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Intro - Worum geht's?
0:00Es war heiß. Ach was? Es war nicht heiß.
0:02Es war verdammt heiß. Es war
0:04unvorstellbar heiß. Ich habe
0:06zwischendurch gedacht, das kann doch
0:07nicht wahr sein. In Mitteleuropa solche
0:11Temperaturen über 41°
0:14im Schatten. Im Schatten, Freunde.
0:17[musik]
0:17Gut, jetzt ist es weniger heiß. Aber
0:19heißt das, dass wir jetzt nicht mehr
0:21über Hitze sprechen dürfen? Nein, ganz
0:23im Gegenteil. Das wird nämlich
0:24wiederkommen. Das wird uns nie wieder
0:26verlassen, das Risiko solcher
0:28Hitzewellen. So sagen die
0:29Klimaperspektiven.
0:31Überlegt euch das mal. Also, ich habe ja
0:33tierisch gelitten oder der Hitze. Boah,
0:36meine Güte. Ich bin rumgelaufen wie so
0:38ein Zombie. Du kannst mir richtig
0:40denken, du
0:43und [räuspern] um mich herum doch ganz
0:44genauso. Wenn ich mir überlege, ich
0:46hätte jetzt mal einen wirklich wichtigen
0:50Beruf, also einb Verantwortung
0:52übernehmen müsste für meine unmittelbare
0:54Entscheidung an Stellen, wo es darum
0:56geht, dass man wachsam ist, dass man
0:59sorgfältig wachsam ist und keinen Fehler
1:01sich gönen [musik] kann, dann möchte ich
1:03nicht wissen, wie es denen geht. Du
1:04verlierst ja alle Möglichkeiten. Du
1:07verlierst tatsächlich Denkmöglichkeiten.
1:10Wir haben ja schon hier so viele Videos
1:12gemacht zum Thema Klimawandel und
1:14Extremwetterereignisse
1:15und was es bedeutet, wenn die
1:16Mitteltemperatur sich erhöht und wie die
1:18statistische Verteilung ist. Raba,
1:21rababa, rababa. Wir haben ökonomische
1:23Argumente, wir haben ökologische
1:24Argumente gebracht, biologische,
1:26physikalische, chemische,
1:28meteorologische und alles mögliche. Wir
1:30haben sogar schon die Politik angefleht.
1:32Doch bitte mehr Klimaschutz. Wir müssen
1:34aufpassen, das wird uns umbringen. Und
1:36hier haben wir genau den Fall gehabt.
1:40Das hat Leute umgebracht, richtig viele.
1:43Das steht vielleicht in den einzelnen
1:44Totenscheinen so nicht drin, aber das
1:47Resultat ist eindeutig und zwar über
1:49alle möglichen Länder in Europa
1:51gemeinsam. Es gibt eine deutliche
1:53Übersterblichkeit. Es gab keinen
1:55Bundespräsidenten, kein Bundeskanzler,
1:57die sich hingestellt haben und gesagt
1:59haben, wir sind bei den Angehörigen
2:02dieser Katastrophe. So kein Verständnis
2:04da offenbar. Was wir erlebt haben im
2:08Juni, Ende Juni, war eine Hitzeflut und
2:12das mit voller Kenntnis. Der deutsche
2:15Wetterdienst hat Tage zuvor Hitzewarnung
2:17abgegeben. Wir wussten genau, was kommt
2:20und wir hatten offenbar keine
2:21Möglichkeiten darauf entsprechend zu
2:22reagieren. Und deshalb machen wir dieses
2:24Video heute auch anders als sonst. Ich
2:26werde ein bisschen was einordnen. Warum
2:28ging es eigentlich? Aber dann hole ich
2:29mir mal wirklich kompetente Hilfe. Also
2:31[räuspern] zuerst mal Luis Teichmann,
2:34Rettungssanitäter im Netz bekannt als 5
2:37Sprechwunsch.
2:38Man ist sehenden Auges in die
2:40Katastrophe gerannt, das muss man
2:41einfach so sagen. Natürlich ist
2:42Tankstelle eine kritische Infrastruktur,
2:44das kann nicht sein, dass eine
2:45Araltankstelle der kälteste Ort der
2:46Stadt ist.
2:47Und dann habe ich mir noch jemanden
2:48eingeladen, Dr. Martin Hermann. Er ist
2:51Arzt, Mitbegründer und Vorsitzender der
2:54Allianz Klimawandel und Gesundheit und
2:56jemand, der seit vielen, vielen Jahren
2:58daran arbeitet, das Thema Hitze ins
3:00Gesundheitswesen zu bringen und vor
3:03allen Dingen auch in die Gesellschaft.
3:04Wenn wir anerkennen, was passiert ist,
3:07dann müssen wir auch anerkennen, dass
3:08wir uns zu schlecht vorbereitet haben
3:11und dass wir die Auswirkungen der
3:13Klimakrise unterschätzt haben.
3:15Also, dann fangen wir mal an.
3:21[musik]
3:24In Europa sind an dieser Hitzewelle bis
3:26jetzt über 20.000 Menschen gestorben.
3:29Das heißt, es gibt eine
3:30Übersterblichkeit von 20.000 1000
3:33Fällen. Das Robert Koch Institut RKI
3:36haben eine eine Übersterblichkeit für
3:40Deutschland in diesem Sommer bis jetzt
3:43von 7900
3:45Fällen angegeben. Unvorstellbare Menge
3:47von Menschen sterben an dieser
3:50Hitzewelle. Kann man das so sagen? Sind
3:53dieser Toten wirklich alle Hitzetote? Na
3:55ja, das ist gar nicht so einfach, denn
3:57auf dem Todesschein steht natürlich nie
3:58drauf, ist an Hitze gestorben. Dazu
4:01kommen wir später. Wenn wir uns das
4:03angucken in Deutschland, wir haben kein
4:05ganzheitliches Konzept. Bei uns sind
4:08Hitzeschutzmaßnahmen im Zweifel sogar
4:09eher noch freiwillig als verpflichtend.
4:12Eigentlich ein Skandal.
4:15Wenn man aber mal richtig wissen will,
4:17neben der eigenen Einschätzung, wie man
4:19das so erlebt hat, was da wirklich
4:21passiert ist in den Krankenhäusern, in
4:23den Notaufnahmen, in den Rettungswagen,
4:27was in Deutschland wirklich passiert ist
4:28in dieser Woche Ende Juni, dann sollte
4:31man jemanden fragen, der dabei war. Und
4:35deshalb treffe ich jetzt Lis Teichmann.
4:37Er ist Rettungssanitäter in Köln und dem
4:39Netz bekannt als 5
Gespräch mit Luis Teichmann (@5sprechwunsch )
4:43Sprechwunsch. Bin ich mal sehr gespannt.
4:45Dann rufen wir ihn doch mal an.
4:49Hallo Lis, ich grüße dich. Vielen Dank,
4:50dass wir das Gespräch führen können.
4:52Lis, wie hast du denn diese Hitzewoche
4:53erlebt?
4:54Es war so, dass es Montag noch hieß, ja,
4:56es wird ein bisschen heiß, wir bräuchten
4:57da vielleicht so ein bisschen
4:58Unterstützung im normalen
4:59Rettungsdienst. Dann war das Dienstag
5:01schon okay, wir bräuchten wesentlich
5:02mehr Unterstützung. Äh, Mittwoch war
5:04schon so okay, alles was geht und dann
5:08ist das immer weiter hoch eskaliert bis
5:09dann zu diesem Samstag, wo natürlich
5:11alle Leute auch frei hatten, wo wir dann
5:13im Prinzip wirklich morgens schon die
5:16Information bekommen haben, dass so
5:18überörtliche Hilfeleistungskonzepte
5:19alarmiert wurden, weil Altenheime
5:21evakuiert werden mussten, weil es keine
5:22Klimaanlagen gab und äh insbesondere im
5:25Großstadtsetting, wo dann noch
5:27Großveranstaltungen stattfinden, wo
5:28Festivals stattfinden, war natürlich
5:30auch äh jetzt z.B. für im Kölnerraum die
5:32Feuerwehr am laufenden Band nur
5:34beschäftigt und das führte in der Summe
5:36dann dazu, dass auf Fluren in den
5:38Krankenhäusern reanimiert werden musste,
5:40dass man am Ende der Lage gar nicht mehr
5:41her geworden ist. Gipfelte ja dann auch
5:44darin, dass man so ein Behandlungsplatz
5:4550 alarmieren musste. Das ist so ein
5:48Katastrophenschutzkonzept, das muss man
5:50ehrlicherweise sagen, das kennt man
5:51nicht, dass sowas adroc alarmiert wird.
5:53Das ist mal, wenn EM ist oder so, dann
5:55heißt es mal, ja, gut, ähm könnt ihr
5:57sowas mal vorbereiten, aber das wirklich
5:59heißt, wir brauchen jetzt adok die
6:00Möglichkeit innerhalb von 4 Stunden 100
6:02Verletzte zu behandeln. Ähm, das gab es
6:05so noch nicht. Das war dann im Prinzip
6:06so der traurige Gipfel.
6:09Bei diesem Montag, wo das angefangen
6:11hat, da war aber doch schon absehbar,
6:13wie das wie das Wetter werden wird. Es
6:15gab ja Hitzewarnung vom deutschen
6:16Wetterdienst und alles. Das war doch
6:18alles schon schon da, oder? Ja, me es
6:21gibt auch unzählige Studien,
6:22insbesondere aus heißen Ländern, die
6:24zeigen, dass wenn gewisse
6:25Temperaturpunkte überschritten werden,
6:27dass sich das auch noch 24 Stunden lang
6:30auf die Einsatzzahlen erhöhend auswirkt.
6:33Und ähm jetzt kann man sich natürlich
6:34vorstellen, das ist ja nicht nur ein
6:36kurzer Sprung, sondern wenn es die ganze
6:37Zeit heiß ist, dann ist das ja so eine
6:38Welle, die sich selber aufschaukelt und
6:41äh natürlich wird das immer mehr und
6:43mehr und mehr. Und deswegen sage ich,
6:45man ist sehenden Auges in die
6:46Katastrophe gerannt. Das muss man
6:48einfach so sagen, weil mittwochs waren
6:49wir schon in Krankenhäusern, wo der
6:51völlige Notstand im Prinzip war, wo es
6:54bullen warm gewesen ist und wo man sich
6:55gefragt hat, wie soll das hier
6:57eigentlich noch funktionieren?
6:58Du musst ja dann als äh als
6:59Rettungssanitäter ja auch irgendwie daad
7:01durchkommen. Hast du eine eigene
7:02Hitzestrategie oder ist das einfach nur
7:04Augen zu, Arschbacken zusammen und durch
7:07oder was?
7:07Es ist tatsächlich Augen zu und durch.
7:09Also, man muss ja ehrlicherweise sagen,
7:11ähm wir schlafen ja genauso schlecht wie
7:12jeder andere auch bei so viel Hitze. Das
7:14heißt, man kommt natürlich auch so ein
7:15bisschen erschöpft schon zum Dienst. Und
7:18was da wirklich immer Zuflucht bietet,
7:20ist der klimatisierte Rettungswagen. Das
7:22war unser Glück, wo es dann wirklich
7:24schön kühl ist. Natürlich dann auch die
7:26Wache, die zumindest bei uns in Ansätzen
7:28klimatisiert gewesen ist.
7:30Ihr müsst ja dann in voller Ausrüstung
7:31seid ihr ja da die ganze Zeit.
7:33Genau, wir sind in voller Ausrüstung.
7:34Man schwitzt ja auch die ganze Zeit. Man
7:36merkt, wie es einem hinten den Rücken
7:37runterläuft und dann ist man ja auch
7:39noch körperlich am Arbeiten. Dann werden
7:40die 10, 20 kg ähm Einsatzrucksäcke noch
7:44ins dritte, vierte Obergeschoss
7:45geschleppt und das ist natürlich auch
7:47für uns eine enorme Belastung.
7:49Was ist denn für euch Rettungskräfte der
7:50Unterschied zwischen Hitze und anderen
7:53Katastrophen? Der Unterschied bei der
7:55Hitze ist natürlich, dass es uns ähm
7:57auch sehr belastet, wenn man jetzt von
7:59der ähm von dem klassischen Einsturz
8:03sprechen äh oder einem Gebietskollaps
8:05oder so, dann sind natürlich die Leute
8:07strukturell dort vor Ort betroffen, aber
8:09wir selber natürlich nicht. Und so ist
8:11es schon, ne? Wir leiden ja irgendwie in
8:13gewissen Weise mit. Das ist dann nicht
8:14h. Auf der einen Seite braucht man immer
8:16mehr Personal bei solchen Ereignissen,
8:18um mehr Rettungswagen in Dienst nehmen
8:19zu können. Auf der anderen Seite ähm wer
8:22hat denn Lust aus seinem frei
8:23einzuspringen, wenn er ja weiß, was ihn
8:25da erwartet? Also äh morgens um 6 Uhr
8:28irgendwo stehen, also schlecht schlafen,
8:29dann noch früher aufstehen und dann auch
8:31noch den ganzen Tag Hitze haben und dann
8:32auch noch den ganzen Tag durchrollen,
8:33weil man weiß, es ist ja so viel los.
8:35Ähm, das betrifft uns ja unmittelbar
8:37dann auch.
8:38Fühltet ihr euch alleinelassen? Ja, in
8:40gewissem Maße. Man weiß dann aber
8:42irgendwie auch es geht ja nicht anders
8:44gerade, weil das ein strukturell
8:45systemisches
8:46es hilft ja nichts so nach dem Motos
8:48hilft es muss
8:48es hilft einfach nichts. So was was soll
8:50man machen? Man könnte sich jetzt
8:51natürlich über alle aufregen. Was man
8:53aber schon sagen muss, jetzt so im
8:54Nachgang,
8:56da kam jetzt noch keiner um die Ecke und
8:57hat gesagt, wenn die nächste Hitzewelle
8:59kommt, dann werden wir das das verändern
9:01und das das das wird besser laufen. Das
9:03ist so aus meiner Sicht da gucken wir
9:05mal, wie es schlimm es dann wirklich
9:06wird und ob es dann wirklich noch mal so
9:07schlimm wird und wenn es dann wirklich
9:09noch mal so schlimm wird, dann können
9:10wir noch mal drüber nachdenken, was wir
9:11tun. Das muss ich sagen, das ist so das,
9:13was mich jetzt sehr nervt.
9:14Jetzt müsste doch eine
9:15Auseinandersetzung kommen mit dem, was
9:17hat geklappt, was hat nicht geklappt, wo
9:19haben wir völlig daneben gelegen und wir
9:21müssen uns ja drauf einstellen, dass das
9:23immer und immer wieder passiert. Was
9:24würdest du dir denn wünschen?
9:25Was ich mir wünschen würde, ist
9:26tatsächlich ein ähm Umdenken in der
9:30prospektiven Krankenhausplanung sowie
9:32Planung kritischer Infrastruktur. Also
9:34natürlich ist Tankstelle eine kritische
9:36Infrastruktur, das kann nicht sein, dass
9:37eine Araltankstelle der kälteste Ort der
9:38Stadt ist. Wir bauen immer noch
9:39Rettungswachen, die nicht klimatisiert
9:42sind. Also alle haben irgendwie Angst
9:43vor Kälte in Deutschland, aber wir
9:45können gegen Kälte ja viel mehr tun.
9:47Gegen Hitze können wir eigentlich der
9:48sind wir viel mehr ausgeliefert. Das
9:50sind Punkte genauso wie den
9:51Krankenhäusern, dass man klimatisierte
9:53Räumlichkeiten schafft aus unso Prozent
9:55der Fläche klimatisiert sein muss. Es
9:56gibt genauso Vorschriften, wann ein
9:58Notstromaggregat anspringen muss in dem
10:00Krankenhaus, dass ein Krankenhaus ein
10:01Notstromaggregat haben muss, aber es ist
10:03nicht Vorschrift, dass irgendwie ein
10:04Krankenhaus klimatisiert sein muss oder
10:05dass irgendeine Solltemperatur gehalten
10:06werden muss in so und so viel Prozent
10:08der Bereiche und dann ist es halt auch
10:10in dem Krankenhaus im fünften
10:11Obergeschoss 37° auf einer
10:12Intensivstation. Da fragt man sich, wie
10:14sollen die Menschen unter den Umständen
10:15gesund werden? insbesondere, wenn sie
10:17aus dem Hitzekollaps dorthinkommen.
10:18Inwi weit müsste sich denn eben auch
10:21unser privates oder überhaupt unser
10:23Verhalten insgesamt ändern bei so einer
10:25Hitzewelle?
10:26Man selbst kann natürlich sehr viel
10:27dafür tun, dass man nicht ins
10:29Krankenhaus kommt und da muss man
10:31natürlich auch irgendwo sagen, ähm wir
10:33kommen da in überhitzte Wohnungen, da
10:35steht nicht mal ein Ventilator und das
10:36ist dann so, ja, ich weiß gar nicht, ich
10:38habe auch nichts getrunken heute, warum
10:40es mir jetzt so schlecht geht. Ich
10:41meine, man soll nicht immer so mit
10:42verboten kommen, man ist ja auch
10:43irgendwie schnell mit verboten, aber es
10:44gibt Tanzverbote an gewissen Tagen, weil
10:46die christliche Feiertage sind. Ähm,
10:49trotzdem meinen Menschen, sie müssen mal
10:5040° Sport machen und wundern sich dann,
10:52dass sie mit einem Hitschlag auf dem
10:53Tennisplatz liegen oder
10:54reanimationspflichtig zusammenbrechen.
10:56Das sind halt auch so so Geschichten,
10:58wir veranstalten riesige Konzerte, da
11:01muss man halt auch sagen, kann man bei
11:0340° denn, wenn die Kinder nicht in die
11:05Schule dürften, aber einen Konzert
11:07veranstalten mit 20, 30.000 1000 Leute,
11:10die geknubbelt auf einem Flex sind. Und
11:11natürlich, wenn man jetzt ins Freibad
11:13geht, dann äh kann man das gerne machen,
11:16ähm um sich abzukühlen. Die Frage ist,
11:17wie viel das noch bringt, wenn das so
11:20viele Menschen sind und ob man dann die
11:21ganze Zeit im Wasser ist. Am Ende ist
11:23man dann eher so in der Mittagssonne,
11:24die knallt einem dann irgendwie hinten
11:26auf den Nacken auf die Hirnhäute und
11:28dann haben wir wieder mit
11:29Hitschlagszenarien zu kämpfen.
11:31Gibt's denn auch mal sag mal noch ganz
11:33konkret in deinem Arbeitsumfeld
11:35Vorschläge, wo ihr die ihr tag für Tag
11:38da unterwegs seid, wo ihr sagen würdet,
11:39das könnte besser sein?
11:40Also, es wurden schon insofern gel
11:43lockert, dass wir einem T-Shirt arbeiten
11:45dürfen und nicht mehr die Jacke tragen
11:46müssen, z.B. Trotzdem muss man dann
11:48ehrlicherweise sagen, ist das auch
11:49wieder ein Sicherheitsrisiko, denn ähm
11:51wenn man dann z.B. ein Verkehrsunfall
11:53ist oder auf der Straßearbeit oder sonst
11:55was, dann bietet man halt durch seine
11:56Arme sehr viel Angriffsfläche gegenüber
11:58Schnittwunden oder sonstigem. Ich
11:59glaube, was uns wirklich helfen würde,
12:01wäre zum einen vielleicht eine
12:02dienstplanerische Entlastungs, dass man
12:04sagt, ab so und so viel Grad Celsus ist
12:06es einfach nicht mehr möglich, dass auch
12:08wenn jemand mit vier Diensten am Stück
12:09geplant ist, dass der 41 Stunden Dienste
12:11am Stück macht. Man lässt den
12:13Berufskraftfahrer ja auch nicht 8
12:14Stunden durchfahren, einfach nur, weil
12:16es jetzt gerade wichtig ist. Ansonsten
12:18ist es tatsächlich immer noch nicht
12:19verpflichtend, dass Wachräumlichkeiten
12:21oder so klimatisiert sind und die Leute
12:23sagen, sie wünschen sich teilweise, wenn
12:24sie da in diesem viel zu heißen
12:25Schlafzimmer sind, ein Einsatz, damit
12:26sie mal in den Rettungswagen kommen, der
12:28klimatisiert ist. Das das kann ja auch
12:30nicht Sinn und Zweck sein. Und
12:31insbesondere, wenn man sich dann
12:32vorstellt, dass man da so Leute hat, die
12:34völlig erschöpft übermüdet sind um 5 Uhr
12:36morgens und dann sollen die jemanden
12:37reanimieren, dann kann man sich ja
12:38ausmalen, dass das jetzt auch nicht im
12:39Sinne des Patienten ist. Ich weiß nicht,
12:41ob das ein psychologisches Phänomen ist,
12:43aber ich habe den Eindruck, der Mensch
12:45versucht es lieber so zu haben wie
12:46gestern, als sich auf das morgen
12:47vorzubereiten. Man tut ja so ein
12:49bisschen so jetzt auch ohne zu sehr
12:51klimapolitisch werden zu wollen, als
12:52machen wir jetzt noch so zwei, drei
12:53Sachen, dann wird's wieder kälter und
12:55dann haben wir solche Hitzewellen nicht
12:55mehr. Deshalb lohnt es sich gar nicht,
12:56sich jetzt auf Hitze einzustellen und
12:59das ist aus meiner Sicht ein großer
13:00großer Fehler.
13:02Ich danke dir sehr. Ich danke dir für
13:04deine Arbeit, danke für das Gespräch und
13:05für diese starken Sätze. Danke schön.
13:08Sehr gerne.
13:09Alles gut.
Deutschland wird heißer
13:11Wenn man das so hört, wird einem noch
13:12mal so richtig klar.
13:14Klimaanpassung
13:16ist keine abstrakte Zukunftsaufgabe.
13:20Es gibt ja immer wieder so Stimmen die
13:22Anpassung und den Klimawandel. Das
13:24machen wir in Zukunft demnächst.
13:26Pfeifeckel jetzt hier und jetzt. Wir
13:30müssen unsere gesamte Infrastruktur
13:32darauf einstellen, dass diese
13:33Hitzewellen kommen. Also wie können
13:36Feuer werden? Krankenhäuser,
13:37Rettungsleitstellen, Pflegeeinrichtung
13:39und so weiter miteinander
13:40zusammenarbeiten. Wie können Sie agieren
13:43gemeinsam, um darauf zu reagieren, was
13:46die Natur da macht? Wir brauchen einen
13:49Plan, denn ja
13:53Deutschland wird heißer. Zwischen 191
13:55und 1990 gab es in Deutschland genau ein
14:00Jahr mit mehr als zehn heißen Tagen.
14:03Zwischen 1990 und heute
14:07gab es 14 Jahre mit mehr als zehn heißen
14:11Tagen.
14:13Das schlimmste Jahr war 2018. Da gab es
14:1620,4
14:17heiße Tage. Übrigens die meisten Jahre
14:21mit heißen Tagen gab es oder gibt es in
14:23den letzten 15, 16 Jahren. Ach, was
14:25heiße Tage sind? Ja, äh ein heißer Tag
14:30ist ein Tag, an dem gemittelt über die
14:32gesamte Fläche in Deutschland eine
14:34Lufttemperatur von 30° auftritt. Was das
14:37bedeutet, heißt, da es ja auch Alpen
14:39gibt und die Mittelgebirge, wo es ein
14:40bisschen kühler ist, dass es unglaublich
14:42große Gebiete gibt, wo es deutlich
14:44wärmer ist als 30°, also wo es richtig
14:46richtig heiß ist. Dann kommt am Ende so
14:48eine Mitteltemperatur raus. Also, wenn
14:50wir uns das anschauen, die
14:51Klimaentwicklung in Europa oder
14:52überhaupt auf der Welt 850 bis heute,
14:55dann war das früher viel kühler. Also es
14:57gibt so blaue Streifen, meistens
14:58hellblaue Streifen, ab und zu ist da mal
15:00ein dunkelblauer dazwischen und dann
15:01wird d mal auch schon mal hier und da
15:03mal orange fararbener, aber dann
15:05spätestens seit 1985 1990 nur noch rot
15:10und immer röter. Also inzwischen sind
15:12sogar ganz hinten die Streifen sind
15:14schon fast violett, so heiß ist es
15:16geworden. Die Durchschnittstemperatur in
15:18Deutschland hat in den vergangenen
15:21Jahrzehnten deutlich zugenommen. Im Jahr
15:231960, als sie auf die Welt kam, war sie
15:25bei 8,4°, jetzt ist sie bei 10,1°. Das
15:28sind also 2° mehr. Was das eigentlich
15:31bedeutet, 2° mehr? Ja, das kann man sich
15:33eigentlich so richtig gar nicht
15:35vorstellen, weil unsere Vorstellungen
15:37von 2° mehr oder weniger, das macht doch
15:40eigentlich nichts aus. Aber wenn man
15:42sich das mal überlegt, ob man 38° Fieber
15:45hat oder 40° Fieber,
15:49das macht ein Unterschied. Und zwischen
15:5139° Fieber und 41° Fieber, das sind ja
15:54auch nur 2°, da liegt unter Umständen
15:57der Unterschied zwischen Leben und Tod.
Gespräch mt Dr. med. Martin Herrmann
15:59Aber warum eigentlich? Wo ist die
16:01medizinische Grenze? Wann wird aus heiß
16:05gefährlich heiß? Darüber spreche ich mit
16:08dem Arzt und Hitzespezialisten Dr.
16:10Martin Hermann.
16:12Schön, dass du da bist. Danke dir.
16:14Danke für die Einladung.
16:15Martin, fangen wir mit dem leichtesten
16:17an. Warum sterben wir an Hitze?
16:21Das ist eigentlich relativ einfach. Wir
16:23brauchen eine bestimmte Temperatur im
16:25Körper, damit es uns gut geht.
16:27Mhm. Und wenn zu viel Hitze reinkommt,
16:29die wir nicht mehr abführen können
16:31überschwitzen oder über dass die Wärme
16:33in die Peripherie geht, wenn immer mehr
16:35reinkommt, dann steigt die Temperatur im
16:37Körper an bis zu dem Punkt, wo wir
16:39sterben. Der Körper versucht zu
16:40regulieren, aber er kommt an seine
16:42Grenzen und für Menschen, die natürlich
16:44eine Vorerkrankung haben oder älter
16:46sind, ist diese Grenze früher erreicht.
16:48Und wenn wir eine Körpertemperatur dann
16:50von 39 40 40,5 haben, dann wird es
16:54lebensgefährlich
16:55und also das heißt die diese äußeren
16:57Bedingung das ist aber nicht nur die
16:58Temperatur, sondern ist auch die
16:59Kombination von Temperaturen
17:02Luftfeuchtigkeit. Genau, weil das wissen
17:04wir alle in der Sauna, wenn da Aufguss
17:05ist, [gelächter] ja, ja, dann dann dann
17:08sagen viele, oh, jetzt muss ich aber
17:09schnell raus. Und sozusagen die die hohe
17:12Luftfeuchtigkeit ist wieeder permanenter
17:14Aufguss. Das heißt, die Temperatur, die
17:16dann lebensgefährlich wird bei hoher
17:18Luftfeuchtigkeit ist viel niedriger.
17:20Deswegen müssen wir auch in Räumen nicht
17:22nur messen, wie ist die Temperatur,
17:24sondern wie ist die Luftfeuchtigkeit und
17:26das zeigt gleich ein
17:28ein Problem. Wir haben eine
17:29Arbeitsstättenverordnung, die eben sagt,
17:31ab 26° muss man Maßnahmen ergreifen, ab
17:3430° muss man viele Maßnahmen ergreifen,
17:37ab 35° ist Schluss.
17:39Schluss. Ja. Da ist aber die
17:40Luftfeuchtigkeit nicht mitbedacht. Da
17:42ist auch jeder Mensch gefährdet. Ja,
17:44also du musst nur lange genug sozusagen
17:46in der überhitzen Sauna sein, dann
17:48wird's für dich lebensgefährlich.
17:49Ja. Ja. Und es ist auch nicht so, dass
17:51du dir dass du dich durch körperliche
17:53Betätigung da in irgendeiner Form dran
17:54trainieren kannst. Du kannst dich ein
17:56Stück weit darauf sozusagen trainieren.
18:00Das machen ja auch dann dann
18:01Fahrradfahrer oder andere, die das
18:03sozusagen extra trainieren, dass du
18:05damit besser zurückkommen. Da kannst du
18:07ein bisschen die Grenze verschieben,
18:08aber du kannst die absolute Grenze an
18:10der kommst du nicht vorbei.
18:11Martin, es wird ja oft von sogenannten
18:13vulnerablen, also verwundbaren Gruppen
18:16gesprochen.
18:17Wer ist denn damit eigentlich gemeint im
18:19allgemeinen Kontext? Also wir in den
18:21letzten Jahren haben wir angefangen
18:22nicht mehr so sehr von vulnerablen,
18:24sondern von Risikogruppen zu sprechen,
18:26weil das sehr viel
18:28vulnerabler können sich viele Leute
18:29sowas nicht vorstellen. Das ist eiglich
18:31ein Fachbegriff, deswegen haben wir den
18:32versucht stärker zu übersetzen. Risiko.
18:35Wer hat ein Risiko? Alle Menschen haben
18:37Risiko.
18:39Aber es gibt natürlich Menschen, die
18:40haben ein erhöhtes Risiko. Das sind z.B.
18:43kleine Kinder, weil die deren
18:45Mechanismen, um Wärme abzuleiten, noch
18:47nicht so ausgebildet sind. Ja, das sind
18:49ältere Menschen, da wird es schwieriger,
18:52da ist praktisch das Herz nicht mehr so
18:53gut und sowas sind nicht mehr so gut
18:55trainiert. Das natürlich Menschen, die
18:57draußen arbeiten, die haben mehr
18:59Exposition und deswegen ein höheres
19:01Risiko. Das sind Menschen, die Sport
19:03treiben, es sind Obdachlose, es sind
19:06Menschen ähm, die alleine leben. Also,
19:09es gibt dann die Riesiken, sind
19:10natürlich unterschiedlich. Ja, wenn ich
19:12eine Dachwohnung habe, äh die
19:15Temperaturen von über 30° über längere
19:17Zeit hat, habe ich ein viel höheres
19:19Risiko, als wenn ich im äh Sutar wohne,
19:22wo es einfach nicht über 22 oder 23°
19:25wird. Also, das hängt ab von der von
19:27meinem von meiner Lebenssituation, wann
19:29ich selber zu der Risikogruppe gehöre
19:32und wann nicht.
19:34Alle sind gefährdet und manche natürlich
19:35von den Umständen her mehr
19:37und am meisten sind womöglich die
19:39gefährdet, die glauben, sie würden gar
19:40nicht zu einer Risikog,
19:41das ist z.B. eine eigene Risikogruppe,
19:43die denken, die hätten das nicht. Ja,
19:45also die die die glauben, ihm könnte
19:47nichts passieren.
19:48Also, was mir immer wieder aufgefallen
19:50ist, wir haben ja vor ein paar Jahren
19:51schon mal eine Hitzesendung gemacht und
19:52dann kamen so ein paar E-Mails wieder
19:53rein. Ach, das ist doch alles Unsinn
19:56hier. Wir haben wir wir arbeiten im
19:57Freien auch bei ganz großer Hitze. Uns
20:00hat's nicht geschadet. Das wird den wird
20:01den Leuten heute auch nicht schaden.
20:02Sind doch alles Weicheier. Das ist ja so
20:04eine so so eine Aushaltementalität.
20:06Alles was uns nicht unbinittelbar tötet
20:08macht uns nur noch härter oder sonst
20:10irgendwas.
20:12Das ist auch nach wie vor so, dass
20:13praktisch in der Breite der Gesellschaft
20:15wir die Gefährlichkeit nicht erkannt
20:17haben. Wir beide haben Enkel. Ja, es ist
20:19ganz klar, wenn du auf deine Enkel
20:21aufpaust und die mit denen mit Fahrrad
20:23rumfahren soll, dass du sehr genau
20:25schaust, wo wird es wann gefährlich. Ja,
20:28nur fahren, wo sie entsprechend ihr
20:30Fähigkeiten sicher
20:31sicher fahren können. Dieses
20:33Verständnis, wann es wo, für wen
20:35gefährlich wird, ist bei Hitze bisher
20:37sehr schlecht.
20:38Ja.
20:39Ja. Also ist die Selbsteinschätzung. Da
20:41gibt's auch Untersuchungen, die zeigen
20:43äh für Patienten äh oder Menschen, die
20:46eigentlich eine höhere Gefährdung haben,
20:48man kann mit denen sprechen und sagen:
20:50"Ja, ja, Hitze ist gefährlich, aber sie
20:52können ihr eigenes Risiko nicht
20:53einschätzen." Ja, also es ist wie so
20:55eine Na, mir passiert schon nicht so
20:57viel. Am gefährdeten sind ja die
21:00Menschen, die alleine leben, die sind
21:02schon bisschen älter, kommen bisher
21:04gerade noch so zurecht
21:06und dann sagen sie: "Ja, du bisschen
21:07Hitze und so, da lege ich mich jetzt mal
21:09hin und so und es wird schon und ich
21:11will jetzt auch, ich habe niemanden oder
21:13ich will jetzt auch meine Kinder, die
21:14irgendwie 300 km weiter wohnen, nicht
21:16beunruhigen." So und die sind am meisten
21:19gefährdet. Ja, weil sie selber denken,
21:21da das stell dich nicht so an und so,
21:24ich bin da doch kein alter Mann oder
21:25keine alte Frau und so. Und dann
21:28passiert es eben, dass sie vielleicht
21:29dann einschlafen und äh dass sie
21:31sterben.
21:32Aber insbesondere auch die Rolle von
21:33also die die Verwundbarkeit oder die das
21:36Risiko bei Kleinkindern, wie wie hoch
21:38das ist, wenn die Temperaturen zu hoch
21:40werden, das wird wohl offenbar auch
21:42immer wieder äh aufs neue unterschätzt,
21:44dass es nicht nur die in
21:45Anführungsstrichen alten und Kranken
21:46sind, sondern dass eben gerade kleine
21:48Kinder äh ganz besonders
21:50die sind besonders gefährdet. Deswegen
21:52arbeiten wir auch sehr eng mit den mit
21:53den Pädiatern zusammen, z.B. Kitas. Ja.
21:56Also die die Krippen je kleiner desto
21:59gefährdeter die sollen dann schlafen.
22:01Das ist natürlich, wenn die dann
22:03Temperaturen über 30° haben, ist es eine
22:05Katastrophe. Ja, es gibt dann manche
22:07Kitas, die sagen, okay, wir machen jetzt
22:10wegen, weil wir die Räume nicht
22:12runterkühlen können, machen wir zu. Mm.
22:14Dann sind ja die die die Familien oft
22:17nicht besser sozusagen gestellt. Dann
22:19müssen sie das irgendwie organisieren.
22:21Das ist so ein Beispiel, wo wir sehr
22:23schnell schauen müssen, dass Kitas
22:25zumind ein oder zwei Räume haben, die
22:27klimatisiert sind. Ja, Schulen,
22:29wir haben bisher flächendeckend in
22:32Schulen nur ganz wenig gemacht. Da
22:34gibt's vielleicht so ein paar
22:35Checklisten, die mal rumgeschickt
22:36werden, aber ob die dann umgesetzt
22:38werden oder ich frag keiner nach, weil
22:40wir schon wissen, dass die Schulen auf
22:42Hitze nicht vorbereitet sind. Ja, und es
22:45ist klar, ein geordneter Unterricht bei
22:47Temperaturen über 30° findet nicht mehr
22:50statt. Hart ausgedrückt können Schulen
22:52während Hitzeperioden ihren
22:54Bildungsauftrag nicht mehr gerecht
22:55werden.
22:56Also, ich habe neulich in dem Vortrag
22:57solche Sachen gehört, die haben mich
22:58richtig umgehauen. Oberhalb von 30°
23:01nimmt unsere körperliche
23:02Leistungsfähigkeit um 50% ab.
23:05Das ist ja gewaltig. Oberhalb vom 35°
23:08ist eigentlich heißt es fertig aus Ende
23:11hinlegen, warten, bis es kühler wird.
23:13Ja, da gibt's auch klare Untersuchungen,
23:14die eben zeigen, wenn du irgendwie Tests
23:17machst oder irgendwelche Arbeiten
23:18schreiben lässt für Schüler, dass eben
23:20ab einem gewissen Temperatur geht sie
23:22werden die Ergebnisse schlechter.
23:24Deswegen darf man auch Prüfungen über
23:27einer bestimmten Temperatur eigentlich
23:28nicht mehr abhalten. Ja, das ist auch
23:30etwas, was jetzt Schulen anfangen
23:33zu verstehen, dass du dann schauen
23:35musst, wenn es da heiß werden würde, in
23:37welche kühlen Räume können wir
23:39ausweichen, was sind die kühlsten Räume
23:40bei uns? Ähm, also wir das ist
23:43eigentlich nicht ist nicht fair den den
23:45Schülern gegenüber, wenn sie dann in
23:47Räumen machen, wo ihre
23:48Leistungsfähigkeit schlechter ist.
23:49Ist ja auch eine unglaubliche
23:50Risikoquelle,
23:52weil sehr viele unserer Berufe im
23:54Dienstleistungsbereich aktuell sind ja
23:56Überwachungsjobs.
23:58Also, wenn die Aufmerksamkeit dann
24:00runtergeht mit zunehmender Temperatur,
24:02es ist ja die den Fehlern ist ja Tür und
24:04Tor geöffnet.
24:05Es gibt mehr Fehler und die
24:07Arbeitsproduktivität sinkt natürlich
24:09sehr stark.
24:10Mhm.
24:11Was noch dazu kommt, wenn wir eine
24:13längere Hitzeperiode haben, äh dann
24:15schlafen wir schlechter, weil wir auch
24:17da in Überhitzen Räumen sind. Das heißt,
24:18wir schlafen schlechter, wir sind schon
24:21fertig morgens, wenn wir dann zur Arbeit
24:22gehen, fahren vielleicht mit einer
24:24S-Bahn, die nicht klimatisiert ist. Dann
24:26haben wir vielleicht auch noch nicht
24:27gelernt, wie wir was wir selber tun
24:29können, um besser damit klarzukommen und
24:31so, dann gehen wir da in die Arbeit und
24:33da ist natürlich Arbeitsproduktivität
24:35geht in Keller. Das ist natürlich auch
24:36ein Thema, wo man sich überlegen kann,
24:38ob da nicht ein neuer Akteur noch ins
24:40Spiel kommt. Die wirtschaftlichen
24:42Schäden durch Hitzewellen, die sind ja
24:44dramatisch. Ja,
24:46also das ist sehr interessant, dass
24:48praktisch in den letzten ein zwe Jahren
24:51sind drei, vier große Berichte
24:53rausgekommen. Zwei davon in diesem Jahr,
24:55einen von der Allianz Ende Mai, wo sie
24:58sich angeschaut haben, wenn wir annehmen
25:01von 26 bis 30, also in diesen Jahren
25:04werden wir Hitzesommer haben, die
25:07sozusagen so stark sind wie die
25:08stärksten, die wir in den fünf Jahren
25:10davor hatten. Ja, jetzt haben wir dieses
25:11Jahr haben wir sind wir sogar stärker
25:13schon. Dann sind die wirtschaftlichen
25:15Schäden in Europa dramatisch. Alleine
25:17für Deutschland für diese 5 Jahre
25:19berechnen sie über 130 Milliarden.
25:23Über 130 Milliarden. Der Bericht heißt
25:27too hot to grow, also zu heiß zum
25:29Wachsen.
25:31Und es zeigt eben, dass das uns
25:32Wirtschaftskraft kostet, dass es
25:34besonders die Arbeitsproduktivität
25:36zurückgeht. Aber wir haben ja auch
25:37gesehen, wie wir eben Kosten auf der
25:39Infrastrukturebene haben
25:40und wie
25:41und wie. Parallel dazu gab es in diesem
25:43Jahr eine Veröffentlichung von Prognos,
25:45eine Studie, die Sie gemacht haben fürs
25:47Bundesarbeit und Sozialministerium,
25:50wo Sie eben gezeigt haben, dass ein
25:52Hitzetag, also 30° und mehr äh die pro
25:56Tag die Kosten bei 500 Millionen
25:59ungefähr sind. Jetzt haben sie
26:01nachgelegt und gesagt, na ja, wenn du
26:02über 35° bist, bist du ungefähr bei
26:04einer Milliarde und wenn du bei 40°
26:06bist, bei 2 Milliarden pro Tag. Gott,
26:08Gott.
26:08Also, äh du siehst, das kommt jetzt und
26:11wenn man das dann mit den Leuten
26:12spricht, ist es völlig klar zu sagen,
26:15wir können es uns nicht leisten, besser
26:16vorbereitet zu sein, ist natürlich
26:18Unsinn. Das ist völlig falsch. Man geht,
26:21wenn eine sehr schwierige Situation auf
26:23einen zukommt, dann bereitet man sich
26:25darauf vor. Natürlich nimmst du Geld in
26:26die Hand. Ja, also das Geld, was du
26:29brauchst, um da besser durchzusegeln.
26:32Gibt es denn eine klare Kommunikation
26:34darüber, dass eben diese
26:36Übersterblichkeit eindeutig mit der
26:38Hitzewelle zusammenhängt oder wird immer
26:41wieder so getan? Na ja, also die werden
26:42irgendwie ja auch gestorben und da ist
26:45jemand jetzt gestorben, ist es wirklich
26:46die Hitze gewesen? Ist es nicht was
26:48anderes und so weiter. Also so eine eins
26:50zu ein Verbindung zwischen Ursache und
26:52Wirkung. die in der in der Medizin und
26:55der Epidemiologie ist sind die
26:57Zusammenhänge ganz eindeutig. Ist auch
27:00so das Modell, das RKI verwendet, ist
27:03eher konservativ. Ja, also das ist
27:05Helmholzzentrum für Epidemiologie hat
27:07darauf drauf hingewiesen, dass eben die
27:10Übersterblichkeit deutlich höher ist und
27:12sie haben eben auch reingeschrieben,
27:14dass die Übersterblichkeit höher ist,
27:17weil Ihr Modell sozusagen bestimmte
27:19Sachen eher konservativ berechnet.
27:21sprechen Sie von der Übersterblichkeit
27:23von bis zu 14500
27:26Menschen in diesem Sommer.
27:27Mein Gott, mein Gott. Das ist es ist
27:30eine eine Katastrophe.
27:31Das ist eine ehrsinnig hohe Zahl. Ähm
27:34und äh das ist ja auch, also das ist ja
27:37nur die eine Zahl. Ich sag eigentlich
27:39immer, wenn wir jetzt da sehr sehr viele
27:41Todesfälle haben, haben wir
27:43Hunderttausende und Millionen von
27:45Menschen, die schwymt haben. Und wenn
27:49wir jetzt auf diese Phase zurückschauen,
27:51hat fast die ganze Bevölkerung hat
27:53Probleme. Es sind also nicht ein paar
27:54Millionen, sondern es sind Z Millionen,
27:56die große Probleme hat. Es sind
27:58Millionen von Menschen, die schwerste
28:00Symptome haben und es sind mehrere
28:02tausend Menschen, die daran sterben.
28:04Viele Menschen sterben alleine und es
28:06ist auch eher ein Sterben in Zeitlupe.
28:09Viele Menschen sterben auch dann, wenn
28:11die Hitzewelle vorbei ist in den Tagen
28:13und in ein, zwei Wochen danach. Da
28:15gibt's oft mal noch so eine Spitze.
28:17Ich spreche jetzt mal über einen Fall.
28:19Das hat mich echt umgehauen. Hat eine
28:20Mutter berichtet, dass ihr Sohn äh
28:23gestorben ist, der Litium
28:26Litiumpräparate genommen hat. Die
28:27Angehörigen waren nicht darüber
28:29informiert, dass bei hohen Temperaturen
28:31diese Medikamente eine ganz andere
28:33Wirkungsweise haben als bei in
28:35Anführungsstrichen normalen
28:36Temperaturen.
28:38Ja,
28:38ich habe da gesessen, ged, der Mann ist
28:4135, der da gestorben ist und der war auf
28:42dem Weg der Besserung, wie sie mir
28:44schrieb.
28:45Und das hat mich echt umgehauen. Man
28:47das ist ein großes Problem, dass wir
28:49eben Medikamente anders wirken, wenn die
28:51Temperatur sehr heiß ist. Ja, also da
28:53geht's um um äh Medikamente, die z.B.
28:57die dazu führen, dass wir weniger
28:59Flüssigkeit in uns haben. Also die
29:00sogenannten Dioretika. Es gibt ganz
29:02viele Medikamente, die die Wirkung
29:04ändern. Deswegen müssen muss eigentlich
29:06jeder Hausarzt vor der Hitzeaison
29:09mit den Patienten durchgehen. Bei
29:11welchem Medikamenten müssen sie
29:12aufpassen? Was müssen Sie tun? M
29:14man muss in den Pflegeheimen und
29:16Krankenhäusern die Medikamente anpassen.
29:19Da ist das Verständnis bei den
29:20Hausherzen der Medizin in den letzten
29:23Jahren stark gewachsen, aber es ist auch
29:25noch nicht groß genug. Es wird noch
29:26nicht systematisch gemacht. Es ist nicht
29:28eine Routine sozusagen, dass sie nicht
29:30so eine Situation haben wie dieser
29:3235-jährige Mann, der gestorben ist. Ist
29:34sicher kein Einzelfall.
29:35Da will ich dann doch noch mal
29:36nachfragen. Wie gut sind denn die
29:37Krankenhäuser auf die Hitzewellen
29:38vorbereitet?
29:40Also, die meisten Krankenhäuser haben
29:42sich mit Hitze beschäftigt, aber die äh
29:45Gebäude sind nicht klimatisiert. Ich
29:47glaube, es gibt so eine Zahl, es gibt
29:4938% der Kliniken haben sie eine Umfrage
29:52gemacht, die haben klimatisierte
29:54Patientenzimmer, aber das heißt nicht,
29:55dass alle Patientenzimmer s klimatisiert
29:58sind, sondern einzelne oder mehr. Die
30:00allermeisten
30:02Patientenzimmer sind nicht klimatisiert.
30:04Da muss sehr schnell eben auch Geld in
30:06die Hand genommen werden.
30:07Was lernen wir denn jetzt dann
30:08tatsächlich aus dieser Hitzewelt? Was
30:10würdest du dir w
30:11also ich würde sagen, es ist es ist
30:12gemischt. Es gibt viele Leute, die sind
30:14aufgerüttelt, die sind auch erschüttert
30:16durch das, was passiert ist, weil sie am
30:18eigenen Leibe erlebt haben. Die sagen,
30:20es hat mich geschockt, wie ich dann aus
30:21der Wohnung rausgegangen bin, wo es
30:22gerade noch so ging und ich bin in diese
30:24Hitzewand reingelaufen. Gibt ganz viele
30:26Menschen, die sind geschockt.
30:28Gleichzeitig ist die politische Reaktion
30:31in großen Teilen noch verhalten, weil
30:32wenn wir anerkennen, was passiert ist,
30:36dann müssen wir auch anerkennen, dass
30:37wir uns zu schlecht vorbereitet haben
30:39und dass wir die Auswirkungen der
30:41Klimakrise unterschätzt haben. Und wir
30:44müssen anerkennen, dass wir eben auch
30:46mit Klimaschutz noch viel entschiedener
30:49vorgehen müssen als bisher, weil es ist
30:51ja klar, wenn wir nicht den Klimawandel
30:54einschränken können, dann wird Anpassung
30:57nicht mehr funktionieren. So und das
30:59ist, glaube ich, diese Realisierung, das
31:02ist ja jetzt da und es ist früher da,
31:05als auch die Wissenschaft noch vor vier,
31:06F oder 10 Jahren gedacht hat. Und es ist
31:09ja nicht nur das die Hitze, es ist das
31:11Wasser, es ist die Dürre, es sind die
31:14Feuer, es ist die Überflutung, es ist
31:16der Stress, der damit einhergeht. Es ist
31:19das Merken, wie die Infrastruktur nicht
31:21darauf ausgerichtet ist. Wir bauen bei
31:24uns nicht so, dass wir für 40° oder 45°
31:27Hitzewellen vorbereitet sind. Da
31:29[räuspern] ist auch ein gewisser Schock
31:31damit verbunden und einer Art mit Schock
31:33umzugehen ist es auch ganz schnell
31:34wieder zu verdrängen und wegzuschauen,
31:37dann muss ich mich dem nicht stellen.
31:38Aber es ist natürlich keine erwachsene
31:40Reaktion und das sind alle
31:43Entscheidungsträger und alle Menschen,
31:45die Verantwortung tragen, egal wo, ob
31:47für fünf Menschen oder für 100, sind
31:49gefordert hinzuschauen,
31:52miteinander zu schauen, was los ist, was
31:54der Fall ist und was jetzt zu tun ist
31:57und das dann entschlossen umzusetzen.
31:59Wir müssen auch sehen, ab wann sagen wir
32:01jetzt wird's ein Krisen und
32:02Katastrophenfall. Ja, jetzt gibenstab,
32:06der täglich genau drauf schaut, was
32:08passiert. Haben wir noch genügend
32:10Rettungswagen, die unterwegs sind? Haben
32:12wir eben diese Kühlmöglichkeiten. Wie
32:14sieht's im Krankenhaus aus? Wie sieht's
32:15in den Pflegebereichen aus? Wie
32:17erreichen wir die Menschen, die alleine
32:19zu Hause sind?
32:20Hitzewarnungen auch in den Medien nicht
32:22nur einfach sagen, es wird heiß, sondern
32:24es ist gefährlich. Wir müssen da was
32:26tun. Ja, da müssen die Bürgermeister
32:28gefragt, das sind die
32:28Ministerpräsidenten gefragt, da ist der
32:31Kanzler gefragt, weil es eben nicht nur
32:33in einem Sektor ein Problem ist. Es ist
32:35ein großes Problem für die ganze
32:37Gesellschaft. Was vielleicht auch noch
32:39wichtig ist zu erinnern, bis vor 3 4 5
32:42Jahren war Hitze verantwortet im Umwelt
32:45und Klimabereich.
32:47Mhm.
32:47Und wir haben eben äh schon schon damals
32:50haben wir gesagt, das muss sich ändern,
32:52das ist auch sehr stark ein
32:53Gesundheitsthema. Deswegen haben wir ja
32:55diesen Hitzeaktionstag ins Leben gerufen
32:58zusammen mit der Bundesärzekammer. Und
33:00ich sage ganz klar, wenn wir da nicht
33:02diesen diesen Schift schon vor d vi
33:04Jahren gemacht hätten, woher in vielen
33:06äh Gesundheitseinrichtungen sich Leute
33:08damit auseinandergesetzt haben, wäre es
33:10noch viel schlechter gekommen, als es
33:12gekommen ist.
33:12Nun gibt es ja Reaktionen in anderen
33:16Ländern in Frankreich, gerade auch in
33:18den in den Mittelmeerländern. Wir haben
33:19ja schon lange Erfahrungen mit Hitze.
33:21Ähm, was könnten wir denn jetzt in
33:23Mitteleuropa, nämlich wir in Deutschland
33:25eigentlich lernen von den Ländern, die
33:28schon reagieren und schon reagiert
33:30haben? Also das Wichtigste, was wir
33:31lernen können, dass wir es ernst nehmen
33:34und dass wir es zu einer Priorität
33:35machen. Wir sehen ja in Frankreich, die
33:37haben selber riesige Probleme mit dem,
33:39was jetzt auf sie zukommt, weil auch die
33:41Maßnahmen, die sie vor 5 oder 10 Jahren
33:43ergriffen haben, heute nicht mehr
33:44ausreichen. Aber das können wir lernen.
33:46Und wenn wir es ernst nehmen, dann haben
33:49wir mehrere Handlungsstränge. Das eine
33:51ist die gesundheitliche Dimension und da
33:54brauchen wir im Gesundheitssektor in
33:57allen Einrichtungen, die müssen selber
33:59Hitzeresilient sein, weil sie sonst ihre
34:01Aufgabe während der Hitzewelle nicht
34:02wahrnehmen können. Das zweite ist dann,
34:05wie
34:06bauen wir, wie ist die Stadtentwicklung,
34:09wie bauen wir so um oder entwickeln
34:12Städte und Häuser so weiter, dass wir
34:14eben, dass sie eher kühlen, dass sie
34:16eher begrünt sind, dass wir eben auch da
34:20sozusagen in in Richtung Hitzeresilienz
34:22gehen. [schnauben] Dann in den
34:24Wirtschaftsunternehmen, wenn Sie selber
34:26nicht Hitzeilienz sind, dann wird ihre
34:28Arbeitsproduktivität während diesen
34:29Phasen zurückgehen. Ihre
34:30Produktionsprozesse bekommen Probleme.
34:33Also, wir müssen in alle Lebensbereiche
34:35rein und es bedeutet auch, dass wir an
34:38strategischen Stellen das Geld in die
34:39Hand nehmen, was wir brauchen, um
34:41dahinzukommen. Das heißt, originelle
34:43fantasievolle Lösungen wären ja z.B.,
34:45wenn diejenigen, die in klimatisierten
34:47Gebäuden arbeiten, also die all die
34:49Organisationen, die klimatisierte
34:50Gebäude haben, diese mindestens für ihre
34:53Mitarbeiter sagen: "Leute, wenn es bei
34:55euch zu Hause zu heiß ist, bringt euch
34:57eine Matratze mit, übernachtet in den
34:59Büros." praktisch die Türen aufzumachen,
35:01also da mal ein bisschen ein bisschen
35:04origineller und fantasievoller umzugehen
35:06mit unseren Möglichkeiten. Das könnte ja
35:08auch eine ein ganz neues Handlungsfeld
35:09sein, ne?
35:10Das ist ein großes Handlungsfeld und es
35:12ist auch sozusagen ein ein
35:13wirtschaftlicher Impuls. Ja, also ich
35:15bin ganz sicher, wenn wir uns den Dingen
35:17stellen,
35:18dann haben wir sehr viele Vorteile. Ja,
35:20weil wir können das nur zusammen machen.
35:22Das heißt, wir müssen dann in den bei
35:23Freunden und in der Nachbarschaft
35:25schauen, wie sieht's bei dir aus? Du
35:26bist unterm Dach und kannst nicht.
35:27Genau. Dann kommt zu
35:28wohin kann ich ausweichen? Zu mir kannst
35:30du in Keller oder das oder Ja, also
35:32genauso. Es gibt in vielen in vielen
35:35Gebäuden gibt es ein oder zwei oder drei
35:38klimatisierte Räume. Sitzungsräume
35:40manchmal sind klimatisiert, dann müssen
35:41die geöffnet werden. Ja, ich habe einen
35:43Fall gehört von einem inner, der in der
35:45Verhaltung arbeitet und der leidet sehr
35:47unter Hitz und dann hat er gefragt, ob
35:48er da nicht in den Sitzungssaal da rein
35:51kann. Nee, nee, das geht auf keinen
35:52Fall. Der ist nur für die Sitzung im Es
35:55gibt z.B. wie die VIPbereiche in den
35:57Stadien, die sind klimatisiert. Ja, es
35:59kann sein, dass man die dann dafür
36:00verwendet, um dahin Leute zu evakuieren
36:02oder die als Kühlrah für Leute zu haben,
36:04die mal für 3 Stunden entspannt, weil
36:07wenn du 3 Stunden wieder in dem normalen
36:09Raum warst, dann geht's deinem Körper
36:10schon sehr viel besser.
36:12So, also da kann man kreativ werden, da
36:15braucht's Kreativität und Zusammenhalt.
36:18Das ist ein Schritt in eine in
36:19Anführungsstrichen neue Zeit. Wir müssen
36:21uns anpassen.
36:22Wir müssen verstehen,
36:26das geht nicht mehr weg.
36:27Ja. Ja.
36:28Das geht nicht mehr weg.
36:30Genau.
36:31Und auch hart sich das einzugestehen.
36:33Ja, glaub es geht jedem so selbst dir
36:36und mir. Wir beschäftigen uns die ganze
36:38Zeit damit, aber zu sehen jetzt immer an
36:39dem Punkt, wo das nicht mehr weggeht.
36:41Das ist hart.
36:43Vielen Dank, Martin. Vielen Dank für das
36:44Gespräch.
Fazit
36:45Was soll ich sagen als Fazit nach diesen
36:48großartigen Gesprächen und diesen
36:50katastrophalen Informationen, die wir
36:52hier geliefert haben? Anpassung ist
36:55keine Aufgabe für morgen. Die muss jetzt
36:57gemacht werden. Ja, die muss sofort
36:59gemacht werden. Den Schuss müssen alle
37:01gehört haben. Also jetzt wirklich, es
37:03gilt zu Handeln. Und die einzige
37:04Möglichkeit für uns alle, die Akteure,
37:08die wichtigen Akteure zu informieren,
37:10ist [musik] sie zu informieren. Also
37:13nehmt dieses Video und verlinkt es mit
37:16allen, von denen ihr wisst, dass sie im
37:18Krisen und Katastrophenfall
37:19Verantwortung übernehmen. Geht an die
37:21Gemeinderäte, an die Stadträte, an die
37:23Bürgermeister, an die Landräte, an die
37:25ganzen Gesundheitsministerien und so
37:27weiter. Zeigt [musik] Ihnen, was der
37:29Fall ist. Wir haben uns bemüht, es so
37:31klar und so eindeutig wie nur möglich zu
37:33machen, dass selbst diejenigen, die es
37:35nicht hören und sehen wollen, eigentlich
37:37verstehen müssen, worum es geht. Und
37:39erinnert euch alle daran, wie
37:41fürchterlich es ist, wenn es zu heiß
37:43wird, wie katastrophal es für unsere
37:45Lieben werden kann, für Menschen, die
37:47uns am Herzen liegen, die vielleicht ein
37:49bisschen zu schwach sind, die aus
37:50welchen Gründen auch immer krank sind,
37:52angeschlagen sind, was [musik] die
37:54leiden, wie unsere Kleinen leiden an der
37:56Hitze, [räuspern]
37:58die allerkleinsten.
37:59Und das können wir doch nicht wollen.
38:01Das können wir doch nicht wollen, dass
38:02das immer und immer und immer und immer
38:04wieder passiert. Redet darüber, wo
38:06könnte ein kühlender Platz sein in
38:09Zukunft [musik]
38:10sprecht Leute an, die euch am Herzen
38:12leser, du, wenn es ganz schlimm kommt,
38:14dann kannst du bei mir im Keller
38:15übernachten, da ist es nämlich kühl.
38:16[musik] Überlegt euch die Plätze, wo man
38:19im Ernstfall hingehen kann, wenn da
38:21draußen wieder fast die Hölle ausbricht.
38:24Das können wir uns nicht gefahren
38:25lassen. [musik] Ich meine, in einem so
38:26reichen Land mit so vielen Möglichkeiten
38:29und mit so vielen richtig guten Menschen
38:31sollte das alles eigentlich nicht mehr
38:33passieren. Erinnern wir uns noch mal an
38:35die Worte von Martin Hermann. Wir haben
38:36[musik] Möglichkeiten. Wir können Dinge
38:39tun. Dieses Video ist keine Hitzepanik,
38:41soll keine Historie auslösen, sondern
38:43dass wir uns endlich daran erinnern,
38:45[musik]
38:46was wir zusammen für Möglichkeiten
38:48haben, uns gemeinsam vor den
38:50offensichtlich unvermeidlichen
38:52Naturkatastrophe Hitze zu [musik]
38:54schützen, was wir zusammen machen
38:56können, also kühlen Mut beweisen, auch
39:00in heißen [musik] Zeiten. Vielleicht
39:02wäre das ein Motto.