wo ist

49:52da der Unterschied?

49:53Das ist eine sehr gute Frage, Anna.

49:56Fangen wir mit dem Vollkornbrot an. Das

49:59ist ein Wort auf B2 oder sogar C1

50:02Niveau, wenn man es genau erklären will.

50:04Vollkorn bedeutet, dass das ganze Korn

50:07des Getreides verwendet wurde, also auch

50:09die Schale.

50:10Ah, deshalb ist es meistens dunkler und

50:13fester.

50:14Ganz genau. Es gilt als sehr gesund,

50:16weil es viele Ballaststoffe hat. Und

50:18hier müssen wir aufpassen. Es gibt auch

50:20das Wort Meerkornbrot.

50:23Das klingt ähnlich, bedeutet aber etwas

50:25anderes.

50:26Wirklich? Ich dachte immer, das ist

50:28dasselbe.

50:29Nein, leider nicht. Mehr Korn heißt nur,

50:32dass verschiedene Sorten Getreide drin

50:34sind, z.B. Weizen, Roggen und Hafer.

50:37Aber es muss nicht unbedingt Vollkorn

50:40sein. Es kann auch aus weißem Mehl

50:42gemacht sein und nur dunkel gefärbt

50:44werden.

50:45Das ist ja ein richtiger Marketingtrick.

50:48Gut zu wissen. Also, Vollkorn ist das

50:51mit dem ganzen Korn. Und was ist mit

50:54Roggen?

50:55Der Roggen ist eine Getreidesorte, die

50:57in Deutschland sehr beliebt ist.

50:59Roggenbrot schmeckt kräftiger und ist

51:01etwas säuerlich. Das bringt uns zu einem

51:04Wort, das viele Deutschler verwirrt. Der

51:06Sauerteig.

51:08Oh ja, Sauerteig. Das steht fast überall

51:11drauf. Was macht den Teig sauer?

51:14Zitrone.

51:15Nein, keine Zitrone. Sauerteig entsteht

51:18durch Fermentation. Man lässt Mehl und

51:21Wasser stehen, bis sich

51:22Milchsäurebakterien bilden. Das macht

51:24das Brot haltbar und aromatisch. Wenn du

51:27also Sauerteigbrot liest, weißt du, das

51:30hat einen kräftigen Geschmack und eine

51:32feste Struktur.

51:34Okay, Struktur ist ein gutes Stichwort.

51:37Ich mag mein Brot nämlich nicht weich

51:39wie Toast. Ich mag es, wenn es Krach

51:41macht beim Reinbeißen.

51:43Dann suchst du ein Brot, das knusprig

51:45ist. Knusprig beschreibt dieses Gefühl,

51:48wenn etwas hart und trocken ist und beim

51:51Kauen knackt.

51:52Knusprig, ein schönes Wort. Und der

51:55harte Teil außen am Brot, wie heißt der?

51:58Das ist die Kruste. Ein gutes deutsches

52:01Brot hat eine harte, knusprige Kruste

52:03und innen ist es weich. Das Innere nennt

52:06man übrigens die Krume, aber das ist ein

52:09sehr spezifisches Wort, dass man im

52:11Alltag selten braucht. Kruste ist

52:13wichtiger.

52:14Alles klar. Jetzt lass uns mal über die

52:16Situation im Supermarkt sprechen. Es

52:19gibt ja zwei Bereiche. einmal die

52:21abgepackten Brote im Regal und dann

52:24diese gläsernen Boxen, wo die frischen

52:26Brötchen liegen.

52:28Richtig, diese Boxen nennen wir oft SB

52:30Backstation. SB steht für

52:33Selbstbedienung. Das heißt, es gibt

52:35keinen Verkäufer dort. Du nimmst dir die

52:37Ware selbst. Und da habe ich schon oft

52:40Leute gesehen, die einen Fehler machen.

52:43Sie greifen einfach mit der Hand hinein.

52:45Oh, das ist ein absolutes Tabu. Dafür

52:48gibt es die Zange. Das ist dieses

52:50Werkzeug aus Metall oder Plastik, mit

52:53dem man das Brot greift.

52:55Die Zange, das muss ich mir merken. Also

52:58niemals die Hände benutzen, immer die

53:01Zange nehmen. Das hat mit Hygiene zu

53:03tun, oder? Genau. Manchmal liegt da auch

53:06ein Handschuh aus Plastik, aber meistens

53:09benutzt man die Zange. Dann schiebt man

53:11das Brot oder die Brötchen auf die

53:12Ablage und tut sie in eine Tüte.

53:15Apropos Brötchen, in manchen Regionen

53:18heißen die ja anders, oder? Schrippen,

53:21Weckle, Semmeln.

53:22Ja, das ist ein weites Feld. Aber im

53:25Hochdeutsch und im Supermarkt versteht

53:27jeder das Brötchen. Ein anderes

53:30wichtiges Wort in der Backstation ist

53:32das Teilchen oder das Gebäck.

53:34Teilchen klingt süß wie ein kleines

53:37Teil.

53:38Das ist es auch. Ein Teilchen ist oft

53:40ein süßes Gebäck. Z.B. eine Schnecke mit

53:43Zuckergluss oder ein Plunder mit

53:45Pudding. Wenn du also etwas Süßes zum

53:47Kaffee suchst, schaust du bei den

53:49Teilchen oder beim Süßgebäck.

53:51Jetzt habe ich Hunger. Aber zurück zum

53:54Brot. Manchmal kaufe ich ein großes

53:57Brot, aber ich habe kein gutes Messer zu

53:59Hause. In vielen Supermärkten steht so

54:02eine große laute Maschine.

54:04Die Brotschneidemaschine, ein sehr

54:07nützliches Gerät. Da kannst du

54:08entscheiden, wie dick die Scheiben sein

54:10sollen.

54:11Da gibt es eine wichtige Unterscheidung,

54:13die ich neulich gelernt habe. Am Stück

54:16und geschnitten.

54:17Sehr wichtig. Wenn du an einer Theke mit

54:20Bedienung kaufst, fragt die Verkäuferin

54:22oft, möchten Sie es am Stück oder

54:24geschnitten? Am Stück bedeutet, du

54:26nimmst das ganze Brot so mit, wie es

54:28ist.

54:29Und geschnitten heißt, es kommt in die

54:32Maschine. Ich kaufe es lieber

54:35geschnitten. Aber sag mal, Ben, wie

54:38heißt eigentlich die Einheit für ein

54:41ganzes Brot? Sagt man ein Stück Brot?

54:45Nein, wenn du das ganze runde oder ovale

54:49Brot meinst, sagt man ein Leib. L A I B.

54:54Ein Leibbrot. Das ist ein altes Wort,

54:57aber wir benutzen es immer noch. Du

55:00kaufst also einen Leibbrot und zu Hause

55:03isst du eine Scheibebrot.

55:06Ein Leib und eine Scheibe. Gut. Und wenn

55:09ich das Brot kaufe, sehe ich oft ein

55:13Datum auf der Packung. Da steht

55:15mindestens haltbar bis.

55:18Das ist das berühmt berüchtigte

55:20Mindesthaltbarkeitsdatum,

55:23oft abgekürzt als MHD. Das ist B2 C1

55:27Wortschatzp, weil es ein sehr langes

55:30zusammengesetztes Nomen ist.

55:32Kannst du das zerlegen?

55:34Gerne. Mindest kommt von mindestens,

55:38also wenigstens.

55:40Haltbarkeit bedeutet, wie lange etwas

55:43gut bleibt, also frisch und essbar. Und

55:47Datum ist klar,

55:48also das Datum bis zu dem das Brot

55:51mindestens frisch bleibt.

55:54Genau. Viele Leute werfen Lebensmittel

55:56weg, sobald dieses Datum erreicht ist.

55:59Aber bei mindestens haltbar bis ist das

56:02Produkt oft auch noch Tage später gut.

56:05Man muss es nur prüfen, riechen und

56:07ansehen. Anders ist es bei zu

56:10verbrauchen biss. Das steht auf Fleisch,

56:12das ist eine strikte Grenze. Aber bei

56:15Brot und Backwaren ist das MHD eher eine

56:18Orientierung.

56:20Das ist ein guter Tipp gegen

56:21Verschlendung. Sag mal, gibt es noch ein

56:25Wort für altes Brot, wenn ich es

56:27vergessen habe und es hart wie Stein

56:30ist? Dann sagen wir, das Brot ist

56:33Altbacken. Das bedeutet, es ist nicht

56:35mehr frisch, es ist trocken und hart.

56:38Altbacken, das klingt lustig, als ob es

56:41alt gebacken wäre.

56:43Ja, so ungefähr. Übrigens, noch ein Wort

56:46zur Konsistenz. Manche Brote haben

56:49Körner oben drauf oder im Teig. Das sind

56:52Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne. Das

56:55macht das Brot kernig. Kernig ist also

56:59ein Adjektiv für es sind viele Kerne

57:02drin und man muss gut kauen.

57:04Richtig. Ein kerniges Vollkornbrot ist

57:07das genaue Gegenteil von einem weichen

57:10Toastbrot. Es macht lange satt. Satt

57:13kennst du oder?

57:14Ja, wenn man keinen Hunger mehr hat. Ich

57:17bin satt.

57:18Genau. Und Vollkornbrot ist sättigend.

57:22Das ist das Adjektiv dazu. Es hält dich

57:25lange satt.

57:26Okay, lass uns kurz zusammenfassen, was

57:30wir heute im Brotkorbereich gelernt

57:32haben. Wir haben den Unterschied

57:34zwischen Vollkorn und Meerkorn. Wir

57:37wissen, was Sauerteig ist. Wir haben

57:40über die Krust gesprochen, die knusprig

57:43sein muss. Und wir haben gelernt, dass

57:45man in der SB-Bstation immer die Zange

57:48benutzen muss

57:49und wenn wir an der Theke sind,

57:52bestellen wir einen Leibbrot, entweder

57:55am Stück oder geschnitten.

57:57Perfekt zusammengefasst, Anna. Brot ist

58:00in Deutschland wirklich eine

58:01Wissenschaft für sich, aber mit diesen

58:04Wörtern kommst du in jedem Supermarkt

58:06und in jeder Bäckerei zurecht.

58:08Super, dann nehme ich mir jetzt noch ein

58:11Teilchen für den Weg zur Kasse mit.

58:13Gute Idee, aber pass auf die Krümel auf.

58:16Krümel? Das sind die kleinen Stücke, die

58:19runterfallen, oder?

58:21Ganz genau. Das Werb dazu ist krümeln.

58:24Blätterteig krümelt z.B. sehr stark.

58:28Okay, ich werde vorsichtig essen. Im

58:31nächsten Kapitel gehen wir dann weiter

58:33in eine sehr kalte Abteilung.

58:35Richtig. Kapitel 4: Milchprodukte und

58:39das Kühlregal. Da wird es frisch.

58:42Ich freue mich drauf. Bis zum nächsten

58:44Mal.

58:45Tschüss und bis bald.

58:48Das bringt uns direkt in die nächste

Kapitel 4: Kühlregal & Molkerei (Dialog)

58:51Abteilung und ich muss sagen, hier ziehe

58:54ich meinen Schal immer ein bisschen

58:56fester. Wir verlassen das Obst und

58:59Gemüse und gehen dorthin, wo es kalt

59:02ist.

59:03Richtig. Wir stehen jetzt vor dem

59:05Kühlregal.

59:06oder wenn es ein sehr großer Supermarkt

59:08ist, in der Molkereiabteilung.

59:11Hier finden wir alles, was gekühlt

59:13werden muss, um frisch zu bleiben.

59:15Kühlregal ist ein sehr wichtiges Wort,

59:18aber Ben, die Auswahl hier ist oft

59:20überwältigend. Fangen wir mal mit dem

59:23Grundnahrungsmittel Nummer 1 an, der

59:25Milch. Ich sehe hier blaue Packungen,

59:28rote Packungen, Milch im Glas, Milch im

59:31Karton. Was muss ich als Deutschlerner

59:34wissen, um nicht die falsche Flasche zu

59:36kaufen?

59:37Das ist eine sehr gute Frage. Das

59:39wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist

59:41die Haltbarkeit. In Deutschland

59:43unterscheiden wir streng zwischen

59:45Frischmilch und Haarmilch.

59:47Haarmilch, das Haar steht für haltbar,

59:50oder?

59:51Genau, Haarmilch ist ultra hoch erhitzt.

59:54Das bedeutet, du kannst sie ungeöffnet

59:56wochenlang im Vorratsschrank lagern,

59:58also bei Zimmertemperatur. Frischmilch

1:00:01hingegen findest du immer im Kühlregal

1:00:03und sie hält sich nur wenige Tage oder

1:00:05vielleicht zwei Wochen je nach Verfahren

1:00:08und geschmacklich. Ich finde Frischmilch

1:00:11schmeckt nun ja frischer.

1:00:13Absolut. Aber Vorsicht beim Fettgehalt,

1:00:16das ist der zweite wichtige Punkt. Die

1:00:19Farben der Verpackung geben oft einen

1:00:20Hinweis, aber man sollte immer lesen. Es

1:00:23gibt Vollmilch, die hat meistens 3,5

1:00:26oder 3,8% Fett und dann gibt es die

1:00:29fettarme Milch.

1:00:30Die hat meistens 1,5% Fett, richtig? Ich

1:00:34glaube, viele Leute nennen sie auch

1:00:36einfach nur die leichte Milch oder

1:00:38Magermilch, wenn sie fast gar kein Fett

1:00:40mehr hat.

1:00:41Richtig, Magermilch hat fast 0% Fett.

1:00:44Das schmeckt für viele dann eher wie

1:00:46Wasser. Aber bleiben wir noch kurz bei

1:00:48den Verpackungen. Ein kulturell

1:00:51interessanter Aspekt in Deutschland ist

1:00:53die Pfandflasche für Milch und Joghurt.

1:00:55Oh ja, das kenne ich. Man kauft Milch in

1:00:58einer Glasflasche und wenn sie leer ist,

1:01:01wirft man sie nicht weg. Man bringt sie

1:01:03zurück zum Automaten. Genau wie Bier

1:01:05oder Wasserflaschen.

1:01:07Korrekt. Das ist sehr umweltfreundlich.

1:01:09Aber lass uns weitergehen. Direkt neben

1:01:12der Milch stehen Produkte, die viele

1:01:14Lerner oft verwechseln, weil die Wölter

1:01:16ähnlich klingen, die Verwendung aber

1:01:18völlig anders ist. Ich spreche von

1:01:20Sahne, Schmant und Creme Fresh.

1:01:23Das ist mein absolutes Chaosthema. Wenn

1:01:26ich ein Rezept lese und da steht Sahne,

1:01:29stehe ich oft ratlos vor dem Regal. Da

1:01:32gibt es Schlagsahne, saure Sahne,

1:01:34Schmant, Hilfe.

1:01:36Ich bringe Licht ins Dunkel. Fangen wir

1:01:38mit der Schlagsahne an. Das ist die süße

1:01:41Sahne. Sie ist flüssig. Man benutzt sie

1:01:43für Kuchen, also geschlagen, bis sie

1:01:45fest ist, oder für Soßen beim Kochen.

1:01:48Okay, also Schlagsahne ist das

1:01:51Basisprodukt. Und was ist dann saure

1:01:53Sahne?

1:01:54Der Name sagt es schon, sie ist

1:01:56gesäuert. Sie ist fester als Schlagsahne

1:01:59und hat weniger Fett, meistens nur 10 %.

1:02:02Wichtig ist, dass du sie in eine heiße

1:02:04Suppe gibst, flockt sie aus. Sie löst

1:02:07sich also nicht schön auf, sondern macht

1:02:09kleine Klümmpchen.

1:02:10Das klingt nicht sehr appetitlich. Wenn

1:02:13ich also eine cremige Suppe will, was

1:02:15nehme ich dann?

1:02:16Dann nimmst du Schmant oder Creme Fresh.

1:02:19Schmant ist typisch deutsch. Er ist

1:02:21fetter als saure Sahne. Meistens so 20

1:02:24bis 24% Fett. Er ist stichfest, das

1:02:27heißt, er ist fast so fest wie Pudding

1:02:29und er flockt in heißen Gerichten nicht

1:02:31so schnell aus.

1:02:32Verstehe. Schmant ist also der

1:02:34Allrounder für die warme Küche und Creme

1:02:37Fresh ist dann die französische Variante

1:02:40mit noch mehr Fett. Exakt, mindestens

1:02:4230% Fett. Fett ist ein Geschmacksträger,

1:02:46deshalb schmeckt das oft am besten. Hat

1:02:48natürlich auch die meisten Kalorien.

1:02:50Gut, das habe ich mir gemerkt. Ein

1:02:52weiteres Produkt, dass ich in deutschen

1:02:54Supermärkten in riesigen Mengen sehe,

1:02:57ist Quark. In anderen Ländern ist das

1:02:59gar nicht so bebreitet, oder? Nein,

1:03:02Quark ist sehr deutsch. Es ist

1:03:04eigentlich eine Art Frischkäse, aber wir

1:03:06essen ihn anders. Wir essen ihn süß mit

1:03:09Früchten zum Frühstück oder herzhaft mit

1:03:11Kräutern zu Kartoffeln. Das berühmte

1:03:13Gericht Pellkartoffeln mit Quark.

1:03:15Und natürlich für den Käsekuchen. Der

1:03:18heißt zwar Käsekuchen, aber wird mit

1:03:20Quark gemacht. Auch hier gibt es wieder

1:03:22die Unterscheidung. Magerquark und

1:03:25Sahnequark.

1:03:26Richtig. Magerquark ist sehr trocken und

1:03:29hat viel Protein. Sportler lieben ihn.

1:03:32Sahnequark ist cremiger, weil Sahne

1:03:34hinzugefügt wurde. Wenn du Magerquark

1:03:37kaufst, musst du ihn oft mit etwas

1:03:38Mineralwasser oder Milch glatt rühren,

1:03:41damit er angenehm zu essen ist.

1:03:43Ein guter Tipp: Lass uns ein Stück

1:03:45weitergehen. Da vorne ist die Butter. Da

1:03:47gibt es eigentlich nicht viel zu sagen,

1:03:49oder? Außer deutsche Markenbutter.

1:03:52Doch eine kleine Sache ist wichtig.

1:03:55Gesalzene Butter ist in Deutschland

1:03:57nicht der Standard. In Frankreich oder

1:03:59Großbritannien ist fast alle Butter

1:04:01gesalzen. In Deutschland ist die

1:04:03Standardbutter Süßrahmbutter oder

1:04:05Sauerrahmbutter und sie ist ungesalzen.

1:04:08Wenn du gesalzene Butter willst, musst

1:04:10du genau auf die Verpackung schauen. Da

1:04:12steht dann oft groß mit mehr Salz drauf.

1:04:15Stimmt. Ich habe schon mal aus Versehen

1:04:18ungesalzene Butter auf mein Brot

1:04:21geschmiert und mich gewundert, warum es

1:04:23so fart schmeckt. Und direkt daneben

1:04:26liegt die Margarine. Das ist die

1:04:29pflanzliche Alternative.

1:04:32Genau. Aber schauen wir mal in das Regal

1:04:35gegenüber. Da sind die Eier. Eier werden

1:04:39in Deutschland nicht im Kühlschrank

1:04:41gelagert. Wusstest du das?

1:04:44Ja, sie stehen oft in einem normalen

1:04:47Regal, aber hier im Supermarkt manchmal

1:04:50auch in der Kühlung. Was bedeuten denn

1:04:53diese Codes auf den Eiern und die

1:04:56Begriffe Bodenhaltung und

1:04:58Freilandhaltung?

1:05:00Das bezieht sich auf den Tierschutz,

1:05:03also wie die Hühner leben. Bodenhaltung

1:05:06bedeutet, die Hühner leben in einem

1:05:09Stall, können aber auf dem Boden

1:05:11herumlaufen. Sie kommen aber nicht nach

1:05:14draußen.

1:05:15Freilandhaltung heißt, die Hühner dürfen

1:05:18tagsüber raus ins Freie, auf die Wiese.

1:05:23Und dann gibt es noch Bioeier.

1:05:26Bio ist der höchste Standard. Die Hühner

1:05:30haben mehr Platz, bekommen Biofutter und

1:05:33dürfen nach draußen. Die meisten

1:05:35Deutschen achten heute sehr darauf.

1:05:38Käfige kauft fast niemand mehr. Die sind

1:05:41in vielen Supermärkten auch gar nicht

1:05:43mehr im Sortiment.

1:05:46Wenn ich Eier kaufe, öffne ich immer

1:05:48kurz den Karton, um zu sehen, ob eins

1:05:51kaputt ist. Macht man das oder ist das

1:05:53unhöflich?

1:05:55Nein, das ist völlig normal. Das macht

1:05:58fast jeder. Man prüft kurz, ob die

1:06:00Schalen intakt sind. Niemand möchte zu

1:06:03Hause böse Überraschung erleben.

1:06:07Alles klar. Wir haben jetzt Milch,

1:06:10Sahne, Quark, Butter und Eier. Fehlt

1:06:15noch etwas Wichtiges aus der

1:06:17Molkereiabteilung?

1:06:19Ah, natürlich, der Käse. Aber warte,

1:06:23Käse gibt es im Kühlregal und an der

1:06:26Käsetheke. Wo ist der Unterschied?

1:06:29Im Kühlregal findest du den abgepackten

1:06:32Käse. Meistens ist das Scheibenkäse für

1:06:35das Butterbrot. Bekannte Sorten sind

1:06:39Gauda, Emmentaler oder Edama. Die

1:06:43Verpackungen sind praktisch, oft wieder

1:06:45verschließbar.

1:06:47Und wenn ich etwas Besonderes will, dann

1:06:50gehst du an die Käseteke. Dort bedient

1:06:53dich jemand. Du kannst den Käse am Stück

1:06:56kaufen, also einen Block, oder frisch

1:06:59aufgeschnitten. Der Vorteil an der Theke

1:07:02ist, du kannst probieren. Du kannst

1:07:05sagen, darf ich das mal kosten?

1:07:08Das liebe ich. An der Theke muss ich

1:07:11dann aber auch wissen, wie viel ich

1:07:13will. Man bestellt dort meistens in

1:07:16Gramm, oder? Ich hätte gerne 100 g von

1:07:19dem Bergkäse.

1:07:21Richtig? Oder du bestellst nach

1:07:24Scheiben, wenn es aufgeschnitten wird.

1:07:26Fünf Scheiben von dem Gauda, bitte. Aber

1:07:30zurück zum Kühlregal. Da gibt es noch

1:07:32eine spezielle Kategorie, den

1:07:35Frischkäse.

1:07:37Das ist das, was man oft als

1:07:39Philadelphia kennt, oder? Genau, das ist

1:07:43der Markenname, der oft als Synonym

1:07:45verwendet wird. Auf Deutsch heißt es

1:07:48aber Frischkäse.

1:07:50Es gibt ihn in vielen Varianten. Natur,

1:07:53also ohne alles, oder mit Kräutern, mit

1:07:57Knoblauch. Das ist ein sehr beliebter

1:07:59Brotaufstrich.

1:08:01Und direkt daneben steht oft der körnige

1:08:04Frischkäse. Das ist dieser Hüttenkäse,

1:08:08richtig?

1:08:09Ja, auch sehr proteinreich und beliebt

1:08:13bei Leuten, die auf ihre Ernährung

1:08:14achten.

1:08:16Weißt du, was mir auffällt, Ben? In der

1:08:19Molkereiabteilung gibt es mittlerweile

1:08:21unglaublich viele vegane Alternativen.

1:08:24Früher war das eine kleine Nische, heute

1:08:27nehmen Hafermilch, Sojoghurt und

1:08:30Mandrinks fast genauso viel Platz ein

1:08:33wie die Kuhmilchprodukte.

1:08:35Das stimmt. Die Sprache passt sich da

1:08:38auch an. Rechtlich dürfen diese Produkte

1:08:41oft nicht Milch heißen. Deshalb steht

1:08:44auf der Packung Hafer Drink oder

1:08:47Sojrink. Aber im täglichen

1:08:49Sprachgebrauch sagen wir trotzdem

1:08:51Hafermilch.

1:08:53Entschuldigung, wo finde ich die

1:08:55Hafermilch? Das versteht jeder

1:08:57Mitarbeiter sofort.

1:09:00Absolut. Ein letztes Wort noch zum

1:09:02Joghurt, bevor wir hier erfrieren. Auch

1:09:05hier gibt es den Unterschied zwischen

1:09:08Naturjoghurt, also ohne Zucker und

1:09:11Frucht, und Fruchtoghurt.

1:09:14Und beim Fruchtjoghurt muss man

1:09:16aufpassen, manchmal sind echte Früchte

1:09:18drin, manchmal nur Aroma. Wenn da steht

1:09:23Joghurt mit Erdbeergeschmack ist

1:09:25vielleicht gar keine echte Erdbeere

1:09:27drin. Sehr guter Hinweis.

1:09:30Erdbeerjyoghurt mus Erdbeeren enthalten.

1:09:34Joghurt mit Erdbeergeschmack nicht

1:09:36unbedingt. Das sind die feinen Nuancen

1:09:39der deutschen Lebensmittelkennzeichnung.

1:09:42Puh, wer hätte gedacht, dass ein

1:09:44einfacher Gang zum Kühlregal so

1:09:46kompliziert sein kann, aber ich glaube,

1:09:49wenn man den Unterschied zwischen Sahne

1:09:51und Schmant verstanden hat, kann beim

1:09:54Kochen eigentlich nichts mehr

1:09:55schiefgehen.

1:09:57Davon bin ich überzeugt und man spart

1:09:59Geld und Nerven, wenn man die

1:10:01Haltbarkeit richtig einschätzt und weiß,

1:10:03was man wirklich braucht. Mir ist

1:10:06jedenfalls ein bisschen kalt geworden

1:10:08von dem ganzen Gerede über gekühlte

1:10:11Produkte, aber gleichzeitig habe ich

1:10:13Lust auf einen Käsekuchen bekommen oder

1:10:17auf Pellkartoffeln mit Quark. Das auch.

1:10:20Bevor wir uns in die Küche stürzen,

1:10:23sollten wir das Gesagte noch einmal

1:10:25ordnen. Gute Idee. Wir haben viele

1:10:29spezifische Begriffe benutzt, die wir

1:10:31jetzt noch einmal genau analysieren

1:10:33sollten, damit ihr beim nächsten Einkauf

1:10:36sicher seid. Das bringt uns zu unserer

1:10:38Zusammenfassung.

Analyse 4: H-Milch, MHD, Kühlkette & Magerstufe

1:10:42Willkommen zurück zu unserer Analyse.

1:10:45Wir sind immer noch mitten im Supermarkt

1:10:47Abenteuer. Nachdem wir beim letzten Mal

1:10:50das Obst und Gemüse gewogen haben, wird

1:10:53es jetzt ziemlich frisch hier. Spürst du

1:10:56das auch, Ben?

1:10:57Ja, absolut. Wir sind in Kapitel 4

1:11:00angekommen. Kühlregal und Molkerei. Das

1:11:03ist meistens der kälteste Ort im ganzen

1:11:05Laden. Hier gibt es viele spannende

1:11:08Wörter, die für Deutsch lernende auf B2

1:11:10oder C1 Niveau wichtig sind.

1:11:13Genau. Fangen wir direkt mit dem Namen

1:11:16der Abteilung an. Über dem Gang steht

1:11:18oft groß das Wort Molkereiprodukte.

1:11:22Das klingt kompliziert. Was genau

1:11:24bedeutet das?

1:11:25Das ist ein sehr spezifischer Begriff.

1:11:28Molkerei kommt von dem Verben.

1:11:31Das bedeutet Milch von einer Kuh zu

1:11:33gewinnen. Eine Molkerei ist also der

1:11:36Ort, an dem Milch verarbeitet wird. Zu

1:11:39den Molkereiprodukten gehören also alle

1:11:42Dinge, die aus Milch gemacht sind.

1:11:44Joghurt, Käse, Sahne und natürlich die

1:11:47Milch selbst.

1:11:48Ah, verstehe. Alles was von der Kuh

1:11:51kommt. Aber wenn ich vor dem Regal

1:11:53stehe, sehe ich so viele verschiedene

1:11:56Sorten von Milch. Da steht oft Haarmilch

1:11:59und Frischmilch. Was ist da der

1:12:01Unterschied und wofür steht dieses H?

1:12:04Das ist eine sehr gute Frage, Anna. Das

1:12:07H ist eine Abkürzung für das Adjektiv

1:12:10haltbare. Hmmilch ist also haltbare

1:12:13Milch. Das Wort haltbar bedeutet in

1:12:16diesem Kontext, dass etwas für eine

1:12:18lange Zeit gut bleibt und nicht kaputt

1:12:20geht. Okay. Haltbar heißt also, ich kann

1:12:24es lange im Schrank stehen lassen.

1:12:26Richtig, solange die Packung geschlossen

1:12:28ist. Um die Milch haltbar zu machen,

1:12:30wird sie extrem stark erhitzt. Dadurch

1:12:33sterben Bakterien ab. Im Gegensatz dazu

1:12:36gibt es die Frischmilch. Die ist

1:12:38meistens nur pastürisiert.

1:12:41Oh, da haben wir direkt das nächste

1:12:43schwere Wort, pasteurisiert. Was

1:12:46bedeutet das? Das ist ein Fachbegriff B2

1:12:49oder sogar C1. Es beschreibt ein

1:12:52Verfahren, bei dem Flüssigkeiten kurz

1:12:54erhitzt werden, aber nicht so stark wie

1:12:56bei der Haarmilch. Pasteurisierte Milch

1:12:59schmeckt frischer, muss aber unbedingt

1:13:01gekühlt werden und hält nur wenige Tage.

1:13:04Das bringt uns zu einem Wort, dass ich

1:13:06auf fast jeder Verpackung hier sehe. Da

1:13:09steht oft MHD und ein Datum. Ich glaube,

1:13:13das verwirrt viele Leute. Was heißt MHD?

1:13:16Das ist die Abkürzung für

1:13:18Mindesthaltbarkeitsdatum.

1:13:20Ein sehr langes typisch deutsches Wort.

1:13:23Zerlegen wir es mal. Mindest bedeutet

1:13:26wenigstens oder minimal. Haltbarkeit

1:13:29haben wir gerade besprochen. Wie lange

1:13:31etwas gut bleibt?

1:13:33Also ist das Datum der Tag, an dem ich

1:13:36das Produkt wegwerfen muss?

1:13:38Nein, eben nicht. Das ist ein häufiges

1:13:40Missverständnis. Das

1:13:42Mindesthaltbarkeitsdatum

1:13:43ist eine Garantie des Herstellers. Der

1:13:46Hersteller sagt, bis zu diesem Datum

1:13:48schmeckt das Produkt perfekt und hat die

1:13:51richtige Farbe.

1:13:52Und was passiert nach dem Datum? Ist der

1:13:55Joghurt dann giftig?

1:13:57In der Regel nicht. Viele

1:13:58Molkereiprodukte sind noch Tage oder

1:14:01Wochen nach dem MHD essbar. Man muss

1:14:03einfach schauen, riechen und schmecken.

1:14:06Es gibt aber einen Unterschied zu leicht

1:14:08verderblichen Lebensmitteln.

1:14:10Leicht verderblich, das klingt

1:14:13dramatisch. Kannst du das Wort

1:14:15verderblich erklären?

1:14:16Gerne. Das Verb ist Verderben. Das

1:14:19bedeutet, dass Essen schlecht wird,

1:14:22schimmelt oder sauer schmeckt.

1:14:24Verderblich ist das Adjektiv dazu.

1:14:27Leicht verderbliche Lebensmittel sind

1:14:28z.B. frisches Hackfleisch oder Fisch.

1:14:31Bei denen steht oft kein MHD, sondern

1:14:34ein Verbrauchsdatum.

1:14:36Ah, das ist wichtig. Beim

1:14:38Verbrauchsdatum sollte man es also

1:14:40wirklich nicht mehr essen, wenn der Tag

1:14:42vorbei ist.

1:14:43Ganz genau, das kann gefährlich für die

1:14:46Gesundheit sein. Aber zurück zur Milch

1:14:48und zum Joghurt. Hier im Regal sehe ich

1:14:51noch andere Bezeichnungen, die oft

1:14:53Fragen aufwerfen. Z.B. Laktosefrei.

1:14:56Das sehe ich auch oft. Laktose ist

1:14:59Milchzucker, oder?

1:15:01Richtig. Viele Menschen haben eine

1:15:03Laktoseintoleranz.

1:15:05Das ist ein medizinischer Begriff, den

1:15:06man aber im Alltag oft hört. Es

1:15:09bedeutet, dass der Körper den

1:15:10Milchzucker nicht verdauen kann. Man

1:15:12bekommt Bauchschmerzen.

1:15:14Und wie wird die Milch laktosefrei

1:15:16gemacht?

1:15:17Chemisch gesehen wird die Laktose schon

1:15:19vorher aufgespalten. Interessanterweise

1:15:22schmeckt laktosefreie Milch dadurch oft

1:15:24ein bisschen süßer als normale Milch.

1:15:27Aber lass uns mal über den Fettgehalt

1:15:29sprechen, da gibt es auch spezielle

1:15:31Wörter. Ja, ich sehe hier Vollmilch und

1:15:35fettarme Milch und bei Quark steht oft

1:15:38Magerstufe. Mager kenne ich eigentlich

1:15:41nur, wenn man über sehr dünne Menschen

1:15:43spricht.

1:15:44Ja, das stimmt. Aber bei Lebensmitteln

1:15:46bedeutet Mager, dass sie sehr wenig Fett

1:15:48enthalten. Mager Quark ist also Quark,

1:15:51der fast kein Fett hat. Das Gegenteil

1:15:54wäre die Rahmenstufe oder Sahnequark,

1:15:57der sehr viel Fett hat und cremig ist

1:16:00und Vollmilch. Vollmilch hat einen

1:16:02Fettgehalt von mindestens 3,5%.

1:16:06Das ist der natürliche Fettgehalt.

1:16:08Fettarme Milch hat meistens nur 1,5%.

1:16:11Wenn du also auf deine Kalorien achtest,

1:16:14nimmst du die fettarme Variante oder die

1:16:16Magerstufe.

1:16:18Gut zu wissen. Sag mal, Ben, warum ist

1:16:20es hier eigentlich so offen? Ich meine,

1:16:23die Kühlschränke haben oft gar keine

1:16:25Türen. Verschwendet das nicht Energie?

1:16:28Das ist ein guter Punkt. Viele moderne

1:16:31Supermärkte rüsten jetzt nach und bauen

1:16:34Türen ein. Aber das offene Regal nennt

1:16:38man oft Kühlteke oder Kühlregal.

1:16:42Das Wichtige hier ist ein unsichtbares

1:16:45Konzept, die Kühlkette.

1:16:48Die Kühlkette, das klingt wie Schmuck.

1:16:51Ist es aber sicher nicht.

1:16:53Nein, leider nicht. Die Kühlkette ist

1:16:56der logistische Prozess. Das bedeutet,

1:16:59von der Molkerei über den LKW bis in den

1:17:03Supermarkt darf die Temperatur niemals

1:17:06steigen. Die Ware muss permanent gekühlt

1:17:09werden.

1:17:10Und wenn ich die Milch kaufe und dann im

1:17:13heißen Auto 3 Stunden spazieren fahre,

1:17:16dann hast du die Kühlkette unterbrochen.

1:17:19Das ist für das Produkt sehr schlecht.

1:17:21Bakterien können sich dann schnell

1:17:23vermehren und die Haltbarkeit sinkt

1:17:26drastisch.

1:17:28Besonders bei Fleisch ist das

1:17:29gefährlich, aber auch Milch wird dann

1:17:32schnell sauer.

1:17:33Verstehe. Also schnell nach Hause mit

1:17:35den Einkäufen. Ich sehe hier noch ein

1:17:38Wort bei der Butter. Streichzart. Das

1:17:41klingt fast poetisch.

1:17:42Ein schönes Wort. Ja, es setzt sich

1:17:45zusammen aus Streichen, also das, was

1:17:48man mit dem Messer auf dem Brot macht

1:17:50und zart, was weich oder empfindlich

1:17:53bedeutet.

1:17:55Streichzart heißt einfach, dass die

1:17:57Butter auch dann weich genug ist, um sie

1:18:00aufs Brot zu schmieren, wenn sie direkt

1:18:02aus dem Kühlschrank kommt.

1:18:04Das ist praktisch. Normale Butter ist ja

1:18:07oft hart wie ein Stein.

1:18:09Okay, lass uns kurz zusammenfassen, was

1:18:12wir im Kapitel 4 gelernt haben. Wir

1:18:14hatten die Molkerei, also die

1:18:16Milchfabrik. Wir kennen den Unterschied

1:18:19zwischen Harmilch und Frischmilch.

1:18:22Genau. Wir haben über das

1:18:24Mindesthaltbarkeitsdatum

1:18:26gesprochen und warum man Essen nicht

1:18:28sofort wegwerfen muss und wir haben

1:18:31gelernt, was laktosefrei,

1:18:34mager und streichzart bedeutet

1:18:37und wir wissen jetzt, dass wir die

1:18:38Kühlkette nicht unterbrechen sollten,

1:18:40damit nichts verdirbt.

1:18:42Exakt. Das war der Rundgang durch die

1:18:44Kältezone.

1:18:45Mir ist auch schon ganz kalt. Lass uns

1:18:48schnell weitergehen. Im nächsten Kapitel

1:18:50wird es, glaube ich, wieder wärmer. Da

1:18:52geht es um die Bäckerei und frisches

1:18:54Brot.

1:18:55Das riecht auch immer viel besser als

1:18:57die Käseabteilung.

1:18:59Dann bis zum nächsten Mal bei unserer

1:19:01Analyse.

1:19:02Tschüss und bis bald.

Kapitel 5: Fleisch & Wursttheke (Dialog)

1:19:05Und das bringt uns direkt zur nächsten

1:19:08Station, die für viele Deutschler

1:19:10besonders einschüchternd ist, aber auch

1:19:13extrem wichtig, wenn man frisch kochen

1:19:15möchte. Genau. Wir verlassen die Gänge

1:19:18mit den verpackten Lebensmitteln und

1:19:21gehen zur frische Theke. Genauer gesagt

1:19:24zur Fleisch und Wursttheke. Anna, warum

1:19:27haben so viele Leute Angst vor diesem

1:19:29Bereich? Ich glaube, es liegt daran,

1:19:31dass man sprechen muss. Im Regal nimmst

1:19:34du einfach eine Packung Salami und legst

1:19:37sie in den Wagen. Niemand stellt Fragen.

1:19:39Aber an der Theke, da wartet ein Mensch

1:19:42auf deine Anweisungen und oft stehen

1:19:45andere Kunden hinter dir und warten

1:19:47ungeduldig. Das ist Stresspur.

1:19:50Das verstehe ich gut, aber mit den

1:19:52richtigen Wörtern ist das gar kein

1:19:54Problem. Fangen wir ganz am Anfang an.

1:19:57Bevor du überhaupt bestellen kannst,

1:19:59musst du wissen, wann du dran bist. In

1:20:02großen Supermärkten gibt es oft einen

1:20:04Automaten für Wartennummern.

1:20:06Stimmt. Da zieht man ein kleines Papier

1:20:09mit einer Nummer und dann muss man auf

1:20:11die Anzeige schauen. Wenn deine Nummer

1:20:14aufleuchtet, bist du dran. Aber in

1:20:16kleineren Läden oder beim Metzger um die

1:20:18Ecke gibt es das nicht.

1:20:20Richtig. Dort fragt der Verkäufer oder

1:20:22die Verkäuferin oft laut in die Runde:

1:20:25Wer ist der nächste? Oder: "Wer bekommt

1:20:28schon?"

1:20:28Wer bekommt schon? Das klingt für

1:20:31Anfänger seltsam. Es bedeutet

1:20:33eigentlich, wer wird noch nicht bedient?

1:20:36Exakt. Die einfachste Antwort darauf ist

1:20:38ein kurzes Handzeichen und ein

1:20:40freundliches Ich bitte. Wenn du dann

1:20:43vorne an der Theke stehst, kommt die

1:20:45klassische Frage: Was darf es sein? Oder

1:20:48bitteschön? Und jetzt müssen wir über

1:20:50Mengen sprechen. Das ist nämlich der

1:20:53Punkt, an dem die Mathematik ins Spiel

1:20:55kommt. In Deutschland nutzen wir nicht

1:20:57nur Gramm und Kilogramm, sondern ein

1:21:00ganz spezielles Wort, das in Lehrbüchern

1:21:02oft fehlt.

1:21:03Du meinst das Pfund?

1:21:05Ganz genau, das Pfund. Das verwirrt

1:21:08viele, weil es keine offizielle

1:21:10metrische Einheit ist, aber im Alltag

1:21:13überall benutzt wird. Ben, erklär uns

1:21:15das kurz. Ein Pfund sind genau 500 g,

1:21:19also ein halbes Kilo. Wenn du

1:21:21Hackfleisch für eine Pastasoße kaufst,

1:21:23bestellst du oft ein Pfund Hackfleisch.

1:21:26Das ist viel natürlicher als 500 g zu

1:21:29sagen.

1:21:30Und wenn ich weniger brauche,

1:21:32dann sagst du ein halbes Pfund. Das sind

1:21:35dann 250 g. Das ist besonders bei

1:21:38Wurstaufschnitt eine übliche Menge. Aber

1:21:41lass uns kurz beim Fleisch bleiben,

1:21:43bevor wir zur Wurst kommen. Was kaufst

1:21:45du am häufigsten?

1:21:47Ich kaufe oft Händchenbrustfilet oder

1:21:49Hackfleisch. Beim Hackfleisch gibt es

1:21:52aber Unterschiede, oder?

1:21:53Ja, sehr große. Es gibt

1:21:56Rinderhackfleisch, das ist reines

1:21:58Fleisch vom Rind. Es ist etwas teurer

1:22:00und hat weniger Fett. Und dann gibt es

1:22:03Schweinehackfleisch. Aber der absolute

1:22:05Klassiker in Deutschland ist Hackfleisch

1:22:08gemischtes oder Hackfleisch halb und

1:22:10halb.

1:22:11Das bedeutet, es ist eine Mischung aus

1:22:13500 g Rind und 500 g Schwein. Nein,

1:22:17warte, das Verhältnis ist 50,

1:22:21aber die Menge bestimme ich. Richtig.

1:22:23Korrekt. Die Mischung macht es saftiger

1:22:26als reines Rindfleisch. Wenn du also an

1:22:28der Theke stehst, sagst du, ich hätte

1:22:31gern ein Pfund gemischtes. Bitte. Der

1:22:33Verkäufer weiß dann sofort Bescheid.

1:22:35Ein weiteres wichtiges Wort ist Mager.

1:22:38Wenn ich Fleisch möchte, das wenig Fett

1:22:40hat, benutze ich dieses Adjektiv. Haben

1:22:43Sie mageres Gulaschfleisch?

1:22:45Sehr gut. Und das Gegenteil wäre

1:22:48durchwachsen. Das klingt vielleicht

1:22:50negativ, ist es aber nicht. Ein

1:22:52durchwachsenes Stück Fleisch hat mehr

1:22:54Fettgewebe, was beim Braten für mehr

1:22:56Geschmack sorgt. Z.B. Beim Nackensteak

1:22:59zum Grillen.

1:23:00Ah, grillen ist ein gutes Stichwort. Im

1:23:03Sommer sind die Theken voll mit

1:23:05mariniertem Fleisch. Das liegt dann in

1:23:08bunten Soßen, meistens rot oder orange.

1:23:11Muss ich da etwas beachten?

1:23:13Eigentlich nur, dass du nach der

1:23:14Fleischsorte fragst. Ist das Pute oder

1:23:17Schwein? Und du kannst fragen, ob es

1:23:19scharf ist. Ist die Marinade pikant?

1:23:22Okay, wir haben unser Fleisch. Jetzt

1:23:25gehen wir einen Meter weiter nach rechts

1:23:27oder links. Da liegt die Wurst, der

1:23:30sogenannte Aufschnitt.

1:23:32Aufschnitt ist der Überbegriff für

1:23:34alles, was in Scheiben geschnitten ist

1:23:36und aufs Brot kommt. Salami, Schinken,

1:23:39Mottadella. Hier bestellen wir meistens

1:23:41nicht nach Pfund, sondern nach Gramm

1:23:44oder noch einfacher nach Scheiben.

1:23:46Das mache ich oft, wenn ich nur ein

1:23:48Brötchen belegen will. Ich hätte gern

1:23:50drei Scheiben von der Salami da vorne.

1:23:53Aber Ben, was wenn ich den Namen der

1:23:55Wurst nicht kenne? Da liegen ja oft 50

1:23:58verschiedene Sorten.

1:24:00Das ist kein Problem, du kannst einfach

1:24:02drauf zeigen. Aber es hilft, die

1:24:04Kategorie zu nennen. Ich hätte gern

1:24:07etwas von der Salami dort oben rechts.

1:24:09Oder was ist das für ein Schinken in der

1:24:11Mitte?

1:24:12Und dann kommt eine Frage, die ich am

1:24:14Anfang nie verstanden habe. Der

1:24:17Verkäufer hält das Messer an die Wurst.

1:24:19Maschine und fragt: "Darf es etwas mehr

1:24:22sein?"

1:24:22Oh ja, der Klassiker. Du bestellst 100

1:24:25g, aber die Waage zeigt 110 g an. Der

1:24:29Verkäufer darf das nicht einfach so

1:24:31verkaufen. Er muss fragen. Die korrekte

1:24:33Antwort ist fast immer: "Ja, gern".

1:24:36Oder: "Ja, das passt so."

1:24:38Es sei denn, man hat wirklich ein

1:24:40stricktes Budget oder Rezept, aber

1:24:42meistens sind die 10 g egal. Eine andere

1:24:45Frage ist geschnitten oder am Stick.

1:24:49Das ist wichtig bei Wurstsorten wie

1:24:51Fleischwurst oder Schinken. Möchtest du

1:24:55dünne Scheiben fürs Brot, sagst du

1:24:58geschnitten. Möchtest du aber z.B.

1:25:01Schinkenwürfel für Nudeln selber

1:25:03schneiden, sagst du am Stück. Geben Sie

1:25:07mir bitte 200 gekochten Schinken am

1:25:11Stück.

1:25:12Es gibt auch die Frage nach der Dicke

1:25:14der Scheiben, besonders bei teurem

1:25:17Schinken wie Parma Schinken. Da fragt

1:25:20der Verkäufer vielleicht: "Soll ich es

1:25:22hauchdünn schneiden?"

1:25:24Hauchdünn ist ein tolles Wort. Es

1:25:27bedeutet so dünn wie ein Hauch, also

1:25:31fast transparent.

1:25:33Das schmeckt bei rohem Schinken am

1:25:34besten. Bei Leberkäse hingegen bestellen

1:25:38die Leute oft eine dicke Scheibe.

1:25:41Leberkäse ist ja sowieso ein Phänomen,

1:25:44besonders in Bayern. Aber bleiben wir

1:25:46beim Standard Supermarkt. Was ist mit

1:25:49Streichwurst? Leberwurst oder Teewurst

1:25:52kauft man ja nicht in Scheiben.

1:25:54Richtig, die kauft man im Stück in der

1:25:57Pelle. Da sagst du ein Stück von der

1:26:01groben Leberwurst, bitte. Der Verkäufer

1:26:04zeigt dann oft mit dem Messer auf eine

1:26:06Stelle der Wurst und fragt visuell so

1:26:09viel. Dann sagst du ein bisschen mehr

1:26:13oder ja, so ist gut.

1:26:15Das ist also viel Kommunikation mit

1:26:18Händen und Augen. Ich finde, man sollte

1:26:20auch keine Angst haben, nach

1:26:22Empfehlungen zu fragen.

1:26:24Absolut. Du kannst sagen, welchen

1:26:27Schinken können Sie empfehlen? Oder:

1:26:29"Ich suche etwas Mildes für Kinder."

1:26:32Apropos Kinder, das ist eine der

1:26:35schönsten Traditionen an der deutschen

1:26:37Fleischthäe. Wenn man mit einem kleinen

1:26:39Kind einkauft, passiert oft etwas

1:26:42Magisches.

1:26:43Die Scheibe Fleischwurst.

1:26:45Genau. Die Verkäuferin schaut das Kind

1:26:48an und fragt: "Möchtest du eine Scheibe

1:26:50Gelbwurst? Oder darf er eine Scheibe

1:26:53Fleischwurst haben?

1:26:55Das ist kostenlos und gehört zum guten

1:26:57Service.

1:26:58Als Erwachsener bekommt man das leider

1:27:00nicht mehr. Aber zurück zum

1:27:03Bestellvorgang.

1:27:04Du hast dein Fleisch bestellt, du hast

1:27:06deine Wurst, dann kommt die

1:27:08Abschlussfrage:

1:27:10Darf es sonst noch etwas sein?

1:27:12Das ist das Signal, dass die Bestellung

1:27:14fast fertig ist. Wenn ich noch etwas

1:27:17will, sage ich natürlich: "Ja, ich

1:27:19brauche noch." Aber wenn ich fertig bin,

1:27:22dann gibt es verschiedene Floskeln.

1:27:25Höflich ist nein, danke, das war alles.

1:27:29Oder kurz, das wär's.

1:27:31Manchmal fragt der Verkäufer auch, kommt

1:27:34das so weg? Das habe ich nie verstanden.

1:27:37Das ist sehr umgangssprachlich. Es

1:27:39bedeutet, soll ich es jetzt einpacken,

1:27:42weil wir fertig sind? Die Antwort ist

1:27:45einfach ja, bitte. Dann wird die Ware in

1:27:48spezielles Papier eingewickelt.

1:27:50Und auf dieses Papier kleben Sie den

1:27:52Preisaufkleber.

1:27:54Das ist wichtig für die Kasse. Manchmal

1:27:56schreiben Sie die Nummer der Wurstsorte

1:27:58auch direkt auf das Papier, wenn es an

1:28:00der Kasse gewogen wird. Aber meistens

1:28:03klebt der Preis schon drauf.

1:28:05Richtig. In modernen Supermärkten scannt

1:28:08der Verkäufer alles an der Theke, packt

1:28:10es ein, klebt den Barcode drauf und du

1:28:14bezahlst erst ganz am Ende am Ausgang

1:28:16des Supermarkts zusammen mit deinen

1:28:18anderen Einkäufen. Du bezahlst

1:28:21normalerweise nicht direkt beim Metzger

1:28:23an der Theke, es sei denn, es ist ein

1:28:26eigenständiger Laden.

1:28:27Ein letzter Punkt noch zur Verpackung.

1:28:30Immer mehr Leute bringen ihre eigenen

1:28:32Dosen mit, um Plastik und Müll zu

1:28:34sparen. Geht das in Deutschland?

1:28:37Ja, das wird immer beliebter, aber es

1:28:40gibt strenge Hygieneregeln.

1:28:42Du darfst deine Dose meistens nicht über

1:28:45die Theke reichen. Du musst sie auf ein

1:28:47Tablett stellen, dass der Verkäufer dir

1:28:49hinhält. Dann füllt er die Ware ein,

1:28:52ohne die Dose von außen zu berühren.

1:28:55Können Sie das bitte in meine eigene

1:28:57Dose füllen? Ein sehr moderner, aber

1:29:00nützlicher Satz.

1:29:01Genau. Zusammenfassend kann man sagen,

1:29:04die Fleischtheke ist ein Ort der

1:29:07Kommunikation.

1:29:08Es ist nicht schlimm, wenn man Fehler

1:29:10macht oder nachfragt. Die Verkäufer sind

1:29:12dort, um zu beraten.

1:29:14Und das Wichtigste ist, man bekommt viel

1:29:17bessere Qualität als im Kühlregal und

1:29:20man kann genau die Menge kaufen, die man

1:29:22braucht. Kein Plastikmüll, keine Reste.

1:29:25Absolut. Es lohnt sich also diese paar

1:29:28Sätze zu üben.

1:29:30Ich fühle mich jetzt auf jeden Fall

1:29:32bereit für meinen nächsten Einkauf. Ich

1:29:34glaube, ich hole mir heute Abend ein

1:29:36schönes Steak, mager, aber nicht zu dünn

1:29:39geschnitten

1:29:40und dazu vielleicht ein Pfundsalat aus

1:29:43der Gemüseabteilung.

1:29:45Aber das ist ein anderes Thema. Wir

1:29:47haben uns jetzt ausführlich mit Fleisch

1:29:50und Wurst beschäftigt und du hast viele

1:29:52spezifische Begriffe gehört, von

1:29:55durchwachsen bis hauchdünn.

1:29:57Damit wir diese Wörter nicht gleich

1:29:59wieder vergessen, schauen wir uns die

1:30:01Grammatik und die genauen Bedeutungen

1:30:03jetzt noch einmal im Detail an.

1:30:05Besonders die Mengenangaben verdienen

1:30:07einen zweiten Blick.

1:30:09Richtig. Lass uns das analysieren.

Analyse 5: Theke, am Stück, Pfund & durchwachsen

1:30:14Willkommen zurück zum Analyseteil, liebe

1:30:17Hörerinnen und Hörer. Eben haben wir ja

1:30:21das Gespräch an der Fleischtheke gehört.

1:30:24Das war gar nicht so einfach, oder Ben?

1:30:27Da waren viele spezielle Begriffe dabei.

1:30:30Hallo Anna. Hallo zusammen. Ja, das

1:30:32stimmt. Die Fleisch und Wursttheke ist

1:30:35ein besonderer Ort im Supermarkt. Dort

1:30:37spricht man oft direkter mit dem

1:30:39Personal als an der Kasse. Deshalb

1:30:42schauen wir uns jetzt die wichtigsten

1:30:44Wörter genauer an.

1:30:45Fangen wir doch mal ganz vorne an. Wir

1:30:48haben das Wort die Theke gehört. Was

1:30:51genau ist das eigentlich? Ist das

1:30:54einfach ein Tisch?

1:30:56Nicht ganz. Eine Theke ist ein langer

1:30:58Verkaufstisch, der oft gekühlt ist.

1:31:01Dahinter stehen die Verkäufer und davor

1:31:04stehen die Kunden. Im Supermarkt gibt es

1:31:07die Fleischth Wursttheke oder auch die

1:31:11Käsetheke. Man bedient sich dort nicht

1:31:13selbst, sondern man wird bedient.

1:31:16Ah, verstehe. Und wenn ich dort ankomme,

1:31:20muss ich manchmal eine Nummer ziehen,

1:31:22oder? Genau. Oder man muss warten, bis

1:31:25man an der Reihe ist. Das ist ein

1:31:28wichtiger Ausdruck. Wer ist an der

1:31:30Reihe? Das fragt der Verkäufer oft. Es

1:31:33bedeutet, wer ist der nächste Kunde?

1:31:36Okay. Und wenn ich dann an der Reihe

1:31:38bin, muss ich sagen, was ich möchte. Im

1:31:41Dialog hat der Kunde gesagt, er möchte

1:31:43die Wurst am Stück. Das fand ich

1:31:46interessant. Was ist der Unterschied zu

1:31:49Incheiben?

1:31:50Das ist eine sehr wichtige

1:31:51Unterscheidung.

1:31:53In Scheiben bedeutet, dass die Wurst

1:31:55oder das Fleisch mit einer Maschine in

1:31:57ganz dünne Lagen geschnitten wird. Das

1:32:00macht man meistens für das Brot. Am

1:32:03Stück bedeutet, dass du einen ganzen

1:32:05Block Wurst oder Fleisch kaufst, den du

1:32:08nicht geschnitten haben möchtest.

1:32:10Also, wenn ich z.B. einen Braten machen

1:32:12will, brauche ich das Fleisch am Stück.

1:32:16Aber für mein Frühstücksbrot brauche ich

1:32:18Scheiben.

1:32:19Exakt. Und da gibt es noch ein schönes

1:32:21Adjektiv, das wir gehört haben.

1:32:24Hauchdünn. Der Kunde wollte den Schinken

1:32:26hauchdünn geschnitten haben. Kannst du

1:32:29erklären, was das bedeutet, Anna?

1:32:31Ich glaube, das kommt von dem Wort

1:32:33Hauch, wie der Atem, oder? Also extrem

1:32:37dünn.

1:32:38Richtig, ein Hauch ist fast nichts. Wenn

1:32:41man sagt Hauch dünn, dann meint man so

1:32:44dünn, dass man fast hindurchsehen kann.

1:32:47Das ist besonders bei teurem Schinken

1:32:49sehr beliebt, weil er dann besser

1:32:51schmeckt.

1:32:51Das klingt lecker. Ein anderes Wort, das

1:32:54viele Deutschlerner verwirrt, ist das

1:32:57Hackfleisch. Im Dialog wurde nach

1:33:00gemischtem Hack gefragt. Warum gemischt?

1:33:03Was mischt man da? Hackfleisch ist

1:33:06Fleisch, das durch eine Maschine gedreht

1:33:08und zerkleinert wurde. Gemischtes Hack

1:33:11besteht in Deutschland traditionell zur

1:33:13Hälfte aus Schweinefleisch und zur

1:33:15Hälfte aus Rindfleisch.

1:33:17Und warum macht man das? Warum nimmt man

1:33:20nicht nur Rind?

1:33:21Das hat mit dem Fettgehalt und dem Preis

1:33:23zu tun. Schweinefleisch ist oft etwas

1:33:26fettiger und saftiger. Rindfleisch ist

1:33:29kräftiger im Geschmack. Die Mischung

1:33:31macht Frikadellen oder Bolognese oft

1:33:34saftiger. Wenn du nur Rinderhack

1:33:36möchtest, musst du das extra sagen. Das

1:33:39ist dann oft Mager.

1:33:41Oh, das ist ein gutes Stichwort. Mager.

1:33:44Das habe ich auch notiert. Das ist das

1:33:47Gegenteil von fettig, richtig?

1:33:49Ja. Mageres Fleisch hat sehr wenig Fett.

1:33:53Viele Leute bevorzugen das, weil es

1:33:55gesünder ist. Aber Vorsicht, Fett ist

1:33:58ein Geschmackstrahler. Wenn das Fleisch

1:34:00zu mager ist, kann es beim Braten

1:34:03trocken werden. Das stimmt leider. Wenn

1:34:05das Fleisch trocken wird, ist es oft Z.

1:34:09Das ist auch ein Wort, das wir erklären

1:34:11sollten. Z.

1:34:12Z ist der Albtraum jedes Kochs. Es ist

1:34:16das Gegenteil von zart. Wenn Fleisch zäh

1:34:19ist, muss man sehr lange kauen, wie auf

1:34:22einem Kaugummi. Man bekommt es kaum

1:34:24klein. Wenn Fleisch zart ist, zerfällt

1:34:27es fast auf der Zunge.

1:34:29Also wollen wir immer zartes Fleisch.

1:34:32Wenn da war noch ein Begriff im Dialog,

1:34:35als es um das Steak ging. Der Verkäufer

1:34:37fragte: "Soll es durchwachsen sein? Das

1:34:41klingt ein bisschen wie eine Pflanze.

1:34:43Was bedeutet das bei Fleisch?"

1:34:45Das ist ein Begriff auf C1 Niveau, würde

1:34:48ich sagen. Durchwachsen bedeutet, dass

1:34:51das Fleisch sichtbare Fettstreifen im

1:34:53Inneren hat. Es ist nicht nur

1:34:55außenfettig, sondern das Fett zieht sich

1:34:58durch den Muskel. Und ist das gut oder

1:35:01schlecht?

1:35:02Und ist das gut oder schlecht?

1:35:04Für ein Steak ist das sehr gut. Wir

1:35:07nennen das auch Marmorierung. Wenn ein

1:35:10Steak gut durchwachsen ist, wird es beim

1:35:12Braten besonders saftig. Wer aber Fett

1:35:15hasst, sollte lieber mageres Fleisch

1:35:18bestellen und nichts durchwachsenes.

1:35:20Gut zu wissen. Ich lerne hier auch noch

1:35:22was dazu. Lass uns kurz über Mengen

1:35:25sprechen. In Deutschland hört man an der

1:35:28Theke oft das Wort Pfund, aber auf der

1:35:31Packung steht Gramm. Wie viel ist ein

1:35:33Pfund?

1:35:34Das ist ein Klassiker. Offiziell nutzen

1:35:37wir das metrische System, also Gramm und

1:35:40Kilogramm. Aber im Alltag, besonders an

1:35:43der Theke oder auf dem Markt, sagt man

1:35:46ein Pfund, das sind genau 500 g, also

1:35:49ein halbes Kilo.

1:35:51Genau. Und wenn jemand ein halbes Pfund

1:35:54bestellt, sind das 250 g. Das solltet

1:35:58ihr euch unbedingt merken. Das wird sehr

1:36:00oft benutzt.

1:36:01Okay, ein Pfund Hackfleisch, bitte. Und

1:36:05dann gab es noch diese typische Frage am

1:36:07Ende, die der Verkäufer fast immer

1:36:09stellt. Erinnerst du dich?

1:36:11Natürlich. Darf's ein bisschen mehr

1:36:14sein.

1:36:15Ja, genau. Warum fragen die das

1:36:19eigentlich immer? Wollen sie nur mehr

1:36:22verkaufen?

1:36:23Ein bisschen schon, aber es hat auch

1:36:26einen praktischen Grund. Die Verkäufer

1:36:29schneiden das Fleisch oder die Wurst mit

1:36:32der Hand oder der Maschine. Es ist fast

1:36:35unmöglich, exakt 100 g zu treffen.

1:36:39Meistens sind es dann 105 oder 110 g.

1:36:44Und dann fragen Sie höflich, ob das okay

1:36:47ist, dass ich diese 10 g auch bezahle.

1:36:52Richtig. Die richtige Antwort darauf ist

1:36:55meistens einfach ja, gerne. Oder ja, das

1:36:59passt schon. Niemand sagt nein,

1:37:03schneiden Sie die 5 gitte wieder ab. Das

1:37:06wäre sehr unhöflich und kleinlich.

1:37:09Stimmt, das habe ich noch nie erlebt. Es

1:37:13gibt noch einen letzten Begriff, den ich

1:37:16spannend fand. marinieren oder

1:37:19eingelegt. Der Kunde hat nach

1:37:22eingelegten Steaks gefragt. Das ist

1:37:25besonders wichtig für die Grillsaison im

1:37:28Sommer. Einlegen oder marinieren

1:37:32bedeutet, dass das Fleisch für einige

1:37:34Stunden oder Tage in einer Soße liegt.

1:37:38Diese Soße besteht meist aus Öl,

1:37:40Kräutern und Gewürzen,

1:37:42damit das Fleisch den Geschmack annimmt.

1:37:46Richtig? Ja, und die Säure in der

1:37:49Marinade macht das Fleisch auch zarter.

1:37:52An der Theke sieht man oft Fleisch, das

1:37:55schon rot oder gelb aussieht. Das ist

1:37:58dann schon fertig mariniert. Man kann es

1:38:01direkt in die Pfanne oder auf den Grill

1:38:03legen.

1:38:04Das ist praktisch, wenn es schnell gehen

1:38:07muss. Okay, Ben, ich glaube, wir haben

1:38:11die wichtigsten Begriffe geklärt.

1:38:13Fassen wir kurz zusammen. Wir kennen

1:38:16jetzt den Unterschied zwischen am Stück

1:38:19und in Scheiben. Wir wissen, dass Hauch

1:38:22dünn sehr fein geschnitten bedeutet

1:38:25und wir wissen, dass Hackfleisch oft

1:38:28gemischt ist und was mager und

1:38:32durchwachsen bedeutet

1:38:34und natürlich, dass ein Pfund 500 g sind

1:38:38und wir nicht böse sein dürfen, wenn es

1:38:40ein bisschen mehr ist.

1:38:42Super, ich glaube, damit sind unsere

1:38:46Hörer bereit für den nächsten Einkauf an

1:38:49der Frische Theke. Traut euch ruhig,

1:38:52dort Deutsch zu sprechen.

1:38:54Absolut. Die Verkäufer helfen meistens

1:38:57gerne, wenn man ein Wort nicht sofort

1:38:59weiß. Zeigen hilft auch immer. Dann bis

1:39:03zum nächsten Mal, wenn wir uns das Regal

1:39:06mit den Backwaren ansehen. Bis dann und

1:39:10viel Erfolg beim Einkaufen.

1:39:15Das bringt uns zu einem Bereich im

Kapitel 6: Getränke & Pfand (Dialog)

1:39:17Supermarkt, der für Neuankömmlinge in

1:39:20Deutschland erst einmal ein kleiner

1:39:22Schock ist oder zumindest eine große

1:39:25Überraschung. Wir verlassen die Obst und

1:39:28Gemüseabteilung und stehen jetzt vor der

1:39:31Getränkeabteilung.

1:39:33Richtig. Und die ist in Deutschland oft

1:39:36riesig. Manchmal ist es sogar ein ganz

1:39:39eigener Markt, ein sogenannter

1:39:41Getränkemarkt. Aber bleiben wir im

1:39:43normalen Supermarkt. Das erste, was man

1:39:46dort sieht, ist meistens eine Wand aus

1:39:48Wasserflaschen.

1:39:49Oh ja. Und hier passiert oft der erste

1:39:52große Fehler. Ich erinnere mich an einen

1:39:55Freund aus den USA, der einfach eine

1:39:57Flasche Wasser kaufte, einen großen

1:39:59Schlucknahm und es sofort wieder

1:40:02ausspuckte. Er hatte nämlich

1:40:04Sprudelwasser erwischt.

1:40:06Das ist ein klassisches Missverständnis.

1:40:08In vielen Ländern ist Wasser ohne

1:40:10Kohlensäure der Standard. Wenn man

1:40:12Wasser bestellt oder kauft, ist es

1:40:15still. In Deutschland ist der Standard

1:40:17aber oft Wasser mit Kohlensäure. Das

1:40:20Wort, das ihr euch hier merken müsst,

1:40:22ist die Kohlensäure.

1:40:24Genau. Wenn du also Wasser ohne Gas

1:40:27möchtest, musst du auf das Etikett

1:40:29schauen. Da steht dann still oder

1:40:31naturell. Wenn du Wasser mit Gas

1:40:34möchtest, steht da spritzig, klassik

1:40:37oder einfach mit Kohlensäure.

1:40:40Und dann gibt es noch den Kompromiss.

1:40:42Das ist sehr deutsch. Es heißt Medium.

1:40:45Das bedeutet, es hat ein wenig

1:40:47Kohlensäure, aber nicht so viel, dass es

1:40:50in der Nase brennt. Es ist die goldene

1:40:52Mitte.

1:40:53Viele Supermärkte nutzen auch Farben, um

1:40:56das zu unterscheiden, oder? Ich sehe oft

1:40:58blaue Etiketten für viel Kohlensäure und

1:41:01rote oder rosafarbene für stilles

1:41:04Wasser. Aber Vorsicht, das ist keine

1:41:06feste Regel. Man muss wirklich lesen.

1:41:10Absolut. Neben dem Wasser sind natürlich

1:41:12Säfte sehr beliebt, aber auch hier gibt

1:41:15es wichtige Vokabelen. Es gibt einen

1:41:17Unterschied zwischen Fruchtsaft und

1:41:19Fruchtnektar.

1:41:21Das klingt fast poetisch, Nektar. Aber

1:41:24was ist der praktische Unterschied im

1:41:26Supermarktregal?

1:41:28Ganz einfach, der Fruchtgehalt. Ein Saft

1:41:31oder Direktsaft besteht zu 100% aus der

1:41:35Frucht. Ein Nektar ist oft mit Wasser

1:41:37verdünnt und enthält Zuckerzusätze. Er

1:41:40hat oft nur 25 bis 50% Fruchtanteil. Das

1:41:44ist wichtig zu wissen, wenn man gesund

1:41:46einkaufen möchte. Und wenn wir schon

1:41:48beim Mischen sind, wir müssen über die

1:41:51Schale sprechen. Das ist vielleicht das

1:41:53deutscheste Getränk überhaupt, die

1:41:56Apfelschaorle.

1:41:57Stimmt. Eine Schorle ist eine Mischung

1:42:00aus Saft und Mineralwasser, meistens

1:42:03Apfelsaft, aber es gibt auch Rabers

1:42:05Schorle oder Johannesbärschorle.

1:42:07Man kann sie fertig gemischt in der

1:42:09Flasche kaufen. Das ist sehr erfrischend

1:42:11im Sommer.

1:42:12Okay, wir haben unsere Getränke

1:42:15ausgewählt. Sagen wir einen Kasten

1:42:17Wasser und ein paar Flaschensaft. Jetzt

1:42:20kommen wir zu einem Thema, das technisch

1:42:22ist, aber absolut essentiell für das

1:42:25Leben in Deutschland. Das Pfandsystem.

1:42:29Das Pfand, dieses Wort ist extrem

1:42:31wichtig. Es bedeutet, dass du für die

1:42:34Verpackung, also die Flasche oder die

1:42:36Dose extra bezahlen musst. Du leist dir

1:42:39die Flasche quasi nur aus. Genau. Und

1:42:42das Geld bekommst du zurück, wenn du die

1:42:44Flasche wiederbringst. Aber wenn, es

1:42:46gibt zwei verschiedene Arten von Pfand

1:42:49und das verwirrt viele Lernende. Was ist

1:42:52der Unterschied zwischen ein Weg und

1:42:54Mehrweg?

1:42:55Gute Frage. Ein Weg bedeutet ein Weg.

1:42:59Die Flasche wird nach der Rückgabe

1:43:01geschreddert und recyclet. Das sind

1:43:03meistens dünne Plastikflaschen oder

1:43:05Dosen. Das Pfand kostet hier fast immer

1:43:0825 Cent. Man erkennt diese Flaschen an

1:43:11einem speziellen Logo, eine Dose und

1:43:13eine Flasche, um die sich ein Pfeil

1:43:15dreht. Das ist das DPG Logo.

1:43:18Und dann haben wir mehrweg. Das bedeutet

1:43:22mehrere Wege.

1:43:23Exakt. Das sind oft Glasflaschen oder

1:43:26sehr stabiles Plastik. Diese Flaschen

1:43:28werden gewaschen und wieder befüllt. Das

1:43:31ist umweltfreundlicher.

1:43:32Das Pfand ist hier meistens günstiger.

1:43:35Oft 15 Cent oder nur 8 Cent bei

1:43:37Bierflaschen.

1:43:39Okay, jetzt stellen wir uns vor, wir

1:43:41haben zu Hause eine große Tasche voller

1:43:43leerer Flaschen gesammelt. Wir gehen

1:43:45zurück in den Supermarkt. Wo müssen wir

1:43:48hin?

1:43:49Meistens steht im Eingangsbereich ein

1:43:51großer Automat. Das ist der

1:43:53Pfandautomat.

1:43:54Manchmal riecht es dort ein bisschen

1:43:56nach altem Bier oder Saft, weil viele

1:43:58Leute ihre Flaschen nicht ausspülen

1:44:01und der Boden klebt oft ein bisschen.

1:44:03Aber gut, wie bediene ich diesen

1:44:05Automaten? Ich sehe da meistens ein

1:44:08rundes Loch.

1:44:09Du nimmst deine Flasche und legst sie in

1:44:11die Öffnung. Wichtig ist der Boden der

1:44:14Flasche zuerst, dann zieht ein kleines

1:44:16Fließband die Flasche nach innen. Der

1:44:18Automat scannt den Barcode oder die Form

1:44:21der Flasche.

1:44:22Und dann hört man dieses typische

1:44:24Geräusch. Kwusch oder wenn es Glas ist

1:44:27ein Klappern. Aber was passiert, wenn

1:44:30der Automat die Flasche nicht will? Das

1:44:32passiert mir ständig. Er spuckt sie

1:44:34einfach wieder aus und das Display

1:44:36blinkt rot.

1:44:37Dann solltest du es noch einmal

1:44:39versuchen. Manchmal liegt die Flasche

1:44:41nicht gerade oder das Etikett ist kaputt

1:44:44und der Scanner kann den Barcode nicht

1:44:46lesen. Wenn das Etikett fehlt, nimmt der

1:44:48Automat die Einwegflasche oft nicht an,

1:44:51weil er nicht weiß, dass Pfand darauf

1:44:53ist. Und wenn er sie immer noch nicht

1:44:55nimmt,

1:44:56dann steht auf dem Display meistens

1:45:00Flasche nicht akzeptiert oder Gebinde

1:45:04unbekannt.

1:45:06Das kann passieren, wenn du eine Flasche

1:45:08von einer Marke hast, die dieser

1:45:11Supermarkt gar nicht verkauft. Lidl

1:45:14nimmt z.B. oft keine Flaschen von Aldi

1:45:17an, wenn es deren Eigenmarken sind.

1:45:21Das ist ein guter Tipp. Man sollte also

1:45:23wissen, wo man was gekauft hat, aber bei

1:45:26Dosen und Einwegflaschen mit dem Logo

1:45:29ist es gesetzlich geregelt. Jeder Laden,

1:45:32der diese Art von Verpackung verkauft,

1:45:34muss sie auch zurücknehmen, egal, wo man

1:45:37sie gekauft hat.

1:45:38Richtig? Wenn du alle Flaschen

1:45:41eingeworfen hast, drückst du auf den

1:45:43großen meist grünen Knopf. Da steht Bong

1:45:47drucken oder einfach Pfandbong. Und dann

1:45:51kommt ein kleiner Zettel aus Papier

1:45:53heraus, der Pfandbong. Dieser Zettel ist

1:45:56bares Geld wert. Ich habe schon Leute

1:45:59gesehen, die ihn im Automaten vergessen

1:46:01haben. Das sind manchmal 5 oder 6 €.

1:46:04Was macht man mit diesem Bong? Du gehst

1:46:07damit ganz normal einkaufen. Am Ende an

1:46:10der Kasse gibst du den Bong der

1:46:13Kassiererin oder dem Kassierer. Der

1:46:16Betrag wird dann von deinem Einkauf

1:46:18abgezogen. Du bekommst also einen Rabatt

1:46:21in Höhe deines Pfandes.

1:46:24Man kann sich das Geld auch bar

1:46:25auszahlen lassen, wenn man nichts kaufen

1:46:27möchte, aber das machen die wenigsten.

1:46:30Übrigens, Ben, hast du schon mal diese

1:46:33kleinen Knöpfe neben dem Ausgabeschacht

1:46:35gesehen? Da steht spenden.

1:46:38Ja, das ist eine schöne Funktion in

1:46:40vielen modernen Märkten. Wenn man den

1:46:43Pfandbetrag nicht selbst haben möchte,

1:46:46kann man diesen Knopf drücken. Das Geld

1:46:48geht dann an eine wohltätige

1:46:50Organisation, oft an die lokale Tafel

1:46:53oder Umweltprojekte.

1:46:56Das finde ich eine super Sache. Bevor

1:46:58wir das Thema abschließen, noch ein Wort

1:47:00zu den Getränkekästen. Wenn man Wasser

1:47:03oder Bier in Deutschland kauft, kauft

1:47:05man oft nicht einzelne Flaschen, sondern

1:47:08einen ganzen Kasten.

1:47:10Ja, auch Kiste genannt. Ein Kasten

1:47:13enthält meistens 12 oder 20 Flaschen.

1:47:17Das Praktische ist, man zahlt auch Pfand

1:47:19für den Kasten selbst, meistens 1,50 €

1:47:23oder 3 €. Und man kann den ganzen Kasten

1:47:27mit den leeren Flaschen einfach in den

1:47:30unteren Teil des Pfandautomaten stellen.

1:47:33Das spart Zeit.

1:47:34Aber man braucht Muskeln. So ein voller

1:47:37Wasserkasten wiegt einiges. Wer kein

1:47:39Auto hat, sollte sich das gut überlegen.

1:47:42Absolut. Zusammenfassend kann man sagen,

1:47:45die Getränkeabteilung ist mehr als nur

1:47:48Durstlöschen. Es ist ein System aus

1:47:51Logistik, Recycling und ein bisschen

1:47:54Mathematik, um den Pfandbetrag

1:47:56auszurechnen.

1:47:57Und man lernt Geduld, wenn die Person

1:47:59vor einem am Automaten drei riesige

1:48:02Säcke mit Flaschen hat und der Automat

1:48:04plötzlich Störung anzeigt. Dann muss man

1:48:07den Klingelknopf drücken und warten, bis

1:48:10ein Mitarbeiter kommt und den Automaten

1:48:13repariert. Entschuldigung, der Automat

1:48:16hängt. Ist dann der Satz, den man

1:48:18braucht.

1:48:19Ein sehr nützlicher Satz. Ich glaube,

1:48:22jetzt sind unsere Hörer bestens

1:48:24vorbereitet, um Wasser zu kaufen, mit

1:48:26oder ohne Sprudel und ihr Pfandgeld

1:48:29erfolgreich zurückzuholen.

1:48:31Damit haben wir die wichtigsten

1:48:33Stationen im Supermarkt abgedeckt, aber

1:48:36wir müssen uns die genauen Vokabeln und

1:48:39die Grammatik hinter diesen Sätzen noch

1:48:42einmal im Detail ansehen.

1:48:44Richtig. Lass uns die Wörter genauer

1:48:47ansehen, die wir gerade benutzt haben

1:48:49und analysieren, wie man sie im Alltag

1:48:51noch verwenden kann.

Analyse 6: Leergut, Einweg/Mehrweg & verrechnen

1:48:55Willkommen zurück zu unserem Podcast

1:48:57Deutsch im Supermarkt. Schön, dass ihr

1:48:59wieder dabei seid. Heute tauchen wir

1:49:02tief in das wohl komplizierteste Thema

1:49:05für alle Neuankömmlinge in Deutschland

1:49:07ein. Wir sind bei Kapitel 6 angekommen.

1:49:11Hallo zusammen. Ja, Kapitel 6 ist

1:49:14wirklich speziell. Es geht um Getränke

1:49:17und Pfand. Für viele ist das ein echter

1:49:20Kulturschock. In anderen Ländern wirft

1:49:22man Flaschen einfach in den Müll oder in

1:49:25einen Container. In Deutschland bringen

1:49:27wir sie zurück in den Supermarkt.

1:49:30Genau. Und deshalb schauen wir uns heute

1:49:32den Analyseteil an. Wir wollen die

1:49:35Wörter erklären, die in diesem Kapitel

1:49:38wirklich schwierig sind, denn das

1:49:40wichtigste Wort ist wahrscheinlich das

1:49:43Pfand. Aber da gibt es noch ein anderes

1:49:46Wort, dass man oft auf Schildern sieht,

1:49:48das Leergut. Was genau bedeutet das?

1:49:52Das ist ein sehr gutes Wort für den

1:49:54Einstieg Anna. Das Lehrergut ist ein

1:49:56typisches deutsches Kompositum, also ein

1:49:59zusammengesetztes Wort. Es besteht aus

1:50:02dem Adjektiv Lehr und dem Nomen das Gut.

1:50:06Gut bedeutet in diesem Kontext Ware oder

1:50:09Produkt. Richtig?

1:50:11Exakt. Güter sind Waren. Lehrgut

1:50:14bezeichnet also die leeren Verpackungen,

1:50:16meistens Flaschen oder Dosen, die man

1:50:18zurückgeben kann. Wenn du also im

1:50:21Supermarkt ein Schild siehst, auf dem

1:50:23Lehrergutannahme steht, dann ist das der

1:50:25Ort, wo du deine leeren Flaschen abgeben

1:50:28kannst. Und dort steht meistens eine

1:50:31große Maschine. Wie nennt man die genau?

1:50:34Das ist der Pfandautomat. Auch das ist

1:50:37ein Wort, das man kennen muss. Ein

1:50:39Automat ist generell eine Maschine, die

1:50:41eine Dienstleistung automatisch

1:50:43ausführt. Der Pfandautomat nimmt dein

1:50:46Lehrgut, scchnet,

1:50:49wie viel Geld du zurückbekommst.

1:50:51Das klingt einfach, aber oft stehen die

1:50:53Leute vor diesem Automaten und sind

1:50:55verwirrt. Es gibt nämlich zwei

1:50:58verschiedene Systeme bei den Flaschen.

1:51:00Da fallen oft die Begriffe einweg und

1:51:03mehrweg. Das klingt für Deutschler fast

1:51:06gleich. Kannst du den Unterschied

1:51:08erklären?

1:51:09Sehr gerne. Das ist der Kern des

1:51:11deutschen Pfannsystems. Fangen wir mit

1:51:14Einweg an. Das Wort enthält ein und weg.

1:51:18Das bedeutet, die Flasche macht nur

1:51:20einen Weg. vom Supermarkt zu dir.

1:51:23Und was passiert danach?

1:51:25Wenn du sie in den Automaten wirfst,

1:51:27wird sie sofort zerstört. Man hört es

1:51:29oft. Es macht ein lautes Knackgeräusch

1:51:31im Automaten. Die Flasche wird gepresst

1:51:34und das Material wird recyclet. Das

1:51:36nennt man Einwegpfand. Das sind meistens

1:51:39dünne Plastikflaschen oder Dosen. Der

1:51:41Pfandwert beträgt hier fast immer 25

1:51:44Cent.

1:51:45Okay, das ist verständlich. Und das

1:51:48Gegenteil ist dann mehr weg.

1:51:50Richtig, mehrweg bedeutet mehrere Wege.

1:51:54Diese Flaschen sind stabiler. Sie

1:51:56bestehen oft aus Glas oder dickerem

1:51:58Plastik. Wenn du sie zurückgibst, werden

1:52:00sie nicht zerstört. Sie werden zurück

1:52:02zur Fabrik gebracht, gewaschen und neu

1:52:05befüllt. Das kann bis zu 50 mal

1:52:07passieren.

1:52:08Das ist also viel umweltfreundlicher.

1:52:11Woran erkenne ich diese Flaschen?

1:52:13Oft steht das Wort Meerweg direkt auf

1:52:16der Flasche oder auf dem Etikett.

1:52:18Manchmal gibt es auch spezielle Logos

1:52:20wie den blauen Engel. Der Pfandbetrag

1:52:23ist hier niedriger, meistens 8 oder 15

1:52:26Cent.

1:52:27Das ist eine wichtige Unterscheidung.

1:52:29Ich habe noch ein Wort auf meiner Liste,

1:52:31das im Dialog von Kapitel 6 vorkam. Anna

1:52:34fragte dort nach kohlensäurehaltigem

1:52:37Wasser. Das ist ein echtes

1:52:39Zungenbrecherwort für B1 Lerner.

1:52:41Kohlensäure haltig.

1:52:44Oh ja, das ist lang. Zerlegen wir es

1:52:46mal. Es kommt von der Kohlensäure. Das

1:52:49ist das Gas im Wasser, das so sprudeln

1:52:51lässt. Das Suffix haltig bedeutet, es

1:52:54beinhaltet etwas oder es hat etwas. Also

1:52:58Wasser, das Kohlensäure hat.

1:53:00Im Alltag sagen wir aber selten, ich

1:53:03hätte gern ein kohlensäure haltiges

1:53:05Mineralwasser, oder? Das ist sehr

1:53:07formell.

1:53:09Das stimmt. Im Alltag benutzen wir

1:53:11Adjektive wie spritzig oder prickelnd.

1:53:14oder wir sagen einfach Wasser mit Gas.

1:53:17Das Gegenteil ist übrigens stilles

1:53:19Wasser oder Wasser ohne Kohlensäure. In

1:53:22Deutschland ist das ein riesiges Thema,

1:53:24weil die meisten Deutschen ihr Wasser

1:53:26mit viel Gas lieben, was Ausländer oft

1:53:29überrascht.

1:53:30Absolut. Ein weiteres Wort, das mir

1:53:32aufgefallen ist, ist der Kasten oder die

1:53:35Kiste, wenn man nicht nur eine Flasche

1:53:37kaufen will, sondern gleich viele.

1:53:40Ja, das ist besonders bei Mehrweg

1:53:42wichtig. Man kauft oft einen ganzen

1:53:44Getränkekasten. Das ist eine stabile Box

1:53:47aus Plastik, in der meistens z oder 20

1:53:50Flaschen stehen. Das Interessante ist,

1:53:53für diesen Kasten muss man auch Pfand

1:53:55bezahlen.

1:53:56Stimmt. Man zahlt Pfand für die Flaschen

1:53:59darin und extra Pfand für den Kasten

1:54:01selbst. Das kann an der Kasse teuer

1:54:04werden, wenn man das nicht einplant.

1:54:06Apropos Kasse, wenn ich am

1:54:08Pfandautomaten fertig bin, drücke ich

1:54:10einen Knopf, dann kommt ein Papier

1:54:13heraus. Wie heißt das?

1:54:15Das ist der Pfandbong. Bong ist ein Wort

1:54:17aus dem Französischen, das wir im

1:54:19Deutschen für Kassenzettel oder Beleg

1:54:21benutzen. Auf diesem kleinen Zettel

1:54:24steht, wie viel Geld du bekommst.

1:54:26Und was mache ich mit diesem Fandbon?

1:54:28Bekomme ich das Geld direkt am

1:54:30Automaten?

1:54:31Nein, der Automat gibt kein Bargeld. Du

1:54:34musst den Fandbong zur Kasse mitnehmen.

1:54:36Dort wird der Betrag verrechnet.

1:54:39Verrechnen ist ein gutes Verb für B2 C1.

1:54:43Was bedeutet das genau?

1:54:45Verrechnen bedeutet in diesem Kontext,

1:54:47dass eine Summe von einer anderen

1:54:50abgezogen wird. Stell dir vor, du kaufst

1:54:53Lebensmittel für 20 €. Du hast einen

1:54:56Pfandbond über 5 €. Die Kassiererin

1:55:00scannt den B und du musst nur noch 15 €

1:55:03bezahlen. Der Betrag wird also von

1:55:05deinem Einkauf abgezogen.

1:55:08Und wenn ich nichts kaufe, wenn ich nur

1:55:10mein Lehrgrut wegbringen will,

1:55:12dann wird dir der Betrag erstattet oder

1:55:15ausgezahlt. Die Kassiererin gibt dir

1:55:17dann die 5 € in Bar. Erstatten ist hier

1:55:21das formelle Wort für Geld zurückgeben.

1:55:24Das ist sehr hilfreich. Lass uns kurz

1:55:27über das Wort Entsgen sprechen. Das hast

1:55:30du vorhin indirekt erklärt, als es um

1:55:32Einwegflaschen ging.

1:55:33Ja,

1:55:34Entsorgen ist ein gehobenes Wort für

1:55:37wegwerfen oder Müll wegmachen, aber es

1:55:40klingt organisierter. Wenn ich eine

1:55:43Flasche in den normalen Mülleimer werfe,

1:55:45werfe ich sie weg. Wenn ich sie aber in

1:55:47den Pfandautomaten stecke, damit sie

1:55:50recyclet wird, dann entsorge ich sie

1:55:52fachgerecht.

1:55:54Das passt gut zur deutschen

1:55:55Mülltrennung. Alles muss korrekt

1:55:57entsorgt werden. Wenn gibt es noch ein

1:56:00Wort im Zusammenhang mit Getränken, das

1:56:02oft falsch verstanden wird?

1:56:04Vielleicht noch das Dosenpfand. Viele

1:56:07Leute wissen nicht, dass auch auf

1:56:09Getränkedosen, also Coladosen oder

1:56:12Bierdosen aus Metall Pfand ist. Früher

1:56:15war das nicht so, aber jetzt ist es fast

1:56:17überall Pflicht. Man erkennt es an einem

1:56:20speziellen Logo oben auf der Dose. Wenn

1:56:23dieses Logo beschädigt ist, nimmt der

1:56:25Automat die Dose oft nicht an.

1:56:28Das ist ein sehr praktischer Tipp. Man

1:56:30darf die Dosen also nicht zerdrücken,

1:56:32bevor man sie in den Automaten steckt.

1:56:34Genau. Die Form muss erhalten bleiben,

1:56:37damit der Scanner das Logo und die Form

1:56:39erkennt. Das ist anders als in vielen

1:56:42anderen Ländern, wo man Dosen platt

1:56:44macht, um Platz zu sparen. Hier muss das

1:56:47Lehrgut intakt sein.

1:56:49Super. Ich fasse mal kurz zusammen,

1:56:51welche Wörter wir heute analysiert

1:56:53haben. Wir hatten das Leergut für leere

1:56:56Flaschen, den Pfandautomaten,

1:56:59den Unterschied zwischen ein Weg wird

1:57:02recycelt und mehrweg wird gewaschen.

1:57:05Kohlensäure haltig für Wasser mit Gas

1:57:08den Pfandbond und das Verb verrechnen.

1:57:11Eine sehr wichtige Liste. Wenn ihr diese

1:57:14Begriffe kennt, fühlt ihr euch vor dem

1:57:16Automaten sicher viel wohler.

1:57:18Und ihr wisst jetzt, warum es dort

1:57:20manchmal so laut knackt und knirscht.

1:57:23Das sind die Einwegflaschen.

1:57:25Richtig. Habt keine Angst vor dem

1:57:27Automaten. Er ist euer Freund und gibt

1:57:29euch Geld zurück. Ein schöner

1:57:32Schlusssatz. Danke für die Erklärungen,

1:57:34Ben. In der nächsten Episode verlassen

1:57:36wir die Getränkeabteilung und gehen zur

1:57:39Frische Theke. Da gibt es viel Wurst und

1:57:41Käse und natürlich viele neue Wörter.

1:57:45Darauf freue ich mich. Bis zum nächsten

1:57:47Mal. Tschüss und viel Erfolg beim

1:57:49Deutsch lernen.

Kapitel 7: Preise & Angebote (Dialog)

1:57:53Das bringt uns direkt zum nächsten

1:57:55logischen Schritt. Wir haben jetzt den

1:57:57Einkaufswagen voll mit Gemüse, Brot und

1:58:00Milch, aber wir müssen auch wissen, was

1:58:03das alles kostet.

1:58:05Genau. Und das ist in Deutschland nicht

1:58:07immer auf den ersten Blick ersichtlich.

1:58:09Deshalb sprechen wir jetzt über Preise

1:58:12und Angebote. Das ist ein riesiges

1:58:14Thema, denn Supermärkte nutzen eine ganz

1:58:17eigene Sprache, um uns zum Kaufen zu

1:58:19verleiten.

1:58:20Oh ja, ich liebe diese roten oder gelben

1:58:23Schilder am Regal. Wenn ich die Farbe

1:58:26rot sehe, denke ich sofort, das muss ich

1:58:28kaufen, das ist billig. Aber ist das

1:58:31wirklich immer so, Ben?

1:58:33Nicht unbedingt, Anna. Das ist

1:58:34Psychologie. Rot signalisiert Alarm und

1:58:38Aufmerksamkeit. Oft steht auf diesen

1:58:40Schildern das Wort Aktion oder

1:58:42Sonderangebot.

1:58:44Für Deutschler ist das wichtig, ein

1:58:46Angebot ist neutral. Es bedeutet

1:58:49einfach, dass der Supermarkt eine Ware

1:58:51anbietet. Aber ein Sonderangebot oder

1:58:54eine Aktion impliziert, dass der Preis

1:58:57temporär reduziert ist.

1:58:59Temporär ist ein gutes Stichwort. Ich

1:59:01sehe oft den Satz nur für kurze Zeit

1:59:04oder solange der Vorrat reicht. Das

1:59:07macht mir immer ein bisschen Stress. Ich

1:59:09habe dann das Gefühl, ich muss mich

1:59:11beeilen.

1:59:12Das ist auch das Ziel. Solange der

1:59:14Vorrat reicht, ist eine rechtliche

1:59:16Absicherung. Wenn die billige Schokolade

1:59:19am Montagmittag schon ausverkauft ist,

1:59:21kannst du dich nicht beschweren. Aber

1:59:23lass uns mal genauer auf das Preisschild

1:59:25schauen. Da gibt es eine Sache, die in

1:59:28Deutschland sehr, sehr hilfreich ist.

1:59:30Der Grundpreis.

1:59:32Der Grundpreis? Du meinst diese winzig

1:59:34kleine Zahl, die man ohne Lupe kaum

1:59:36lesen kann?

1:59:38Exakt die die steht meistens unten links

1:59:41oder rechts auf dem Etikett. Das ist

1:59:43gesetzlich vorgeschrieben. Stell dir

1:59:45vor, du hast zwei Packungen Nudeln. Eine

1:59:48Packung hat 500 g und kostet 99 Cent.

1:59:52Die andere ist eine Großpackung mit 750

1:59:55g und kostet 1,60 €. Welche ist

1:59:59günstiger? Puh, Kopfrechnen war noch nie

2:00:02meine Stärke. Spontan würde ich sagen,

2:00:04die Großpackung, weil Großpackungen

2:00:07meistens billiger sind.

2:00:08Eben nicht immer. Und genau dafür ist

2:00:11der Grundpreis da. Er zeigt dir den

2:00:13Preis pro Kilogramm oder pro 100 g oder

2:00:16pro Liter an. So kannst du Produkte

2:00:19objektiv vergleichen, egal wie groß die

2:00:21Verpackung ist. Das Wort Vergleich ist

2:00:24hier zentral auf dem B2 Niveau. Man muss

2:00:27Preise vergleichen können.

2:00:28Das ist ein super Tipp. Also nicht auf

2:00:31den großen fetten Preis schauen, sondern

2:00:33auf den kleinen Grundpreis. Aber Ben,

2:00:36was ist mit diesen Aufklebern direkt auf

2:00:38der Ware? Ich sehe oft orangefarbene

2:00:41Sticker mit 30% reduziert.

2:00:44Das ist mein persönlicher Favorit, um

2:00:46Geld zu sparen. Diese Aufkleber findest

2:00:48du oft bei frischen Produkten wie

2:00:50Joghurt, Fleisch oder Salat.

2:00:52Der Grund ist meistens das MHD.

2:00:55Das MHD, das klingt wie eine geheime

2:00:58Regierungsbehörde, aber es bedeutet

2:01:00Mindesthaltbarkeitsdatum.

2:01:02Richtig.

2:01:03Richtig. Das ist ein langes, typisch

2:01:05deutsches Wort. Man kann es in drei

2:01:07Teile zerlegen. Mindest, Haltbarkeits

2:01:10und Datum. Es bedeutet, bis zu diesem

2:01:13Datum garantiert der Hersteller, dass

2:01:15das Produkt perfekt schmeckt und

2:01:17aussieht. Es heißt aber nicht, dass es

2:01:19danach sofort schlecht oder giftig ist.

2:01:22Das verwechseln viele. Mindestens

2:01:24haltbar bis heißt nicht tödlich ab. Aber

2:01:27Supermärkte wollen die Ware natürlich

2:01:29loswerden, bevor dieses Datum erreicht

2:01:31ist. Deshalb reduzieren sie den Preis

2:01:34kurz vorher.

2:01:35Genau. Wenn du also einen Joghurt

2:01:37siehst, der heute abläuft, klebt oft

2:01:39dieser 30% billiger Aufkleber drauf. An

2:01:43der Kasse muss man da aber aufpassen.

2:01:45Manchmal muss die Kassiererin den Rabatt

2:01:47manuell eingeben oder der Barcode auf

2:01:50dem roten Sticker muss gescannt werden,

2:01:52nicht der normale Barcode.

2:01:54Da muss man wirklich aufmerksam sein.

2:01:56Ein anderes Thema, bei dem ich früher

2:01:58oft Fehler gemacht habe, ist das Obst

2:02:00und Gemüse. Manchmal steht da ein Preis,

2:02:03z.B. 2 €. Aber an der Kasse kostet es

2:02:07plötzlich viel mehr oder viel weniger.

2:02:09Das liegt an der Unterscheidung zwischen

2:02:11Stückpreis und Kilopreis. Wenn steht

2:02:15Preis pro Stück, dann kostet jeder

2:02:17einzelne Apfel diesen Betrag. Wenn dort

2:02:20aber Preis pro 1 kg steht, musst du die

2:02:23Äpfel abwiegen.

2:02:25Abwiegen ist ein wichtiges Verb. In

2:02:27manchen Supermärkten gibt es Wagen

2:02:29direkt in der Obstabteilung. Da legt man

2:02:31die Äpfel drauf, drückt auf das Bild mit

2:02:33dem Apfel und dann kommt ein Etikett

2:02:35raus. Das klebt man dann auf die Tüte.

2:02:38Aber in Discountern ist das oft anders,

2:02:40oder?

2:02:41Ja, bei Discountern wie Aldi oder Lidl

2:02:44wird meistens direkt an der Kasse

2:02:45gewogen. Da brauchst du kein Etikett.

2:02:48Aber du musst wissen, ob du nach Gewicht

2:02:50oder nach Stück bezahlst, um keine böse

2:02:53Überraschung zu erleben.

2:02:54Apropos böse Überraschung, lass uns über

2:02:57das Thema Pfann sprechen. Das ist für

2:02:59viele Neuankömmlinge in Deutschland

2:03:01extrem verwirrend. Ich kaufe eine

2:03:03Flasche Wasser für 19 Cent, gehe zur

2:03:06Kasse und plötzlich soll ich 44 Cent

2:03:08bezahlen. Warum?

2:03:10Weil der Preis am Regal fast immer

2:03:12exklusive Pfand ist. Das steht meistens

2:03:15ganz klein darunter. ZZGL 0,25 € Pfand

2:03:20ZZGL ist die Abkürzung für zuzüglich,

2:03:23also Plus. Das ist so wichtig. Bei

2:03:26Einwegflaschen, also Plastikflaschen,

2:03:28die geschreddert werden, sind es fast

2:03:31immer 25 Cent. Bei Mehrwegflaschen aus

2:03:34Glas oder härterem Plastik sind es oft

2:03:3715 Cent oder 8 Cent bei Bierflaschen.

2:03:40Richtig, das System ist komplex. Du

2:03:43bezahlst das Geld an der Kasse als eine

2:03:45Art Kaution. Wenn du die leere Flasche

2:03:48zurückbringst zum Lehrerguta Automaten,

2:03:51bekommst du einen Bong. Diesen Pfandbong

2:03:54gibst du an der Kasse ab und das Geld

2:03:57wird von deinem Einkauf abgezogen oder

2:03:59ausgezahlt.

2:04:00Man darf also nie vergessen, den

2:04:02Pfandbong an der Kasse vorzuzeigen. Ich

2:04:05habe schon so oft Zettel in meiner

2:04:06Hosentasche gefunden, die Wochen alt

2:04:08waren.

2:04:09Die sind zum Glück 3 Jahre lang gültig.

2:04:12Aber zurück zum Bezahlen. Wenn wir alle

2:04:15Angebote geprüft und das Pfand berechnet

2:04:18haben, stehen wir an der Kasse. Dort

2:04:20gibt es oft noch eine letzte Hürde im

2:04:22Dialog mit dem Personal.

2:04:25Du meinst die berühmte Frage: Haben Sie

2:04:27eine Payback Karte oder sammeln Sie

2:04:30Punkte?

2:04:31Genau die. Viele Supermärkte haben treue

2:04:34Programme. Die Kassierer sind

2:04:36verpflichtet danach zu fragen. Wenn du

2:04:38keine Karte hast und auch keine willst,

2:04:41reicht ein einfaches "Nein, danke." Aber

2:04:43man sollte die Frage verstehen, um nicht

2:04:46verwirrt zu sein.

2:04:47Und manchmal fragen Sie auch: "Brauchen

2:04:49Sie den Kassenbong? Früher haben sie ihn

2:04:52einem einfach in die Hand gedrückt,

2:04:54heute versuchen sie Papier zu sparen.

2:04:56Der Kassenbong oder auch Quittung

2:04:59genannt ist aber wichtig, wenn du

2:05:01Angebote gekauft hast. Ich kontrolliere

2:05:03oft direkt nach dem Bezahlen, ob der

2:05:06Rabatt von 30% für den Joghurt wirklich

2:05:09abgezogen wurde. Fehler passieren

2:05:11nämlich öfter als man denkt.

2:05:13Das stimmt. Vertrauen ist gut, Kontrolle

2:05:16ist besser, wie man in Deutschland sagt.

2:05:19Ein nützlicher Satz, wenn man einen

2:05:21Fehler findet, wäre Entschuldigung, ich

2:05:23glaube, hier wurde der falsche Preis

2:05:25berechnet.

2:05:26Ein sehr höflicher und effektiver Satz

2:05:29auf B2 Niveau. Man greift niemanden an,

2:05:32sondern weist sachlich auf ein Problem

2:05:34hin. Oft steht im System noch der alte

2:05:37Preis, obwohl am Regal schon das rote

2:05:40Aktionsschild hängt.

2:05:42Und was passiert dann? Meistens ruft die

2:05:44Kassiererin einen Kollegen, der mal

2:05:47schnell am Regal schauen muß. Das dauert

2:05:50dann zwei Minuten. Alle hinter dir in

2:05:52der Schlange seufzen genervt, aber am

2:05:54Ende bekommst du dein Geld zurück.

2:05:57Ja, das genervte Seufzen der Deutschen

2:05:59in der Warteschlange ist ein kulturelles

2:06:01Phänomen für sich, aber es lohnt sich

2:06:03auf sein Recht zu bestehen.

2:06:05Zusammenfassend kann man sagen, wer

2:06:07lesen kann, ist klar im Vorteil. Man

2:06:10muss auf das Kleingedruckte achten.

2:06:12Grundpreis, Pfand und MHD.

2:06:15Absolut. Der Supermarkt ist ein Ort

2:06:18voller Informationen. Wenn man die

2:06:20Vokabeln wie zuzüglich, reduziert oder

2:06:23Aktion versteht, spart man bares Geld

2:06:27und man fühlt sich viel sicherer und

2:06:29weniger gestresst. Man versteht das

2:06:31System dahinter.

2:06:32Damit haben wir die wichtigsten

2:06:34finanziellen Aspekte des Einkaufens

2:06:36abgedeckt. Wir wissen jetzt, wie wir die

2:06:38Produkte finden und wie wir den Preis

2:06:41verstehen.

2:06:42Das war jetzt ganz schön viel Input über

2:06:44Zahlen und kleine Etiketten. Ich denke,

2:06:47es ist der perfekte Moment, um das Ganze

2:06:48mal zu strukturieren.

2:06:50Gute Idee. Lass uns die Lupe rausholen

2:06:53und die spezifischen Begriffe, die wir

2:06:55gerade benutzt haben, noch einmal im

2:06:57Detail analysieren.

Analyse 7: Schnäppchen, Grundpreis & Reklamation

2:07:00Hallo liebe Hörerinnen und Hörer,

2:07:03willkommen zurück. Heute tauchen wir

2:07:05tief in den Supermarkt ein. Ben, wir

2:07:08sind bei Kapitel 7 angekommen. Das Thema

2:07:12ist Preise und Angebote.

2:07:14Hallo Anna. Ja, das ist ein sehr

2:07:17wichtiges Kapitel. Wer in Deutschland

2:07:19einkauft, möchte natürlich Geld sparen

2:07:21und verstehen, was auf den

2:07:23Preisschildern steht. Aber da gibt es

2:07:25einige schwierige Wörter. Genau. Ich

2:07:28habe mir den Text angesehen und sofort

2:07:30ein Wort gefunden, das ich liebe, aber

2:07:33das vielleicht nicht jeder kennt. Es ist

2:07:36das Wort Schnäppchen. Das klingt lustig,

2:07:39oder? Was genau bedeutet das?

2:07:41Ein schönes Wort zum Einstieg. Ein

2:07:43Schnäppchen ist ein Produkt, das man zu

2:07:46einem sehr guten, sehr niedrigen Preis

2:07:48kauft. Man hat das Gefühl, man hat einen

2:07:50kleinen Sieg errungen. Es ist viel

2:07:52günstiger als normalerweise.

2:07:55Also, wenn die Schokolade statt 2 € nur

2:07:581 € kostet, habe ich ein Schnäppchen

2:08:00gemacht.

2:08:01Richtig. Und oft findet man Schnäppchen,

2:08:04wenn es ein Sonderangebot gibt. Das ist

2:08:06auch ein Begriff aus Kapitel 7.

2:08:09Sonderangebot verstehe ich, das ist ein

2:08:11spezielles Angebot, oder? Aber oft sehe

2:08:14ich auch rote Schilder mit dem Wort

2:08:17Aktionspreis. Ist das dasselbe?

2:08:20Im Prinzip ja, der Aktionspreis

2:08:22bedeutet, dass der Preis nur für eine

2:08:25kurze Zeit so niedrig ist. Es ist eine

2:08:27Aktion des Supermarkts. Das Wort

2:08:29suggeriert, dass man sich beeilen muss,

2:08:31bevor der Preis wieder steigt.

2:08:33Ah, das macht Druck. Aber Ben, im Text

2:08:37stand noch ein sehr kompliziertes Wort,

2:08:39dass ich wirklich erklären lassen muss.

2:08:41Es heißt Mogelpackung. Das klingt fast

2:08:44kriminell.

2:08:46Ja, das ist ein Begriff für

2:08:48fortgeschrittene Lerner. Mogeln bedeutet

2:08:51so viel wie betrügen oder schummeln,

2:08:54aber auf eine kleine Art. Eine

2:08:56Mogelpackung ist eine Verpackung, die

2:08:58viel größer aussieht als der Inhalt.

2:09:01Du meinst, ich kaufe eine große Tüte

2:09:03Chips, mache sie auf und die Hälfte ist

2:09:06nur Luft.

2:09:07Exakt. Das ist eine klassische

2:09:09Mogelpackung. Der Kunde denkt, er

2:09:11bekommt viel für sein Geld, aber

2:09:13eigentlich ist wenig drin. Das führt uns

2:09:15zu einem Begriff, der hilft, solche

2:09:17Tricks zu erkennen, dem Grundpreis.

2:09:20Der Grundpreis, das steht meistens ganz

2:09:23klein unten auf dem Preisschild, oder?

2:09:26Ja, in Deutschland ist es Pflicht, den

2:09:28Grundpreis anzugeben. Das ist der Preis

2:09:31pro Kilogramm oder pro Liter. Damit kann

2:09:33man Produkte vergleichen, auch wenn die

2:09:35Packungsgrößen unterschiedlich sind.

2:09:37Das ist sehr praktisch. Manchmal ist die

2:09:40große Packung nämlich gar nicht

2:09:41billiger. Man muss immer auf das

2:09:44Kleingedruckte achten.

2:09:45Das kleingedruckte, noch so ein

2:09:47wichtiges Wort, das sind die winzigen

2:09:50Informationen auf Verpackungen oder

2:09:51Verträgen. Oft stehen dort die Dinge,

2:09:54die der Verkäufer nicht so gerne zeigen

2:09:56möchte.

2:09:57Stimmt. Und im Kleingedruckten findet

2:09:59man oft auch ein Datum, das in

2:10:01Deutschland heilig ist. Ich spreche vom

2:10:04Mindestheilbarkeitsdatum.

2:10:06Was für ein langes Wort. Kannst du das

2:10:08zerlegen?

2:10:09Gerne. Es besteht aus drei Teilen. Einem

2:10:12Mindest für mindestens, einem

2:10:15Haltbarkeit dafür, wie lange etwas gut

2:10:18bleibt und einem Datum abgekürzt oft als

2:10:21MHD.

2:10:22Viele Leute werfen Essen weg, wenn

2:10:24dieses Datum vorbei ist. Ist das

2:10:26richtig?

2:10:27Nein, eben nicht. Das ist ein häufiges

2:10:30Missverständnis. Das

2:10:31Mindesthaltbarkeitsdatum

2:10:33garantiert nur, dass das Produkt bis zu

2:10:35diesem Tag perfekt schmeckt und

2:10:37aussieht. Man kann es oft noch Wochen

2:10:39später essen. Es heißt ja mindestens

2:10:42haltbar bis und nicht tödlich ab.

2:10:45Gut zu wissen, das spart auch Geld. Aber

2:10:47es gibt noch ein anderes Datum, oder?

2:10:50Bei Fleisch z.B.

2:10:52Ja, das ist das Verbrauchsdatum. Das ist

2:10:55strenger. Wenn da steht zu verbrauchen

2:10:57biss, dann sollte man es danach wirklich

2:10:59nicht mehr essen, weil man sonst krank

2:11:01werden könnte. Das ist ein wichtiger

2:11:03Unterschied auf B2 Niveau.

2:11:05Okay, also MHD ist eine Empfehlung,

2:11:09Verbrauchsdatum ist eine Warnung.

2:11:11Verstanden? Lass uns zur Kasse gehen,

2:11:13Ben. Da gibt es auch spezielles

2:11:15Vokabular. Wenn ich bezahle, fragt die

2:11:18Kassiererin oft, brauchen Sie den

2:11:20Kassenbong?

2:11:21Der Kassenbong ist einfach die Quittung,

2:11:24der kleine Zettel, auf dem steht, was du

2:11:25gekauft hast.

2:11:27Warum sollte ich den mitnehmen? Ich

2:11:29werfe den meistens weg. Wenn du etwas

2:11:31umtauschen willst, brauchst du ihn. Oder

2:11:33wenn du eine Reklamation hast.

2:11:36Reklamation klingt sehr formell.

2:11:38Das ist es auch. Eine Reklamation

2:11:41bedeutet, dass du dich beschwerst, weil

2:11:43das Produkt kaputt oder schlecht ist und

2:11:45du dein Geld zurückhaben möchtest. Ohne

2:11:47Kassenbong ist eine Reklamation oft

2:11:50schwierig.

2:11:51Verstehe. Ein Wort habe ich noch, das

2:11:53für Ausländer in Deutschland oft

2:11:55verwirrend ist. Pfand. Ich sehe Leute,

2:11:58die leere Flaschen in Automaten stecken.

2:12:01Das ist das deutsche Pfandsystem. Pfand

2:12:04ist ein Geldbetrag, den du extra

2:12:05bezahlst, wenn du Getränke in Flaschen

2:12:07oder Dosen kaufst.

2:12:09Und dieses Geld bekomme ich zurück.

2:12:11Genau. Wenn du die leere Flasche

2:12:13zurückbringst, bekommst du das Pfann

2:12:15zurück. Das können 8 Cent sein für

2:12:17Glasflaschen oder 25 Cent für Dosen und

2:12:20Plastikflaschen. Man nennt diese

2:12:22Flaschen auch Pfandflaschen.

2:12:24Und wenn auf der Flasche steht

2:12:26Pfandfrei,

2:12:27dann musst du nichts extra bezahlen und

2:12:29kannst die Flasche einfach in den Müll

2:12:31werfen. Natürlich in den richtigen

2:12:33Recycling Container.

2:12:35Natürlich. Mülltrennung ist ja ein ganz

2:12:38anderes Thema. Aber zurück zu den

2:12:41Preisen. Es gibt noch einen Begriff im

2:12:43Text Preisleistungsverhältnis.

2:12:47Das benutzen Deutscher sehr gerne, oder?

2:12:50Oh ja, wir lieben es. Das

2:12:53Preisleistungsverhältnis

2:12:55beschreibt, ob die Qualität eines

2:12:58Produkts gut ist im Vergleich zu dem

2:13:01Geld, das kostet.

2:13:03Also, wenn ich ein billiges Messer

2:13:06kaufe, das nach einem Tag kaputt geht,

2:13:09ist das Preisleistungsverhältnis

2:13:11schlecht? Sehr schlecht. Es war zwar

2:13:15billig, aber die Leistung, also die

2:13:17Qualität war null. Wenn du aber etwas

2:13:21mehr bezahlst und das Messer hält 10

2:13:24Jahre, ist das Preisleistungsverhältnis

2:13:27sehr gut. Es ist also nicht immer das

2:13:30billigste Produkt, das beste

2:13:32Schnäppchen.

2:13:34Da schließt sich der Kreis zu unserem

2:13:36ersten Wort. Wir haben heute viel

2:13:39gelernt. Schnäppchen, Mogelpackung,

2:13:42Mindesthaltbarkeitsdatum.

2:13:45Puh, das sind lange Wörter,

2:13:48aber sehr nützliche Wörter. Wer diese

2:13:51Begriffe kennt, fühlt sich im deutschen

2:13:53Supermarkt viel sicherer.

2:13:56Das denke ich auch. Danke für die

2:13:59Erklärungen, Ben. Ich werde beim

2:14:01nächsten Einkauf definitiv auf den

2:14:03Grundpreis achten und keine

2:14:06Mogelpackungen kaufen. Gerne, Anna. Und

2:14:09vergiss nicht, deinen Kassenbohr

2:14:11mitzunehmen. Bis zum nächsten Mal.

2:14:14Tschüss.

Kapitel 8: An der Kasse (Dialog)

2:14:18Das bringt uns direkt zum nächsten

2:14:20logischen Schritt. Wir haben den

2:14:23Einkaufswagen voll. Wir haben unser Obst

2:14:27gewogen und die Milch gefunden. Aber

2:14:31jetzt kommt der Teil, der für

2:14:33Deutschlerner am stressigsten ist.

2:14:37Richtig, Anna. Wir müssen bezahlen. Wir

2:14:39gehen zur Kasse und du hast recht, das

2:14:43kann stressig sein. Besonders in

2:14:45Deutschland, wo Effizienz sehr wichtig

2:14:47ist. Genau. Man steht in der Schlange.

2:14:51In der Schlange stehen ist übrigens ein

2:14:54wichtiger Ausdruck und wartet. Aber

2:14:57schon bevor man guten Tag sagt, gibt es

2:15:01eine ungeschriebene Regel oder?

2:15:04Du meinst das Kassenband. Sobald du an

2:15:07der Reihe bist, legst du deine Waren auf

2:15:09das Band. Und hier kommt das wichtigste

2:15:12Objekt im deutschen Supermarkt ins

2:15:14Spiel, der Warentrenner.

2:15:17Oh ja, der Warrenner, auch Kundentrenner

2:15:21oder einfach Trennstab genannt. Ich habe

2:15:25gelernt, dass es fast als unhöflich

2:15:27gilt, wenn man ihn nicht benutzt.

2:15:30Das ist wahr. Wenn du deine Sachen auf

2:15:33das Band gelegt hast, legst du den

2:15:35Warentrenner dahinter. Das signalisiert

2:15:38dem Kassierer oder der Kassiererin, hier

2:15:41ist mein Einkauf zu Ende. Und es

2:15:44signalisiert dem Kunden hinter dir, du

2:15:46kannst jetzt deine Sachen auflegen. Es

2:15:49schafft Ordnung.

2:15:50Ordnung ist das Stichwort. Okay, die

2:15:54Sachen liegen auf dem Band. Dann kommen

2:15:56wir zum Kassierer. In vielen Ländern

2:15:59gibt es vielleicht einen kleinen

2:16:01Plausch, ein kurzes Gespräch über das

2:16:04Wetter. Wie ist das in Deutschland? Eher

2:16:07selten. In Deutschland ist der Prozess

2:16:10an der Kasse oft sehr schnell. Ein

2:16:12kurzes Hallo oder guten Tag ist höflich

2:16:16und normal. Aber dann beginnt sofort das

2:16:18Scannen. Und ich muss dich warnen,

2:16:21deutsche Kassierer sind oft unglaublich

2:16:23schnell.

2:16:24Das stimmt. Es fühlt sich manchmal an

2:16:27wie ein Sport. Sie ziehen die Waren über

2:16:30den Scanner. Piep piep piep und man

2:16:33kommt mit dem Einpacken kaum hinterher.

2:16:36Einpacken ist hier das Werb, das wir

2:16:39brauchen. Du musst deine Einkäufe

2:16:41schnell in deine Tasche oder in den

2:16:44Einkaufswagen legen. Wenn du zu langsam

2:16:47bist, werden die Leute hinter dir in der

2:16:49Schlange vielleicht ungeduldig. Und

2:16:52während man hektisch einpackt, stellt

2:16:55der Kassierer oft Fragen. Fragen, die

2:16:57man als Anfänger vielleicht nicht sofort

2:17:00versteht, weil sie sehr schnell und oft

2:17:03genuschelt werden.

2:17:04Genau. Die erste klassische Frage ist

2:17:07oft: Haben Sie eine Payback Karte oder

2:17:10haben Sie eine Deutschlandcart?

2:17:12Was bedeutet das genau?

2:17:15Das sind treue Programme. Mit diesen

2:17:17Karten sammelt man Punkte, um später

2:17:19Rabatte oder Prämien zu bekommen. Wenn

2:17:22du keine hast, sagst du einfach nein,

2:17:25danke oder nein, habe ich nicht.

2:17:28Eine andere Frage, die ich oft höre, ist

2:17:31sammeln Sie Treuepunkte? Ist das das

2:17:34gleiche?

2:17:35Nicht ganz. Payback ist digital oder

2:17:38eine feste Karte. Treuepunkte sind oft

2:17:41kleine Aufkleber, die man an der Kasse

2:17:43bekommt. Wenn man genug Aufkleber in ein

2:17:45Heft klebt, kann man billiger Töpfe,

2:17:48Messer oder Handtücher kaufen.

2:17:50Ah, verstehe. Also, wenn ich keine

2:17:53Aufkleber will, sage ich einfach nein.

2:17:56Aber dann kommt der wichtigste Moment,

2:17:59das Bezahlen selbst. Der Kassierer nennt

2:18:02den Gesamtbetrag, z.B.

2:18:05Das macht dann 24,50

2:18:07€.

2:18:08Und dann musst du entscheiden, Bar oder

2:18:11Karte. In Deutschland war Bargeld lange

2:18:14Zeit König. Nur bares ist wahres, sagt

2:18:17man. Aber seit der Pandemie hat sich das

2:18:20stark geändert.

2:18:21Ja, absolut. Früher musste man oft

2:18:24fragen, kann ich mit Karte zahlen? Heute

2:18:27ist das fast überall Standard. Aber wie

2:18:30drücke ich das am besten aus?

2:18:33Ganz einfach. Wenn der Kassierer den

2:18:35Preis nennt, sagst du mit Karte bitte.

2:18:38Und wenn ich Bar bezahlen will,

2:18:41dann gibst du das Geld einfach hin. Aber

2:18:43Vorsicht, wenn der Betrag 12,50 € ist

2:18:47und du einen 50 € Schein gibst, fragt

2:18:49der Kassierer manchmal: "Haben Sie es

2:18:52nicht kleiner? Oder haben Sie die 50

2:18:54Cent passend?"

2:18:56Passend haben bedeutet, dass man das

2:18:58genaue Kleingeld hat. Richtig.

2:19:01Korrekt. Die Kassen wollen oft nicht zu

2:19:03viel Wechselgeld herausgeben, aber

2:19:06bleiben wir bei der Kartenzahlung. Der

2:19:08Kassierer aktiviert das Terminal, das

2:19:11Lesegerät

2:19:12und dann sagt er vielleicht: "Bitte

2:19:14vorhalten oder" oder "Sie können

2:19:17einstecken."

2:19:18Richtig. Vorhalten bezieht sich auf das

2:19:21kontaktlose bezahlen. Du hältst einfach

2:19:23deine Karte oder dein Handy vor das

2:19:25Gerät. Einstecken bedeutet, du musst die

2:19:28Karte unten in den Schlitz stecken.

2:19:31Manchmal muss man auch eine PIN eingeben

2:19:34oder unterschreiben. Das Gerät zeigt

2:19:36dann bitte PIN eingeben oder Zahlung

2:19:40erfolgt.

2:19:41Genau. Wenn das erledigt ist, kommt oft

2:19:44die letzte Frage des Kassierers.

2:19:46Brauchen Sie den B oder möchten Sie den

2:19:48Kassenbau mitnehmen?

2:19:50Der Kassenbaung,

2:19:52der Beleg. Ich sage meistens nein,

2:19:55danke. Es sei denn, ich habe etwas

2:19:58gekauft, das Garantie hat wie ein

2:20:00Elektrogerät.

2:20:02Das ist klug, aber manchmal braucht man

2:20:04ihn auch, um den Laden zu lassen, wenn

2:20:06es Sicherheitsschranken gibt. Aber das

2:20:09ist selten.

2:20:10Okay, wir haben bezahlt. Wir haben

2:20:13unsere Waren hoffentlich alle

2:20:15eingepackt. Wie verabschieden wir uns?

2:20:18Auch hier gilt kurz und höflich. Der

2:20:21Standard ist schönen Tag noch oder

2:20:24schönes Wochenende, wenn es Freitag oder

2:20:26Samstag ist.

2:20:27Und was antworte ich darauf?

2:20:30Die beste Antwort ist danke gleichfalls

2:20:34oder danke Ihnen auch.

2:20:37Gleichfalls ist ein tolles Wort. Es

2:20:40bedeutet the same to you. Das rettet

2:20:43einen in vielen Situationen.

2:20:46Absolut. Aber lass uns noch kurz über

2:20:49eine moderne Alternative sprechen, die

2:20:51immer häufiger wird. Die SB-Kasse.

2:20:55Oh, die Selbstbedienungskasse,

2:20:58wo man alles selbst scannt. Da muss man

2:21:01nicht mit Menschen sprechen, aber man

2:21:03muss die Anweisungen auf dem Bildschirm

2:21:05verstehen.

2:21:07Richtig. Da stehen Begriffe wie Artikel

2:21:10scannen, Artikel in den Einpackbereich

2:21:13legen oder Zahlart wählen. Und wenn man

2:21:17Alkohol kauft, leuchtet oft ein rotes

2:21:20Licht und man muss warten, bis ein

2:21:22Mitarbeiter kommt.

2:21:23Ja, wegen der Altersfreigabe.

2:21:27Das System muss prüfen, ob du über 16

2:21:30oder 18 Jahre alt bist. Dann kommt ein

2:21:33Mitarbeiter und schaltet die Kasse frei.

2:21:36Da muss man dann aber auch oft kurz

2:21:38kommunizieren.

2:21:39Ein Entschuldigung, könnten Sie das

2:21:42bitte freischalten? Hilft da sehr.

2:21:45Höflichkeit öffnet Türen auch im

2:21:47Supermarkt. Aber zurück zur normalen

2:21:50Kasse. Es gibt noch eine Situation, die

2:21:53wir vergessen haben. Was passiert, wenn

2:21:56man an der Kasse steht und merkt, dass

2:21:58man das Gemüse nicht gewogen hat?

2:22:01Oh.

2:22:02Das ist der Albtraum. Alle warten und

2:22:05man steht da mit einer Tüte Paprika ohne

2:22:08Preisaufkleber.

2:22:09In diesem Fall sagst du am besten

2:22:11sofort: "Oh, tut mir leid, ich habe das

2:22:14Wiegen vergessen."

2:22:16Und dann muss man zurücklaufen?

2:22:18Meistens fragt der Kassierer, soll ich

2:22:21es schnell wiegen lassen? Oft ruft er

2:22:24dann einen Kollegen an oder jemand aus

2:22:26dem Servicebereich läuft schnell los

2:22:28oder wenn du Pech hast, musst du selbst

2:22:31schnell zurücklaufen.

2:22:32Das ist mir schon mal passiert. Ich habe

2:22:35mich tausend mal entschuldigt.

2:22:37Entschuldigung, ich bin sofort wieder

2:22:39da.

2:22:40Das ist die richtige Reaktion. Die

2:22:43anderen Kunden sind vielleicht genervt,

2:22:45aber wenn du freundlich bleibst, ist es

2:22:47meistens okay.

2:22:49Ein weiteres wichtiges Wort an der Kasse

2:22:51ist die Tüte. Früher waren Plastiktüten

2:22:55kostenlos, heute kosten sie fast immer

2:22:58Geld.

2:22:59Ja, der Kassierer fragt oft gar nicht

2:23:02mehr, weil die Tüten meistens unter dem

2:23:05Band liegen oder man sie extra verlangen

2:23:07muss. Wenn du deine Tasche vergessen

2:23:09hast, musst du sagen, könnte ich bitte

2:23:12noch eine Tüte haben?

2:23:14Und es gibt Papiertüten, Plastiktüten

2:23:18oder diese stabilen Mehrwegttaschen.

2:23:21Mehrwegtaschen sind diese großen festen

2:23:24Taschen, die man immer wieder benutzen

2:23:26kann. Sehr deutsch, sehr umweltbewusst.

2:23:30Lass uns die wichtigsten Phrasen noch

2:23:32einmal kurz zusammenfassen, bevor wir

2:23:35tiefer gehen. Wir haben die Begrüßung,

2:23:38die Frage nach der Karte, das Bezahlen

2:23:40und den Abschied.

2:23:42Richtig, der Kernprozess ist immer

2:23:45gleich, aber die Nuanc, wie schnell man

2:23:48reagiert und wie gut man die kleinen

2:23:50Fragen versteht, machen den Unterschied

2:23:52zwischen Stress und Routine.

2:23:55Ich finde auch den Tonfall wichtig.

2:23:57Deutsche Supermärkte wirken manchmal

2:23:59etwas kühl oder hektisch, aber das ist

2:24:02meistens nicht unfreundlich gemeint,

2:24:05oder?

2:24:06Nein, gar nicht. Es ist einfach

2:24:08Arbeitsroutine. Die Kassierer sitzen

2:24:10dort stundenlang und müssen tausende von

2:24:13Artikeln scannen. Effizienz ist hier

2:24:16einfach wichtiger als Small Talk.

2:24:18Also sollte man es nicht persönlich

2:24:20nehmen, wenn der Kassierer nicht

2:24:22lächelt?

2:24:23Auf keinen Fall. Solange er oder sie

2:24:26hallo und tschüss sagt, ist alles in

2:24:29Ordnung.

2:24:30Eine letzte Sache noch, Ben. Was ist,

2:24:32wenn ich einen Fehler auf dem Kassenb?

2:24:36Wenn ich zu Hause bin oder noch im

2:24:38Laden?

2:24:39Wenn du noch im Laden bist, gehst du am

2:24:41besten direkt zur Kasse oder zur

2:24:43Information zurück. Du sagst:

2:24:46"Entschuldigung, ich glaube, hier ist

2:24:48ein Fehler auf dem B."

2:24:50Und wenn ich schon zu Hause bin,

2:24:52dann lohnt es sich meistens nur bei

2:24:54teuren Dingen. Wegen 50 Cent

2:24:57zurückzufahren kostet mehr Zeit und

2:24:59Benzin. Aber das Wort hierfür ist

2:25:03reklamieren. Du reklamierst den Fehler.

2:25:06Reklamieren. Noch so ein wichtiges Wort

2:25:09für das B2 Niveau. Okay, ich glaube, wir

2:25:12haben den Weg durch die Kasse gut

2:25:14überstanden. Wir haben bezahlt,

2:25:17eingepackt und uns höflich verabschiedet

2:25:20und wir haben den Warentrenner benutzt.

2:25:23Das Wichtigste überhaupt, das waren

2:25:26jetzt sehr viele Vokabeln und kulturelle

2:25:29Details auf einmal.

2:25:30Das stimmt. Um das alles wirklich zu

2:25:33verinnerlichen, müssen wir uns die

2:25:35einzelnen Ausdrücke noch einmal genauer

2:25:37ansehen. Bevor wir das im Detail

2:25:40analysieren und die Grammatik hinter

2:25:42diesen Sätzen anschauen, machen wir eine

2:25:45ganz kurze Pause.

Analyse 8: Warentrenner, vordrängeln & kontaktlos zahlen

2:25:49Hallo und herzlich willkommen zurück zu

2:25:51unserem Podcast. Schön, dass ihr wieder

2:25:54dabei seid. Heute wird es ernst, oder

2:25:57Ben?

2:25:57Hallo Anna. Hallo zusammen. Ernst? Nun

2:26:01ja, vielleicht ein bisschen stressig.

2:26:04Wir analysieren heute Kapitel 8 unserer

2:26:07Geschichte. Bezahlen an der Kasse.

2:26:10Genau. Ich finde, die Kasse ist der

2:26:12stressigste Ort im ganzen Supermarkt.

2:26:15Alles muss schnell gehen, die Leute

2:26:17warten und dann versteht man nie

2:26:19Kassiererin nicht.

2:26:21Das ist ein klassisches Problem. Deshalb

2:26:23schauen wir uns heute die Wörter an, die

2:26:25in diesem Kapitel wichtig waren.

2:26:28Besonders die Begriffe, die man

2:26:29vielleicht nicht im A1 Kurs lernt.

2:26:32Lass uns direkt anfangen. Als unsere

2:26:35Hauptfigur Julia zur Kasse kommt, legt

2:26:38sie ihre Sachen auf dieses bewegliche

2:26:40Gummiband. Wie heißt das genau?

2:26:42Das ist das Kassenband oder oft auch

2:26:45einfach Förderband. Das Verbn,

2:26:49was hier bedeutet, dass etwas

2:26:51transportiert wird. Also das Band

2:26:54transportiert die Ware zur Kassiererin.

2:26:57Okay, das Kassenband. Und dann gibt es

2:27:00diesen kleinen Stab, meistens aus Holz

2:27:03oder Plastik, den man hinter seiner

2:27:05Einkäufe legt, damit die Kassiererin

2:27:08weiß, hier ist mein Einkauf zu Ende.

2:27:11Ein sehr wichtiges Objekt in

2:27:13Deutschland, das nennen wir den wahren

2:27:15Trenner. Manchmal sagt man auch

2:27:18Kundentrenner. Das Wort erklärt sich

2:27:20eigentlich von selbst. Es trennt die

2:27:23Waren von Kunde A und Kunde B.

2:27:26Warentrenner, das klingt sehr technisch,

2:27:29aber wehe, man vergisst ihn, dann werden

2:27:31die Deutschen hinter einem in der

2:27:33Schlange nervös.

2:27:34Da hast du recht. Das bringt uns zum

2:27:36nächsten Wort. Du hast gerade Schlange

2:27:39gesagt. Wir meinen hier natürlich kein

2:27:41Tier.

2:27:42Nein, natürlich nicht. Wir meinen die

2:27:44Reihe von Menschen, die warten. Man sagt

2:27:47Schlange stehen. Richtig. Ganz genau.

2:27:51Das Nomen ist die Warteschlange. Aber es

2:27:54gibt ein interessantes Verb für Leute,

2:27:56die nicht warten wollen. In Kapitel 8

2:27:59versucht ein Mann sich einfach vor Julia

2:28:02zu stellen. Wie nennen wir das?

2:28:04Oh, das ist unhöflich. Er hat sich

2:28:07vorgedrängelt.

2:28:08Exakt. Das Verb ist sich vordrängeln.

2:28:12Das ist ein reflexives Verb. Es

2:28:14bedeutet, daß man jemanden zur Seite

2:28:16schiebt oder sich respektlos an die

2:28:18erste Stelle drückt, obwohl man warten

2:28:20müsste. Das ist in Deutschland ein

2:28:23absolutes Tabu.

2:28:24Das kann ich mir vorstellen. Also bitte

2:28:27nicht vordrängeln, das ist ein guter

2:28:29Satz für den Notfall. Aber zurück zur

2:28:32Kasse. Bevor Julia bezahlt, gibt sie der

2:28:35Kassiererin noch einen kleinen Zettel

2:28:37aus Papier. Da steht einen Geldbetrag

2:28:40drauf. Was war das noch mal?

2:28:42Das war der Pfandbond. A, das berühmte

2:28:45deutsche Pfandsystem. Kannst du das Wort

2:28:48Pfand kurz erklären?

2:28:49Gerne. Ein Pfand geschrieben B O N ist

2:28:54im Prinzip ein kleiner Beleg oder

2:28:56Zettel, der einen Wert hat oder eine

2:28:58Zahlung beweist. Der Pfundbond ist der

2:29:01Zettel, den du am Automaten bekommst,

2:29:04wenn du deine leeren Flaschen

2:29:05zurückgibst. Und an der Kasse wird

2:29:07dieser Betrag dann vom Einkaufspreis

2:29:09abgezogen. Man muss den Bong also

2:29:12einlösen.

2:29:13Richtig, Anna. Einlösen ist hier das

2:29:16Schlüsselwort. Das benutzen wir immer,

2:29:18wenn wir einen Gutschein oder eben einen

2:29:21Pfandb gegen Geld oder Ware tauschen.

2:29:24Man sagt, ich möchte meinen Pfandbond

2:29:26einlösen.

2:29:28Okay, der Preis ist jetzt berechnet.

2:29:30Dann kommt auf diese sehr schnelle Frage

2:29:33der Kassiererin: Sammeln Sie

2:29:35Treuepunkte? oder haben Sie eine Payback

2:29:38Karte? Ich sage meistens einfach nein,

2:29:41weil ich unsicher bin.

2:29:42Das ist auch völlig okay. Aber zur

2:29:44Erklärung, Treuepunkte sind ein

2:29:47Marketingsystem.

2:29:48Die Treue bedeutet Loyalität. Der

2:29:51Supermarkt belohnt dich also dafür, dass

2:29:53du loyal bist und immer dort einkaufst.

2:29:57Verstehe. Wenn ich genug Punkte habe,

2:29:59bekomme ich einen Geschenk oder einen

2:30:01Rabatt.

2:30:02Genau. Und dann kommt der Moment der

2:30:04Zahlung. Die Kassiererin fragt: "Sie

2:30:07wollen Bar bezahlen?"

2:30:09Das verstehe ich. Aber in unserer

2:30:11Geschichte fragt Julia: "Kann ich auch

2:30:13kontaktlos zahlen? Das ist heute

2:30:15Standard, oder?"

2:30:17Ja, absolut. Kontaktlos bedeutet, dass

2:30:20du die Karte nur an das Gerät hältst,

2:30:23ohne es hineinzustecken. Das Gerät nennt

2:30:25man übrigens oft Kartenterminal oder

2:30:28EC-Gerät.

2:30:29Und wenn der Betrag höher ist, muss man

2:30:32manchmal etwas tun. Wie sagt man? den

2:30:35Code tippen.

2:30:36Man sagt formell die Geheimzahl eingeben

2:30:39oder die PIN eingeben und danach muss

2:30:42man die Eingabe bestätigen, meistens mit

2:30:45der grünen Taste.

2:30:46Bestätigen ist ein gutes Wort. Das

2:30:49bedeutet, man sagt ja, das ist korrekt.

2:30:52Zum Computer,

2:30:53richtig. Übrigens, es gibt in

2:30:55Deutschland an der Supermarktkasse noch

2:30:58eine Besonderheit. Manchmal fragt die

2:31:00Kassiererin: "Wollen Sie noch Bargeld

2:31:02abheben?" Stimmt, das hat mich am Anfang

2:31:05sehr verwirrt. Ich dachte, ich muss mehr

2:31:08bezahlen, aber eigentlich funktioniert

2:31:10die Kasse dann wie ein Geldautomat,

2:31:12oder?

2:31:13Exakt. Das nennen wir Geldabheben. Du

2:31:16kaufst z.B. für 20 € ein, lässt dir aber

2:31:2050 € von deinem Konto berechnen. Die

2:31:23Differenz, also 30 € gibt dir die

2:31:26Kassiererin Bar auf die Hand. Das ist

2:31:28sehr praktisch.

2:31:29Das ist wirklich praktisch. Dann muss

2:31:31man nicht extra zur Bank gehen. Gut, wir

2:31:34haben bezahlt. Dann kommt die letzte

2:31:37Frage. Brauchen Sie den Kassenbong?

2:31:40Da haben wir wieder das Wort Bong. Hier

2:31:43ist es der Kassenbong oder einfach

2:31:46Kassenzettel.

2:31:47Das ist die Quittung.

2:31:49Ist das Wort Quittung und Kassenbong

2:31:52gleiche?

2:31:53Im Alltag ja. Juristisch gesehen ist

2:31:56eine Quittung etwas formeller, oft mit

2:31:59Unterschrift. Aber im Supermarkt meinen

2:32:02wir mit Bon den Ausdruck aus der Kasse.

2:32:05Wichtig ist er, wenn du etwas

2:32:07reklamieren möchtest.

2:32:09Oh, das ist ein Wort für B2 oder C1.

2:32:12Reklamieren, das klingt nach Ärger.

2:32:16Ein bisschen. Reklamieren bedeutet, dass

2:32:19du dich beschwerst, weil ein Produkt

2:32:21fehlerhaft ist, z.B. wenn der Joghurt

2:32:24schon offen war oder das Obst schlecht

2:32:26ist. Ohne Kassenbong ist eine

2:32:29Reklamation schwierig.

2:32:31Oder wenn man etwas umtauschen möchte.

2:32:33Genau. Umtauschen heißt, ich gebe Ware A

2:32:37zurück und nehme Ware B oder ich will

2:32:40mein Geld zurück. Dafür brauchst du den

2:32:43B.

2:32:43Okay, lass uns das kurz zusammenfassen.

2:32:46Wir haben den Einkauf auf das Kassenband

2:32:49gelegt und brav den Warentrenner

2:32:51benutzt.

2:32:52Wir haben in der Warteschlange gewartet

2:32:55und uns nicht vorgedrängelt. Wir haben

2:32:58unseren Pfandbong eingelöst und keine

2:33:01Treuepunkte gesammelt

2:33:02und wir haben kontaktlos bezahlt, die

2:33:05Geheimzahl eingegeben und den Kassenbong

2:33:08mitgenommen, falls wir etwas reklamieren

2:33:10müssen.

2:33:11Wow, das klingt jetzt gar nicht mehr so

2:33:13kompliziert. Wenn man die Wörter kennt,

2:33:16fühlt man sich viel sicherer.

2:33:18Das ist das Ziel. Wissen reduziert

2:33:21Stress. Beim nächsten Mal im Supermarkt

2:33:23achtet ihr einfach mal darauf, wie oft

2:33:25diese Wörter fallen.

2:33:27Danke für die Erklärungen, Ben. Das war

2:33:29sehr hilfreich.

2:33:30Sehr gerne, Anna. Und an unsere Zuhörer,

2:33:34viel Erfolg beim nächsten Einkauf.

2:33:36Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

2:33:38Tschüss.

Zusammenfassung & Fazit

2:33:41So, das war unsere kleine Runde durch

2:33:44den deutschen Supermarkt. Ich hoffe,

2:33:47euer digitaler Einkaufswagen ist jetzt

2:33:50voll mit nützlichen Vokabeln. Das waren

2:33:54viele neue Eindrücke, oder Ben?

2:33:57Ja, das war eine ganze Menge

2:33:59Informationen. Lass uns die wichtigsten

2:34:02Punkte für unsere Hörer noch einmal kurz

2:34:04zusammenfassen, damit nichts verloren

2:34:07geht. Was war für dich am wichtigsten,

2:34:09Anna?

2:34:11Ich denke, der Anfang ist entscheidend.

2:34:14Erstens, der Pfandautomat.

2:34:17Vergesst nicht, eure leeren Flaschen

2:34:19abzugeben und den Pfandbzunehmen,

2:34:22bevor ihr richtig einkauft. Das ist sehr

2:34:25typisch für Deutschland.

2:34:28Richtig. Zweitens, das Obst und Gemüse.

2:34:32Achtet immer darauf, ob ihr die Sachen

2:34:34selbst wiegen müsst. Wenn ihr an der

2:34:37Kasse steht und keine Etiketten auf den

2:34:39Äpfeln habt, kann das ein bisschen

2:34:41peinlich werden. Aber auch das ist kein

2:34:43Weltuntergang.

2:34:45Und drittens natürlich die Kasse. Das

2:34:49ist für viele Lerner der Endgegner. Aber

2:34:52wir haben ja gelernt, keine Angst vor

2:34:55Fragen wie: "Haben Sie eine Kundenkarte

2:34:58oder brauchen Sie den Kassenb? Ein

2:35:01einfaches freundliches "Nein, danke"

2:35:05reicht völlig aus.

2:35:07Genau. Mein wichtigster Tipp ist

2:35:09sowieso: bleibt ruhig. Niemand erwartet,

2:35:13dass ihr perfekt seid. Supermärkte sind

2:35:15oft hektisch und die Kassierer sind sehr

2:35:18schnell. Aber ihr dürft euch eure Zeit

2:35:21nehmen, um das Wechselgeld einzupacken.

2:35:23Lasst euch nicht stressen.

2:35:25Das ist ein sehr guter Punkt, Ben.

2:35:28Sprachen lernen passiert nicht nur im

2:35:30Lehrbuch, sondern genau hier im echten

2:35:33Leben, im Alltag. Seht den Supermarkt

2:35:37einfach als euer persönliches

2:35:38Trainingslager.

2:35:41Absolut. Jedes Mal, wenn ihr fragt,

2:35:44Entschuldigung, wo finde ich die Hefe,

2:35:46werdet ihr ein kleines bisschen

2:35:48sicherer. Und wenn ihr ein Wort mal

2:35:50nicht wisst, dann zeigt ihr einfach

2:35:52darauf. Kommunikation funktioniert zur

2:35:55Not auch mit Händen und Füßen.

2:35:58Wir haben für euch wie immer eine

2:36:00Vokabelliste auf unserer Webseite

2:36:02vorbereitet. Dort findet ihr auch die

2:36:05wichtigen Sätze von der Kasse noch

2:36:07einmal zum Nachlesen und Üben. Das PDF

2:36:11ist kostenlos.

2:36:13Schaut gerne vorbei. Wir freuen uns auch

2:36:15sehr über eure Kommentare unter der

2:36:17Folge. Was war euer lustigstes oder

2:36:20seltsamstes Erlebnis im deutschen

2:36:22Supermarkt? Schreibt es uns, wir lesen

2:36:25alles.

2:36:27Wir sind gespannt auf eure Geschichten.

2:36:29Bleibt motiviert, traut euch zu sprechen

2:36:32und vor allem viel Erfolg beim nächsten

2:36:35Wocheneinkauf.

2:36:37Macht's gut. Bis zur nächsten Woche.

2:36:39Tschüss.

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