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0:00Da sind, wie du sagst, manchmal 600
0:02Leute, die zugucken und ein Patient, der
0:04seinen Leidensweg erklärt. Wie kann es
0:06sein, dass ich doch eigentlich als
0:08Patient die Angst habe, mich ehrlich
0:10mitzuteilen und dann mache ich das nicht
0:12als erstes alleine im eins zu ein
0:13Setting, sondern im Setting mit 600
0:16Leuten, die irgendwie anonym da draußen
0:18mir zugucken. Ja, das hat einfach ganz
0:21verschiedene Gründe und Aspekte. Ähm,
0:23also es ist so, dass einmal müssen wir
0:26berücksichtigen, die klassische
0:27Situation in einem geschlossenen Zimmer
0:29mit einem Therapeut und dem Klient und
0:31sonst niemand da ist ja eigentlich was
0:33hochgradig bedrohliches, weil ich bin in
0:35einem geschlossenen Raum mit einem
0:37scheinbar übermächtigen Objekt. Also,
0:39das ist eigentlich was was ähm was eine
0:42große Bedrohung darstellt, weil warum?
0:45Weil äh solange ich eben Hilfe brauche,
0:48stufe ich ja Begegnung grundsätzlich als
0:50irgendwie gefährlich ein. Und das heißt
0:52ähm das ist eigentlich ein Setting, was
0:54mir tendenziell, was mich in so eine Art
0:57ähm eben in eine Situation bringt, die
1:00ich eigentlich nicht möchte als
1:01Betroffener. Und zum zweiten ist es so,
1:04dass wir Gruppenwesen sind. Das heißt,
1:06unser ganzes Leben ist eigentlich auf
1:08Gruppen angelegt. Wir sind eigentlich
1:09Stammeswesen, Gruppenwesen. Also diese
1:11Geschichte mit eins zu ein entspricht
1:13nicht wirklich dem, was unser
1:15Nervensystem will, schon gar nicht unter
1:17ähm wenn es traumatisiert ist
1:19eigentlich, ne? Natürlich gibt's äh
1:20Situation oder ähm Fälle, wo wo das
1:23nicht anders geht, wo man das auch so
1:25machen muss. Und das heißt, wenn äh wenn
1:29wir das in einer Gruppe machen, dann hat
1:30es eben diesen Vorteil, dass noch andere
1:32dabei sind. Es sind Zeugen dabei, es
1:33sind äh anderes sind auch Ressourcen
1:35unter Umständen. Äh natürlich kann man
1:37das auch äh als gefährlich erleben, aber
1:39tendenziell von der vom Nervensystem her
1:40ist das eher was äh was eben Sicherheit
1:43bietet oder was äh als sicher eingestuft
1:46wird. Und es hat ja auch noch eine
1:48gesellschaftliche Dimension. Mein
1:49Anspruch ist ja nicht nur einzelnen
1:51Menschen zu helfen, sondern ich möchte,
1:52dass diese ganze Gesellschaft gewandelt
1:53wird. Und da müssen wir früher oder
1:55später als Kollektiv dahinkommen, dass
1:57wir insgesamt mehr oder weniger
1:59öffentlich uns trauen, die Wahrheit zu
2:01sagen, was in uns los ist, weil nur das
2:04wird die Gesellschaft verwandeln. Wenn
2:05wir in diesem ähm Konstrukt von
2:08Therapeuten mit Klienten einem Zimmer
2:09weitermachen, da kommen wir nie voran.
2:11Es wird doch nie genug Therapeuten
2:12geben, schon gar nicht mal für die
2:14reichsten Länder der Erde, geschweige
2:16denn von anderen. Also dieses Modell
2:17funktioniert überhaupt nicht. Also
2:19müssen wir das muss irgendwie in den
2:21öffentlichen Raum kommen, weil es ist
2:23sowieso da, jeder ist betroffen. Ähm wir
2:26diskutieren über allen möglichen Unsinn,
2:27warum nicht irgendwann auch über das,
2:29ne? Und eigentlich ist es nichts
2:31gefährliches eigentlich, ja, weil wir
2:33eigentlich erwachsen sind. Ja,
2:34eigentlich so. Und der der entscheidende
2:37Punkt aber, warum ich das mache, ist
2:38eben, weil ich keine Informationen von
2:41den Menschen brauche. Meine Arbeit hat
2:44überhaupt nichts mit der Vergangenheit
2:45zu tun. Ähm, die Menschen müssen mir
2:48nichts erzählen letztlich. Ja, natürlich
2:50lasse ich sie mal in zwei, drei Sätzen
2:52sagen, worum es geht, damit sie sich
2:53abgeholt fühlen, aber eigentlich brauche
2:55ich das alles nicht. Ich muss nichts von
2:57dem Menschen wissen. Ich muss nicht
2:58wissen, was jemand erlebt hat, was er
3:00für Lebensumstände hat, worunter er
3:02leitet, was er in der Zukunft vorhat,
3:04was er will, wo er hin will, was er
3:05auflösen will. Ich muss das alles
3:07überhaupt nicht wissen. Ja, sonst würde
3:09ich das natürlich nicht machen. Wenn ich
3:10jetzt irgende Verfahren nutzen würde,
3:12was mit irgendwelchem Zeug aus der
3:14Vergangenheit da irgendwas macht, dann
3:15würde ich das natürlich nicht machen.
3:16Ja, und das ist der Grund, sind mehrere
3:18Gründe, warum ich das dann so mache. Und
3:20mir fällt noch ein Grund ein, ähm das
3:22Szenäre mit Zoom, Gespräche mit Gopal äh
3:26das kann ich beliebig skalieren. Ja,
3:28also ohne jetzt technische Verrenkungen
3:30äh können da 100.000 1000 Zuschauer
3:32teilnehmen ohne großen Zirkussen, ohne
3:34riesige Kosten, die ich in einem großen
3:36Veranstaltungsraum hätte. Also, es ist
3:38quasi nahzu beliebig skalierbar. Und
3:40die, die zuschauen, die können zuschauen
3:43für ganz ganz wenig Geld. Das ist auch
3:46entscheidend. Also, die können da
3:47regelmäßig zuschauen für ganz ganz wenig
3:49Geld und sehen aber wie sich Menschen
3:51wirklich begegnen und wie auch Dinge
3:53transformiert werden. Also, die kriegen
3:54für wenig Geld in dem geschützten Rahmen
3:56von zu Hause die Möglichkeit daran
3:58zumindest passiv teilzunehmen. Also, es
4:00hat es hat fast wirklich nur Vorteile
4:02und deswegen ähm also ich richte auch
4:04meine ganze Energie dahin, dass das
4:06weiter an Zulauf gewinnt. Das ist äh für
4:08mich der größte Hebel, den ich habe, um
4:09die Menschen und und letztlich größere
4:11Menschenmengen zu
4:12erreichen. Mein ähm da, wo ich eingehakt
4:16bin, äh gerade wo wir wo ich auf Rekord
4:19wieder gedrückt habe, ist als ich gesagt
4:21habe, dann muss ich ja meine intimsten
4:23Dinge mit dir teilen, dass du gesagt, ja
4:25eben nicht. Was müssen die da teilen
4:28oder was teilen die? Also, wenn ich wir
4:30können es jetzt ja konkret machen, wenn
4:32du das alles so einfach ist. Ähm so, ich
4:34rufe jetzt an. Ring, Ring, nee, Person.
4:37Person, ja, okay. Persingring im
4:40Übertriebenen. Also, kommst d auf den
4:42Schirm, ne? auf dem Schirm. Jetzt bin
4:44ich da. Okay. Genau. Und dann frage ich
4:45dich ähm um was geht's? Wo unterleidest
4:48du? So und jetzt dann fangen die Leute
4:51meistens an mit Geschichten erzählen.
4:52Dann sage ich stopp, ich brauche keine
4:54Information. Einfach sagen, worunter
4:55leidest du jetzt, ne? Und wo ich so
4:58hinnavigiere, ist eigentlich nur ein
4:59Gefühl oder ein Körperzustand. Z.B.
5:01sagen die Schmerzen, weil ich eine
5:02Krankheit habe oder ich leide unter
5:04Einsamkeit oder Trauer oder Wut oder
5:06Konflikte. So. So. Und dann geht's los,
5:08ne? Und es hat eben nichts mit der
5:09Vergangenheit zu tun. Das heißt, nehmen
5:12wir Beispiel, ich leide unter Wut. So,
5:15das heißt, Wut ist das wä Emotion. Du
5:18hast vorhin gesagt, Gedanken sind aber
5:20eigentlich relevant. Also die Frage ist
5:21halt, wo welche Gedanken machen die Wut?
5:23Also wir können gerne Sitzung machen,
5:25eine kurze es ausprobieren. Wir können
5:27das mal Ich bin halt ultra müde, weil
5:29ich super schlecht geschlafen habe
5:30heute. Von daher ist es die primäre. Das
5:32ist schon wieder, na, das ist schon
5:34wieder sehr interessant, weil ähm du
5:37musst ja gar nichts leisten.
5:41Ja, was ich nur wir können es probieren.
5:44Ich will das nur flaggen, dass mein
5:46Gemütszustand aktuell müde ist und das
5:49ist kein Hindernis. Okay, dann lass
5:50let's go. Ja, also ne, die Frage wä,
5:54gibt's irgendwas, was nicht gelöst ist
5:56im Leben, worunter du leidest, was wo du
5:58bisher selber keine Lösung gefunden
6:03hast. Aber nicht mal das äh müsste ich
6:06wissen, ne, mit dieser Aussage, die du
6:07jetzt gerade getroffen hast, ist im
6:08Prinzip schon alles klar, ne? Da könnte
6:10man jetzt einsteigen. Ähm, was glaubst
6:13du, was schiefgeht angeblich durch deine
6:15Mytigkeit jetzt hier?
6:19dass ich mich nicht vernünftig auf meine
6:22echten
6:24Lebensprobleme konzentrieren kann, weil
6:27die
6:28Müdigkeit oder Folgen davon so
6:32bestimmend sind, dass ich gar nicht
6:34verstehe. Ja. Ja, das ich bin jetzt
6:36wütend beispielsweise. Genau. Und äh den
6:38zweiten Teil brauchen wir schon gar
6:39nicht. Ähm brauchen wir eigentlich gar
6:41nicht, sondern du sagst ähm durch die
6:43Müdigkeit kann ich mich nicht auf meine
6:45eigentlichen Themen äh konzentrieren,
6:47ne? Aber was sagst du implizit über den
6:50Beziehungskontext? Das sagst du, dass
6:52die unsere Beziehung und deine
6:54Transformation scheitert angeblich, weil
6:57du etwas nicht leisten kannst, richtig?
7:01Mhm. Ja, das ist interessant. Ja. Ja.
7:03Und das heißt, dass angeblich es an dir
7:05liegt, ob das hier funktioniert oder
7:07nicht, dass unsere Verbindung von deiner
7:10Kapazität abhängt. Und das ist die
7:12Verschmelzungsstruktur, wo ähm jemand
7:15als Kind kein Erwachsenes gegenüber
7:18hatte, wo das Kind zum Erwachsen wurde,
7:20wo scheinbar alles an mir hängt als
7:22Kind, was das Kind nicht ähm leisten
7:24kann, ne? Und von aus dem her Raum raus
7:26kommt dann die Idee, dass ich für den
7:28Therapeuten verantwortlich bin, dass ich
7:29verantwortlich bin, äh, dass die
7:31Therapie funktioniert, obwohl ich ja
7:33Geld bezahle und mir eigentlich
7:35eigentlich Hilfe von außen brauche, ne?
7:37Und ähm da müsste man jetzt einfach
7:39genauer reinschauen. Du sagst, weil ich
7:42müde bin, komme ich nicht an meine
7:44eigenen Themen ran. So. Und was würde
7:46das jetzt in deiner Vorstellung hier
7:48bedeuten? Was ist denn die Folge dann?
7:51Was mache ich denn dann? Die Folge wäre,
7:54dass ich
7:55mich, dass die Transformation nicht
7:58passiert. Ja, das jetzt abstrakt, aber
8:00was was würde ich machen, ne? Was wäre
8:02die Folge? Was würde ich jetzt hier tun,
8:04wenn das so wäre?
8:06Das würde ich jetzt einfach dir
8:08überlassen. Ja, aber du hast ja eine
8:10Vorstellung davor, ne? Wenn du nicht
8:12schaffst, an deine eigenen Themen zu
8:14kommen, weil du zu müde bist, was mache
8:16ich denn jetzt hier in diesem Szenario?
8:19Was wäre die Konsequenz deiner
8:21Vorstellung?
8:24Die Konsequenz wäre, dass dein
8:27Therapiemodell so nicht funktionieren
8:29kann, weil ich ja nicht funktioniere.
8:31Und was wäre dann die Konsequenz? Was
8:33würde ich dann tun in der Folge? Dann
8:34wärst du böse auf mich und sauer und in
8:37meiner kindlichen Vorstellung jetzt. Ja.
8:39Und was würde ich dann tun auf der
8:40Handlungsebene anschließend? Äh
8:42aufstehen und gehen. Ja. So. Und jetzt
8:44was wir jetzt gehört haben, ist deine
8:45gesamte Kindheit von A bis Z. Alles
8:47komplett. Ja. Das ist alles deine
8:49Kindheit gewesen. Ähm, es liegt an dir.
8:53Ja, und wenn du es nicht schaffst, dann
8:57wird der andere wütend und bricht die
9:00Bindung ab. Ja, das ist deine Kindheit
9:02und das projizierst du auf alles, auf
9:04jeden immer wieder drauf. Das ist das,
9:07an was du glaubst. Ja, jetzt sage ich
9:09dir aber äh ich brauche gar nichts von
9:12dir, weil ich ein erwachsener Mensch
9:15bin. Ich habe alles. Äh ich bin
9:17überhaupt nicht von dir abhängig. dem
9:19Szenario sowieso nicht. Ähm also du
9:22musst gar nichts für mich tun oder
9:24leisten.
9:26Dann ist ja gut.
9:28Und ähm du kannst nicht bei mir Wut
9:31auslösen, indem du mir nicht hilfst.
9:37Du kannst nicht Wut in mir auslösen,
9:39dadurch, dass du dich nicht um mich
9:40kümmerst. Das geht gar nicht.
9:43Das heißt, ich muss mich nicht kümmern.
9:45Nein, weil ich bin ja jetzt in dem
9:47Szenario der Therapeut. Ich bin ja da,
9:49um mich um dich zu kümmern, ne? Das wird
9:51sonst umgedreht, ne? Weil du hast ja
9:53mehr Geld bezahlt, hättest du, wenn wir
9:55jetzt eine Sitzung machen. Hast du
9:56nicht? Ja. Und da das ist so ein
9:59bisschen das eben das vertret und daher
10:01kommt die Wut, ne, die du dann auf mich
10:04projizierst, weil das ist ja das, was du
10:06glaubst. Ähm, wenn du in die Autonomie
10:08gehst, ne, also nicht symbiotisch mit
10:10mir
10:12verschmilzt, dann werde ich wütend. Aber
10:14das ist eigentlich die Wut, die du auf
10:15mich projizierst. Das ist deine Wut.
10:17Eigentlich bist du wütend und möchtest
10:18weg. Also, du möchtest in die Autonomie.
10:20Das hat aber bisher äh keinen Raum
10:22gehabt oder zu wenig, ne? Und ich habe
10:25überhaupt nicht vor, mich von dir zu
10:27trennen, weil ich bin gar nicht
10:29wütend. Egal, was du sagst oder egal,
10:32was in dir vor sich geht. Weißt du,
10:35deine Not löst bei mir keine Wut aus.
10:38Na, das ist die Idee, die da am Werk
10:40ist. Deine Not löst bei mir keine Wut
10:43aus, weil ich bin gar nicht in Not. Ich
10:44bin auch schon gar nicht in der Not, in
10:46der dein System da ist an der
10:48Stelle. Deswegen droht von mir nicht,
10:51dass ich weggehe. Egal, was in dir los
10:53ist, egal, was hier zwischen uns
10:54passiert,
10:57das habe ich verstanden. Das
10:59ist das sinnvoll. Ähm, ich brauche keine
11:04Angst zu haben, dass du wütend bist und
11:06aufstehst, weil ich als Patient nicht
11:08gut genug performe. Äh, ja. Nein, und
11:12ich sehe auch, also ich sehe dieses, ich
11:15kann das tatsächlich in meiner Kindheit
11:16nicht in aktiven ähm Ereignissen
11:20verordnen, dass es quasi immer so war,
11:23dass wenn ich Autonomie gezeigt hätte,
11:26Lass uns doch lass uns doch mal hier
11:27bleiben. Wir brauchen gar nicht in die
11:28Kindheit, ne? Wie klingt das, wenn ich
11:30dir sage, es ich gehe überhaupt nicht
11:32weg. Habe ich überhaupt nicht
11:33[Musik]
11:35vor. D ich irgendwann musst du weggehen.
11:38So, jetzt ganz wichtig, ganz ganz
11:39wichtig. Ich habe gesagt, ich gehe nicht
11:41weg und du sagst doch, ich gehe
11:43weg. Hast
11:45gemerkt und das damit sagst du ja
11:47eigentlich, dass ich gelogen habe, ne?
11:52Ja, könnte man so interpretieren. Wie
11:55würdest du es sagen? Könnte ich ich
11:56könnte jetzt auch sozusagen, das ist ja
11:58mein Studio und wenn du sagst, ich gehe
12:00nicht weg, dann könnte es nehme ich das
12:02fast als bedrohlich war. So, jetzt sind
12:05wir woanders, ne? Jetzt sind wir
12:06woanders. Du warst du wir waren ja
12:07gerade bei deiner Idee, dass ich
12:08weggehe. Mhm. Und ich sage, ich geh
12:10nicht weg. Natürlich kannst du dich
12:12immer abgrenzen, mich wegschicken. Das
12:14ist ja keine Frage. Aber worum es ja
12:16jetzt geht, ist nicht, dass du mich
12:18wegschickst, weil ich irgendwas
12:20gefährliches tue, sondern deine Idee
12:23war, dass ich von mir aus weggehe, weil
12:25du etwas nicht leistest. Und da habe ich
12:27gesagt, das stimmt nicht. Ich ich gehe
12:28nicht weg, ne? Und dann hast du gesagt,
12:30das glaube ich dir nicht. oder dann hast
12:32du gesagt ähm irgendwas anderes und dann
12:34wäre die Frage, wie erklärst du dir in
12:37deinem Kopf, dass das was ich sage, dass
12:39ich nicht weggehen will von dir, von mir
12:41aus, dass das nicht stimmt? Wie erklärst
12:43du dir das in deinem Kopf?
12:50Ich kann ich mir nicht erklären.
12:53Höchstens da es gibt verschiedene
12:55Modelle, z.B., dass ich gelogen habe,
12:57dass ich versuche dich mal zu
12:58manipulieren, dass ich unter Drogen
12:59stehe oder geisteskrank bin und gar
13:01nicht weiß, was ich sage. Ja,
13:06ich
13:08würde ich muss das noch mal für mich
13:10Schritt für Schritt durchgehen, damit
13:11ich das verstehe. Also mein Gefühl ist,
13:14wenn ich nicht performe, dann bist du
13:16böse. Das ist ein Gedanke, ne? Ist kein
13:17Gefühl. Okay. Mein Gedanke ist, wenn ich
13:19nicht performe als Patient, dann bist du
13:21mir böse und gehst möglicherweise weg.
13:24Ähm, aber dir das Weggehen ist gar nicht
13:27so das Thema, sondern das Thema ist
13:29eigentlich, dass du mir böse bist. Ich
13:31möchte Harmonie und ich bin quasi bereit
13:35für die Harmonie ganz viel zu
13:39opfern unter anderem meine eigene
13:41Autonomie.
13:43Ja, und Harmonie heißt, dass der andere
13:45da bleibt,
13:46ne? Und zwar so, dass es nicht äh zu
13:50leiden kommt. Mhm.
13:53Ja, ich meine, du könntest ja physisch
13:55gehen, aber wenn wir in Harmonie gehen,
13:58wä mir immer noch geholfen. Wenn du aber
14:00in Disharmonie bleibst, wer mir nicht
14:02geholfen, weil die Harmonie ist ja quasi
14:03ist ja keine keine physische Harmonie,
14:05sondern es ist eine eine gefühlte
14:08emotionale Harmonie. Wie fühlt den sich
14:11das jetzt an gerade? Ist das nicht
14:13irgendwie ein bisschen anstrengend? Ja.
14:16Ja. Musst dir nichts leisten. Ich gehe
14:18nicht weg.
14:20ist immer wieder die Idee, ne, dass ich
14:21abhängig von dir bin und
14:23weggehe. Das das ist das ist einfach das
14:26Unterbewusstsein. Deswegen ich spreche
14:28mit diesem Teil, ne? Der muss keine
14:30Angst haben, dass ich weggehe. Wenn du
14:32dich entspannst, bleibe ich trotzdem
14:34hier. Wenn du aufhörst zu ums Überleben
14:37zu kämpfen, gehe ich trotzdem nicht weg.
14:40Ich habe kein keinerlei Grund von dir
14:42wegzugehen. Ich bin nicht abhängig von
14:44dir. Mein Leben hängt nicht von deiner
14:46Performance ab. Es hängt nicht davon ab,
14:48dass du dich um mich kümmerst. Das das
14:49stimmt einfach
14:50nicht. Das einfach mal hören, wie sich
14:53das anfühlt. Ja, das recht. Ja, wie
14:56fühlt sich es an?
14:58Erleichtert. Erichtert. Ja. Erleichtert.
15:01Erleichtert.
15:02Ja. Und ich sitze immer noch hier, ne?
15:05Ja. Und ist eigentlich egal, ich bin ja
15:08nicht für die anderen verantwortlich,
15:09ne? Bitte. Ich bin nicht für die anderen
15:12verantwortlich äh und für dich
15:14verantwortlich. Du bist Nee, du bist ja
15:16genau, du bist nicht für Erwachsene
15:17verantwortlich, nur es gibt nur im
15:19Prinzip zwei Szenario. Wenn du ein
15:21kleines Baby irgendwo liegen siehst und
15:23keiner ist da, dann müssen wir uns
15:24kümmern. Wenn du ein Schwerverletzt nach
15:26dem Unfall siehst, musst du dich auch
15:27kümmern. Aber ganz normale Erwachsene
15:29wie jetzt ich, äh du du musst da gar
15:32nichts machen, weißt du? Das ist ja ein
15:33Trick. Da der Kopf sagt, ich muss mich
15:35kümmern, damit die Bindung zustande
15:37kommt. Das stimmt aber alles gar nicht.
15:40Du musst gar nichts machen. Im
15:42Zweifelsfall sorge ich dafür, dass
15:43irgendwas ausgetauscht wird, ne? Du
15:46könntest dich komplett entspannen und äh
15:49würde trotzdem nicht.
15:52Ist eigentlich ganz entspannt.
15:54Ja. Nee, das sieht nicht entspannt aus.
15:55Sieht nicht entspannt aus. Aber wenn du
15:57jetzt Entspannung als Anforderung wieder
15:59versuchst umzusetzen, ne, dann geht das
16:01natürlich auch nicht. Hat hat sich noch
16:03niemand entspannt auf die auf den
16:04Befehl. Entspann ich mal. Also, warum
16:07brauche ich angeblich, dass du dass du
16:09was leistest?
16:19Das weiß ich nicht. In deiner
16:20Vorstellung,
16:25weil mein Input für den
16:29Therapieerfolg essentiell ist und ohne
16:31das läuft's nicht. Ja, aber das muss ja
16:33was mit mir zu tun haben. Das heißt ja,
16:34dass ich irgendwie von dir abhängig bin.
16:37Neö, dass meine Arbeit von dir abhängt,
16:40von etwas speziellem von dir, von deiner
16:42[Musik]
16:45Leistung. Das heißt ja, dass meine Hilfe
16:48nur funktioniert, wenn du etwas
16:49leistest,
16:52ne? Das heißt, dass ich meine Arbeit von
16:55dir abhängig ist
16:57angeblich.
16:59M Ja.
17:02Aber ich bin ja der Patient
17:07und das ist alles, ne? Das ist nicht
17:10klar. Jemand der auf dem Opäisch liegt,
17:12der leistet nichts, wird trotzdem
17:13operiert. Das stimmt. Wie kommst du auf
17:16die Idee, dass ich dich brauche für
17:18diese Arbeit
17:22hier? Bei einer Werkstatt hilfst du dem
17:24Mechaniker mit, wenn du das Auto zur
17:27Werkstatt abgibst? Gehst du mit in die
17:29Werkstatt und hilfst dem?
17:31Nee, nee, ne, aber mein
17:33Verständnis
17:36von Form von
17:38Psychotherapie war immer das ist es geht
17:41ja quasi um mein innerstes und der Weg
17:44das zu kommunizieren ist das ist meine
17:46Kommunikation und meine Kommunikation
17:49zumindest die
17:50verbale, das muss ich machen. Ja, aber
17:53das hat nichts mit Leisten zu tun und
17:55Ideen, dass du irgendwas speziell machen
17:57sein oder irgendwas tun musst. Es geht
17:59um dich, um dein Inneres, aber nicht um
18:01eine Handlungsstrategie oder Fähigkeit
18:03oder Kapazität.
18:07Es geht ja um dich, nicht um deine
18:09Leistung, ne? Und das ist verdratet
18:11worden, ne? Das ist das Bindung nur
18:13durch Leistung und Tun, ne? Etwas, was
18:16du eigentlich gar nicht tun kannst äh
18:18entstehen kann das und das stimmt nicht.
18:21Es geht um dich, nicht um deine
18:22Fähigkeiten. Wie kriege ich das raus? Du
18:25musst gar nichts machen. Ist es mein Job
18:26dir zu helfen? Ja, das ist einfach
18:28schwer, das loszulassen. Ist
18:30ununterbrochen. Ja, wie kriege ich das
18:33raus? Ja, was muss ich tun? Ja. Ja, geht
18:36nicht um
18:38dich. Es geht überhaupt nicht um dich.
18:40Dir das Universum hängt gar nicht an dir
18:41und deinen
18:42Fähigkeiten. Das das stimmt einfach
18:45nicht, ne? Das sind Ideen aktiv, dass
18:47der andere ein hilfloses Objekt ist,
18:50dass der hilflos, schwach und bedürftig
18:51ist, ne? Dass ich dem helfen muss. Wenn
18:54das nicht klappt, wird er wütend und
18:56geht weg, ne?
18:58und dass ich meine Autonomie, meine
19:00Bedürfnisse, meine Eigenständigkeit und
19:01Wut unterdrücken muss. Das ist dieser,
19:04das ist der Komplex vom
19:05Verschmelzungstyp. Und ich versuch dir
19:07die Information zu geben, dass es
19:10ankommt, dass das so nicht stimmt. Das
19:12war in der Kindheit so, aber das stimmt
19:13nicht mehr, mindestens nicht bei
19:15mir. Diese Geschichte stimmt nicht. Für
19:18das, damit das hier funktioniert, wird
19:21überhaupt nichts von dir
19:23gebraucht. Gar nichts. Keine Leistung,
19:25keine Fähigkeit, kein Tun, gar
19:28nichts. Gar nichts. Wirklich
19:36cool. Dann entspanne ich mich mal
19:38einfach. Ja, aber das du bist nicht
19:41entspannt. Das ist immer noch der Teil,
19:42der am Ackern ist. Merkst du es? Du bist
19:45immer noch am machen. Es ist nicht ganz
19:47Es ist noch nicht losgelassen. Ist ist
19:50auch schwer, weil ich habe natürlich
19:51noch Anschlusstermine und ich denke, wie
19:53viel Uhr haben wir jetzt? Warum warum
19:54möchtest du denn jetzt von mir weg?
19:57Weil ich noch gefühlten arschvoll zu tun
19:59habe heute. Ja, das ist ja das. Warum
20:01möchtest du denn jetzt von mir weg? Na,
20:02jetzt wird's interessant. Ähm, ich bleib
20:05hier. Aber warum gehst du jetzt weg?
20:10Ja, es gibt halt Dinge zu tun. Ja, das
20:12meine ich. Ja, warum gehst du denn weg
20:13jetzt?
20:14hier vom
20:16Kontakt in der Ukraine ist Krieg, ne?
20:18Wir können auch auf dem Mond gehen, aber
20:20warum?
20:27Ja, die Zeit läuft ja quasi jetzt gehst
20:29du zur Zeit. Warum von mir weggehen? So
20:32und das weiß du, ich will dich jetzt
20:33auch nicht überfordern, so. Aber da
20:34sind, weißt du, das sind ganz tiefe
20:36massive Emotionen gebunden, ne? Ähm, in
20:39Wirklichkeit gehst du weg. Du hast die
20:41Idee, dass der andere weggeht, aber du
20:42gehst weg. Du gehst jetzt aus dem
20:44Kontakt in andere Zeiten, in andere
20:45Räume, ne? Ähm und wenn wenn du
20:48irgendwann das nicht machst, nicht mehr
20:49machst, dann kommen ganz starke
20:51Emotionen zum Vorschein.
20:54Interessant. Das heißt, ich müsste mich
20:57selbst in eine Position bringen, wo ich
21:00beispielsweise die Zeit und Jetzt bist
21:01du schon wieder am Ackern, merkst du es?
21:03Ja,
21:05der Verstand, weißt du, der Verstand
21:07muss sterben. Dieser Teil, der da am
21:09Überlebenskampf ist, der wird auf eine
21:11Art sterben müssen. Der kann nicht in
21:13die Heilung Transformation mit drüber
21:14genommen. Das ist also wirklich wie ein
21:16Sterbeprozess. Ja, das fühlt sich auch
21:17so ähnlich an. So. Und ähm wenn jemand
21:20wirklich leidet, dann macht er das mit,
21:22ja, was ich ihm da anbiete, weil er
21:23einfach wie keine Chance mehr hat. Und
21:26ähm jemand, der sonst noch genug
21:27Ressourcen hat, der wird dann irgendwie
21:28immer abspringen und das in die Länge
21:29ziehen oder so. Aber letztlich äh wenn
21:32du das jetzt nicht machen würdest und
21:34dich darauf einlassen würdest, ne, dann
21:36würdest du dahinkommen, was wirklich in
21:38dir los ist, statt zu tun und statt
21:43wegzuspringen. So. Und das ist das, was
21:45nicht integriert ist. Na, und das ist ne
21:48Wut und Hass jetzt in deinem Fall. Das
21:50würde dann sehr massiv ins Bewusstsein
21:52treten und dann sage ich dir: "Hey, mit
21:54deiner Wutem Hass habe ich auch kein
21:55Problem. Das stört mich überhaupt
21:57nicht."
21:58Wut und
21:59Tass. Interessant. Aber jetzt ist der
22:02Verstand wieder. Ist ja egal, was es
22:04eigentlich ist, weil der Verstand
22:06übernimmt halt immer die Kontrolle in
22:08meinem Fall und das müsste ich halt mich
22:11darauf einlassen, dass er das nicht tut.
22:13Ja, das ist er jetzt wieder der
22:14Verstand, der spricht. Ja. Ja, das
22:18was Ja, und irgendwann kann der nicht
22:20mehr, ne? Weil ich gehe nicht weg. Ich
22:23brauche den Verstand auch nicht mehr.
22:24Irgendwann kann der nicht mehr und dann
22:25kollabiert er und gibt auf, ne? Und dann
22:27kommt das eigentliche.
22:30Ich würde mir das gerne mal angucken,
22:31wie das bei wie das
22:34kollabiert in der um vielleicht für mein
22:37kleines kindliches Ich ein bisschen mehr
22:39Sicherheit zu schaffen. Klar. Ähm ja,
22:41spannend. G, ich danke dir.